Ehe - Vormund - Waly - Mahram

Salam
Findet sich im Quran speziell etwas zur Eheschließung mit Pflicht und Gültigkeit nur mit Vormund?

Frieden!
Was genau meinst du mit Vormund? Könntest du mir das bitte verdeutlichen damit ich dir eventuell etwas dazu erzählen kann, so Allah will

Salaam, Ahmet,

ich verstehe von der Frage von Dany_Huda, dass sie den Waliy meint, also den Erziehungsberechtigten bzw. Sachwalter, der nach Meinung der Sunniten ein Mädchen bei dessen Heirat in rechtlicher Hinsicht vertritt und ohne den die Heirat nicht rechtskräftig sein soll.

Salaam
Gunnar :green_heart:

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Salaam, Dany_Huda,

meines Wissens gibt es im Quran weder das Wort Mahram überhaupt noch das Wort Waliy im Sinne von Vormund. Der einzige formale Aspekt beim Heiraten, den ich vom Quran her kenne, ist der, dass man zu Gunsten der Frau eine „Morgengabe“ zu entrichten hat.

Salaam
Gunnar

Ja genau - die meisten Mosleme behaupten ja, das ohne Vormund keine Heirat rechtskräftig im Islam wäre. Ich wollte halt wissen ob es dafür ein Beweis gibt.

Ich habe mich gefragt ob eine juristische Eheschließung im Islam notwendig ist, oder ob eine respektvolle und Treue Beziehung nicht das selbe ist

Salaam,
Bei 4:25 finden wir aber den Hinweis, die Angehörigen zu fragen.

Salaam, Ahmet,

das Wort Angehörige ist in diesem Fall in 4: 25 möglicherweise nicht so sehr angebracht. Denn es handelt sich um Unfreie, also um eine winzig kleine Gruppe, und unter den „Angehörigen“ dürfte man hier wohl eher deren „Besitzer“ verstehen, also diejenigen, die sie für ihre Dienste erworben haben. Das Wort Mahram oder das Wort Waliy im Sinne von Vormund tauchen weder in diesem Vers noch sonst irgendwo im Quran auf. Und genau das ist es, was ich in meinem Beitrag erwähnt habe :wink:.

Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Ich glaube in 3:44 wird in Bezug auf die Erziehung der noch jungen Maria über eine Art Vormundschaft geredet.

Ich denke 4:25 umfasst in Bezug auf die „Angehörigen“ die behutsamen, anerkennende Frauen auch. Wie siehst du es?

In praktischer Hinsicht würde ich jedem empfehlen bei der Eheschließung die „Zustimmung“ der Angehörigen einzuholen. Man „heiratet“ letztendlich auch die Familie. Ehe ohne Zustimmung der Verwandten scheitern meistens…

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Der Segen der Angehörigen ist schon echt wichtig, hast du recht!

Guten Morgen und Friede, Sue,

im arabischen Text wird in diesem Vers das Verb kaffala benutzt, was bedeutet, dass man eine Person einer anderen Person der Fürsorge anvertraut und unter ihren Schutz stellt; die schützende Person übernimmt die Bürgschaft für die zu schützende Person. In diesem Sinn kann man Zacharias vielleicht auch als Vormund betrachten. Ich schließe daraus allerdings nicht, dass man daraus ableiten kann, dass ein Mädchen bei seiner Heirat eines vorgeschriebenen Waliy bedarf, was ja das Thema dieses Thread ist.

Was du im Zusammenhang mit 4:25 mit „behutsamen, anerkennenden Frauen“ meinst, ist mir nicht klar, weshalb ich leider nichts dazu sehen kann. :thinking:

Was bei einer geplanten Eheschließung das Einholen der Zustimmung der Angehörigen betrifft, so mag das grundsätzlich positiv sein. Die Praxis zeigt aber leider, dass sehr oft die Ablehnung einer Zustimmung der Angehörigen zu Konflikten und seelischen Belastungen bei den Heiratswilligen führt. In diesem Fall würde ich den Heiratswilligen empfehlen, dennoch einander zu heiraten, auch ohne die Familie „mitzuheiraten“. Letztendlich ist jeder verantwortlich für sich selbst und nur Allah gegenüber.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Meinte mit „behutsamen, anerkennenden Frauen“ die „ehrbaren, gläubige Frauen“(muhsanatil mu’minati) iSd 4:25. (die Begriffe „gläubig“, „ungläubig“ finde ich immer unpassend, weil die Komponente der Überzeugung fehlt (glauben = möglich halten), daher übersetze meistens mit „anerkennen“, „Anerkenner“)

Wäre es nicht eine Ungleichbehandlung, wenn bei den sog. unfreien Frauen die Angehörigen gefragt werden müssten, aber nicht bei den „ehrbaren, gläubige Frauen“?

Richtig auch bei der Eheschließung gilt das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit, sofern eine gewisse Reife erreicht ist. Trotzdem sollte möglichst versucht werden, die anderen Fam.mitglieder einzubeziehen in den Zustimmungsprozess. (auch nach der Heirat)

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„Ungläubig“ für das Wort Kafir im Quran ist nicht nur unpassend, sondern auch grundsätzlich falsch. Denn die Juden und Christen und Andere werden ja im Quran auch als Kafir bezeichnet, obwohl sie einen Glauben haben und Richtlinien Allahs folgen. Bestes Beispiel von vielen im Quran ist vielleicht Sure 109. Ich neige dazu, Kafir mit „den Islam Leugnender“ zu übersetzen. (So janz dufte find ick dit allerdings ooch nich. Ick überleje noch wat Besseret. :thinking:)

Was die „Gläubigen“ betrifft, so stimme ich dir zu, dass bei diesem allein stehenden Wort die Komponente der Überzeugung nicht klar zum Ausdruck kommt. Ich übersetze mit „der/die den Glauben Verinnerlichende“.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Nee, Sue, seh ick nich so.

Und zwar deshalb, weil ich hier das Wort „Angehörige“ nicht für passend halte. Ich gehe davon aus, dass nicht die Verwandten gemeint sind, sondern der „Herr“, der die Unfreie „besitzt“ und juristisch betrachtet über sie bestimmen kann, also auch darüber, ob sie heiraten darf oder nicht. Denn durch eine Heirat werden ja seine Rechte und Ansprüche ihr gegenüber in beeinträchtigender Weise berührt.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Gut. Die Wortwurzel اهل „Ahl“ hat ein weites Bedeutungsspektrum.

4:25 sagt aber, dass zwischen zwei Gruppen von Frauen differenziert wird und das, was im Zhg. mit der Zustimmung erwähnt wird müsste sich auf beide Gruppen beziehen, erst recht, wenn es einen Unfreien betrifft.