Das Opferfest

Salaam!

Ist eurer Meinung nach das „Opferfest“ ein auf dem Quran basierendes Fest oder ein auf der Tradition basierendes Fest? :thinking:

Salam,

Das Opferfest inklusive Tieropfer?oder das Opferfest als solches wo man opfert/geben/Spenden sollte?
Ich bin leider noch nicht soweit mit dem Koran das ich auf alle Themen mit Versen antworten kann aber aus dem Gefühl heraus wären für mich alle Feste auf Traditionen zu führen :thinking:

Ja, genau das! Was in die Hadsch-Zeit fällt.

Ich glaube es begründet auf beidem. Der Koran erzählt ein wenig über die Opferung, die Abraham auferlegt war.
In der Tradition wurde das etwas abgeändert.
Eine Pflicht für alle kann ich aus dem Koran nicht ableiten.

Ich dachte an 108:2 :slightly_smiling_face:

Da finde ich die Argumentation von Hanif überzeugend, dass es nicht um opfern geht, sondern um Hingabe: http://hanif.de/?p=54

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Das sehe ich auch so. Vielen Dank für den hilfreichen Tipp!

In meiner Übersetzung von Rassoul steht
„Wir haben dir die Überfülle gegeben
Darum bete zu deinem Herrn und schlachte(Opfertiere)“
Diese Übersetzung ist für mich zu sehr in die traditionelle Ecke geschoben und nicht richtig

In meiner Übersetzung von Bobzin heißt es:
„Siehe , wir verliehen dir die Fülle,
so bete für deinen Herrn und opfere!“

Was für mich mehr Spielraum lässt und meine Gedanken mit einbringen lässt…
So denke ich das Gott uns viel gegeben hat wir Ihm dafür danken sollten ihn dafür anbeten sollten und das uns gegebene in welcher Form auch immer , weiter geben sollen , spenden sollen, opfern sollen…

Und grade das Opferfest als traditionelles gesehen passt zu meinem Beitrag im „Helal Fleisch Thread“ …denn grade zu dieser Zeit bestellen Islamische Länder vor allem die Türkei massenweise Kälber um diese zu schlachten/opfern…und ich denke das dieses Verhalten nicht so gewollt ist da es mit friedlichen Islam nichts zutun hat wo man jedes Lebewesen zu achten hat!
Also meine Meinung das Opferfest ist aus der Tradition heraus entstanden…

Das arabische Verb نحر nahara hat verschiedene Bedeutungen. Es kann „schlachten“ bedeuten. In Verbindung mit Salā kann es auch „Salā zu Beginn seiner Zeit verrichten“ bedeuten, was dann in 108:2 hieße, dass man sich mit der Verrichtung von Salā nicht unnötig verspäten soll.
Unter dem Link http://hanif.de/?p=54 wird ebenfalls darauf hingewiesen und auch meiner Meinung nach gut begründet, dass es in diesem Vers nicht um das Opfern eines Opfertieres geht. Vielmehr soll es sich um Hingabe handeln: „Im arabischen Raum wird das Verb “EnH´aRa” für eine innerliche Situation verwendet und bedeutet: sich in einer Sache versetzen, sich um eine Sache bemühen, sich für etwas oder für Gott hingeben.“ Leider ist keine Quelle angegeben und in den mir verfügbaren Wörterbüchern und Lexika habe ich diese Bedeutung nicht gefunden. Zudem nennt der Verfasser das Verb “EnH´aRa” und das ist nicht dasselbe wie NaHaRa.

Deine Interpretation „opfern“ im Sinne „sich um Allahs willen aufopfern“ oder „spenden“ finde ich zwar grundsätzlich sehr gut, aber in den arabisch-arabischen und arabisch-deutschen/englischen Wörterbüchern und Lexika habe ich leider nichts gefunden, was diese These unterstützt.

Dass hier nicht das Schlachten von Opfertieren gemeint und das „Opferfest“ aus der Tradition heraus entstanden ist, darin stimme ich dir allerdings voll und ganz zu. :+1:

Ich besitze die Übersetzung von Bobzin nicht. Kannst du sie empfehlen?

Ich finde jedes Fest, dass den Anreiz hat an Allah zu Gedenken und Gutes zu vollbringen, nicht verkehrt.

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Allahs zu gedenken kann sicherlich auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Dass das auch mit einem Fest verbunden sein kann, zeigt ja ganz deutlich das Buch Nehemia, Kapitel 8:1-10 im Alten Testament.

Aber das war ja nicht meine Frage. Meine Frage zielte darauf ab, ob wir das sogenannte „Opferfest“ vom Quran ableiten können oder ob es sich um eine Tradition handelt. Und ich neige zur zweiten Ansicht.

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Tendiere auch zur zweiten Annahme!
Frieden

Ich finde , sie ist zum Vorlesen geeigneter als Asad mit seinen ewigen Einschiebungen, und das Buch ust ästhetisch ansprechend mit den Kalligraphien von Shahid Allami (ein Künstker, den ich selbst mal in seiner Ausstellung treffen durfte). Zum Studium finde ich sie nur als eine von mehreren geeignet.

:joy:

Es sind ja keine Einschiebungen im Text (wie bei Rudi Paret :scream:), sondern Fußnoten, die meines Erachtens sehr informativ sind und zum Verständnis beitragen.

Aber ich denke, ich sollte mir den Bobzin auch noch zulegen.

Ja ich finde das das Buch von Bobzin optisch trotz der Einfachheit auch sehr ansprechend ist und er gibt zu jeder Sure Erklärungen und andere Wortbedeutungen an.
Habe mich für ihn entschieden weil ich dachte das er als - nicht bekennender Moslem- diese traditionlistischen Einschübe unterlässt und einfach übersetzt aber natürlich muss man ja auch die Zusammenhänge richtig interpretieren…An manchen Stellen finde ich Ihn schwer verständlich wo ich dann bei Rassoul nachschlagen der alles sehr einfach hält…
In den nächsten Tagen sollte auch die von Asad bei mir ankommen.

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Ich denke aber auch das Bobzin einen Kauf wert ist👍

Dann werde ich mal mein Portemonnaie davon überzeugen! :slightly_smiling_face:

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Es ist beides, Einschiebungen und Fußnoten. Und manches ganz anders formuliert als im Text, da muss man erst in der Fußnote gucken,was da eigentlich steht. Ich finde Asad durchaus wertvoll, aber zum Vorlesen eher ungeeignet.

Ja, es gibt eingeschobene Wörter zum unmittelbaren Textverständnis im Text. Aber eben nicht in dem Stil wie beim Rudi. Ich benutze die Übersetzungen nur zum Selbststudium und zum Ergattern von verschiedenen Ideen, weil man selbst manchmal etwas übersieht oder an etwas nicht denkt. Zum Vorlesen benutze ich sie also nie, und deshalb betrachte ich den Wert einer Übersetzung immer textbezogen.