Freitagsgebet

Selam Geschwister,

Gott verpflichtet uns Freitags zum Gebetsruf sich zu versammeln und zu beten

Sura 62

Ihr, die ihr 1) glaubtet, wenn zum Kontakt 2) gerufen wird am Tag der Versammlung, dann strebt zum Gedenken Gottes und lasst den Handel sein. Das ist besser für euch, wenn ihr zu wissen pflegtet
Dann, wenn der 3) Kontakt vollbracht wurde, dann verbreitet euch auf der Erde, trachtet nach der Gunst Gottes und gedenkt Gottes viel, auf dass ihr erfolgreich seid
Und als sie einen Handel oder eine Ablenkung sahen, brachen sie zu ihnen auf und ließen dich stehen. Sage: Was bei Gott ist, ist besser als die Ablenkung und als der Handel. Und Gott ist der beste der Versorger

Folgende Rahmenbedingungen verstehe ich

  1. Pflicht des gläubigen
  2. Ruf zur Versammlung
  3. Gemeinsam Beten

Folgende 3 Fragen ergeben sich für mich:

  1. Ist der Ruf einer klassischen Moschee der mezhebiten der gemeinte Ruf?

2.Und ab wann ist wer meine Gemeinschaft?

3.Was ist wenn rahmenbedienung 2 oder 3 nicht gegeben ist?

Die Klärung der 3 liegen mir am Herzen weil jeder der anfängt der Kuran selbst zu lesen und zu verstehen, wird versuch sich aus den Sekten zu befreien. Dabei entshene die Fragen. In einigen Diskussion ist mir aufgefallen das Menschen sich nicht befreien können weil die keine Antworten auf ihre Fragen finden können und ein Anschluß an sekte in guter Absicht meinen.

Wie hier alle wissen, bin ich keine Gelehrte. Ich bin einfach jemand mit einem gesunden Menschenverstand (hoffe ich wenigstens). Mir erscheinen die Gebote und Aufforderungen im Koran sehr vernünftig.

Warum ist es wichtig, dass Menschen sich zu festgelegten Zeiten treffen?
Nur dadurch entsteht eine Gemeinschaft, in der die Menschen sich geborgen und zugehörig fühlen. Gibt es diese Gemeinschaft nicht, löst sich mit der Zeit alles auf. Das ist einfach so.

Warum waren die Versammlungen früher so wichtig und warum wurden dort Suren aus dem Koran vorgelesen und von den Versammelten wiederholt?
Vor 1400 Jahren konnten einfache Menschen nicht lesen. Texte konnten auch nicht ausgedruckt und mit nach Hause genommen werden. Die einfachste Lösung muss es doch gewesen sein, sich zu treffen, jemand die Offenbarungen vorlesen zu lassen und dann zu wiederholen. Mit einem mal konnten die Menschen die Texte nicht auswendig im Kopf behalten. Also mussten sie sich treffen. Zu festgelegten Zeiten erscheint doch sicher die vernünftigste Lösung zu sein.

Wie konnten die Leute wissen, wann es Zeit war?
Sie hatten keine Uhren. Also rief jemand die Gläubigen mit lauter Stimme zusammen. Die Zeiten sind vernünftig gewählt.

Das Freitagsgebet kann nur dann funktionieren, wenn ein Staat, zumindest der Arbeitgeber, dem Koran gemäß handeln will (ein Gebetsruf erhört werden kann). Viel wichtiger aber: Das Freitagsgebet an sich muss Koran konform sein, dass man sich beim Gebet auf Gott allein einstellt. ist dies nicht der Fall, braucht man sich auch nicht zu versammeln.

Realistisch ist: Sich kurz alleine zurückziehen, beten und dann weiterarbeiten. Viel wichtiger ist ein Leben im Glauben und nicht einfach sich „nur“ zu versammeln. Es gibt ja noch die Bibel, deswegen braucht man das nicht so eng sehen (wenn es problematisch wird).

Viel eher sollte man sich um seinen Charakter kümmern, sich der Schrift gemäß zu verhalten. Dazu ist das Freitagsgebet da, es steht:

62:9-11 Ihr Gläubigen! Wenn am Freitag zum Kontaktgebet gerufen wird, dann wendet euch mit Eifer dem Gedenken Gottes zu und stellt den Geschäftsbetrieb ein. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet! Und wenn das rituelle Gebet beendet wurde, dann zerstreut euch im Lande, strebt Gottes Gunst an und gedenkt Gottes viel, damit ihr erfolgreich werdet.
Und als sie Handel oder Vergnügen sahen, gingen sie eilig dorthin und ließen dich stehend. Sag: „Das, was bei Gott ist, ist besser als das Vergnügen und als der Handel. Und Gott ist der beste Versorger.“

Also nicht so sehr am Paragraphen sich hangeln, sondern den Sinn des Gebets umsetzen.

Ich denke, wenn es eine funktionierende Gemeinschaft gibt, ist es schon sinnvoll, sich einmal in der Woche zu treffen und die Angelegenheiten der Gemeinschaft zu besprechen (der eigentliche Sinn der Khutba) und bei der Gelegenheit auch zusammen zu beten, um an die gemeinsame Grundlage zu erinnern. Die Fatiha ist ja ein Gebet für die Gemeinschaft („wir“). Worin djese Gemeinschaft besteht, ob sie physisch in der Nähe vorhanden ist, muss jede für sich selbst entscheiden, und auch, was sie tut, wenn es diese Gemeinschaft nicht gibt, wer ggf. Als Ersatzgemeinschaft fungieren kann.

Man könnte auch am Freitag miteinander Skypen. Wenn es mal klappen würde.

Das versammeln im Bezug auf das Freitags Gebet ist physikalisch gemeint.

Danke für eure Beiträge,

@Eddy_San Wie meinst du das mit eng sehen und der Bibel? Den Teil habe ich nicht verstanden. Ich habe selber das alte Testament noch nicht gelesen. Aktuell bin ich in der Phase meinen Alltag Koran konform zu überprüfen, umzustellen und entsprechend meiner Situation recherchiere ich.

Daher weht die Frage wie ich das Freitags Gebet in meine Woche integriere.

Vielleicht ist es zur Beantwortung der Frage für Sie hilfreich auch die rituelle Gebetspraxis des Judentums und frühen Christentums zu bedenken:

Zunächst besteht für das Judentum die Regelung während der Shabbat Versammlung am Freitag aus der Torah zu lesen. Dies erfolgt Abschnittsweise für ein gesammtes Jahr mit dem Ziel zum nächsten Jahresanfang die Torah vollständig zu zitieren. Jeder Abschnitt wird hierbei im Rahmen des Gottesdienstes durch die Gemeinde diskutiert und durch die Rabbiner ausgelegt.

Im frühen Christentum hingegen finden wir meines Wissens keine entsprechende Praxis überliefert, weil die Gemeinden vornehmlich Juden umfassten, welche regulär den Shabbat Gottesdienst besuchten. Die Textgattung der Evangelien hingegen haben den Charakter von Predigtsammlungen. Dies wird deutlich in ihrer aramäischen Bezeichnung als ‚Predigt nach Matthäus‘ usw. Aus diesen wurde wohl im Rahmen der eigenen Gemeindeversammlungen vorgelesen bzw. Prediger verbreiteten ‚die frohe Botschaft‘ (das bedeutet Evangelium) auf den Strassen wie zu den Diskussionszeiten im Synagogengottesdienst.

Hieraus folgt für beide Fälle, das es primär um die Lehre ging.

Die Beziehung zu Gott hingegen wurde für beide Religionen durch die Regelung dreitägiger Gebetszeiten bestärkt. Diese haben für das Judentum und hatten für das frühe Christentum den Charakter von Kontemplationen, weswegen die Gebete festgelegt wurden.

Natürlich haben darüber hinaus Rituale auch eine identitätsstiftende Wirkung. Diese ergibt sich jedoch automatisch durch die Umsetzung selbstentsagender Liebenswürdigkeit gegenüber dem Nächsten, was der Sinn von Torah (Weisung) ist und den Vorteil identitätsübergreifender Wirksamkeit hat (ein Effekt von Shalom - die Ausbreitung von friedvoller Harmonie mit dem Willen Gottes).

Das Ritual an sich hingegen ist so tot wie ein Stein, die Intention des Herzens (lew) ist wichtig.

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Frieden,

das Freitagsgebet ist primär für ein muslimisches Umfeld gedacht. Du wirst in Deutschland kein Gebetsruf hören können. Des Weiteren eine Gemeinde die Koran konform betet sehr schwer zu finden sein wird. Dein Wille ist ja da eine Versammlung abzuhalten, aus diesem Grund brauchst du dir keine Sorgen zu machen den Koran übergangen zu haben. Alles in allem sollen wir zB nach 5:68 alle Bücher beachten, so kannst du in deinem Fall "biblisch " weitermachen denn dort gibt es so kein zwingendes Versammlungsgebot oder am Samstag oder Sonntag versammeln wo man nicht arbeitet ( normalerweise)

Salam alle zusammen,

in der Stadt, aus der ich ursprünglich komme, ist schon seit Jahrzehnten täglich der Gebetsruf laut zu hören ( Mittagsgebet dhur, Nachmittagsgebet asr und Sonnenuntergangsgebet maghrib) :slight_smile:
Viele Grüße
Salam alaikum

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Salam,
@Weltenbummler1
Ich habe mir deinen Post noch einmal durch gelesen. Ich würde nicht sagen das fehlende Uhren oder fehlende Fähigkeiten die Gründe für die Verpflichtungen sind. Das würde die Schrift gültigkeit temporär begrenzen.

Da in den Versen Wenn-Dann kombinationen aufgeführt sind bestätigt sich meine Vermutung dass es Rahmenbedingungen sind die nach Eintritt zur Verpflichtung führen.

Salam,

@Ayb Ich denke an Düren… :slight_smile:

Salam,
ja geehrter Bruder, alhamduLilah :slightly_smiling_face:
Salam alaikum

Die alten arabischen „vor-islamischen“ Wochentage kannten gar nicht den Namen „Dschumu´a“. Die Wochentage hießen ursprünglich
Sonntag: Awwal
Montag: Awhad/Ahwan/Ahwiya
Dienstag: Dibār/Jubar
Mittwoch: Gabbār/Dubar/Wabar
Donnerstag: Mu`nis
Freitag: ´Arūba
Sonnabend: Šiyār/Šibār
Die Frage ist also berechtigt, warum es im Koran den Begriff „Gebet am Tag Dschumu´a“ gibt. „Dschumu´a“ bedeutet Versammlung. Es gibt allerdings im Koran keinen Hinweis darauf, dass es in diesem Gebet eine Khutba gibt. Es könnte also durchaus sein, dass es sich um ein „ganz normales“ Gebet handelt und dass es an diesem Tag eine ganz bestimmte Versammlung gab. Außerdem ist bemerkenswert, dass für das Rufen zu diesem Gebet das Wort „nudiya“ und nicht „udhina“ steht, wobei der Adhan sowieso keine Pflicht und in der heutigen Zeit, in der jeder die Gebetszeiten kennt und eine Uhr hat, der Adhan meiner Meinung nach überflüssig ist.

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