Gebetsstätte

Slm !
Was genau ist unter „Gebetsstätte“ zu verstehen. In 7:29 und 7:30 z.b. wie sind diese Verse zu verstehen. ? Eure Meinungen und Sjchtweisen würden mich interessieren um sGw ein besseres Verständnis dafür zu bekommen. Danke !

Slm !

2 „Gefällt mir“

Das Wort Masdschid (arabisch: مسجد, türkisch: mescid) bildet nach einer Ansicht über das spanische mezquita die Wurzel für das deutsche Moschee (Masdschid) und die englischen (mosque) und französischen (mosquée) Entsprechungen. Masdschid bedeutet wörtlich: “Ort der Niederwerfung”. Es enthält das Zeichen des Respekts, vgl. auch 2:34.

Das Wort Masdschid wird im Koran in Singular- und Pluralform und vielerorts als Adjektiv verwendet.

Der Koran als göttlich aufgezeichnete Schrift (vgl. 52:2), der frei von Widersprüchen (vgl. 4:82) ist, vollständig detailliert (vgl. 6:114; 10:37), deutlich und verständlich (vgl. 2:118; 5:15), zugleich komplett (vgl. 6:115) und perfekt (vgl. 6:38) sowie von Gott geschützt ist (vgl. 15:9; 41:41; 41:42) enthält einige Beschreibungen über das Masdschid, die ich rezitieren will.

Im Namen des Gnädigen, des besonders gnädigen Gottes

2:114 Und wer könnte übler sein als der, der davor zurückhält, dass in Gottes Gebetshäusern an seinen Namen erinnert wird, und der für ihre Zerstörung strebt? Ebenjenen, (mithin) ihnen kann nicht möglich sein zu betreten, außer in Furcht. Beschämung ist für sie im Leben auf der Welt und im Jenseits eine große Bestrafung.

Jedes Gotteshaus ist einzig allein nur dem Gott zu widmen und sonst keinem, vgl. 72:18. Mithin nur Gottes Name und nicht Namen von toten Menschen oder sonstigen Sterblichen o.ä.

Dort ist alles auf Gott zu richten und nur er ist anzubeten, vgl. 7:29.

Darüberhinaus ist das Gotteshaus vor der Zerstörung zu schützen, unabhängig davon, ob es namentlich als Moschee, Kirche oder Synagoge bezeichnet wird, vgl. 22:40.

Das Recht der Leugner die Gebetsstätten zu betreten ist verwirkt, vgl. 9:17.

Auch wenn sie sich eine Gebetsstätte zu eigen machen und dabei schwören, dass sie es in bester Absicht tun. Sie werden nur die Unwahrheit sagen, vgl. 9:107:

9:107 Und die, die sich ein Gebetshaus halten, zur Schädigung und zur Leugnung und zur Spaltung zwischen den Anerkennenden und zur Beobachtung für den, der schon zuvor gegen Gott und seinen Gesandten gekämpft hat. Und sie werden ganz gewiss schwören: „Wir wünschten nur Gutes.“ Und Gott bezeugt: Zweifellos sind sie ganz gewiss Lügner.

7:29 Sag: "Mein Herr hat die Gleichheit geboten. Und dass ihr in jedem Gotteshaus eure Gesichter zu ihm aufrechthaltet. Und dass ihr ihn ruft, indem ihr die Religion ihm allein vorbehält. So wie er euch erstmals initiiert hat, so werdet ihr zurückkehren."

Die Zuwendung zu Gott steht für die monotheistische Hingabe (die friedliche Ergebenheit, mithin der Islam), die die Ausrichtung des ganzen Wesens hinsichtlich der Anbetung Gottes und zugleich auch das Gehorsam ihm gegenüber beinhaltet, vgl. 2:112; 3:20; 6:79; 10:105; 30:30; 30:43; 31:22.

Die Religion ist nur Gott alleine vorzubehalten, vgl. 2:139; 10:22; 29:65; 31:32; 39:2; 39:11; 39:14; 40:14; 40:65; 73:8; 98:5.

(Zuschreibung einer Teilhaberschaft ist eine große Ungerechtigkeit, vgl. 31:33.

Erstmalige Initiierung, vgl. 18:48; 21:104.)

7:30 Eine Aufspaltung hat er geführt. Und eine Aufspaltung hat die Abirrung als Wahrheitsgrund. Zweifellos haben sie sich, abgesehen von Gott, die Teufel als Verbündete genommen, und sie rechnen sich aus, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

Ihnen wird die Irreführung zu Recht auferlegt werden, was impliziert, dass diese Verirrung eine unvermeidliche Folge ihrer eigenen Handlungen und Einstellungen ist. Letztendlich kann jeder Einzelne seinen persönlichen Weg (Prinzip der Eigenverantwortlichkeit) wählen (vgl. 6:110; 13:11; 18:29 42:13; 46:15) und jedes Ereignis geschieht in Übereinstimmung mit Gottes Plan und Gottes Erlaubnis (vgl. 8:17; 57:22).

2 „Gefällt mir“

Da muss ich mal direkt nachfragen…
Wäre es auch ok in eine Kirche zu gehen?
Natürlich mit unseren Vorstellungen des Glaubens ?

Wieso nicht?

Wir machen zwischen niemanden von den Gesandten eine Spaltung und wir sind ihm ergeben, vgl. 2:136.

Alle Gesandten (wie auch Jesus, auch Moses u.a.) sind Monotheisten, die den Menschen verkünden nur Gott zu dienen, nur dem Gott allein sich friedlich zu ergeben, vgl. 2:48; 33:56.

Besucht also jedes Gotteshaus: Zumal der o.g. 9:107 iVm 6:159 gerade Spaltungen in Sekten verbietet.

Slm Sue !

Danke erstmal für deine Erklärung. Also ist es nicht wichtig, das in Gotteshäuser andere Namen ausser Allahs genannt werden, z.b. Mohammed in Moscheen oder Jesus in Kirchen, solange wir selbst es nicht tun ? Oder tragen wir dann eine Art Mitschuld weil dort neben Allah noch andere Namen genannt werden oder Statuen, Bilder u.ä. stehen und wir anwesend sind ?

Slm !

1 „Gefällt mir“

In Kirchen hängt doch oft der Jesus am Kreuz rum
Ist das nicht auch schon götzenanbetung ?
Obwohl in manchen Moscheen stehen ja auch Schriftzuge über Muhammad soweit ich weiß. .also nimmt es sich wohl beides nichts? :thinking:

1 „Gefällt mir“

Ich denke jeder Einzelne sollte für sich selbst eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen, denn der Koran setzt die Willensfreiheit und insbesondere die Freiheit der Meinungsäußerung voraus (vgl. 2:256; 4:90; 4:137; 4:140; 10:99; 18:29; 25:63; 88:21; siehe auch 28:54). Die zumutbaren Grenzen könnten möglicherweise aus folgenden Versen herleitbar sein: 4:140 iVm 4:63 und insbesondere 6:68, in der ein passiver Protest empfohlen wird.

Der eine hat sein Beweggrund im Trialismus und der andere im Dualismus:

Im Namen des Gnädigen, des besonders gnädigen Gottes

10:17 Wer könnte übler sein als der, der eine Lüge über Gott ausheckt, oder seine Zeichen für eine Lüge erklärt? Zweifellos werden die Übeltäter nicht erfolgreich sein.

Das stimmt leider. Ich bin oft in der Kirche gewesen und kann mich an wenig Beigessellung erinnern (liegt wahrscheinlich daran dass ich in relativ reformierte evan. Kirchen gegangen bin) aber die Kreuze Schrecken mich ab

Friede, Hajridin!

Das dem Wort مسجد masdschid zu Grund liegende arabische Verb سجد sadschada hat gemäß verschiedenen Wörterbüchern die Bedeutungen „sich unterwerfen“, „sich bücken“, „den Kopf nach unten neigen“, „sich demütigen und gering machen“, „ehrfürchtig gehorchen“, „jemandem respektvoll und ehrerbietig begegnen“, „aufrecht stehen, sich nach oben strecken“, „verherrlichen“, „demütig und sich ergebend die Stirn auf den Boden legen“ und „Allah lobpreisen und anbeten“. „Jemand, der sich unterordnet und demütig dem folgt, was von ihm gefordert wird, ist wirklich ehrfürchtig gehorsam (sadschada).“

Auf Grund der Vielzahl der Äquivalente muss man also stets den Kontext betrachten. Entsprechend ist etwa Sure 2 Vers 34 zu verstehen: „… Unterwerft (isdschudū) euch Adam! …“ Der Imperativ isdschudū muss hier nicht unbedingt im physischen Sinne „Werft euch vor Adam nieder!“ bedeuten; vielmehr kann man diese Aufforderung dahingehend interpretieren, dass die Engel sich gegenüber Adam gering machen und ihm mit Respekt und ehrerbietig gegenübertreten sollen. Dies wird gestützt durch die folgende Aussage, dass Iblis sich hochmütig verhielt respektive gemäß 7:12 sich für besser als der Mensch hielt.

Die Vorsilbe „ma“ drückt im Arabischen grundsätzlich einen Ort aus, wo etwas vorhanden ist respektive etwas getan wird. Auf das Wort مسجد masdschid bezogen können wir also sagen, dass es sich um irgendeinen Ort handelt, an dem das vor sich geht, was die erwähnten Bedeutungen des Verbs سجد sadschada zum Ausdruck bringen. Es ist mithin wieder der Kontext zu berücksichtigen.

Unter Anderem schließt مسجد masdschid auch einen Platz ein, an dem man Anbetungshandlungen vollzieht und an dem man dabei seine Stirn auf den Boden legt. Im Alten Testament wird etwa im achten Kapitel vom Buch Nehemia geschildert, dass der Schriftgelehrte Esra das Volk am ersten Tag des siebten Monats vom frühen Morgen bis zum Mittag im Gesetz Mose unterwies. In den Versen 5 und 6 heißt es dann: „Esra öffnete das Buch vor aller Augen, denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. Dann pries Esra den Herrn, den großen Gott; darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich, warfen sich vor dem Herrn nieder, mit dem Gesicht zur Erde.“

Jedoch kann مسجد masdschid auch ein spezifisches Gebäude zum reinen Zweck der Anbetung und Lobpreisung des Schöpfers oder des gemeinsamen Dank- und Bittgebets an IHN sein, also etwa ein Tempel oder eine Synagoge oder eine Kirche oder eine Moschee (siehe 22:40).

Hingegen könnte man مسجد masdschid in 72:18 als das reine und lautere Anbeten und Lobpreisen Allahs verstehen, zumal es im gleichen Vers heißt, dass man niemanden mit Allah anrufen soll. Das Gleiche sehe ich in 7:29 unter Berücksichtigung der vorangehenden Verse 26-28, in denen von der demütigen Ehrfurcht gegenüber dem Schöpfer (تقوى taqwā) und der Warnung vor satanischen Kräften gesprochen wird. In 7:29 folgt dann die Konklusion, dass man sich mit seinem ganzen Wesen (وجه wadschh) allein der reinen Anbetung des Schöpfers, und zwar in einer was für immer auch durchgeführten Art und Weise, widmen soll. Ähnlich heißt es in 3:20: „… Ich widme mein ganzes Wesen (وجه wadschh) Allah…“

Und Allah weiß es am besten!

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

1 „Gefällt mir“

Frieden

Wisst ihr wo es Moscheen gibt, die nur den Koran lehren?
Zumindest was den deutschsprachigen Raum betrifft wüsste ich keine.

Friede Tariken!

Wozu brauchst du eine Moschee, um den Quran zu studieren? Allah ist Derjenige, Der den Menschen lehrt, was er für sein Seelenheil respektive für das Erlangen Seines Wohlwollens braucht. Siehe Sure 96 Vers 5!

Allah fordert uns im Quran an vielen Stellen auf, über die Worte, über die Verse respektive die Zeichen des Quran selbst zu reflektieren. Allah spricht jedes einzelne Individuum unter den Menschen an.

Wenn man auf Dinge stößt, die man nicht versteht oder Fragen auslösen, auf die man keine Antwort findet, dann kann man Andere fragen und sich mit ihnen austauschen, wie beispielsweise in diesem Forum. :slightly_smiling_face: Dazu braucht man meines Erachtens also keine Moschee oder einen Scheich oder einen Madhhab oder einen Imam.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

4 „Gefällt mir“

Na ja, ich habe nur gesagt, dass ich nicht weiß, wo sich eine Quraniten Moschee befindet. Mehr nicht.

1 „Gefällt mir“

Ja, und weil ich davon ausgegangen bin, dass es in Deutschland keine Moschee gibt, die nur den Quran lehrt, wollte ich dich dazu animieren, tatkräftig im Forum mitzuarbeiten und das, was du durch Eigenstudium im Quran entdeckt hast, mit uns auszutauschen. :slightly_smiling_face:

1 „Gefällt mir“

Ich tue was ich kann.

1 „Gefällt mir“