Fasten - alternative Armenspeise (schönes Detail)

Ihr, die ihr glaubtet, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr achtsam seid. Abgezählte Tage! Wer von euch krank oder auf Reisen war, für den gilt eine Anzahl späterer Tage. Und für diejenigen, die es vermögen, gilt die Speisung eines Bedürftigen als Auslöse. Und wer es auf gute Weise freiwillig macht, so ist es gut für ihn. Doch fastet ihr, so ist es gut für euch, wenn ihr wisst.

Die genannte Speisung eines bedürftigen find ich sehr interessant, wenn man das nicht wie heute in outgesourcter Form vornimmt
und selber einen bedürftigen sucht und zu seiner Speise verhilft. Es entsteht ein größeres und berührendes Verständniss und eine engere Verbindung zu den bedürftigen, die auch unsere Seele gut tut.

Die heutige Form das Geld zu überweisen und jegliche Kontrolle und Verantwortung zu verlieren/abzugeben, stellt meiner Meinung nach einen großen Verlust dar.

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Danke! Das ist sehr gut, dass du das Speisen hier erwähnst, weil es meines Erachtens ein sehr wichtiger Aspekt ist, den viele leider gar nicht beachten.
Das Thema des Speisens in diesem Vers wird unterschiedlich interpretiert. Eine ganze Reihe von Leuten führt an, dass hier gemeint ist, dass es sich bei den Speisenden um diejenigen handelt, die das Fasten nur unter größten Schwierigkeiten leisten können, wie zum Beispiel alte Menschen. Dem halte ich allerdings dagegen, dass das arabische Verb „yutiqun“ sowohl einfach nur"zu leisten vermögen, in der Lage sein" als auch „unter größten Schwierigkeiten ertragen“ bedeuten kann.
Auch für das Pronomen „es“ bei „die es vermögen“ wird unterschiedlich interpretiert: a) das Pronomen bezieht sich auf das Fasten und b) das Pronomen bezieht sich auf das Speisen. Ich bevorzuge die zweite Version, zumal die arabische Präposition „´ala“ (Grundbedeutung „auf“) in Verbindung mit Personen eine verpflichtende Bedeutung hat, also „es ist auferlegt“ oder „es obliegt“, und es deshalb meiner Meinung nach sinnvoller ist, das Pronomen „es“ auf das Speisen zu beziehen. Wer darüber hinaus etwas Freiwilliges tun will, für den ist es sogar noch besser, d. h. also, wer zum Beispiel zwei Bedürftige speist oder zusätzlich trotzdem fastet. Ich übersetze diesen Teil des Verses deshalb wie folgt:
„… Und denjenigen, die es zu leisten vermögen, obliegt eine Ersatzleistung für das Nicht-Durchführen einer grundsätzlich geltenden islamischen Pflicht (fidya): die Speisung eines Bedürftigen. Wer nun aber freiwillig Besseres tut, für den ist es besser…“
Ich verstehe diese Anordnung also dahingehend, dass es für denjenigen, der es sich leisten kann oder für den das Fasten eine besondere Schwierigkeit bedeutet, eine Pflicht ist, anstelle des Fastens einen Bedürftigen zu speisen. Im ersten Fall kann, wer will, zusätzlich das Fasten im Ramadan durchführen. Allerdings sollte man beim Fasten nicht seine Arbeit vernachlässigen oder „runterfahren“ oder sogar den größten Teil des Tages schlafen oder seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Darin sehe ich sicher nicht den Sinn des Fastens. Deshalb halte ich auch die Version „…Und denjenigen, die es zu leisten vermögen…“ für die bessere.
Und Allah weiß es am besten!

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Vielen Dank für deine detaillierte Analyse (dies ist in unseren Zeiten Gold Wert). Ich teile ebenfalls die Ansicht und ergänze hinzu jeder muss es für sich lesen und seine Entscheidung wie immer treffen.

*Anbei möchte ich anmerken das Hanif.de, in den letzten Tagen, im Seiten aufruf sehr langsam und zögerlich reagiert/lädt. *

Ich würde Dir nicht direkt widersprechen, aber doch den Schwerpunkt etwas anders setzen, weil ich denke, dass das Fasten durchaus allen vorgeschrieben ist, die es leisten können - natürlich ohne dabei anderen zur Last zu fallen. Wenn sie darüber noch spenden, ist es umso besser. Aber das Fasten ist eben mehr als nicht essen, sondern ein Lernprozess, auf den man nicht leichtfertig verzichten sollte.

Frieden Regine,

In meinem Thread gingen von der Situation nur aus wenn jemand sich für die fidye entschieden hat.
Ich wollte es nicht als etwas besseres als das fasten darstellen.

Mein Anliegen war eigentlich das man das Geld nicht einfach mit der Verantwortung abgibt, sondern selbst sich mit dem speisen eines bedürftigen auseinander setzt und dadurch Nähe, Verständniss, Einsicht, Beziehung ensteht und sich entwickelt.

Ok, da stimme ich Dir zu.