Die Himmelfahrt und die nächtliche Reise

Wie vielleicht einigen von euch bekannt wurde letzte Woche bei einigen, die sich als „Muslime“ bezeichnen, offensiv in Form vieler WhatsApp-Nachrichten das Ereignis über die Himmelsreise Mohammeds gefeiert.

Diese „heilige“ Ereignis betrifft die Reise Mohammeds von der al-Harām-Moschee zur al-Aqsa-Moschee und von dort zum Himmel.

Die Einzelheiten hierüber sind umstritten, zumal sehr unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema bestehen.

Ausgangspunkt dieser Diskussion ist u.a. folgende Überlieferung, die vom Koran aber nicht bestätigt wird:

In genau zwei sehr langen Hadithen wird das ganze Ereignis über die himmlische Nachtreise sehr detailliert beschrieben, in der u.a. von Buraq, einem weißen pferdeähnlichem Reittier mit Flügeln, der anschließenden Himmelfahrt, der anschließenden Begegnung mit Propheten, die späteren „Verhandlungsgespräche“ mit Gott in Bezug auf das täglich zu verrichtende Gebet, der dann durch Mitwirkung und Fürsprache von Moses von fünfzig (!) auf insgesamt fünf Gebete reduziert wird und der darauffolgenden Reinigung des Herzens von Mohammed berichtet wird.

Es dürfte zumindest in diesem Forum nicht mehr unstrittig sein, dass der „professionelle Erzähler“ dieser Überlieferung selbst der Erzfeind der Botschaft des Korans gewesen ist.

(Stichwort: Hadithe; Koran ist die einizige normative Quelle der Gottergebenheit). Siehe in diesem Zusammenhang auch die Verse 2:285; 3:159; 6:112; 68:42.

Meiner Meinung nach ist die mit dieser Erzählung vermittelte Botschaft in eklatanter Weise polytheistisch, da zum einen behauptet wird, dass mit Gott verhandelt werden kann und auch, dass über Moses, zumindest mittelbar, eine Fürsprache möglich ist.

Diejenigen, die mit den biblischen Erzählungen vertraut sind, werden übrigens Ähnlichkeiten zur sog. Verklärung des Propheten Jesus feststellen (Siehe Matthäus 17, 1-9; Markus 9, 2-8; Lukas 9, 28-36).

Ebenso sind jüdische Überlieferungen zur Himmelsreise vorhanden, u.a. über den Aufstieg von Jesaja (Jesaja, 7-11) oder die Himmelfahrt Moses.

https://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Michael.Luetge/Himmelsr.html

Ausserhalb der sog. Weltreligionen wurde aber schon in der sog. zoroastrischen Religion über derartige Himmelsfahrten berichtet, insbesondere erwähnenswert ist die Himmelsreise des Zostrianos.

(siehe dort S.27)

In der zoroastrischen Tradition wird noch über ein ähnliches Ereignis auch beim König Vishtaspa berichtet, der sieht, dass sein Geist in den Himmel aufsteigt, wo er dann die Herrlichkeit Gottes erblickt.

Nach meinen bisherigen Recherchen hat die Entstehung der Himmelsreise Mohammeds womöglich ihre Wurzeln im Buch von Ardā Wīrāz.

Das Buch von Ardā Wīrāz ist ein zoroastrischer religiöser Text der sasanischen Ära, der in Mittelpersisch verfasst wurde, was die Traumreise eines frommen Zoroastrianers, einem Priester namens Arda Viraz (deutsch: „der gerechte Held“), durch das Jenseits beschreibt, in der er in Begleitung des Erzengels Bahman in die nächste Welt reist, wo er von einer schönen Frau begrüßt wird, später eine Brücke überquert, und wird über eine Sternenspur zu seiner Gottheit Ahura Mazdageleitet, der auf dem Thron im 7. Himmel sitzend ist.

Ich habe nur wenige Passagen aus diesem Buch lesen können und so wie ich bisher feststellen konnte hat Buhari sich diesmal ganz wenig Mühe gegeben, in dem er einfach die Namen aus dieser Geschichte mit Mohammed, Gabriel und Gott ersetzt hatte.


Was sagt der Koran?

Der Koran sagt, dass Blicke Gott nicht erreichen können (vgl. 6:103). Und er sagt zudem, dass das Bekenntnis nicht abhängig gemacht werden sollte von Wundern (vgl. 6:37; 7:203), die im Übrigen allein in der Macht von Gott liegen (vgl. 6:109). Und selbst, wenn es ein Wunder eintrifft, würden die, die leugnend sind, sagen „Das ist nichts anderes als eine offenkundige Täuschung.“ (vgl. 6:7).

Was sagt der Koran konkret zum Wunder der Himmelfahrt?

Im Namen Gottes, des Gnädigen, der besonders gnädig ist.

17:93 „Oder du ein Haus voller Verzierung hast, oder in den Himmel aufsteigst. Und wir werden deinen Aufstieg nicht anerkennend sein, bis du auf uns eine Schrift herabsenden lässt, die wir lesen können.“ Sag: "Gepriesen ist mein Herr. Bin ich etwas anderes als ein Gesandter, der ein Sterblicher ist?"

Aus 17:93 könnte hergeleitet werden, dass ein Aufstieg stattgefunden hat (aA vertretbar).

Letztendlich kann aber festgehalten werden, dass die überlieferten, traditionellen Geschichten über die Himmelsreise keine Grundlage im Koran haben und Übrigen zumindest in den Schlussfolgerungen inhaltlich mit dem Koran nicht vereinbar sind.

Einige Gelehrte versuchen aus meiner Sicht erfolglos, in den 17:1 und 17:60 Unterstützung für das traditionelle Verständnis von Miʿrādsch zu finden, was ich so nicht überzeugend finde.

17:1 Gepriesen sei der, der seinen Diener bei Nacht von der eingeschränkten Stätte der Niederwerfung zur fernsten Stätte der Niederwerfung fortziehen ließ, um die herum wir gesegnet haben, um ihm von unseren Zeichen sehen zu lassen. Zweifellos ist er der Hörende, der sehend ist.

Die in 17:1 erwähnte Masjid-e-Aqsa (arabisch: المسجد الأقصى, türkisch: Mescid-i Aksa) bedeutet die am weitesten entfernte Stätte der Niederwerfung.

Dieser Tempel kann nicht der in 53:14 erwähnte Ort sein (aA vertretbar).

Darüberhinaus, könnte ausgehend vom Wortlaut des 17:2 („und“) vertreten werden, dass die Verse 17:1-5 möglicherweise auf Moses und seine Al-Isrāʾ (arabisch: الإسراء, türkisch: isra, deutsch: „Die nächtliche Reise“) Bezug nehmen, nämlich seine Reise in der Dunkelheit zum Licht (aA vertretbar).

Ich persönlich denke, dass hier auf Bait al-Maqdis Bezug genommen wird, die ich wie folgt darstellen möchte:

Zunächst darf ausgeführt werden, dass eine Stätte der Niederwerfung auch ein masǧidan ḍirāran der Leugner im Sinne von 9:107 sein (vgl. auch 7:29; 7:41; 22:40) kann oder auch ein jüdischer Tempel, vgl. 17:7.

Dieser „entfernteste Tempel“ kann aber nicht der Felsendom oder die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem sein, da diese erst zur Zeit Omars erbaut (705-715) wurde.

In der näheren Umgebung befand sich aber der Bait al-Maqdis (arabisch: أنصار بيت المقدس , türkisch: Beytü’l-Makdis, hebräisch: בית המקדש השלישי‎, „Beit haMikdash haShlishi“), der von Salamon als Tempfel erbaut wurde (vgl. auch 17:4; 17:5; 17:7), der zweimal bis auf die Klagemauer zerstört wurde, und bis zur Zeit Omars nicht wieder aufgebaut werden konnte.

Zum Zeitpunkt der Überlieferung des Korans bestand der Tempel Salomos nicht. Bekannt war unter der Bevölkerung lediglich die Kenntnis der Ruinen, mithin ihre örtliche Lage und die Gebetsrichtung.

Ich denke, dass dieser Vorfall nicht als ein physischer Nachtausflug zu deuten ist, was ich aus 17:60; 53:17 (verneint einen Traum) herleite (aA vertretbar), sondern lediglich eine Vision ähnlich wie bei Yūsuf. (siehe auch Sure 12 (Yūsuf) - Update (22.02.2021): Vision / Traum - #16 von sue)

17:60 Und einst sagten wir dir: "Zweifellos umfasst dein Herr die Menschen. Und wir haben die Vision, die wir dich sehen ließen, und den Baum, der im Koran unter Ausschluss ist, zu nichts außer einer Versuchung für die Menschen festgesetzt. Und wir lassen sie besorgt sein, worauf nichts gesteigert wird, außer ihre äußerst große Idolisierung (Überheblichkeit).

Und am besten weiß es Gott.
Zweifellos ist Gott der Wissende.

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Ich hab mir auch mal Gedanken zu solchen Geschichten gemacht. Nichts weiter als Märchen um Leute bei der Stange zu halten, oder damit man sich lustige Geschichten am Lagerfeuer erzählen kann. Der Hauptgrund ist aber mal wieder Mohammed als eine völlig andere Klasse Mensch darzustellen.

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Friede, Sue!

17:93 als Beleg anzuführen, dass eine Himmelfahrt des Propheten Muhammad stattgefunden habe, ist für mich nicht überzeugend. Ich sehe eher das Gegenteil. Zu Muhammad wurde gesagt, dass man ihm nicht glauben werde, bis er verschiedene Wunder vollbracht habe, wie etwa Allah und Engel vor ihr Angesicht zu bringen oder eben zum Himmel aufzusteigen; und selbst wenn ein solcher Aufstieg stattfinden würde, würden sie nicht daran glauben, ohne dass Muhammad eine schriftliche Bestätigung vorlegt. Das alles sind meiner Meinung nach bloße Forderungen, aber keine Hinweise auf tatsächlich Geschehenes. Am Ende des Verses soll Muhammad ja deshalb auch sagen, dass er doch ein ganz normaler sterblicher Mensch sei und seine Besonderheit lediglich darin liege, ein Gesandter zu sein.

Ich halte hingegen die These, dass mit dem im Vers 1 der 17. Sure genannten anbetend Dienenden der Prophet Mose gemeint sein könnte, für wesentlich wahrscheinlicher, weil im folgenden Vers Mose ausdrücklich namentlich erwähnt wird. Allerdings müsste dann noch geklärt werden, was mit den beiden im selben Vers genannten مسجد „masdschid“, also „masdschid al-harām“ einerseits und „masdschid al-aqsā“ andererseits konkret gemeint ist. Das ist mir aus deinen Worten noch nicht ganz klar geworden, weshalb ich dich um weitere Ausführungen hierzu bitte. :wink:

Deine Worte "Darüberhinaus, könnte ausgehend vom Wortlaut des 17:2 („und“) vertreten werden, dass die Verse 17:1-5 möglicherweise auf Moses und seine Al-Isrāʾ „Die nächtliche Reise“ Bezug nehmen, nämlich seine Reise in der Dunkelheit zum Licht“ halte ich nicht nur für einen wichtigen, sondern auch für einen überzeugenden Hinweis. Gestützt wird diese Auffassung meines Erachtens durch den Vers 12 derselben Sure, wo von der Nacht und vom Tag als zwei Symbole gesprochen wird und davon, dass Allah das Symbol der Nacht „gelöscht“ hat. Letzteres verstehe ich im Zusammenhang mit 17:2 dahingehend, dass Mose die Offenbarung (das „Buch“) gegeben wurde und damit ein Herausführen aus der im Vers 1 genannten Finsternis der Nacht hin zum Licht der von Allah offenbarten Wahrheit (Vers 2) stattfand.

Ich freu mich auf deinen vertiefenden Kommentar. :smiley:

Salām und Schalom!

Gunnar :green_heart:

Richtig. 17:93 spricht gerade dafür, dass eine psysische Himmelfahrt zu Lebzeiten nicht stattfinden wird, weil er (Mohammed) lediglich ein بَشَرًا رَّسُولاً ist.

Ich denke wir sind beide der gleichen Auffasung, wenn ich sage, dass die Himmelfahrt Mohammeds (möglicherweise in einem Art Wettbewerb der „Gelehrten“ als Reaktion zum Moses und dessen unmit. Gespräch mit Gott auf dem Berg Sinai, Stichwort: 10 Gebote) über

Ardā Wīrāz

und dem „sagenhaften“ Überlieferer, dem „Kind“ Anas ibn Mālik Anas ibn Mālik – Wikipedia bzw. 230 Jahre später durch spätere Unterstützung der „Fabrikateure“ dieses Märchen (ober besser: die „göttliche Komodie“ in Anlehnung an den italienischen Dichter Dante Alighieri) als Din eingeführt worden ist.

Ich will aber damit nicht abstreiten, dass ein Miʿrādsch (das Wort wird im Koran übrigens nur in der Mehrzahl verwendet wird: siehe The Quranic Arabic Corpus - Quran Dictionary) stattgefunden hat (ich glaube, dass es mehrfach stattgefunden hat). Diese dürfte aber vielmehr spirituell, in Form einer Vision erfolgt sein und nicht physisch (Umkehrschluß-Arg., denn ansonsten wäre er tot: wenn die Seele aufsteigt zu Gott ist der Einzelne tot; siehe auch Jesus-Diskussion). Eine Andeutung im Zhg. zu der von mir favorisierten These der Vision lässt sich in 17:60 lokalisieren.

Ich vermute weiter, dass die Vision im Rahmen einer القيلولة (Qailulah → Siesta → Power Midday Napping) erfolgte.

Manche versuchen Sure 53, konkret 53:12-14 zur Bejahung einer physischen Miʿrādsch als Grundlage zu nehmen, wobei hier verkannt wird, dass diese Verse über die Erscheinung von Gabriel für die Offenbarung (siehe auch 81:19-21) berichten.


Über Masdschid (arabisch: مسجد, türkisch: mescid) hattest du ja bereits was geschrieben: Gebetsstätte - #10 von OASE bzw. ich auch unter Gebetsstätte - #2 von sue

Ich denke, dass Masdschid als Stätte (Ort) der Niederwerfung zu übersetzen ist, und hier konkret: die unantastbare (beschränkte, verbotene) Stätte der Niederwerfung sowie die entfernteste Stätte der Niederwerfung.

Wobei nicht vergessen werden darf, dass eine Stätte der Niederwerfung auch ein masǧidan ḍirāran der Leugner im Sinne von 9:107 sein (vgl. auch 7:29; 7:41; 22:40) kann oder auch ein jüdischer Tempel, vgl. 17:7. Der Begriff ist daher weit auszulegen.


Wer ist die Bezugsperson in 17:1?

Vorab: In den 28:22-24 wird über die Flucht Mose nach Madyan berichtet. Die Stadt Medina (früherer Name: Yathrib) müsste in diesem Gebiet zu lokalisieren sein.

Ein bisschen Geschichtliches

Claudius Ptolemäus (Claudius Ptolemäus – Wikipedia) lokalisierte im 1. Jhd. bereits Medina

https://www.wdl.org/en/item/2916/view/1/1/

http://www.iandavidmorris.com/mecca-before-islam-2-makoraba-macoraba/

als Lathrippa (womöglich abgeleitet griechisch: λατρεία (latreía) = Dienstbarkeit), siehe dazu: Dictionary of Greek and Roman Geography (1854), LABANAE AQUAE, LATHRIPPA)


Ebenso auch Macoraba (womöglich abgeleitet vom griech.:Μακαρία, deutsch: „Glückseligkeit“, „Gesegnet“ → Makaria | Greek Mythology Wiki | Fandom), was für Mekka stehen dürfte.

Nabonid (Nabonid – Wikipedia), der bis 539 v. Chr. als letzter König des Neubabylonischen Reiches regierte (womöglich der im Koran erwähnte Ajjub, mithin der biblische Hiob/Ijob) für mind. zehn Jahre im Gebiet um Medina regierte (siehe: The Aramaic scripts of North Arabia):

„Nabonidus stayed in the oasis of Tayma in the Arab desert, from where he could easily go as far south as the oasis Yatrib (modern Medina).“

https://www.livius.org/sources/content/mesopotamian-chronicles-content/abc-7-nabonidus-chronicle/

https://www.livius.org/articles/place/tayma-oasis/

Zurück wieder zum Vers 17:1

In 17:1 wird von einem geheimen, nächtlichen Marsch (isra) zwischen der Masjid Haram und der Masjid Aqsa berichtet. Wer hier die Bezugsperson wird nicht direkt erläutert:


Wer ist jetzt die Bezugsperson?

Moses?

Argumente hierfür wären:

  • 17:2, der mit „ve“ (und) beginnt und mit 17:1 direkt verknüpft ist
  • 17:1-12 berichtet von Moses und den Kindern Israels
  • 27:7; 27:8

Wir wissen aus 28:77, dass Moses für eine längere Zeit verweilen musste und auch, dass mittelbar im Gebiet seines Wohnortes auch Wallfahrten durchgeführt werden. (Mekka?)

Hintergrund: nachdem ein Bauernmädchen Moses als künftigen Ehegatten aussuchte (finde ich schön wie emanzipiert die Frauen früher waren) und er daraufhin zusagte acht Wallfahrts-Jahre (!) lang zum Beweis seiner Entschlossenheit „zu arbeiten“ (welcher Mann macht das heutzutage?).

Es könnte daher vertreten werden, dass in 17:1 und 17:2 von der erste Abreise von Moses aus Ägypten berichtet wird. Masjid al-Haram (verbotener Ort der Niederwerfung → Niederwerfung vor dem Pharao) wäre dann Ägypten, was unter der Herrschaft des Pharao ihm „verboten“ wurde, und Masjid-e-Aqsa wäre als entfernter Ort dann die Ortschaft Median.

Die spannendere Frage dann wäre über welche Ortschaft in 27:8 berichtet wird, was aber nicht unmittelbar Thema dieses Beitrags ist.

Und ergänzend noch:
Vielleicht, möglicherweise ist es der selbe Ort, an dem Shuayb einmal war und sein Stamm durch ein Erdbeben zerstört wurde, nachdem sie ihn zurückwiesen (vgl. 11:87)? (aA möglich)

بِسْمِ اللّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ

11:24 Das Gleichnis der beiden Aufspaltungen ist wie der Blinde und der Taube, und der Sehende und der Hörende. Sind beide gleich im Gleichnis? Wollt ihr euch nicht (erinnernd) entsinnen?

Schu’aib und das Volk von Midian (7:85; 9:70; 15:78; 22:44; 26:176; 38:13; 50:14) und Moses gegenüber den Kindern Israels und gegenüber den Anhängern von Pharao (4:164; 6:84; 7:103; 7:144; 10:75; 17:101; 19:51; 20:9; 23:47; 26:10; 27:12; 28:22; 40:25; 79:15)


Möglicher Bezugsperson vielleicht Yaʿqūb??

Nach meinen bisherigen Untersuchungen könnte es auch der Prophet Jakob يعقوب (Yaʿqūb) sein.

Vorab aber über Zion: Was ist Zion? Was ist der Berg Zion? Was ist die biblische Bedeutung von Zion?

Aus den Psalmen, Kapitel 84 (Die Psalmen, Kapitel 84 – Universität Innsbruck) kann festgestellt werden, dass in Zion das Haus Gottes ist und dorthin Besuche und Pilgerfahrten (auch von Völkern, die nicht Kinder Israels sind) stattfinden. Gott wird dort gelobt.

Unter Heranziehung folgender Verse

„Denk an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben, / als Stamm dir zu Eigen erkauft, / an den Berg Zion, den du zur Wohnung erwählt hast.“ (Psalmen 72, 2)

„Doch den Stamm Juda erwählte er, / den Berg Zion, den er liebt.“ (Psalmen 78, 68)

„Viele Nationen machen sich auf den Weg. / Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn / und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, / auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung, / aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn.“ (Micha 4, 2)

wird deutlich, dass Jakob Zion als seine Wohnung erwählt hat.

Jakob selbst aber lebte nicht in Jerusalem (siehe: Jakob – Wikipedia)

Die weitere Folge wäre dann, dass Zion Kaaba wäre…

Letztendlich könnte auch die Schlussfolgerung über die Bezugsperson Yaʿqūb vertretbar sein. Ich weiss es nicht genau.

Wie denkt ihr oder wie denkst du darüber?

Zweifellos ist Gott der Wissende und er ist genau wissend.

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Wenn ich deine Schlussfolgerung mit der von mir erwähnten These verbinde, müsste dann Moses die Schrift in Medina erhalten haben.

Update (03.05.2021, 1657 Uhr: Gemeint war Midian nicht Medina)

Gott weiss es am besten.

Friede, Sue,

und erst einmal vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen! Nachstehend folgt ein erster Kommentar dazu:

Im Quran ist in Sure 28:22,23 festgehalten, dass Mose sich in Madyan (Midian) aufhielt, und zwar für längere Zeit und dort auch heiratete, wie wir aus den sich anschließenden Versen erfahren. Über den ohne weitere Einzelheiten genannten alten Vater der Tochter, die Mose heiratete, gibt es im Pentateuch nähere Angaben, als da sind die Verse in Exodus 2:16-18. Allein schon aus dem Erwähnten ergibt sich, dass Madyan für Mose in seinem Leben eine bedeutsame Rolle spielte.

Hinzu kommt ein wichtiges Ereignis, das in Exodus in den Kapiteln 3 und 4, ausführlich geschildert und im Quran in Sure 28:29-35 und noch an anderen Stellen im Quran in kürzerer Form bestätigt wird: Das Gespräch zwischen Allah und Mose am Berg Horeb (Exodus) respektive am Hang des Berges Tūr (Sure 28:29) auf dem Sinai (deshalb auch Berg Sinai genannt), wo Mose später (nach dem sechs Jahre später vollzogenen Auszug der Israeliten aus Ägypten) von Allah die Zehn Gebote erhielt. Zu jener Zeit, also etwa um 1500 v. Chr. umfasste das Gebiet Madyan den Küstenstreifen des Sinai und auf der gegenüberliegenden Seite des Golfes von Aqaba Teile des heutigen Saudi-Arabiens. Der Name Horeb (חורב) ist hebräischen Ursprungs und bedeutet Ödland, Wüstengebiet. In Exodus 3:1 wird dieser Berg Horeb „Gottesberg“ genannt. Weitere Namen sind „Berg Sinai“ und „Berg des Mose / dschabal Mūsā“.

Diese Bezeichnungen des Berges und dessen besondere Bedeutung für Mose sowie die Angabe in Exodus 2:16, dass der Schwiegervater ein Priester war, deuten darauf hin, dass das Gebiet Madyan ein zentraler und herausragender Ort für die Anbetung Allahs war. Wenn wir nun Sure 20:12 hinzuziehen, wo es heißt, dass Mose seine Sandalen ausziehen sollte, es also „verboten / harām“ war, Sandalen zu tragen, und dass dieser Ort hier „Tuwa / طوى genannt wird, was als bloßer Ortsname verstanden werden, aber auch „zweimal getan/geheiligt“ (zitiert nach Muhammad Asad aus dessen Fußnote zu diesem Vers) bedeuten kann, dann könnte hier der (zugegebenermaßen gewagte) Gedanke auftauchen, dass es sich um ein masdschid harām / مسجد حرام handelt. Dieser Gedanke verliert indes an Gewagtem, wenn man berücksichtigt, dass das arabische Verb سجد sadschada im klassischen Hocharabisch ursprünglich „ehrfürchtig gehorchen, sich unterwerfen, Allah anbeten“ bedeutet (siehe meinen Artikel BEGRIFF صلاة SALĀ Teil 2).

Mit Medina hat Madyan meines Erachtens jedenfalls nichts zu tun.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Selam nochmals @OASE

vielen lieben Dank für dein Kommentar. Ich freue mich jedesmal auf deine Nachrichten.

Du sagtest: Dieser Gedanke verliert indes an Gewagtem, wenn man berücksichtigt, dass das arabische Verb سجد sadschada im klassischen Hocharabisch ursprünglich „ehrfürchtig gehorchen, sich unterwerfen, Allah anbeten“ bedeutet (siehe meinen Artikel BEGRIFF صلاة SALĀ Teil 2).

Dem stimme ich zu 100%, zumal der Koran diesen Begriff oftmals in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

Können wir als Zwischenergebnis dann festhalten, dass 17:1 auf die Reise von Moses aufmerksam macht?

(Übrigens Bubenheim erwähnt in 17:2 das Wort „und“ ausdrücklich, nicht aber Zirker oder Bobzin, ebenso auch viele türk. Übersetzungen nicht)


Im Zhg. mit den Begrifflichkeiten Madīna und Midian möchte ich aber mit deiner Erlaubnis Folgendes ergänzen:

Der arabische Name al-Madīna, der von aramäisch מדינתא Medīnta, deutsch ‚Gerichtsort, Stadt‘ abgeleitet ist, wurde wahrscheinlich schon in vorislamischer Zeit von der mehrheitlichen jüdischen Bevölkerung von Yathrib als Bezeichnung für ihre Stadt verwendet.

Midian widerum hat eine gleichlautende Bedeutung: siehe Midian | The amazing name Midian: meaning and etymology.

Die Ähnlichkeit der Bedeutung dürfte nicht außer Acht gelassen werden.

Ich möchte aber damit nicht sagen, dass beides gleich sind, aber auch nicht unberücksichtigt bleiben darf, dass in dem Gebiet Midian auch Medina zu lokalisieren ist (und zwar womöglich auch in der Zeit von Moses), mithin dort befindlich ist.

Fassen wir zusammen:

Vom Koran wissen wir, dass Moses, nachdem er einen Mann versehentlich getötet hatte, aus Ägypten nach Midian, die (wie du zutreffend ebenso bekräftigst) als die sog. Hedschas-Region bezeichnet wird, geflohen ist. Hier traf er diesen einen Mann, der zwei Töchter hatte und er arbeitete für ihn, später heiratete er eine seiner Töchter. 8-10 Jahre später, als er mit seiner Frau nach Ägypten zurückkehrte, sah er ein Feuer im „Heiligen Tal" und erhielt die Prophezeiung, wurde also Propheit.

(wichtiger Umkehrschluss: Vorher war er kein Prophet, was wichtig ist für die Nachvollziehbarkeit in der Begegnung mit dem „grünen“ „Menschen“ am „Nil-Fluss“).

Als Moses zum ersten Mal nach Midian kam, sprach er und verstand sich mit den Leuten dort. Dies zeigt, dass Moses und diese Leute dieselbe Sprache sprachen oder dass Moses ihre Sprache kannte. Ausgehend einiger Überlieferung lebten bereits erste jüdische Stämme in der Region Hedschas, so dass die Verständigung untereinander nichts ungewöhnliches ist.

Siehe dazu: Graetz, Heinrich, Geschichte der Juden, Dritter Zeitraum, Erste Periode des dritten Zeitraumes, die talmudische Zeit, Dritte Epoche der ersten Periode: Die saburäische Zeit, 3. Kapitel. Die Juden der arabischen Halbinsel - Zeno.org

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Moses zum zweiten Mal (infolge Exodus) mit den Israeliten aus Ägypten in dieselbe Region zurückkehrte und sodann später in Ṭuwā die Begegnung hatte.


Zum Ṭuwā (vgl. 20:12; 79:16) stimme ich deiner Deutung (abgesehen von der geographischen Lokalisierung) iSv „zweimal getan/geheiligt“ wieder 100% zu, was übrigens in Übereinstimmung mit dem Inhalt aus

https://corpuscoranicum.de/kommentar/index/sure/20/vers/1

(…) fa-ḫlaʿ naʿlaika gibt Ex 3,5: halom šal neʿaleykha me-ʿal ragleykha („Löse deine Schuhe von deinen Füßen“) wieder. ṭuwā steht für den heiligen Berg Sinai oder Horeb (vgl. KU, S. 124 f.; FVQ, S. 206 f.; BEQ, S. 255 f.). Das Wort wurde lange für eine dem Reim geschuldete Umformung von aramäisch ṭūrā („der Berg“) gehalten, inzwischen hat aber Uri Rubin aufgrund rabbinischer Traditionen und in Übereinstimmung mit traditionellen Exegeten die Deutung von bi-l-wādi l-muqaddasi ṭuwā im Sinne von „im doppelt geheiligten Tal“ wahrscheinlich gemacht (siehe Rubin 2014). Der Sinai ist gewissermaßen das »zusammengefaltete Heilige Land« [ṬWY = »falten«].) (…)

ist.

Geographisch müsste aber dieser heilige Ṭuwā Tal mE im Mekka-Tal geortet werden. (diese These werde ich demnächst in einem anderen Beitrag aufstellen und wünsche mir ausdrücklich deine / eure für mich wichtigen Kommentare).

Friedliche Grüße aus dem Söder-Land

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Friede Sue im Söder-Land ohne Kanzlerkandidaten (laschi laschi :sob:,)

und ja, dieses zitierte Zwischenergebnis können wir ganz fest festhalten. Davon bin ick felsenfest überzeugt.

Und übrigens: Muhammad Asad, Max Henning und Ahmad Zidan (in seiner englischen Übersetzung) erwähnen ebenfalls „und“ in 17:2.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die arabische Konjunktion و wa neben der Grundbedeutung „und“ noch viele weitere, modifizierende Funktionen respektive Bedeutungen haben kann, unter Anderem auch „und zwar“, was meines Erachtens ganz gut bei 17:2 anwendbar ist, so dass 17:2 eine Erklärung respektive eine Begründung für die „Nachtreise“ gibt, für die ich wiederum als Erklärung die metaphorische Deutung einer Reise aus der Finsternis (des Nichtbefolgens der Offenbarung Allahs) für durchaus denkbar und plausibel halte.

Deinen Link Midian | The amazing name Midian: meaning and etymology muss ich mir noch in Ruhe ansehen. Scheint in der Tat amazing zu sein. Is ja ooch von nem amazing Forum-Mitstreiter. :wink: Besten Dank also!

So viel erst mal für den Moment.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Friede Sue,

da es im Moment für mich keine zu beantwortenden Kommentare zu aktuellen Themen gibt, möchte ich die Gelegenheit ergreifen, auf die Nachtreise in 17:1 zurückzukommen, zumal wir ja erst ein Zwischenergebnis dahingehend erzielt haben, dass in diesem Vers Mose angesprochen ist.

Eine weitere wichtige Frage ist, was dann mit den beiden Masdschid gemeint ist. Ich habe darüber mit einem Nur-Quran-Folgenden diskutiert und er hat mir eine interessante Theorie dargelegt, die ich in Verbindung mit meinen Überlegungen zusammengefasst nachstehend darstellen möchte. Dabei kennzeichne ich die ursprüngliche Meinung meines Diskussionspartners mit ++ und die ursprünglich gemeinsame Auffassung mit **. Fehlende Kennzeichnung bedeutet meine ursprüngliche Ansicht.

  1. ** Das arabische Verb سجد sadschada bedeutet ursprünglich „Gott anbeten, ehrfürchtig gehorchend akzeptieren“ (siehe auch meinen Artikel „BEGRIFF صلاة SALĀ IM QURAN“).
  2. ** Das arabische Präfix مَ ma- wird sehr oft verwandt, um einen Ort für etwas, das geschieht, zu benennen.
    ** Es kann aber auch die Bezeichnung für einen Zustand/Status/Level sein. In Verbindung mit dem Verb سجد sadschada kann also مسجد masdschid „Zustand/Status/Level des ehrfürchtig gehorchenden Akzeptierens und Anbetens Allahs“ bedeuten.
  3. ** Das arabische Wort harām hat eine ganze Reihe von Bedeutungen, wie etwa verboten, unerlaubt, sakrosankt, unantastbar, illegitim, unrechtmäßig, Sünde, unverletzlich.
    ++ Das arabische Wort harām hat die Bedeutung beschränkt, begrenzt oder “bind a thing hard” (Lane Lexicon). Allah versetzt uns in einen harām-Zustand, was jedoch nicht bedeutet, dass wir keinen freien Willen hätten. ER gewährt uns eine frei zu gestaltende Lebensweise, die durch einige Gebote/Verbote eingeschränkt wird. Alles Andere außer diese Gebote/Verbote ist sanktioniert im Sinne von gutgeheißen. Restriktion und Sanktionierung sind quasi parallele Begriffe.
    ++ مسجد الحرام Masdschid al-harām ist somit ein „Zustand/Status/Level des ehrfürchtig gehorchenden Akzeptierens und Anbetens Allahs und „you BIND THIS THING HARD” (haram) in your life“, ein sanktionierter Zustand des ehrfürchtig gehorchenden Akzeptierens und Anbetens Allahs. Es ist ein Basis- oder Minimal-Zustand, der sich noch nicht auf der höchst erreichbaren Stufe befindet.
  4. ++ Der höchstmögliche Zustand des ehrfürchtig gehorchenden Akzeptierens und Anbetens Allahs ist مسجد الأقسى Masdschid al-aqsā. Al-aqsā bedeutet „am weitesten, am höchsten“.
  5. ++ In 17:1 erfuhr der Zustand des Mose des ehrfürchtig gehorchenden Akzeptierens und Anbetens Allahs ein Upgrade von „sanktioniert“ auf „höchste Stufe“, indem ihm von Allah in einem persönlichen Zusammentreffen die Zeichen gezeigt und die Offenbarungsschrift gegeben wurden (17:2).

Die in 3-5 dargestellten Ansichten meines Diskussionspartners halte ich für diskussionswürdig und deshalb stelle ich sie hiermit zur Diskussion im Forum.

Ich bin gespannt auf deine Einschätzung und auf weitere konstruktive Beiträge.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Selam @OASE !

So wie ich dich verstehe, siehst du in den Versen eine Veränderung nicht (überwiegend) in einem örtlichen, rein physischen Sinne, sondern vielmehr eine Änderung (in positiver Form durch Aufwertung) in der (womöglich metaphysischen) Bewusstseinsstufe.

Es werden zwar in 17:1 mit asrā und laylan sowie ḥawlahū gewisse greifbare, physische Angaben zu der veranlassten Tätigkeit von Mose, aber auch der Zeit und der Umgebung gemacht, die dafür sprechen könnten, dass hier ein physischer Vorgang gemeint ist.

17:1 subḥāna llaḏī ʾasrā bi-ʿabdihī laylan mina l-masǧidi l-ḥarāmi ʾilă l-masǧidi l-ʾaqṣă llaḏī bāraknā ḥawlahū li-nuriyahū min ʾāyātinā ʾinnahū huwa s-samīʿu l-baṣīr

Allerdings bringt 17:2 mit „wa“ die Verknüpfung zu der von dir entdeckten metaphysischen Bedeutung der 17:1 und 17:2, als ihm sodann der Kitap gegeben wurde. Gegeben wurde es ihm durch vahy, was irgendwie auch metaphysisch ist.

17:2 wa-ʾātaynā mūsă l-kitāba wa-ǧaʿalnāhu hudan li-banī ʾisrāʾīla ʾallā tattaḫiḏū min dūnī wakīla

Problem ist aber m.E., dass das Wort „l-masǧidi“, das in der koranischen Sprache iS einer physisch wahrnehmbaren Örtlichkeit verwendet wird (vgl. 2:144, 149, 191, 196; 5:2; 8:34 usw.).

Könnte hier nicht ein späterer Hinweis auf wādi l-muqaddasi ṭuwa iSd 20:12; 79:16 sein (dort hat er ja die Offenbarung erhalten)?

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Masjid al-Haram (verbotener Ort der Niederwerfung → Niederwerfung vor dem Pharao) habe ich immer als Ägypten, als das Land, das unter der Herrschaft des Pharao ihm „verboten“ wurde, verstanden.

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wādi l-muqaddasi ṭuwa ist meiner Meinung nach übrigens Mekka bzw. die nähere Umgebung von Mekka, aber dazu werde ich später was schreiben.

Friede Sue,

ich sehe beides zusammen. Quran 28:29 betrachte ich als einen Hinweis auf die Nacht, da Mose das Feuer von Weitem sah und auch von Aufwärmen die Rede ist. Er erhielt die Zeichen und wurde informiert, dass er von Allah auserwählt ist, und erhielt Offenbarung (20:13 ff).

Was Ṭūr und Ṭuwā betrifft, so bin ich sicher, dass es sich um das Gebiet um den Berg Sinai handelt. Mose war ein Gesandter für die Kinder Israel (17:2). Eine Beziehung zu Mekka halte ich für unwahrscheinlich, werde aber natürlich gern und mit dem üblichen Interesse lesen, was du später dazu noch schreiben willst. :smiley:

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Also wird in diesem Vorgang beschrieben: Die Umwandlung seiner Person infolge der Offenbarung durch das Upgraden zu einem, was als Masdschid al-aqsā zu verstehen ist, und zugleich, die nächtliche Reise.

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Unglaublich was das Wort „und“ ausmacht, wenn es bei der Übersetzung (bewußt oder unbewußt) vergessen wird.

Masdschid ist also auch die „Stätte“ im Körper / Geist eines Einzelnen zu verstehen. Es gab mal da so Hadis (ungeachtet meiner ablehnenden pers. Haltung zu den Hadith), dass im Innern eines Einzelnen auch ein Mescid ist, oder täusche ich mich?

„Die Umwandlung seiner Person infolge der Offenbarung durch das Upgraden zu einem, was als Masdschid al-aqsā zu verstehen ist, und zugleich, die nächtliche Reise.“

Nach meinem vorläufigen Verständnis: Yes, Sir! :smiley:

Und Allah weiß es am besten!

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Das von dir weiter oben erwähnte Zitat
(…) fa-ḫlaʿ naʿlaika gibt Ex 3,5: halom šal neʿaleykha me-ʿal ragleykha („Löse deine Schuhe von deinen Füßen“) wieder. ṭuwā steht für den heiligen Berg Sinai oder Horeb (vgl. KU, S. 124 f.; FVQ, S. 206 f.; BEQ, S. 255 f.). Das Wort wurde lange für eine dem Reim geschuldete Umformung von aramäisch ṭūrā („der Berg“) gehalten, inzwischen hat aber Uri Rubin aufgrund rabbinischer Traditionen und in Übereinstimmung mit traditionellen Exegeten die Deutung von bi-l-wādi l-muqaddasi ṭuwā im Sinne von „im doppelt geheiligten Tal“ wahrscheinlich gemacht (siehe Rubin 2014). Der Sinai ist gewissermaßen das »zusammengefaltete Heilige Land« [ṬWY = »falten«].) (…)

wäre allerdings dankenswerterweise ein Beleg zu meinen Gunsten. :smiley:

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Findest du auch nicht, dass über diesen Ort, der von Gott ausdrücklich zu einem heiligen Ort gemacht wurde und zugleich von den Menschen wegen seiner Heiligkeit angenommen und akzeptiert ist, bislang sehr wenig recherchiert wurde? Oftmals wird eine weitere Bestimmung pauschal mit Berg Sinai oder Horeb abgewürgt.

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Die Heiligkeit eines Ortes setzt die Existenz von Menasik المناسك bzw. Ritualen voraus, die diesen Ort einzigartig machen. Der Ausdruck „Zieh deine Schuhe aus…“ (vgl. 20:12) ist ein Beispiel dafür.
Heiliger Bereich bedeutet aber auch Haram-Bereich. Es sind Harams, die spezifisch für diesen Ort sind.

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