Beide Hände Gottes (38:75; 48:10)

Selam.

Der Begriff „mit beiden Händen Gottes“ wird bspw. in 48:10 (hier aber im Einzahl) oder aber auch in 38:75 erwähnt.

Im Hinblich auf 38:75 besteht ein systematischer Zhg. zum Vers 2:34. Darüber hinaus darf die Bewertung Jesus = Adam (vgl. 3:59) nicht unberücksichtigt bleiben; dazu aber mehr unten.

Natürlich ist Gott frei von allem. Gepriesen sei Gott. Mit anderen Worten, Gott ist ohne eine Abhängigkeit, bspw. durch zwei Hände. Zudem ist die Hand etwas Geschaffenes. Gott wiederum nicht.

Was sind dann diese beiden Hände oder was symbolisieren sie?

In der Sprache des Koran bzw. in den semitischen Sprachen bedeutet das Wort „yed“ (ich verwende meine Muttersprache für die arabische Schreibweise) (arabisch: اليد, türkisch: el) Unterstützung, Stärke, Hand oder Arm. Es ist zugleich auch eine Redewendung, ähnlich wie in manchen Sprachen. (englisch: „give us a hand“, türkisch: „bir el uzat“).


Aus den Versen 5:110; 19:17 geht hervor, dass die Erschaffung von Jesu über den heiligen Geist, also Gabriel erfolgte.(Gabriel ist der heilige Geist: Der heilige Geist (besser: der reine Geist) ist nach 2:97 (der Engel) Gabriel. Mohammed sah (den Engel) Gabriel bei seiner ersten Offenbarung an einem hellen Horizont, vgl. 81:23. Siehe dazu auch: 97:3; 97:4. aA vertretbar)

Darüber hinaus wird das Wort ءيد („eyed“) im Zhg. der Unterstützung des Propheten Jesus erwähnt.

Im Gesamtschau der Verse 2:87; 2:253; 5:110 lässt sich weiter feststellen, dass die „eine Hand“ (iSd 38:75) den heiligen Geist (Gabriel) symbolisiert, was sich aus 3:59 begründen lässt.

Zunächst hierzu 3:59:

3:59 Zweifellos ist bei Gott das Gleichnis von Jesus wie das Gleichnis von Adam. Er erschuf ihn aus Erde, danach sagte er zu ihm: „Sei“ und hierauf wurde er.

Für Gott ist es einfach (vgl. 19:21), dass Jesus ohne Vater geboren wird. Gott erschafft, was er will. Wenn er ein Gebot erlässt, sagt er nur „Sei“, und es wird geschehen, vgl. 19:35. Die Wahrheit kommt von eurem Herrn. Gehöre nicht zu denen, die Zweifel haben, vgl. 3:60.

Jesus war nur ein Sterblicher, der „aus der Erde“ geschaffen wurde, d.h. aus organischen und anorganischen Substanzen, die in ihren elementaren Formen in der Erde zu finden sind, vgl. auch 18:37; 22:5; 30:20; 35:11; 40:67. Mit der Verwendung der Gegenwartsform im letzten Wort wird auch deutlich gemacht, dass Adam für die Menschheit steht. Sehr interessant im Zusammenhang mit der Gleichheit auch, dass das Wort Adam und Jesus im gesamten Koran exakt 25 Mal vorkommt.

Festzustellen ist aber noch Folgendes:

Die Aufgabe „Sei“ wurde sowohl für Jesus als auch für Adam ausgeführt. Nach 19:17 ist wiederum offensichtlich, dass Gabriel zur Schaffung von Jesus gesandt wurde.

Diese Hand könnte folglich die Unterstützung sein. Hierauf erfolgte dadurch auch das „Upgrade“: Eine neueres bzw. besonderes Wesen wurde geschaffen. Das gilt auch für die Erschaffung Adams. Aber auch für frühere Lebewesen (Stichwort: Homo habilis). Mit anderen Worten: Die Aufgabe von Gabriel könnte sein, dass neue Arten aus allen gemeinsamen Vorfahren ermöglicht werden und hierauf ein „Upgrade“ in der Entwicklung durchzuführen.

Was die zweite Hand sein kann, darüber könnte über 2:98 vertreten werden können, dass dies (der Engel) Michael sein könnte.

Namentlich im Koran werden neben den Engeln, (der Engel) Gabriel hervorgehoben, der den Propheten die Offenbarungen Gottes übermittelte, und auch der (Engel) Michael erwähnt, vgl. 2:98.

Gabriel hat eine zentrale Rolle als Übermittler der Offenbarung an Mohammed. Namentlich wird er neben 2:97 und 2:98 auch in 66:4 erwähnt. Er wird auch als „zuverlässiger Geist“ (arabisch: الروح الأمين, ar-rūḥ al-amīn) (vgl. 26:193; 26:194; 26:195) und als „Geist der Heiligkeit“ bzw. „heiligen Geist“ (arabisch: روح القدس, Rūḥ al-Qudus) (vgl. 16:102) bezeichnet. Er verfügt über eine große Kraft und spezifische sichere Informationen (vgl. 53:5; 53:6).

Über Michael (hebräisch: מיכאל, arabisch: ميكائيل/ميكال, türkisch: Mikail) sind im Koran leider wenig Informationen. In den Erwähnungen in der Bibel wird er oftmals als himmlisches Wesen dargestellt, der eine verteidigende, bewahrende Rolle hat (Daniel 10, 21; Daniel 12, 1; Judas 9).

Die „Hadithe“ von Paulus, dem zweiten bzw. vom Vater des Kätzchens werde ich hier vernachlässigen, weil ich dann Kinofilme wie Legion (2010) oder Michael (mit John Travolta aus dem Jahr 1996) miterwähnen müsste.

Könnte Michael die zweite Hand sein? Ich weiss es nicht. Vielleicht sieht ihr es anders, oder habt weitere Vorschläge, ich würde mich freuen.

Frieden liebe/r (?) Sue

ein interessanter Gedanke, den man durchaus weiterverfolgen kann.

Ich selbst verstehe „die Hand/die Hände Gottes“ symbolisch. Alles ist ja in Gottes Hand, d.h. Gott hat Macht über alles.
So verstehe ich das auch aus den folgenden Beispiel-Versen:

3:26 Sage: Oh Gott, König der Königsherrschaft, du lässt die Königsherrschaft zukommen, wem du willst, und du entziehst die Königsherrschaft, wem du willst. Du ehrst, wen du willst, und du erniedrigst, wen du willst. In deiner Hand ist das Gute. Gewiss, du bist über alle Dinge mächtig

3:27 Und glaubt nicht außer jenem, der eurer Lebensordnung folgte. Sage: Gewiss, die Rechtleitung ist die Rechtleitung Gottes, nämlich dass einem zukommt vergleichbar dem, was euch zukam. Oder sie debattieren mit euch vor eurem Herrn. Sage: die Gunst ist in der Hand Gottes. Er lässt sie zukommen, wem er will. Und Gott ist weitreichend, wissend

36:38 So gepriesen sei derjenige, in dessen Hand die Königsherrschaft über alle Dinge ist. Und zu ihm werdet ihr zurückgebracht

Auch wir sind in Gottes Hand, das heißt, letztendlich können wir zwar handeln und entscheiden, aber letztendlich ist es Gott der die Macht über allem hat. Auch die Propheten oder Engel sind in gewissen Sinne nur „verlängerte Arme“ Gottes. Gott spricht durch sie zu uns, sie können nicht aus sich selbst heraus handeln, wenn Gott es nicht will.

Wir können geborgen sein in Gottes Hand, das ist das Wissen, dass Gott immer da ist und auf Gott vertrauen. Das schenkt Geborgenheit.

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Vielen Dank für deine weiteren Ausführungen. Es ist schön zu sehen, wie auf der Suche nach der Wahrheit neue Gedankensätze entstehen können. Bin übrigens ein m, „sue“ ist nur ein Benutzername.