Diskussionen mit Sunniten

Selam
Ich habe folgendes Problem, ich habe früher sehr viel Zeit mit Sunniten verbracht und war kurz davor das Sunniten-tum anzunehmen, doch dann merkte ich dass das der falsche weg ist ( ich bin gebürtiger evangelischer Christ und erst seit kurzem auf dem Weg des Koranismus)Ich lese zwar sehr viele Artikel, Lektüren und selbstverständlich den Koran, dennoch wollte ich fragen ob ihr schlagfertige, kurze Argumente gegen Sunniten habt und tipps wie man am besten mit solchen Leuten redet. Ich stelle vor allem diese Frage weil ich erst gestern eine Diskussion mit einem Sunniten hatte, dabei ging es hauptsächlich um das ablehnen der Sunna, shirk, Musik (Musik ohne haram Inhalte) und Schwarzkümmel als Allheilmittel. Ich würde mich freuen auf reichliche Antworten, da jedes Argument von euch nicht nur,so Gott will meinen Gesprächspartner auf den rechten Weg bringt, sondern auch meinen Glauben stärkt

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Salam,
Es wäre so viel einfacher wenn alle Menschen ihren gesunden Verstand benutzen würden, dann gäbe es diese Diskussion der Musik m.M. nach gar nicht erst…
Was den Schwarzkümmel als allheilmittel betrifft…wüsste ich jetzt nicht das dieser im Koran erwähnt wird(korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege) hingegen "Ingwer " schon und das ist ja bekanntermaßen ein „allheilmittel“…

Du kanst niemanden rechtleiten, der nicht rechtgeleitet werden will, so sehr du es auch wünschst. Und wenn das schon den Propheten so gesagt wurde, was glaubst Du, wer Du bist, dass Du es besser könntest.

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Nein, es wird in den Ahadith behauptet dass, sinngemäß Schwarzkümmel gegen alle Krankheiten, ausser dem Tod hilft

Salaam, Np07!

In der Regel versuchen die Sunniten, einen mit Hadithen zu bombardieren, auf die man nicht immer sofort eine Antwort weiß. Ich gehe grundsätzlich auf mir an den Kopf geworfene Hadith-Inhalte nicht ein, sondern stelle sofort die Glaubwürdigkeit des Hadith in Frage und reagiere dann mit Gegenfragen. Zunächst frage ich ihn, wer denn der Überlieferer sei und wie die Überliefererkette aussieht. Darauf kann er in der Regel nicht antworten. Dann gehe ich sofort in die „Offensive“, indem ich ihm die Quran-Verse präsentiere, die klar und deutlich aussagen, dass alles für unsere Rechtleitung Notwendige im Quran detailliert steht und dass Allah nichts ausgelassen hat und dass Allah sogar fragt, an was für einen Hadith wir denn nach Allah und SEINEN Versen überhaupt noch glauben sollen. Ich gehe mal davon aus, dass ich die einzelnen Stellen im Quran hier nicht anzugeben brauche. Ich frage den Sunniten, wie er diese Verse versteht. In der Regel weicht er aus und versucht, Gegenfragen zu stellen und zu behaupten, dass wir dem Gesandten gehorchen sollen. Was man als Koranist darauf antwortet, ist dir ja sicher auch bekannt. Wenn die Diskussion diesen Punkt erreicht hat, versucht der Sunnit leider oft, mit Beschimpfungen und Vorwürfen die sachliche Diskussion zu beenden und verlässt einen.

Thema Musik: Du kannst ihm sagen, dass es seitenlange Fatwas von sunnitischen Muftis gibt, die klar besagen, dass Musik an sich nicht haram ist und dass es keinen einzigen „gesunden“ Hadith gibt, in dem die Musik per se als haram bezeichnet wird. Das Gleiche sagen die sunnitischen „Hadith-Gelehrten“. Abu Bakr al-Arabi sagt: „Es gibt keinen zuverlässigen Hadith über das Verbot des Singens.“ Ibn Hazm: „Alles, was hierüber [er meint, dass Singen haram sei] berichtet wird, ist falsch und erfunden.“ Einige Gelehrte wie etwa Al-Ghazzali sagen sogar, dass Musik für die Psyche etwas Positives darstellt. Die Fatwas sind voll von gleichlautenden Aussagen.

Mein Tipp lautet:

  1. Lass dich nicht auf Diskussionen über Hadithe ein! Diese sind oft so komplex und allgemein und noch dazu ungenau oder sogar falsch aus dem Arabischen übersetzt, dass man schnell in Bedrängnis geraten kann. Sag dem Sunniten, er soll dir den arabischen Text zeigen, und auch, dass du Zeit brauchst, dich damit zu beschäftigen!

  2. Versuche, das Gespräch auf die von mir oben erwähnten Verse zu bringen! Darin bist du sicherer und souveräner und kannst sachlich argumentieren.

  3. Wie fanatisch und ausfallend und Vorwürfe erhebend der Sunnit auch agieren mag, bleib immer ruhig und sachlich und freundlich und weise!

  4. Versuche nicht, den Sunniten zu bekehren respektive auf den rechten Weg zu bringen! Lege deine Sichtweise dar und sage ihm, dass er selbst entscheiden müsse, was er für richtig und wahr hält, und dass er für seine Entscheidung vor Allah verantwortlich sei und nicht vor dir oder vor „seinen Gelehrten“!

Das soll erst mal genügen. Ich hoffe, dass ich etwas Positives zu deinem Problem (was wir ja im Grunde alle haben) beitragen konnte. :slightly_smiling_face:

Salaam!

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jaja… die gute alte Sure 3 Vers 31-32, ein totschlag Argument der Sunniten, obwohl in Sure 7 Vers 203 gesagt wird dass Mohammed NUR dem Koran folgt erklärt sich das mit "gehorcht dem Gesandten von alleine

jaja… :joy:

Neben 7:203 finde ich auch 3:79-80 als Argument ganz gut. Schon wieder die gute alte Sure 3! :slightly_smiling_face:

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Ich habe auch dem Sunni mir gegenüber versucht zu erklaren dass wenn sich viele seiner Gelehrten sich uneins sind über verschiedene Aussprüche, so ist das alleine ein Grund nicht daran zu Glauben. Mal ganz davon abbgesehen dass viele Gelehrte meiner Meinung nach das Grundgerüst für den heutigen „islamischen“ Terror sind. Wer mir nicht glaubt, oder wissen will was ich damit meiner der soll doch bitte einen Blick auf die Seite attibyaan.wordpress.com und dann auf der Seite „Das Hukm über Blut, Ehre und Besitz der Kuffar“

Da fällt mir etwas ein, was ich kürzlich gehört hab:

Ein Muslim fragt wegen Covid 19 einen sunnitischen „Gelehrten“, wie er sich verhalten solle. Daraufhin sagt der „Gelehrte“: „Du musst dir regelmäßig die Hände waschen. Dein Gehirn waschen wir Gelehrte dir!“

Nun weiß ich allerdings nicht, ob ich lachen oder weinen soll. :thinking:

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BRAUCHEN WIR WIRKLICH GELEHRTE DAFÜR!? Mal davon abgesehen dass der Ausdruck „Gelehrter“ weit hergeholt ist wenn die einzigen Lehren die man verbreitet Schmarn sind

Ausgehend von der Fonetik kann man auch „Geleerter“ schreiben; das würde ganz gut zu Schmarrn passen…

Vielleicht kann man als Entschuldigungsgrund anführen, dass viele „Gelehrte“ indoktriniert sind und nicht gelernt haben, selbstständig zu denken, sondern das nachplappern, was man ihnen eingetrichtert hat, als ihr Denkvermögen noch nicht weit genug entwickelt war (Kindheit, Jugend). Dass es gar nicht so einfach ist, von festgefahrenen Bahnen selbstständig abzuweichen, haben doch die meisten von uns selbst erlebt. Und auch das Milieu, in dem man aufwächst und lebt, kann das Äußern „abweichender“ Meinungen erschweren. Umso mehr denke ich, dass wir eine gewisse Geduld und Nachsicht mit den Mohammedanern haben und mit ihnen bestimmt, aber höflich und freundlich umgehen sollten.

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Ich halte es für bedenklich, wenn du gegen Sunniten argumentieren willst. Warum willst du dich auf die andere Seite stellen? Ob sie recht haben oder wir oder ob es doch eher die Christen sind, werden wir wohl erst zweifelsfrei nach unserem Tod erfahren. Wir selbst müssen so handeln, wie wir es vor Gott verantworten können. Wir müssen andere nicht ändern. Ich denke, dass die Probleme zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften erst dadurch entstehen, wenn die einen denken, sie wären im Recht (was sie ja tun sollten), und dann meinen, sie sollten es den anderen auch als unumstößliche Wahrheit verkaufen. Respekt gegenüber Menschen, die etwas anderes glauben als wir ist immer noch eine gute Möglichkeit, in Frieden miteinander zu leben.

Es geht nicht darum, gegen die Sunniten zu argumentieren und sich auf die andere Seite zu stellen. Es geht darum, auf ihre Fragen eine Antwort zu geben und den eigenen Standpunkt in sachlicher und respektvoller Weise darzustellen. Ob sie sich ändern wollen oder nicht, ist deren eigene Entscheidung.

Es ging doch hier um schlagfertige Argumente gegen Sunniten. Das zeigt doch die Intention. Es geht darum jemand im Gespräch zu schlagen. Und das halte ich für sehr bedenklich. Wenn man seinen eigenen Standpunkt klar macht, ist es eine Sache, wenn man andere schlagen will, eine ganz andere. Sobald man diese Einstellung ändert, wird man feststellen, dass einen die anderen auch selten schlagen wollen.

Wieso müssen Argumente gegen sunniten gleich bedeuten dass ich sie auf meinen Weg bekehren will, viel mehr ist meine Intetion sich gegen die Argumente der Sunniten zu stellen. Denn wenn ich keine Argumente habe gegen ihre Sichtweise, dann ist es viel einfacher dass sie mich zu ihnen bekehren

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ja, genau das ist die Ursache der Glaubenskriege. Auch Missionaren sagt man nach, dass sie aus diesen Beweggründen missionieren. Sie sind sich ihrer Sache nicht sicher und verlegen sich dann darauf, anderen nachzuweisen, dass sie falsch liegen. Die eigene Unsicherheit ist der Beweggrund, anderen nachzuweisen, dass sie im Unrecht sind. Du könntest ja auch sagen: Ich höre mir das jetzt an, was du zu sagen hast und dann überlege ich mir, was ich davon für mich annehmen kann. Danke für deine Information.

Ich hätte vielleicht auch dazu sagen können dass der Sunni mit dem ich diskutiere ein alter Freund ist mit dem ich mich schon im Alter von 12 über Religion unterhalten habe und er einen großen Teil dazu beigetragen hat dass ich den Islam anerkenne. Ich suche diese Argumente da sich ein großer graben zwischen uns gebildet aufgrund meiner Überzeugung, deswegen versuche ich ihm meinen Glauben klarer zu machen mithilfe von Argumenten die ich selbst erarbeitet habe und mit welchen von euch

Wird der Graben durch deine Antworten größer oder kleiner?

Ich hoffe dass er kleiner wird, aber natürlich kann das auch nach hinten losgehen.

Wenn er kleiner wird, ist es gut. Normalerweise werden die Gräben aber größer, wenn man jemand davon zu überzeugen versucht, dass er falsch liegt. Aber vielleicht ist eure Diskussion ja auch so, wie die Diskussionen zwischen meinem im Herzen adoptierten Sohn und mir. Wenn wir diskutieren, diskutieren wir immer gegeneinander. Wir geben nicht nach. Wir diskutieren bis aufs Blut. Aber wenn wir aufhören, weiß jeder vom anderen, dass sich an der Beziehung nichts ändert. Außerdem sind viele interessante Dinge auf den Tisch gekommen. Wir lieben diese Diskussionen. Und wir wissen, dass wir nachher unseren Weg weiter gehen können, ohne dass der andere Versuche macht einen zu bekehren.