Dikir und Tasbi im Koran

Friede
Ich wollte wissen ob es diesen Gottesdienst der in islamischen sekten sehr verbreitet ist auch in unserer Religion gibt.

Frieden,

Dhikr ist ja das gedenken und erinnern.

Es wird an vielen Stellen im Kuran das Gedenken an Allah beschrieben und empfohlen.

Beispiel:
Sure 3 - Vers 41
„Oh Ihr GlĂ€ubigen! Gedenkt Allah mit vielem Gedenken (តikran kaáčŻÄ«ran )“.

Da unser Schöpfer Allah uns nĂ€her als unsere eigene Schlagader ist, wird sich aus dhikr etwas resultieren. Ab hier fĂŒhrt die nicht sichtbare Wirkung fort.

Sure 13 - Vers 28
„Die aber glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden – ja, finden nicht die Herzen im Gedenken Allahs Ruhe?“

Sure 29 - Vers 45

„Siehe, das Gebet hĂ€lt vom SchĂ€ndlichen und Verwerflichen ab. Doch das Gedenken Allahs ist wahrlich noch bedeutender.“

Bedeutender als das Gebet, das wiegt schwer in der Waagschale. Ein KunststĂŒck welches man dafĂŒr bewĂ€ltigen muss, ist das bei Seite stellen der GedankengĂ€nge und der Alltagssituation. Es ist eine AktivitĂ€t auf flexibler und dynamischer Basis.

Wie bei vielen Themen, sollte das gedenken/erinnern ausschließlich aus eigenem Willen und nicht aus vorgeschriebenen Regeln von Menschen geschehen.

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Selam aleykĂŒm Liebe Geschwister,

Ich hĂ€tte da etwas entdeckt was ich sehr interessant finde. Ich glaube Dhikr ist nicht das mentale Gedenken, sondern ein Zustand, in den man eintritt. Also mentale Labels haben da sehr wenig damit zu tun, die Ich Wahrnehmung verschwindet beinahe komplett und macht Platz fĂŒr eine erfĂŒllende, von Liebe erfĂŒllte Leere.

Ich wĂŒrde gern eure Meinung zu diesem Video hören, ich glaube, das wird der Zustand des Dhikr beschrieben und ich hatte diese Erfahrung, dass alles von selber geschieht und ich verbunden war einige Male, hier ein Wissenschaftler, der den Zustand 1 zu 1 beschreibt.

Selam aleykĂŒm,
Mesut

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Herzlich Willkommen und a.s.

Das Video habe ich mir ein bisschen angeschaut und danach abgebrochen. Sicherlich ist ein bisschen Wahrheit in dem, was er in seinem Video als sog. Spirit People vermitteln will. Ich denke aber, dass wirtschaftliche GrĂŒnde eine grundlegende Rolle in seinen Seminaren spielen (so auch Scientology – Wikipedia), was aber wiederum nicht mit dem Koran vereinbar ist.

https://www.ezw-berlin.de/html/15_3289.php

Lass keinen zwischen Dir und Allah.

Selam

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Danke fĂŒr deine FĂŒrsorge liebe Schwester.
Vielleicht solltest du dir erst eine Meinung bilsen, wenn du es ganz angesehen hast.
Höre allem zu und folge dem Besten Schwester.
Du vergleichst ĂŒbrigens Äpfel mit Birnen.
Es soll messbare Effekte haben, und mit der wissenschaftlichen Methode reproduzierbar sein.
Hatte diesen Zustand Gott sei Dank einige Male.
Ich kann was er beschreibt aus eigener Erfahrung bestĂ€tigen, diese Zustand von völliger Verbundenheit, Geduld, Dankbarkeit, in dem sich jeder Moment wie ein Wunder anfĂŒhlt u Möglichkeiten auf einen zukommen. Dieser Zustand der völligen Hingabe. Lippenbekenntis ist weit entfernt von Gottesgedenken, es ist ein Zustand, in dem man sich Gottes PrĂ€senz bewusst ist, ein Zustand völligen Vertrauens, in der man keine Angst hat koch traurig in irgendeiner Weise ist. Man ist dankbar, ohne sich einen Grund vor Augen halten zu mĂŒssen.
Ein Zustand, in dem Gutes auf einen ohne geringste MĂŒhen zukommt, ein Zustand in dem man getrieben ist Gutes zu tun, ohne eine Sekunde daran zu verschwenden, was man im diesseits oder jenseits davon hat, ein Zustand von Klarheit und Verbundenheit, wo man sich fĂŒhlt, als wĂ€re man nicht im Körper gefangen.
So Gott will erlebst du es, dann weißt du wovon ich schreibe.
Ich habe dieses VIDEO ĂŒbrigens erst nach der Erfahrung die ich gemacht habe entdeckt, nachdem ich es erlebt habe. Alles was man persönlich mit irgendeiner Esoteriksekte in Verbindung bringt gleich abzustempeln und zu verwerfen ohne sich ein genaueres Bild zu machen ist meiner Meinung nach nicht richtig.

Gott weiß es natĂŒrlich am Besten.

AleykĂŒm selam,
Mesut

ZunÀchst: :no_entry_sign: :girl:

Es gilt: 6:159 → 25:30

Selam und schöner Wochenbeginn uns allen.

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Friede alle zusammen!

Allah erwĂ€hnt in SEINER Offenbarung im Quran in Sure 51:56-57, dass ER die Menschen und die Dschinn erschaffen hat, damit sie IHM anbetend dienen, und dass ER von ihnen keinerlei Versorgung oder Essen von ihnen braucht. Das arabische Verb Űčۚۯ ÂŽabada bedeutet „dienen, anbeten, verehren, ergeben gehorchen und sich vorgegebenen Vorschriften verpflichten“. Dieses anbetende Dienen bedeutet also, dass man nicht nur reine AndachtsĂŒbungen wie das Lesen von Allahs Offenbarungen oder Sprechen von Dank- und Bittgebeten verrichtet, sondern auch im Sinne von rechtschaffenen Werken auf der Basis der in den Offenbarungsschriften genannten Vorschriften dient. Allah dienen ist das Entscheiden, sich Allahs Willen demĂŒtig und ehrfĂŒrchtig zu ergeben und sich IHM hinzugeben, und zwar dadurch, dass man SEINEN Anordnungen Folge leistet. Es ist somit kein Erbringen irgendwelcher materieller Dienstleistungen zu Gunsten eines Anderen, weshalb Allah auch ausdrĂŒcklich darauf hinweist, dass ER keine Versorgung respektive kein Speisen will oder braucht. Ja sogar unser anbetendes Dienen braucht Allah nicht – vielmehr brauchen es die Dschinn und die Menschen selbst, denn durch bereitwilliges anbetendes Dienen im dargelegten Sinne kommen wir Allah nĂ€her und mehren unsere Chancen, im Jenseits Zutritt zum Paradies zu erhalten.

Das anbetende Dienen soll ergo unsere Lebensweise bestimmen. Die Art und Weise des anbetenden Dienens entnehmen wir den geoffenbarten Worten Allahs, sprich, Voraussetzungen fĂŒr ein Allah wohlgefĂ€lliges anbetendes Dienen sind das Lesen und Studieren der Offenbarung Allahs, das Reflektieren des Gelesenen und das Umsetzen des auf Grund des Reflektierten Verstandenen in die tĂ€gliche Lebenspraxis. Deshalb wurde dem Propheten Muhammad zu Beginn dessen Prophetenschaft geoffenbart: â€žŰ§Ù‚Ű±ŰŁ iqra` / Lies!“ Und im Johannesevangelium heißt es ebenfalls am Anfang: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Im Deuteronomium, dem fĂŒnften Buch Mose, lesen wir im Kapitel 8 Vers 3: „ER wollte dich erkennen lassen, dass der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht.“ Auch das MatthĂ€us- und das Lukasevangelium zitieren diese Worte jeweils im Kapitel 4 Vers 4. Das geoffenbarte Wort Allahs ist quasi das wichtigste Lebensmittel fĂŒr uns. In diesem Sinne sagt Martin Luther in „Sermon von dem Sakrament des Leibes und Blutes Christi; Wider die Schwarmgeister“, dass Gott nicht will, „dass du ĂŒberall nach Ihm tappest, sondern wo das Wort ist, da tappe nach, so ergreifest du Ihn recht“.

Es existiert also eine Beziehung zwischen dem geoffenbarten Wort und der BeschĂ€ftigung mit dem Geoffenbarten: Der Offenbarende spricht durch SEINE den Propheten ĂŒbermittelten Offenbarungsschriften wie etwa die Schriften Abrahams und Mose, der Psalter, das Evangelium und der Quran und der Rezipient reflektiert ĂŒber das Geoffenbarte und lebt davon, indem er es in seiner LebensfĂŒhrung berĂŒcksichtigt. Auf dieser Beziehungsbasis ist die Offenbarung ein passiver Aspekt in dem Sinne, dass sie ohne weitere AktivitĂ€t vorhanden ist, mithin quasi ein Zustandspassiv bildet, wĂ€hrend der sich mit der Offenbarung BeschĂ€ftigende den aktiven Aspekt darstellt. Realiter geht jedoch die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf darĂŒber hinaus, will sagen, es ist eine aktive Wechselbeziehung, denn Allah informiert uns in Sure 32 Vers 9 darĂŒber, dass ER dem Menschen bei dessen Erschaffung von SEINEM Geist einhaucht, der dem Menschen ein reges spirituelles Leben erlaubt. Auf diese Weise ist Allah dem Menschen nĂ€her als dessen Halsschlagader (siehe Sure 50 Vers 16). Der eingehauchte, bei der Geburt noch schlummernde Geist muss indes vom Menschen aktiviert werden, was dadurch erreicht wird, dass er sich stĂ€ndig Allah und SEINE Offenbarung vergegenwĂ€rtigt. In Sure 2:152 heißt es: „So gedenkt MEINER! Ich gedenke euer!“ Und in 13:28 lesen wir: „Jene, die den Glauben verinnerlichen und deren Herzen durch Dhikr innere Ruhe finden – finden denn nicht durch Dhikr die Herzen innere Ruhe?“

Durch Dhikr findet mithin ein gegenseitiger aktiver Austausch zwischen Geschöpf und Schöpfer statt. Sofern und sobald das Geschöpf mit Dhikr in Richtung Schöpfer beginnt und sich IHM widmet, beginnt auch der Schöpfer mit Dhikr in Richtung Geschöpf und widmet SICH diesem. Die innere Ruhe im Herzen des Menschen wird zu einem physischen Ausdruck des Dhikr. Dhikr ist keine bloße Zeremonie, Dhikr ist das eigentliche Lebensziel. Dhikr fĂŒhrt zu einer spirituellen Weiterentwicklung und BewusstseinsschĂ€rfung des Menschen, der damit seinem Schöpfer nĂ€her kommt und bewirkt, dass auch der Schöpfer des Geschöpfes gedenkt. Je mehr die spirituelle Weiterentwicklung fortschreitet und je mehr das Bewusstsein geschĂ€rft und NĂ€he zu Allah gespĂŒrt wird, desto grĂ¶ĂŸer wird der Wunsch, in allen Lebenslagen und Situationen Allah nicht zu vergessen, was wiederum zu einer erneuten Intensivierung des Dhikr und verstĂ€rkten Belebung des eingehauchten Geistes Allahs fĂŒhrt. Bewusstes Dhikr ist nicht nur ein Bewegen der Zunge, sondern erweckt auch im Herzen des Geschöpfes ein tiefes GefĂŒhl der Verbundenheit mit seinem Schöpfer, mit SEINER Liebe und mit SEINER Religion, die gemĂ€ĂŸ 3:19 Islam heißt. 39:23

Was bedeutet nun das Wort Dhikr im Quran? Und inwieweit helfen uns bei der Suche nach dem Begreifen dieses Begriffes die arabischen WörterbĂŒcher?

FĂŒr das vom arabischen Verb Ű°ÙƒŰ± dhakara (sich erinnern, gedenken, erwĂ€hnen, berichten, lobpreisen) abgeleitete Wort Dhikr finden wir in den WörterbĂŒchern eine Vielzahl an Bedeutungen, die teilweise auch mit Versen aus dem Quran belegt werden: Ansehen 38:1, 43:44, 94:4, Bewahren 2:63, 38:1, Darlegung, Ehrerweisung 38:1, 43:44, 94:4, Erinnern 18:63, Ermahnung, Gehorsam, guter Ruf 38:1, 43:44, 94:4, Lobpreisen 2:152, 203, Offenbarung, Psalter 21:105, Tora, Quran 3:58, VergegenwĂ€rtigung und wohlverwahrte Tafel. Es wird auch auf eine spezielle auf Sufis bezogene Bedeutung hingewiesen. So heißt es etwa im arabisch-deutschen Wörterbuch von Hans Wehr: „(bei den SĆ« fÄ« s) unablĂ€ssige Wiederholung bestimmter Worte od. Formeln zum Preise Gottes, oft von Musik und Tanz begleitet.

Wenn man nun alles im Quran in Verbindung mit Dhikr Gesagte zusammenfasst, kann man meinem VerstĂ€ndnis zufolge sagen, dass Dhikr ein Instrument fĂŒr eine intensive Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf bildet, eine Beziehung, in der das Geschöpf sich der PrĂ€senz und Ermahnung des Schöpfers stets bewusst ist, sich im Falles des Vergessens dessen wieder erinnert und das Bewusstsein bewahrt sowie auf der Grundlage dessen auch stets des mahnenden Quran als Richtschnur fĂŒr seine LebensfĂŒhrung gedenkt und bei all dem das Lobpreisen seines Schöpfers nicht vergisst. Durch Beachten und Bewahren und Nichtvergessen all des Genannten wird man zu einem Allah aufrichtig anbetend Dienenden und erlangt man wahre WĂŒrde und wahres Ansehen bei seinem Schöpfer und findet man dadurch wiederum innere Ruhe.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Danke fĂŒr die Erinnerung liebe Geschwister.

Möge Gott uns alle nÀher zu Ihm bringen.