GEDANKEN ZU إقرأ iqra´ IN SURE 96

Friede alle zusammen!

Die in der uns heute vorliegenden und von der Azhar-Universität in Kairo seit 1924 als verbindlich geltenden Textgestalt des Quran als Nr. 96 bezeichnete Sure mit dem Namen العلق al-`Alaq ist nach Ansicht der Professoren Theodor Nöldeke, Gustav Weil und Martin Klaroth sowie der meisten muslimischen Gelehrten chronologisch betrachtet die erste Sure, die dem Gesandten Muhammad geoffenbart wurde.

Sie beginnt im arabischen Text mit der Aufforderung إقرأ iqra´.

Das zu Grunde liegende arabische Verb قرأ bedeutet „lesen, ablesen, sorgfältig durchlesen, vorlesen, deklamieren, studieren“. Als ursprüngliche Bedeutung dieses Verbs findet man in Wörterbüchern, wie etwa bei Lane und M. G. Farid auch die Bedeutung „etwas sammeln, zusammentragen“. Aus diesem Grund gibt es die Meinung, dass das Wort „qur`ān (Quran)“ ein Infinitiv sei und somit darunter „etwas Zusammengetragenes“ zu verstehen sei, also die zusammengetragenen von Allah an den Gesandten Muhammad geoffenbarten Worte. Unter dem „Zusammengetragenen“ und „Gesammelten“ kann man auch das gesammelte Wissen verstehen, das ein dem Quran folgender Monotheist in seinem Leben benötigt, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen und den Quran zu verstehen. Darauf deuten etwa die Verse 6:38, 12:111 und 16:89.

Daneben gibt es die Möglichkeit, „Quran“ mit „das Gelesene“ oder „die Lesung“ zu interpretieren. So wird beispielsweise in 75:17 „Quran“ mit einem Possessivpronomen erwähnt: „UNS obliegen ja sein Sammeln und seine Lesung (قرءانه qur`ānahu)." Im arabischen Wörterbuch "Mu´dscham istiqāqī al-muassal li-l-alfādhi-l-Qurāni-l-karīm“ heißt es als Erklärung für 75:17, dass mit dem „Sammeln“ das Bewahren vor dem Verlust oder auch das Sammeln des Gelesenen im Herzen des Lesenden gemeint ist.

Eine weitere, dem Sunniten Asch-Schā fi´ī zugeschriebene Meinung besagt, dass „Quran“ lediglich ein Eigenname wie etwa „التوراة at-taurat (Thora)“ oder „الإنجيل al-indschīl (Evangelium)“ sei; in diesem Fall werde das Wort قرءان ohne das arabische Hamza-Zeichen (ء) geschrieben, also قران. Im bereits erwähnten arabischen Wörterbuch „Mu´dscham istiqāqī al-muassal li-l-alfādhi-l-Qur`āni-l-karīm“ wird allerdings darauf hingewiesen, dass diese Schreibweise falsch sei und ob der Gelehrsamkeit Asch-Schāfi´īs und dessen Kenntnisse der arabischen Sprache kaum auf ihn zurückgeführt werden könne, sondern dass dies die Äußerung eines seiner Schüler namens Ismail Ibn Qastantin sei.

Wird das Wort „Quran“ ohne Artikel benutzt, wie beispielsweise in 10:15 oder 85:21, wird ihm auch die Bedeutung „irgendein Teil des Quran“ beigemessen. Eine interessante und meiner Meinung nach durchaus überlegenswerte Übersetzung findet sich in Muhammad Asads Quran-Übersetzung, der für das ohne Artikel stehende arabische Wort „قرءان qur`ānun“ als Äquivalent das Wort „Diskurs“ angibt.

Soweit die semantische respektive etymologische Betrachtung des arabischen Imperativs إقرأ iqra´. Als Nächstes stellt sich die Frage, wer mit der Aufforderung angesprochen wird und was diese Aufforderung beinhaltet.

Der sunnitische Quran-Exeget At-Tabari beispielsweise beginnt seine Exegese zu dieser Sure mit den Worten: „Lies, o Muhammad!“

In der deutschen Quran-Übersetzung von Lazarus Goldschmidt heißt es in einer Anmerkung zu diesem Vers: „Der Engel Gabriel legte Mohammed die Offenbarung geschrieben vor und befahl ihm zu lesen, und obgleich er bis dahin des Lesens unkundig war, vermochte er dies.“

Muhammad Asad erwähnt in seiner Quran-Übersetzung als Vorbemerkung zur Sure 96 die von verschiedenen sunnitischen Autoritäten vorgebrachte Schilderung, dass Muhammad zu Beginn seiner Prophetenschaft in der Höhle Hira bei Mekka vom Engel der Offenbarung aufgesucht und aufgefordert sein soll zu lesen und dass Muhammad nach anfänglichem Weigern in plötzlicher Erleuchtung verstanden habe, dass er aufgerufen wurde, die Botschaft Allahs für die Menschen in Empfang zu nehmen und zu verstehen.

In den genannten Beispielen wird deutlich, dass der Imperativ إقرأ iqra´ in Sure 96 auf den Gesandten Muhammad bezogen wird. Diese Betrachtungsweise vertrete ich indes nicht, weil sie meinem Verständnis über den Empfängerkreis zuwiderläuft; denn ich gehe davon aus, dass der von Allah geoffenbarte Quran sich an alle Menschen – unter Einbeziehung des Gesandten – richtet, also ganz persönlich an jedes einzelne Individuum. Somit beziehe ich also auch das erste geoffenbarte Wort vom Quran auf eben jedes einzelne Individuum.

Gestützt sehe ich diese Auffassung unter Anderem durch den Vers 5 derselben Sure, wo es heißt, dass Allah es ist, DER den Menschen lehrt. Mithin ist Allah unser „Lehrer“, ohne dass es eines Vermittlers zwischen Schöpfer und Geschöpf bedarf, und das „Lehrbuch“ ist der Quran, dem wir folgen sollen, wobei wir uns von niemandem einschüchtern oder behindern zu lassen brauchen, wie wir es den Versen 9-12 derselben Sure entnehmen können: „Siehst du denn den, der einschüchternd einen anbetend Dienenden behindert, wenn dieser sein Salā verrichtet? Siehst du denn, ob er auf dem Weg der Rechtleitung ist? Oder ob er zu demütiger Ehrfurcht auffordert?“

Das Wort Salā verstehen beispielsweise die Sunniten als rituelles Gebet. Sie müssen sich hier allerdings Folgendes fragen lassen: Diese Sure 96 ist die erste Offenbarung, die nach sunnitischem Verständnis in Mekka geoffenbart wurde, während nach ihrer Sichtweise die Art und Weise ihres rituellen Gebets dem Gesandten Muhammad erst später durch den Engel Gabriel gezeigt und erklärt wurde. Hinzu kommt, dass im gesamten Quran überhaupt keine rituelle Gebetsform dargelegt wird. Das bedeutet doch, dass die Mekkaner zum Zeitpunkt der Offenbarung der Sure 96 noch gar nicht wussten, wie das von ihnen postulierte rituelle Gebet verrichtet wird, und somit auch niemand von ihnen jemanden sehen konnte, wie er dieses Gebet verrichtet, und deshalb auch auf niemanden einschüchternd und behindernd einwirken konnte.

Das Wort Salā muss also meinem Verständnis zufolge eine andere Bedeutung haben. In den Wörterbüchern finden wir unter dem Terminus Salā Folgendes: „Spezifische Anbetungsform mit in der Scharia festgelegten Zeiten und Ritualen“, „Bitten und demütiges Flehen“, „Bittgebet (دعاء du´āˋ)“, „Bitten um Vergeben“, „Erheben des Intellektes zu Allah“, „Religion“, „Barmherzigkeit“, „Umgeben mit Segnungen“, „Verpflichten zu dem, was Allah verbindlich vorschreibt“, „Hinwendung und Annäherung“, „Festhalten an etwas“, „Mitte des Rückens“ und „dichtes Folgen“. Beispielsweise wird ein Pferd, das in einem Rennen dicht hinter einem führenden Pferd läuft, im Arabischen als مصلي musallī bezeichnet, weil es sich mit seinem Kopf in Höhe der Mitte des Rückens des ersten Pferdes befindet respektive sich diesem hinwendet. Hinsichtlich der genannten Bedeutungen macht beispielsweise der Exeget Asch-Schaukānī in seiner Quran-Exegese einen Unterschied zwischen dem Sprachgebrauch der damaligen Araber und der von Mohammedanern verfassten Scharia dahingehend, dass er zunächst die linguistische Seite beleuchtet und als ursprüngliche Bedeutung „Bittgebet“ sowie „Mitte des Rückens“ und das über مصلي musallī Erwähnte anführt und dann fortfährt: „Was aber die schariatische Bedeutung betrifft, so handelt es sich um das Gebet mit seinen Eckpunkten und Formulierungen.“ Quran und Scharia sind nun aber zwei verschiedene Dinge: Der Quran enthält die geoffenbarten Worte Allahs, während die Scharia einen von Religionsrechtsgelehrten verfassten und nicht nur aus dem Quran, sondern auch aus anderen Quellen abgeleiteten und stets zu hinterfragenden religiösen Rechtskodex darstellt.

Es kann mithin konstatiert werden, dass vom Intellekt her nachvollziehbar und in semantischer Hinsicht der Begriff Salā im Quran nichts mit einem rituellen Gebet zu tun hat, sondern zum Ausdruck bringt, dass man zweimal am Tag zu den im Quran dargelegten Zeiten einen Termin einzuhalten hat, der einschließlich der Bitt- und Dankgebete und der damit verbundenen Hinwendung zu Allah zum Ziel hat, dass man den Quran immer besser kennen lernt und versteht sowie an dem, was im Quran geboten und verboten respektive als moralisch und nicht verwerflich dargestellt ist, stets festhält, wodurch man wiederum dem Quran „dicht folgt“ und durch dieses Erheben des Intellektes zu Allah SEINEN Segen und SEIN Wohlgefallen erlangen kann und wodurch das in Sure 3:18 formulierte monotheistische Glaubensbekenntnis „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ glaubwürdig in die Lebenspraxis des dem Quran „dicht Folgenden“ umgesetzt wird sowie die in Sure 96 gestellten Fragen „Siehst du denn, ob er auf dem Weg der Rechtleitung ist? Oder ob er zu demütiger Ehrfurcht auffordert?“ mit einem ehrlichen „Ja!“ beantwortet werden können.

Als Fazit der obigen Ausführungen interpretiere ich die Aufforderung إقرأ iqra´ ergo dahingehend, dass jedes einzelne Individuum, das Interesse daran hat, Allahs Wohlgefallen zu erlangen, indem es SEINE Worte im Quran beachtet und SEINEN Anweisungen folgt, den Quran in dem Sinne zu lesen hat, dass es ihn mit Bedacht und tiefem Nachdenken liest – ihn also quasi studiert – und seine Worte in seinem Intellekt und in seinem Herzen „sammelt“ und seine Bedeutungen in sein tägliches Leben mit dem Ziel, Allah gegenüber in Ehrfurcht demütig zu sein, einfließen lässt.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Danke für die wertvollen Informationen.

Ergänzend hierzu:

Es ist bemerkenswert, dass im ersten Vers der Offenbarung iqra in dieser Reihenfolge verwendet wird, zeigt auch deutlich, dass die erste Anforderung dieser Religion das Lesen ist. Da das erste Gebot „lesen“ ist, lautet die erste Frage am Tag des Gerichts vielleicht „Hast du gelesen?“. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, diesen Befehl ernsthaft zu befolgen und das Notwendige zu tun.

In Bezug auf Salā sagt der Koran deutlich, dass den damaligen Früharabern das Gebet bekannt war (vgl. 8:35), die eine Art Sportgymnastik damals ausübten, was natürlich nicht dem Sinn vom Salā entsprach (übrigens auch heute nicht).

Frage: Wie interpretierst du den Befehl iqra? Konkret: Wurde Mohammed damals eine Art Text visualisiert, damit er liest? Ich habe diesen Befehl immer so verstanden, dass zuerst Basmala und darauf aufbauend der Vers 96:1 offenbart wurde.

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Friede Sue!

Ja, ich denke auch, dass es unerlässlich ist, der Aufforderung إقرأ iqra` zu folgen, also den Quran mit Bedacht und sorgfältig und hinterfragend zu lesen, in diesem Sinne also zu studieren.

Der Islam fokussiert ja auf den Kerngedanken der direkten und engen Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf. Der Mensch trägt den göttlichen Geist in sich (32:9) und Allah ist den Menschen nahe (2:186), sogar näher als dessen Halsschlagader (50:16). Wie diese enge Beziehung vom Menschen zu Allah so aussehen kann, dass Allahs Wohlgefallen hervorgerufen wird, erfährt der Mensch eben aus dem Quran.

Das regelmäßige Beschäftigen mit dem Quran und Beachten dessen, was in ihm steht, führt zu einem Allah wohlgefälligen Leben und zum Verrichten rechtschaffener Werke und zum Unterlassen verwerflicher Dinge. Deshalb heißt es in 29:45: „… Salā hält ja vom unmoralischen Verhalten und Verwerflichen ab, …“ Ein weiterer Grund für Salā ist das Gedenken Allahs (20:14), wozu auch das Reflektieren über die Worte Allahs im Quran gehören kann.

Nach meinem Verständnis bedeutet Salā deshalb, dass man sich täglich an den zwei im Quran festgelegten Zeiten (11:114 und 17:78) mit dem Quran beschäftigt und in diesen Salā-Sessions ferner Allahs gedenkt und unter Anderem auch Dank- und Bittgebete spricht. Dahingehend verstehe ich also die Aufforderung إقرأ . Wir sollen uns in den beiden täglichen Salā-Sessions mit dem Quran beschäftigen und auf diese Weise unsere Beziehung zu Allah pflegen und vertiefen.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Salam,
Gerade stoße ich in Jesaja 40/6 auf „Eine Stimme spricht: Rufe! Da sprach ich: was soll ich rufen?“
Auf hebräisch heisst es: קֹ֚ול אֹמֵ֣ר קְרָ֔א וְאָמַ֖ר מָ֣ה אֶקְרָ֑א
In Umschrift: Qol amer qra w-amar ma äqra? Fällt euch etwas auf? Das ist ziemlich genau der Dialog zwischen Gabriel und Muhammad laut Hadithen, nur dass das ma als Verneinung interpretiert wird statt als Frage.
Ich weiss gerade nich nicht genau, was darauf folgt, ist aber schon auffällig.

Friede, Regine,

und vielen Dank für diesen schönen Hinweis!

Nach meinem Kenntnisstand ist dieser von dir zitierte Verkündungsauftrag an den Propheten Jesaja mit diesem Wortlaut der einzige derart formulierte Verkündungsauftrag im Alten Testament.

Auch im Quran gibt es meines Wissens keine derartige Formulierung. Hingegen wird im Quran mehrmals lediglich erwähnt, dass es die einzige Pflicht des Gesandten Allahs ist, die von Allah empfangene Offenbarung zu übermitteln (etwa 5:92).

Dass es in Hadithen einen ähnlichen Wortlaut wie den in Jesaja 40:6 gibt, kann meines Erachtens ein Hinweis darauf sein, dass es unter den Hadith-Schreibern solche mit Kenntnissen des Alten Testamentes gab und sie diese Kenntnisse für ihre Hadithe verwerteten.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Das ist wirklich eine sehr bemerkenswerte Parallele.

Friede, Nicolas,

eine Parallele würde ich das nicht nennen, weil ich die Situationen, in denen die jeweilige Aufforderung an die beiden Propheten ergangen ist, als vollkommen unterschiedlich betrachte, und zwar aus zwei Gründen.

Erstens: Genauso wie beim Quran sollte man natürlich auch beim Lesen des Alten Testamentes den Kontext beachten. Es gibt vier Teile bei den Jesaja-Kapiteln. Die ersten 39 Kapitel berichten über die Zeit des Propheten Jesaja zur Zeit, als Usija, Jotam, Ahas und Hiskija Könige von Juda waren. Das Kapitel 40 ist der Beginn des zweiten Teils, des sogenannten Deuterojesaja. Zum Deuterojesaja gibt es aber auch die Meinung, dass es sich hier nicht um den Propheten Jesaja (des sogenannten Protojesaja) der Kapitel 1-39 handle, sondern um einen jüngeren Propheten oder um einen Schüler Jesajas. Ob es sich um eine einheitliche Verkündigung eines Propheten handelt oder nicht, ist mithin bei den zeitgenössischen Exegeten umstritten. Sollte es sich bei der Verkündung in 40:6 um eine Verkündigung des Propheten Jesaja der ersten 39 Kapitel handeln, dann steht er jedenfalls im Kapitel 40 nicht am Anfang und nicht in der Frühzeit seiner Prophetenschaft - im Gegensatz zur Sure 96, die dem Gesandten Muhammad zu Beginn seiner Prophetenschaft geoffenbart wurde.

Zweitens: Dem Propheten in 40:6 wird die Aufforderung zur Verkündigung einer ganz spezifischen Prophezeiung erteilt: Zum Zeitpunkt dieser Auftragserteilung zum Verkünden befand sich Juda im Babylonischen Exil. Der Prophet sollte nun die frohe Botschaft verkünden, dass Gott das Volk Juda aus der Gefangenschaft befreien werde, was dann unter dem persischen König Kyros geschah. Im Gegensatz dazu gibt es im Quran in 96:1 die allgemeine Auffforderung „Lies!“ (nicht „Verkünde!“), die ich - wie im meinem Thread eingangs dargelegt - als an jedes einzelne Individuum gerichtet betrachte und unter der ich verstehe, dass mit dem Imperativ „Lies!“ das Lesen respektive Studieren des gesamten Quran gemeint ist.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Bemerkenswerter Beitrag, Danke Dir.

Würde aber gerne deine Ansicht zu meiner oben gestellten Frage wissen wollen, liebe Grüße.

Friede Sue!

Wie ich die Aufforderung إقرأ iqra`

interpretiere, habe ich - glaube ich - schon dargelegt: „Ja, ich denke auch, dass es unerlässlich ist, der Aufforderung إقرأ iqra` zu folgen, also den Quran mit Bedacht und sorgfältig und hinterfragend zu lesen, in diesem Sinne also zu studieren… Wir sollen uns in den beiden täglichen Salā-Sessions mit dem Quran beschäftigen und auf diese Weise unsere Beziehung zu Allah pflegen und vertiefen.“

Deine beiden Folgefragen glaubte ich damit auch beantwortet zu haben. :wink: War aber offensichtlich ein Trugschluss meiner Denkmurmel. Sorry, Sir! Mea culpa! :pensive: Deshalb will ich nachstehend ergänzend dazu noch etwas sagen:

Die Basmala in Sure 96 ist ja kein Vers. Somit gehe ich davon aus, dass die Aufforderung إقرأ iqra` das erste an den Propheten Muhammad geoffenbarte Wort ist, das sich aber nicht nur an ihn, sondern an jedes einzelne Individuum (und damit meine ich nicht nur die Menschen) richtet.

Dass nicht die Basmala zuerst geoffenbart wurde, kann man (muss man aber nicht) meines Erachtens auch daraus ersehen, dass der Aufforderung im ersten Vers die Worte بسم ربك bi-smi-rabbik "im Namen deines Rabb (= dem autarken Urheber und Regulierer der Welten; siehe meinen Thread Al-Fātiha) folgen.

Ich hoffe, dass ich jetzt deine Fragen besser beantwortet habe. In diesem Sinne
Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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