EX Koranbefolgerin


#1

Ich bin aus einem Grund hier, euch vom Kreuztod Jesus zu berichten. Ich bin Koranbefolgerin gewesen. Deshalb meine Frage direkt zu Beginn, sind hier im Forum nur Koranbefolger erwünscht oder ist es Korankritikern erlaubt hier im Forum zu sein?


#2

Erstens:

Ich bin der Meinung, dass einerseits Koran-Kritiker von Koran-Befolgern in diesem Forum durchaus etwas lernen und andererseits Koran-Befolger durch Koran-Kritiker Anregungen zum Nachdenken erhalten können, was wiederum dazu führen kann, dass beide den Koran besser respektive genauer kennen lernen können, insbesondere wenn das Motto dieses Forums beachtet wird: Vernunft und Hingabe.

Zweitens:

Natürlich hast du das Recht, uns vom Kreuztod Jesu zu berichten. Für mich als Koran-Befolger ist es aber a priori klar, dass der Koran über all das, was mit dem angeblichen Kreuzestod Jesu im Zusammenhang steht, die beste Quelle ist.

Drittens:

Ich fände es interessant zu erfahren, warum du eine Koran-Befolgerin gewesen bist.


#3

Schön geschrieben, @OASE! Schließe mich an.


#4

Guten Morgen,
wenn ich das Wort “-Kritiker” im Zusammenhang mit dem Islam lese, habe ich leider unangenehme Assoziationen, die eher in Richtung Hetze als sachliche Kritik gehen. Das muß aber natürlich nicht so sein. Ich denke, sachliche, respektvolle Diskussionen auch kontroverser Themen sind hier gern gesehen.
Was den Kreuztod Jesu angeht, sehe ich persönlich die Kontroverse nicht so sehr darin, ob er stattgefunden hat (die diesbezüglichen Verse im Koran werden ja duchaus unterschiedlich ausgelegt; ich neige zu der Interpretation, daß sich diese Stelle nicht gegen die Christen wendet, sondern gegen bestimmte arrogante Juden), sondern eher, welche Bedeutung das hat, ob also der Kreuzestod Jesu die Menschheit erlöst hat oder ob jeder und jede selbst an ihrer Erlösung arbeiten müssen.


#5

Ich war gläubige Christin und folge nun dem Koran. Aber ich würde nicht in ein Forum mit gläubigen Christen gehen und dort anfangen, die Bibel zu kritisieren.
Was bringt dich dazu, den Koran zu kritisieren?
Wenn du jetzt erzählen wolltest, was du tolles am Christentum gefunden hast und warum es für dich wichtig ist, könnte ich es verstehen, aber ich verstehe nicht, warum du den Koran kritisieren musst.


#6

Der Friede sei mit euch,

ich möchte erzählen was ich über Jesus erfahren habe und welche Bedeutung sein Tod für uns Menschen hat.


#7

Ich bin Ex- Koranbefolgerin weil ich an die Kreuzigung Jesus glaube und daran das er der Sohn Gottes ist und genau das verneint der Koran.
Jesus erscheinen und seine Prophezeiung im AT hätten ohne diese Opfergabe keinen Sinn. Zu behaupten die Bibel sei gefälscht, ist nicht möglich, denn dann müsste sie komplett gefälscht sein und das ist nicht möglich wenn man die Bibel einfach mal liest. Soweit es mir bekannt ist, lest ihr auch nicht die Bibel oder meint das diese für euch keine Gültigkeit besitzt, doch darum geht es auch garnicht, worum es geht ist zu verstehen was Jesus Erscheinen hier auf der Erde für uns zu bedeuten hat, welche Gnade uns durch ihn zugekommen ist.

Hier noch ein Ausschnitt aus einer Seite, die vieles erklärt:

Was war die offizielle Begründung des Todesurteils über Jesus?

a) seitens des Sanhedrins (Hoher Rat)

  • Gotteslästerung, wegen des Anspruchs, der Christus und Sohn Gottes zu sein, Mt. 26, 65.

b) seitens des Pontius Pilatus

  • Hochverrat wegen des Anspruchs König der Juden zu sein, deshalb die Kreuzesinschrift “Dies ist Jesus, der Juden König”, Mt. 27, 37.

Kreuzesinschrift nach Joh. 19, 20, in hebräisch, lateinisch und griechisch,

in der der Name Gottes - Jahwe (JHWH) - verborgen ist:

  • J eschua H anozri W umelech H ajehudim - JHWH !
  • I esus N azarenus R ex I duaeorum - INRI
  • Iesous o Nazoraios Basileus ton loudaion = Jesus der Nazarener der König der Juden

Warum und wofür musste Jesus wirklich sterben?

Jesus hat unsere Sünden und die dafür verwirkte Strafe – Gottes Fluch – an unserer Stelle auf sich genommen – Stellvertretung. So haben auch wir mit unseren Sünden seinen Tod verschuldet. Mit seinem Leben als Lösegeld hat Jesus uns die Erlösung und die Versöhnung mit Gott gebracht. Jesus ist das (Opfer-) Lamm Gottes.

Jesus spricht: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele“, Mt. 20,28. Bei der Einsetzung des Abendmahls: „Das ist mein Blut des Bundes / des Neuen Testaments,das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“, Mt.26, 28. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeboren Sohn dahin gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“, Joh. 3, 16. „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“, Joh. 10,11. „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde,“ Joh.15,13. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“, Joh. 12, 24.

Weshalb war das Sterben Jesu für uns notwendig? - Wegen unserer SündeGott spricht: „Siehe ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des Herrn,…den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des Herrn…“, 5.Mose 11, 26 – 28. Apostel Paulus: „Wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer“ (Erbsünde = Begierde, angeborener Hang zu sündigen). „Der Sünde Sold ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“, Röm. 3, 9.10; 6, 23. „Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er wurde zum Fluch für uns“, Gal. 3, 13. „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“, 2. Kor. 5,18.19. Johannes d. Täufer: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt“ , Joh. 1, 29.

Was deutet schon im Alten Testament prophetisch auf den Tod Jesu?

  • Der Nachkomme der Eva wird der satanischen Schlange den Kopf zertreten, sie aber wird ihm noch mit tödlichem Gift in die Ferse stechen, das „Protoevangelium“ 1.Mose 3,15;

  • Abraham sollte seinen Sohn Isaak opfern, aber Gott sandte einen Widder, der an die Stelle des Isaak trat und geopfert wurde, 1. Mose 22;

  • das Passah-Lamm - durch das Blut des Lammes erfolgte die Verschonung vor dem Tod, 2. Mose 12;

  • Jesajas Worte vom leidenden Gottes Knecht, der das Volk vertritt und rettet durch sein Leiden und Sterben, Jes. 53;

  • die Opfer am Tempel, 3. Mose 1 - 7 - Dem Opfer liegt der Gedanke der Stellvertretung zu Grunde.

Der Mensch bekennt vor Gott seine Schuld und schlachtet das Opfertier in dem Bewusstsein: Mein Lebensrecht habe ich gerechterweise verwirkt, aber bitte nimm an Stelle meines Lebens das Leben dieses Tieres hin. So ist das Opfer von seinem Wesen her ein tiefes, die eigene Existenz in Frage stellendes Schuldbekenntnis mit der Bitte um Vergebung und Gnade. Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung, Hebr. 9

  • Alttestamentlich ist das Blut der Träger des Lebens, 3. Mose 17, 11; Jesus gibt sein Blut, sein Leben, für uns, damit wir leben können – einmal am Kreuz und dann im Abendmahl, Mt. 26, 28; Joh. 6, 53 ff.

Entgegnung auf die Kritik am Kreuzesopfer Jesu Christi

Stellvertretung und Opferbereitschaft unter Menschen: - Ein Bürge verpflichtet sich, für die Schulden eines anderen einzustehen und sie ggf. selbst zu bezahlen. - Jemand, der sich freiwillig als Geisel zur Verfügung stellt und mit seinem Leben für andere einsteht. - Soldaten, die für Familie, Volk und Land ihr Leben einsetzen und für sie ggf. den Tod erleiden. - Menschen, die ihr eigenes Leben für die Rettung anderer riskieren. - Das Leben für seine Freunde einzusetzen, war eine der höchsten Tugenden der Griechen. - Pater Maximilian Kolbe, der bei einer Vergeltungsaktion im KZ Auschwitz freiwillig für einen Familienvater in den Hungerbunker und Tod ging.

Die Stellvertretung und das Opfer Jesu Christi

  • Dem tödlichen Ernst der Sünde entsprechend und dem über die Sünder ausgesprochenen Fluch hat Gott die gerechte Strafe des Tod verhängt. Weil Gott aber die Menschen liebt, war er so gnädig, dass er selbst in seinem Sohn die Strafe des Todes getragen und erlitten hat, damit wir leben können – ewig leben. Im Kreuz Jesu Christi vereinen sich die strafende Gerechtigkeit und die erbarmende Liebe Gottes.
  • Gott hat kein „Menschenopfer“ gefordert, sondern ist in Jesus selbst Mensch geworden. In ihm hat er sich dem Hass, der Gewalt und Sünde der Menschen ausgeliefert und ihnen dennoch ihre Sünde abgenommen und an ihrer Stelle die gerechte göttliche Strafe erlitten: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber“ , 2. Kor. 5, 18.19.
  • Gott hat Knechtsgestalt angenommen, sich in die tiefsten menschlichen Leiden und ins Sterben begeben und ist so zum Trost an die Seite aller Leidenden und Sterbenden getreten. Doch darf keinesfalls die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu auf diesen Gesichtspunkt reduziert werden! Im Vordergrund steht und bleibt das Kreuzesopfer Jesu zu unserer Erlösung.

Weshalb war Jesu Tod ein Opfer? - Wegen der Stellvertretung!

Jesus, der Sündlose und Gerechte, hat die Schuld und Sünde der Menschen und damit auch den dafür verwirkten Fluch, die Strafe des Todes, auf sich genommen. Da ist der Sünder frei geworden von Schuld und Sünde und von der Strafe des Todes. Der Sünder wird verschont, ihm wird vergeben, weil Jesus Christus an unsere Stelle getreten ist. Als Bürge tritt Jesus an die Stelle des Schuldners, Hebr. 7,22. So war Jesu Tod seinem Wesen nach ein Opfer. Mit seinem Leben ist er für andere eingetreten – für viele, für seine Freunde, für alle, die es ihm glauben - die in seine Stellvertretung einwilligen, Mt. 20, 28. Jesu Kreuzestod war ein Sich-selbst-opfern. Er war darbringender Priester und zugleich das Opferlamm, Hebr. 9. Paulus schreibt:
Christus hat euch geliebt und sich selbst dargegeben für uns als Gabe und Opfer“ , Eph. 5,29.

Mit dem Kreuzestod erleidet Jesus Christus das gerechte strafende Gesetz und den Fluch Gottes über die Sünde und zugleich schenkt er durch seinen Tod das Evangelium der Gnade Gottes, der Vergebung und des Segens .

Im Kreuz Christi erkennen wir das Gesetz und zugleich das Evangelium Gottes. So ist das Kreuz ein Zeichen des Todes aber zugleich der Botschaft Christi von der Erlösung und der Auferstehung.


#8

Wenn du mal die verschiedenen Beiträge in diesem Forum liest, wirst du feststellen, dass es sehr wohl mehrere Nutzer dieses Forums gibt, die auch die Bibel lesen und darauf hinweisen, dass wir grundsätzlich auch an das glauben sollen, was in der Bibel steht, sofern es nicht gegen etwas im Koran verstößt. Ich gehöre zum Beispiel ebenfalls zu denen, die die Bibel lesen und übrigens auch das Thomas-Evangelium.

Was Fälschungen in der Bibel betrifft, so geben sogar Vertreter der Kirche offiziell und schriftlich zu, dass es an verschiedenen Stellen aus verschiedenen Gründen zu Fälschungen gekommen ist, was natürlich nicht dazu berechtigt, dass die gesamte Bibel gefälscht ist. Jedenfalls ist es ein Makel, der der Bibel anhaftet und es einen schwerfallen lässt, an den Wahrheitsgehalt der gesamten Bücher der Bibel zu glauben.

Auf die vielen anderen, mit Jesus im Zusammenhang stehenden Punkte, die du in deinem langen Beitrag erwähnt hast, werde ich mit Allahs Erlaubnis später zurückkommen. Ich brauche Zeit, um alles sorgfältig zu lesen, zu analysieren und zu beantworten.


#9

Ich habe die Bibel von der ersten bis zur letten Seite durchgelesen, muß aber sagen, sie spricht mich einfach nicht so an wie der Koran.
Ich finde es nun mal einleuchtender, wenn Gott aus Seiner Allmacht heraus Sünden vergeben kann (auf Basis der Einzelfallprüfung) und dafür nicht zu seinem eigenen Sohn werden muß.


#10

Der oben zitierte Passus steht meiner Meinung nach nicht im Einklang mit folgenden Bibelstellen im Alten Testament:

Deuteronomium (5. Buch Mose) 24:16 “Die Väter sollen nicht für die Kinder noch die Kinder für die Väter sterben, sondern ein jeglicher soll für seine Sünde sterben.”

Hesekiel 18:20 “Denn welche Seele sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohnes, sondern des Gerechten Ungerechtigkeit soll über ihm sein, und des Ungerechten Ungerechtigkeit soll über ihm sein.”

Dieses Prinzip finden wir übrigens auch im Koran.

Für ein “Lösegeld Jesu” gibt es also meines Erachtens keinen Rechtfertigungsgrund.

Als Muslim sehe ich auch gar keinen Grund für jemanden, der für mich ein Lösegeld zahlt. Denn nach islamischer Lehre gibt es eine direkte Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, ohne Mittler und ohne Lösegeld. Wir finden viele Stellen im Koran, die von der Barmherzigkeit Allahs gegenüber einem Sündigen sprechen, wenn dieser sich Allah reumütig zuwendet. Auch das tägliche rituelle Gebet ist ein direktes Gespräch, ein unmittelbar Kontakt zwischen mir und meinem Schöpfer, Das finde ich logischer und angenehmer als ein Glaube an ein Lösegeld Jesu, gegen das ja auch die von mir zitierten Stellen des Alten Testamentes sprechen.

So viel für heute. Zu den anderen Punkten in deinem langen Beitrag werde ich mich, so Allah will, später äußern.


#11

ENTSCHULDIGUNG! :smirk:

In Hesekiel 18:20 (in meinem obigen Beitrag) muss es natürlich richtig heißen “… sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm sein, und des Ungerechten Ungerechtigkeit soll über ihm sein.”

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch etwas zum “Sühneopfer” Jesu nachtragen:

Wenn nach Meinung der Vertreter der Trinität Jesus durch seinen Tod am Kreuz die Sünden aller Menschen aller Zeiten auf sich genommen hat, dann würde dies doch bedeuten, dass jeder machen kann, was er will - rauben, morden, ehebrechen, lügen usw. Seine Sünden und Missetaten sind ja von Jesus auf jeden Fall schon getilgt.

Abgesehen davon, dass dies totales Chaos in der Welt bedeuten würde (zumindest ein noch viel größeres, als es schon existiert), ergeben sich auch Fragen wie: Wozu gibt es dann das Verheißen von Belohnung und Bestrafung, von Paradies und Höllenfeuer? Wenn durch Jesu Tod alle Menschen sündenfrei sind, wozu dann Bestrafung und Höllenfeuer? Wozu gibt es dann Gebote und Verbote sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament wie auch im Koran? Wozu gibt es ein Jüngstes Gericht?


#12

Diese von dir und von vielen anderen angeführten Bedenken, dass man sündigen kann ohne Rücksicht auf Verluste wenn ja Jesus dafür gestorben ist, kann man entkräften. In der Bibel steht schon, dass man so nicht handeln darf. Das ist auch normalerweise jedem gläubigen Christen klar. Ich kenne eigentlich keine gläubigen Christen, die einfach auf den Tod von Jesus hin sündigen ohne sich Gedanken zu machen. Es gibt ja auch Hadithe, die behaupten, dass man alle Sünden vergeben bekommt, wenn man eine bestimmte Sure oder bestimmte Verse spricht. Auch Muslime, die Hadithe für richtig halten, richten sich nicht nach so einem Müll. Sie versuchen, genau wie gläubige Christen, rechtschaffen zu leben. Es gibt auch Stellen, die davon sprechen, dass es eine Sünde ist, die nicht vergeben wird, wenn man einfach auf die Vergebung hin sündigt.


#13

Genau! Und eben daraus folgt, dass es keinen Sinn macht zu behaupten, dass Jesus am Kreuz gestorben sein soll, um die Sünden aller Menschen auf sich zu nehmen, zumal es ja auch im Widerspruch zu den beiden von mir genannten Stellen im Alten Testament steht.

Im Übrigen möchte ich auf Folgendes hinweisen: Der Koran sagt eindeutig, dass Jesus nicht der Sohn Gottes ist und auch nicht am Kreuz starb. Die Evangelien sind in ihrer Berichterstattung über den angeblichen Kreuzestod Jesu widersprüchlich und deshalb nicht glaubwürdig. So erzählt Markus z. B. in 15:25, dass die Kreuzigung um die dritte Stunde stattfand, während Johannes in 19:13-16 von der Gerichtsverhandlung erzählt und behauptet, diese sei um die sechste Stunde gewesen.

Und selbst bei einigen christlichen Vertretern wird der Kreuzestod Jesu in Zweifel gezogen. Im Barnabas-Evangelium heißt es, dass Jesus von Engeln in den Himmel gehoben wurde und an seiner Stelle der Verräter Judas, den man für Jesus hielt, am Kreuz starb. Im Kapitel 112 steht, dass Jesus zu Barnabas sagte:: “Von einem meiner Jünger werde ich für dreißig Goldstücke verkauft werden. Aber ich bin sicher, dass der, der mich verkaufen wird, in meinem Namen getötet werden wird, denn Gott wird mich von der Erde hinweg nehmen und das Aussehen des Verräters verwandeln, so dass ihn jeder für mich halten wird.” Auch bei Ibn Ishaq ist zu finden, dass dieser sagte, er habe von Christen gehört, dass an Stelle von Jesus ein gewisser Judus am Kreuz hing. Beim Gnostiker Basilides heißt es: “Aber er hat nicht gelitten, sondern ein gewisser Simon von Kyrene, den man zwang, für ihn das Kreuz zu tragen. Dieser wurde irrtümlich und unwissentlich gekreuzigt, nachdem er von ihm verwandelt war, so dass er für Jesus gehalten wurde. Jesus aber nahm die Gestalt des Simon an.” Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Evangelisten davon sprechen, dass Simon von Kyrene gezwungen worden sei, das Kreuz Jesu zu tragen (Matthäus 27:32, Markus 15:21 und Lukas 23:26). Johannes erwähnt dieses Ereignis nicht. Ohne den Namen Simon zu erwähnen, bestätigt der Koran (4:157), dass es nur so schien, dass Jesus gekreuzigt wurde.

Und Allah weiß es am besten!


#14

Der Frieden sei mit euch,

Die Behauptung Nachfolger Jesus dürfen tun und lassen was sie wollen, wie auch ihr festgestellt habt, wäre unsinnig und falsch.

Zum besseren Verständnis hier ein Video zu der unten aufgeführten Bibelstelle.

Römer 8

Wandel im Geist und Gotteskindschaft der Gläubigen

1 Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich1 frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
3 Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gestalt des Fleisches der Sünde3 und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte,
4 damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.
5 Denn die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber, die nach dem Geist sind, auf das, was des Geistes ist.
6 Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden,
7 weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht.
8 Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.
9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
10 Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen.
11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.
12 So sind wir nun, Brüder, nicht dem Fleisch Schuldner, um nach dem Fleisch zu leben;
13 denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr4 sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.
14 Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.
15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba6, Vater!
16 Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
17 Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.


#15

Das stimmt so eben nicht. Lies mal genau.
4:157 “Und wegen ihrer [der Juden] Rede: «Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet»; während sie ihn doch weder erschlugen noch den Kreuzestod erleiden ließen, sondern er erschien ihnen nur gleich; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kunde davon, sondern folgen bloß einer Vermutung; und sie haben darüber keine Gewißheit.”

SIE haben ihn nicht getötet und nicht gekreuzigt. Das heißt nicht, daß er überhaupt nicht getötet wurde. Die Stelle setzt sich mit den Juden (d.h. immer mit bestimmten Juden) auseinander, nicht mit den Christen.
Vermutlich wurde die von Dir zitierte Version von der muslimischen Tradition übernommen, aber im Koran ist eben das nicht zu lesen.
Wie gesagt, was die Konsequenz daraus ist, ist eine andere Frage.


#16

Ja, das war vielleicht ein Fehler von mir, dass ich vorausgesetzt habe, dass in diesem Zusammenhang die Juden zu verstehen sind. Denn den Begriff “Christen” gab es ja meines Wissens zum Zeitpunkt des in Rede stehenden Ereignisses noch gar nicht.

Wichtig war und ist mir - und deshalb habe ich ja auch MEHRERE Quellen zu diesem Themen angegeben -, dass es VON VERSCHIEDENEN SEITEN durchaus aussagekräftige Hinweise darauf gibt, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist. Einer davon ist meiner Meinung nach, dass der Koran wie auch andere Quellen darauf hinweisen, dass es ihnen nur so schien, dass Jesus gekreuzigt wurde.

Und Allah weiß es am besten!


#17
  1. Jesus wird von den geistgeleiteten Schreibern der Bibel so unterschieden von GOTT dem Vater dargestellt, wie ein Mensch von einem anderen unterschieden ist.
    „Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir“
    Joh 8, 17-18

2. Jesus sagte kein einziges Mal, dass er selbst GOTT sei ; im Gegenteil – immer sprach er von dem Vater, der ihn gesandt hatte, als dem GOTT und dem einzigen GOTT.
„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren GOTT, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“
Joh 17, 3
Diese Worte gebrauchte Jesus in seinem feierlichen Gebet zu „seinem“ und „unserem“ Vater.

3. Jesus wird in unzähligen Gelegenheiten als der Sohn GOTTES vorgestellt.
„… eine Stimme aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“
Math 3, 17
Kann ein Sohn gleich alt und der Gleiche sein, wie sein Vater sein?

4. Jesus wurde zum Christus gemacht; er ist ein von GOTT gesalbter Mensch.
„Jesus von Nazareth, wie GOTT ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat…“
Apg 10,38
Kann der, der salbt, der Gleiche sein, wie der, der gesalbt wird?

5. Jesus wird als Hoherpriester dargestellt.
„… heilige Brüder, … betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus“
Heb 3, 1
Die Aufgabe eines Priesters ist GOTT zu dienen! Christus kann als Priester also nicht GOTT sein!

6. Christus ist der Mittler zwischen dem „einen GOTT“ und den Menschen
„Denn einer ist GOTT, und einer ist Mittler zwischen GOTT und Menschen, der Mensch Christus Jesus.”

  1. Tim 2, 5

7. Jesus wurde vom Vater als der Erlöser der Menschen gesandt.
„Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt“

  1. Joh 4, 14

8. Jesus ist von GOTT zum Apostel berufen worden.
„Daher, heilige Brüder, … betrachtet den Apostel … Jesus, der treu ist dem, der ihn dazu gemacht hat, wie auch Mose in seinem ganzen Hause!“
Heb 3, 1+2

9. Jesus wird uns als unser Fürsprecher bei GOTT gezeigt.
„…Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten GOTTES ist, der sich auch für uns verwendet.“
Röm 8, 34

10. GOTT ist das Haupt Jesu.
„Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber GOTT“

  1. Kor 11, 3

11. So, wie wir zu Christus gehören, so gehört Christus in der gleichen Art und Weise zu GOTT.
„ihr aber seid Christi, Christus aber ist GOTTES.“
Kor 3, 23

12. Jesus sagt „Mein Vater … ist größer als alle“
Joh 10, 29
Ist der Vater dann nicht auch größer als der Sohn?

13. Jesus bestätigt dies ohne den geringsten Vorbehalt auch in einem anderen Zusammenhang.
„… denn der Vater ist größer als ich.“
Joh 14, 28

14. Jesus verneint praktisch, dass er GOTT ist, als er erklärt:
„Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, GOTT.”
Mk 10, 17+18


#18

Wir sind aber hier mit dieser Frage jetzt seit 2 Monaten unter uns. Emanuel hat etwas in den Raum gestellt und sich dann aus der Diskussion verabschiedet.


#19

Hallo zusammen,

Gott segne euch. Es tut mir leid das ich lange nicht geantwortet habe, es war nich der richtige Zeitpunkt für mich. Nun bin ich aber wieder da. Solltet Ihr Fragen haben oder Interesse daran euch auszutauschen, dann bitte.

Der Friede des Herrn sei mit euch


#20

Es gibt ja jede Menge Antworten auf deinen Beitrag, auf den du eingehen könntest