Hadithe und Koran eventuell komptibel?

Salamun aleykum alles zusammen :slight_smile:
Ich recherchiere seit geraumer Zeit was denn genau die richtige Auslegung des Islam ist (habe sunnitischen Background) bzw sein sollte laut dem heiligen Quran. Ich bin sicherlich kein Experte doch Allah sei dank gab er uns Verstand und die möglichkeit Weisheit zu erlangen. Ich bin ebenfalls der Meinung das Hadithe keinen Platz deben dem Quran haben, in dem Sinne, das wir daraus Gebote und Verbote als göttlichen Ursprungs betrachten können vor allem dann nicht wenn diese eindeutig dem Quran widersprechen. Dennoch würde ich diese nicht komplett ablehnen, solange diese mit dem Quran in jedweder Hinsicht harmonisieren, und sie höchstens als empfohlenwert und nicht als Pflicht betrachtet werden. Als Beispiel: das man sich den Propheten als Vorbild nimmt wenn es um das verrichten des Gebtes geht. Den die Art und Weise wie er es vermutlich gemacht hat , worin sich so gut wie jeder einig ist innerhalb der Islamischen Gessellschaft, als Vorbild nehmen kann jedoch es nicht als Pflicht angesehen wird. Und das kann man auf jeden „authentischen Hadithen“ der eine bestimmte Vorgehensweise zeigt anwenden. WIe gesagt solange sie völlig mit dem Quran in jedem noch so kleinen Vers harmonisiert und nicht als Pflicht gesehen wird. WIe denkt ihr darüber??? Vielleicht sollte man eine Reform in den Hadithwissenschaften einführen die sehr viel akribischer und strenger ist mit dem zusätzlichen Kriterium das es sowas wie eine abrogation nicht geben kann/darf und diese nirgends verpflichtend ist und vor allem das es nicht den geringsten Widerspruch geben darf. Solche Hadithe würde ich gutheißen als etwas woraus man Informationen schöpfen kann und eventuell als eine nicht verbindliche einheitliche Ausführung gewisser Praktiken wie zum Beispiel das Gebet. Oder auch einfach als historische Analyse um aufzuzeigen wie man den Islam praktiziert hat, wie es zu den ganzen Spaltungen kam und so weiter. Was haltet Ihr davon würde mich sehr interessieren :slight_smile:

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Friede Truthseeker,

das finde ich dufte, dass wieder jemand zu uns gestoßen ist, der sich um das Streben nach Wahrheit bemüht. Willkommen!

Unter Anderem sagst du „Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Hadithe keinen Platz neben dem Quran haben, in dem Sinne, das wir daraus Gebote und Verbote als göttlichen Ursprungs betrachten können vor allem dann nicht wenn diese eindeutig dem Quran widersprechen“.

Diese deine Aussage möchte ich dahingehend modifizieren, dass ich Hadithe NIE als göttlichen Ursprung betrachte, nicht nur dann, wenn diese eindeutig dem Quran widersprechen. Insofern sehe ich also Hadithe auf einer Stufe mit all den anderen menschlichen geistigen Produkten. Und wenn ich dann hinsichtlich der Qualität respektive des Nutzens für mich Hadithe mit anderen Betrachtungsweisen menschlichen Lebens vergleiche, dann muss ich sagen, dass mir die Beschäftigung beispielsweise mit Aristoteles oder Ibn Ruschd oder Kant oder seriösen Historikern für das Gestalten meines Lebens und für das Erlangen von Erkenntnissen hinsichtlich des Seins des Menschen sinnvoller erscheint als das Beschäftigen mit Hadithen. Zudem gibt es viele Widersprüche in den einzelnen Hadith-Werken.

Dein Beispiel „dass man sich den Propheten als Vorbild nimmt, wenn es um das Verrichten des Gebetes geht. Denn die Art und Weise wie er es vermutlich gemacht hat , worin sich so gut wie jeder einig ist innerhalb der Islamischen Gesellschaft …“ ist für mich nicht überzeugend. So sagst du beispielsweise „…wie er es VERMUTLICH gemacht hat…“ Warum soll ich denn irgendwelchen Vermutungen folgen, wenn der Quran alles klar und deutlich und detailliert erwähnt und wenn noch dazu der Quran davor warnt, Vermutungen zu folgen?! Außerdem gibt es in den Hadithen ganz unterschiedliche „vermutliche“ Handlungsweisen, was sich auch in den unterschiedlichen Meinungen der verschiedenen „Rechtsschulen“ widerspiegelt.

Und last but not least möchte ich erwähnen, dass es meiner Ansicht nach (die auch viele Andere teilen) vom Quran her überhaupt kein rituelles Gebet gibt und schon gar nicht fünfmal täglich. Wenn dich dieses Thema respektive diese Ansicht und deren Begründungen interessiert, dann empfehle ich dir, meinen Beitrag „BEGRIFF صلاة SALĀ IM QURAN“ zu lesen.

Ganz allgemein möchte ich dir Folgendes ans Herz legen:

Wir sind vom Quran selbst dazu aufgefordert, diesen Quran zu studieren und über ihn zu reflektieren. Wie du aus den zahlreichen Beiträgen in diesem Forum erkennen kannst, gibt es eine außerordentlich hohe Vielzahl an Themen im Quran, über die man sich intensiv Gedanken machen und diese mit Anderen austauschen kann. Beispielsweise ist zur Zeit das Thema Sure 18 aktuell, wo in vielen Versen fast jedes Wort eine Menge Stoff zum geistigen Bearbeiten und Verarbeiten liegt. Oder die erste Sure im Quran. Oder… oder… oder… Damit will ich sagen, dass man viel Zeit investieren muss, wenn man sich wirklich ernsthaft mit dem Quran auseinandersetzen und Erkenntnisse aus ihm erlangen will. Unter diesem Aspekt halte ich das Beschäftigen mit Hadithen ehrlich gesagt für absolute Zeitverschwendung.

Aber trotzdem vielen Dank für deinen Beitrag! :slightly_smiling_face: Ich hoffe, dass wir noch viel weitere Beiträge von dir zu lesen bekommen. :wink:

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Salam und herzlich willkommen Truthseeker,
Ich denke, wir sollten etwas entspannter mit dem ThemaHadithe umgehen. Wie Du sagst, man kann sie wie andere menschliche Aussprüche als Anregung nehmen, wenn es passt. Vielleicht sehe ich das ganze auch etwas distanzierter, weil ich nicht in der Tradition aufgewachsen bin hnd daher nicht so sehr unter ihr leiden musste. M.M ist das wichtigste, dass wir die Lehren des Koran beachten und umsetzen, d.h. im Gegensatz zu einigen Hadithen vor allem respektvoller Umgang mit Mitmenschen aller Art. Sämtliche Rituale und Praktiken infrage zu stellen, bleibt natürlich jeder selbst überlassen, aber ich halte das nicht für so zielführend.

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Danke für deine Antwort OASE
Danke auch das du mich hingehend göttlichen Ursprungs der Hadithe korrigiert hast. Ich meinte natürlich das diese gar keinen göttlichen Ursprung haben. Hinsichtlich der Gebete: ich habe deinen Beitrag darüber gelesen und muss echt sagen das ich das gut finde wie detailliert du dich mit dem Wort صلاة SALĀ im Quran beschäftigt hast aber dabei dachte ich zum einen an den Vers 3:7 (Er ist es, der das Buch auf dich herabgesandt hat. Einige seiner Verse sind eindeutig – sie sind die Mutter des Buches –, andere sind mehrdeutig. Doch diejenigen, die in ihrem Herzen verirren, folgen dem, was darin mehrdeutig ist, um Zweifel zu erwecken und um es (nach ihrer Weise) zu deuten. Doch nur Gott kennt dessen Deutung. Und diejenigen, die im Wissen fest gegründet sind, sagen: „wir glauben daran. Alles kommt von unsrem Herrn." Aber nur diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.) Und den anderen Vers konnte ich leider auf die schnelle nicht finden, korrigiert mich wenn ich falsch liege aber der Quran lehrt uns das er uns das Buch leicht zu verstehen gemacht hat. Von daher glaube ich sehr wohl das es verschiedene Bedeutungen geben kann und einige schlüssiger sind als andere, dennoch kann ich mich selbst damit nicht so stark beschäftigen wie du, da ich der arabischen Sprache weder mächtig bin noch über die Bedeutung wie sie damals gebraucht wurden etwas sagen kann muss ich vorerst auf diejenigen zugreifen die darüber die Kompetenz besitzen und verschiedene Übersetzungen miteinander vergleichen. Für mich nach meinem bisherigen Verständnis sind die Verse in denen über „das Gebet verrichten“ geschrieben steht relativ eindeutig und die anderen Deutungsmöglichkeiten die du aufgestellt hast (mich persönlich) nur verwirrt haben und nicht eindeutig festlegbar. Dennoch sollte man jeden Vers im Kontext betrachtet festlegen können wie sie zu deuten sind. Und du meintest auch: „Warum soll ich denn irgendwelchen Vermutungen folgen, wenn der Quran alles klar und deutlich und detailliert erwähnt und wenn noch dazu der Quran davor warnt, Vermutungen zu folgen?!“ Doch auch du vermutest diesbezüglich was es hätte bedeuten können. Was für mich widersprüchlich ist da du auch vermutest und für dich entschieden hast das es kein rituelles Gebet gibt. Was ja an sich ok ist denn jeder muss für sich selbst wissen wessen Bedeutung am Ende am meisten Sinn ergibt wobei der Vers 3:7 dies kritisiert ausser man hat ein fest begründetes Wissen. Außerdem kann ich an deinen Beitrag über Sala und die vielen Antworten feststellen das es zwar immer die vollkommene Wahrheit ist was im Quran steht aber das nicht jeder Vers eindeutig und detailliert sein kann wenn doch Allah selbst sagt das es mehrdeutige Verse gibt, und wie genau definiert man „detailliert“?
An dieser möchte ich anmerken das ich nicht glaube das du Zweifel zu sähen versuchst also verstehe mich da bitte nicht falsch :slight_smile:
Und bezüglich der Hadithe sagst du: „Insofern sehe ich also Hadithe auf einer Stufe mit all den anderen menschlichen geistigen Produkten.“ Dem würde ich insofern zustimmen das sie von normalen Menschen geschrieben worden sind. Aber es besteht auch die Möglichkeit das Hadithe enthalten sind die der Prophet Muhammad saw tatsächlich gesagt haben könnte. Und wenn man diese als eine Biographie betrachtet die natürlich Fehler enthalten, da ich nicht glaube das jemand den Gott als Propheten auserkoren hat solch einen Blödsinn wie das man „Ungläubige töten soll“ ganz sicher nicht gesagt haben kann. Aber was mir sehr einleuchtet ist zum Beispiel der Hadith wo der Prophet gesagt haben soll dass man in Kriegszeiten/Kriegssituationen keine Frauen, Kinder oder arbeitende Menschen töten darf und das man nicht mal ein Baum fällen darf. Sowas finde ich sehr weise und es spiegelt den Glauben wieder. Und aus diesen und weiteren würde ich persönlich den Propheten zwar immer noch als einen Menschen wie du und ich sehen aber ihn nicht auf die selbe Stufe stellen wie einen Immanuel Kant zum Beispiel, jedenfalls auf Hinsicht unseres Glaubens. Denn das Leid das er und all unseren Verstorbenen Brüdern und Schwestern die ihm trotz der Strapazen weiter gefolgt sind und somit auch dem einzig wahren Gott, sollte nicht unerachtet bleiben insofern das wir Ihrer Gedenken. Diese aber nicht zu Übermenschen deklarieren. Und meines Verständnisses nach waren die Aufgaben des Propheten nicht NUR die Offenbarung sondern auch als Ratgeber, Schlichter, Anführer und als Vorbild wie es im Quran steht zu fungieren. Denn nirgends im Quran steht das wir den Propheten NICHT als Vorbild nehmen sollen, es steht nur das niemand wirklich niemand in Bezug auf dogmen, Pflichten, Verbote/Gebote, Änderungen im heiligen Quran vornehmen darf. Und wenn man nach diesem Kriterium aussortiert was der Prophet gesagt und getan haben soll dann können wir den Pflichten die uns durch Allah im Quran auferlegt worden sind vollends nachgehen können. Denn es steht zum Beispiel mitnichten im Widerspruch wenn wir uns einen Menschen als Vorbild nehmen den ich als den ersten und den besten unter aller Muslime bezeichnen kann, den Propheten Muhammad saw. Und mit aussortieren meine ich jegliches was dem Quran im Widerspruch steht wie Pflichten die uns nur Allah selbst auferlegen kann und nicht die Anwednung gewisser Ausübungen. Daher auch mein Apell das man die Hadithe sehr viel akribischer prüft und die angeblichen Pflichten und Verbote…etc weglässt die im Quran nicht stehen sondern nur die übernimmt die uns Weisheit geben können im Bezug auf unseren Glauben.
An dieser Stelle entschuldige ich mich für meine eventuell nicht ganz so gut sortierte und chaotische Antwort da ich viel hin und her gesprungen, so jedenfalls mein Empfinden :slight_smile:

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Salam Regine :slight_smile: danke für dein herzliches Willkommen so Gott will kann ich durch andere Ansichten mein Verständnis und Weisheit mehren.
Bin auch deiner Meinung das man da vorsichtig sein sollte vor allem in Bezug auf Menschen jeglicher Art verachtende Hadithe. Ich selbst hab solche immer abgewiesen weil sie einfach ein Widerspruch sind da können andere noch so viel „abrogieren“. Und die Artikel sowie das Buch von Kerem abi haben mir sehr gefallen und mir die Augen geöffnet. Ich hatte sogar Allah um Hilfe gebeten das er mich auf den rechten Weg leitet weil ich selbst nicht mehr wusste was jetzt wahr ist oder nicht und somit bin ich auf alrahman.de gestoßen. Allah sei Dank. Auch wenn ich kein ich sag mal „hardcoreliner“ im Bezug auf alle Hadithe ohne Ausnahme abzulehnen. Das Verse die zwar auch selbst erklärend sind nochmals verdeutlichen wie zum Beispiel das der Prophet gesagt haben soll das man seiner Frau weder Physischen noch Psychischen Schaden zufügen darf. Zu der selben Erkenntnis kommt man auch wenn man den Quran liest und versteht. Aber selbstverständlich gibt es auch welche die auf keinen Fall vom Propheten stammen können vor allem nicht die die nur zu Zweifel, Zwiespalt, Diskrimination, Spaltung und Hass führen.
Also von daher können unter bestimmten Gesichtspunkten diese auch zielführend sein. Aber natürlich nicht alle.

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Welcome Truthseeker :grinning:

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Danke :slight_smile: freut mich dabei sein zu können

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Vielen Dank, Truthseeker, für deinen umfangreichen Kommentar, der auch einer umfangreichen Antwort bedarf, zu der ich momentan allerdings leider nicht die dazu notwendige Zeit zur Verfügung habe, weshalb ich dich um Geduld bis zum Wochenende bitte.
Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Hallo @Truthseeker

Sicherlich wird @OASE noch auf deinen Beitrag genauer antworten.

In deinem Beitrag fällt mir nur auf, dass du stets auf den einen Propheten Bezug nimmst, obwohl der Koran eine Ungleichbehandlung der Gesandten durch Menschen eindeutig verbietet. Folglich sind alle Gesandten gleich zu behandeln, auch wenn manch einer besondere Stufen bei Gott hat (bspw. fällt mir hier Jesus ein, der als einziger von allen anderen sündenfrei war).

Einerseits kann ich deine Betrachtungsweise auch nachvollziehen. Ich nehme an, dass du ähnlich wie ich durch die türkisch, sunnitische Gemeinschaft diesbezüglich Einflußnahmen hattest bzw. noch hast.

Das Problem bei Hadithen ist aber ein anderes, nicht nur, dass sie erst >200 Jahre später geschrieben bzw. fabriziert wurden, sondern auch der Koran sich selbst als „ahsenel hadis“ bezeichnet → „en güzel hadis“ (vgl. 39:23). In dem Moment, wenn auf externe Quellen zugegriffen wird, ist auch die Gefahr groß, dass das Wort Gottes nicht als vollständig und komplett betrachtet wird. Wieso dann die Zeit mit Hadithen vergeuden, wenn Gottes Wort doch das schönste ist?

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Nicht nur das schönste, sondern auch das zeitfüllendste …

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Hallo Sue

Also was die Gesandten angeht, klar selbstverständlich sehe ich keinen höher oder besser als den anderen der Unterschied liegt in der Offenbarung. Moses kam mit der Thora und Jesus mit dem Evangelium und Muhammad kam mit dem Quran den wir heute als die einzig unverfälschte Offenbarung sehen die natürlich im Endeffekt dieselbe Botschaft hat wie Thora und Injil jedoch an sich ein Unikat im Hinblick darauf das der Quran selbst ein Wunder ist. Und es als einizges von Allah beschützt wird. Insofern ist Muhammad nicht der beste aber der letzte und derjenige der den Quran offenbarte. Was ihn also von den anderen Gesandten unterscheidet.
Da liegst du richtig, ich komme aus dem sunnitischen und hab mich erstmals als ich mich mit dem Islam wirklich auseinander gesetzt hatte mir sunnitische Videos und Artikel angesehen aber keine salafistischen die waren mir immer irgendwie zu politisch und rassistisch und ich muss sagen das mir einiges gefallen hat wie die Wunder des Qurans und seine Unverfälschtheit habe mir gerne Debatten angesehen gegen Islamkritiker. Also falls es jemanden Interessiert es finden sich sehr interessante Präsentationen dazu wie Wunder des Qurans seine Unverfälschtheit oder auch interessant das Muhammad in Jesaja 42 in der Bibel prophezeit wurde. Als so kam ich am Ende auch zu AlRahman da ich mir schon immer dachte solche blödsinnigen Hadithe können doch niemals als wahr angenommen werden obwohl sie eindeutig dem Quran widersprechen. Naja so viel zum Weg hierhin Gott sei dank.
Hmm ich glaube das man Hadithe am besten keine Hadithe nennt denn ansonsten hat es immer diesen Beigeschmack das er direkt abgelehnt wird. Ich sehe diese höchstens als eventuelle Kommentare und Weisheiten. Zum anderen frage ich mich zum Beispiel beim Thema Gebet was hätte ich getan wenn ich zur Zeit der Offenbarung anwesend gewesen wäre. Ich hätte den Propheten vermutlich gefragt: „O Gesandter, Allah verpflichtet uns zum Gebet zu bestimmten Zeiten und auf eine bestimmte Art und Weise. Wie verrichtest du das Gebet?“ Dann würde ich ihm zusehen und mir denken ah ok so kann man das also machen dann mach ich das auch mal so der wird das schon richtig machen. So haben sicherlich nicht wenige gedacht. Was ja an sich nicht schlimm ist aber auch keine Pflicht denn nirgends steht das wir ihn imitieren sollen. Aber bezüglich der Hadithe ist das Gebet ja noch das geringste Übel sag ich mal. Was Buchary da sonst noch für ein Blödsinn angerichtet hat steht außer Frage.
Und was dachte sich der Verfasser von Sahih Muslim als der den Hadithen vor sich hatte den er als authentisch eingestuft hat wo der Prophet Muhammad (angeblich) gesagt hat das das verfassen von Hadithe verboten ist und das man nur dem Quran folgen soll. In dem Moment hätte er ja eigentlich sämtliche Hadithe verbrennen müssen oder ein weiteres Kriterium hinzufügen sollen das nur Vers bestätigende und historisch interessante Erzählungen aufgenommen werden. Am besten aber nur Vers bestätigende und nicht welche die diese angeblich abrogieren. Eine Perversion meiner Meinung nach das man auf die Idee kommt jemand könnte das Wort Allahs als ungültig erklären.
Und ich sehe es ganz genau so, es gibt nichts schöneres als Rezitationen aus dem Quran, seine Weisheiten, die Wunder in Ihr und das der allmächtige unser Schöpfer der barmherzige uns wissen lässt das es ihn gibt. Nichts kommt an den Quran dran. Und wird es nie.

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Selam Truthseeker
Dem lebenden Propheten der etwas zur Religion äussert folgen ist das eine und für uns leider nicht mögliche, aber Hörensagen folgen, wo wir doch nicht anwesend waren ist etwas völlig anderes.
Der Prophet äusserte sich zur Religion nur über das, was ihm eingegeben wurde und niemals aus eigenem Antrieb. Deswegen geht es ihn Ordnung für die Leute die zu seinen Lebzeiten ihm gehorcht haben und gefolgt sind. Wir können nur Vermutungen folgen, ob er etwas wirklich gesagt oder getan hat können wir nicht wissen, da wir nicht anwesend waren.

Selam

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Selam Hajridin
Ich denke persönlich nicht das wir das überhaupt machen müssten ob es nun möglich wäre oder nicht. Man kann zwar nie zu hundert Prozent wissen was er tatsächlich gesagt oder getan haben soll aber wenn wir wissen was im Quran steht und was er uns lehrt dann können wir auch(ungefähr) wissen was der Prophet wusste in Bezug auf den Islam. Warum müssen historisch interessante „Fakten“ und Weisheiten zu hundert Prozent beweisbar sein, sind sie heutzutage ja auch in anderen Bereichen nicht. Aber man kann diese gesammelten Informationen in gewisser Maßen rekonstruieren. Sie zwar niemals als eine unbestreitbare Wahrheit betrachten aber darum geht es ja nicht. Also meiner Meinung nach.

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بِسْمِ اللّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ

34:50 Sag:„Wenn ich irregehe, dann ganz zu meinem Schaden. Wenn ich aber geführt werde, dann durch das, was mir mein Herr offenbart.“ Er hört und ist nahe.

(Zirker)

Gott hat in diesem Vers dem Propheten aufgegeben zu sagen, dass er unfehlbar in der Überlieferung der Botschaft ist, aber Fehler begehen könnte, wenn es um seine eigene Meinung und Hadith geht.

Trotz dieser Bestätigung und weiteren sechs Vorkommnissen im Koran (vgl. 8:67; 8:68; 9:43; 9:113; 9:114; 33:37; 66:1 und 80:1-11) wird leider von Einzelnen Muhammed idolisiert, und wie oben bereits ausgeführt, ist die Gefahr damit anhaftend, dass damit angenommen wird, dass er unfehlbar sei.

Die wichtigste Pflicht des Gesandten ist letztendlich die Verkündung der Botschaft Gottes, vgl. 5:92; 5:99, 16:35, 16:82, 24:54, 29:18, 42:48, 64:12.

So auch Mohammad als einer von den im Koran namentlich erwähnten 27 Propheten, die allsamt zugleich Gesandte waren, deren Namen übrigens von Adam den Engeln gegenüber aufgezählt worden sein müssten (vgl. 2:33).

Die Anhänger von Hadith und Sunna sind sehr gut darin, sie zu ignorieren. Sie sehen nicht 6:19, 7:3 und 50:45, die besagen, dass die einzige Lehre, die der Gesandte Gottes überbrachte, der Koran war.

Sie hören nicht die Beschwerde von Mohammed über sein Volk, vgl. 25:30. Wehe denen, die die Schrift mit ihren eigenen Händen schreiben und dann sagen: „Das ist von Gott“, damit sie dafür einen allzu wenigen Preis erzielen. Siehe auch 2:79.

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Genau da gehst du aber in die Falle. Denn durch die Autorisierung der Ahadith kannst du gleich die Quellen benutzen, die den Koran „erklären“ ihn aber so in Wirklichkeit entstellen. Lies doch einfach die Abrogations-Hadithe, lies die Hadithe zu 2:62 usw. - das entstellt einfach den Koran.

Sobald du Ahadith eine Autorität gibst, steckst du mitten im Sumpf und sinkst langsam rein. Was du für unlogisch hälst oder falsch wird ein anderer toll finden und wird dir zurecht (!) vorwerfen, dass du schlichtweg „liberal“ bist.

Der Koran erklärt alles in der Religion (16.89, 12:111) ist ausführlich detailliert (zB 6:114)
und duldet keine weiteren Quellen (5:101). Willst du deine Religion richtig ausleben, dann halte dich an die Bibel (2:62) und an den Koran wie es im Koran steht. Du wirst dein Leben lang mit Gottes Schriften genug zutun haben, warum willst du dich da mit unerlaubten Schriften abgeben?

Ich weis vollkommen was du meinst und da gebe ich dir und anderen auch recht. Deswegen erkenne ich die Autorität der Ahadith auch nicht an. Aber was falsch und was richtig ist liegt nicht an mir. Wenn du mir zb sagst: „Hey als Muslime respektieren wir jeden und jede Religionsgemeinschaft“ dann sag ich nicht das ist richtig oder falsch nur weil ich das so empfinde sondern weil der Quran das selber lehrt und ich selber nachlesen kann. Also heisst welchen Ahadith ich als möglich betrachte oder nicht sehe ich daran das das gleiche auch im Quran steht und nicht weil es mir gefällt. Aber dadurch gebe ich persönlich den Ahadith ja keine Autorität. Wenn es andere machen dann würde ich im erklären so wie ihr alle auch hier das Ahadith nicht den Islam bestimmen sondern nur der Quran. Und das sehe ich auch irgendwo als die Aufgabe eines jeden Muslimen aufzuklären. Wenn jemand seine Weisheiten und seine Kommentare zum Quran niederschreibt und einigen hilft tiefer in das Verständnis des Qurans einzutauchen dann ist dies ja nur ein Impuls oder ein Anstoß. Dadurch wird dieser ja nicht zur Autorität. Und aus der gleichen Brille sehe ich Ahadith.

Friede Truthseeker!

In deinem Kommentar an mich hast du verschiedene Themen angesprochen. Ich bin der Meinung, dass allein schon wegen der Komplexität dieser Themen jedes Thema in einem besonderen Thread angesprochen und erörtert werden sollte.

Was also den Vers 3:7 betrifft, so habe ich heute einen neuen Artikel zu diesem Thema gepostet, wo du meine diesbezügliche Ansicht lesen kannst. Des Weiteren habe ich ein „Update“ zu meinem Artikel „Was bedeutet Tora?“ gepostet.

Ich finde es immer wieder schade und bedauerlich, dass so viele Muslime keinerlei Kenntnisse des Arabischen besitzen - und seien es nur Grundkenntnisse, die es erlauben würden, beim Quran-Studium zweisprachige arabische Wörterbücher zur Unterstützung des Verständnisses zu konsultieren. Das erste geoffenbarte Wort aus dem Quran lautet إقرأ iqra` „Lies!/Studiere!“ Davon verstehe ich, dass wir den Quran im Sinne von Studieren lesen sollen. Der Quran ist nun aber mal der arabische Text. Deshalb betrachte ich es als persönliche Pflicht für mich, sich Arabisch-Kenntnisse anzueignen. Eine diesbezügliche Entscheidung will ich zwar jedem selbst überlassen, aber es sei mir doch erlaubt, zumindest doch eine starke Empfehlung zum Erlernen des Arabischen an alle auszusprechen, die sich intensiv mit dem Quran beschäftigen wollen.

Was den Punkt der Vermutungen angeht, so bin ich mir nicht dessen bewusst, dass ich hinsichtlich dessen, dass es kein rituelles Gebet gibt, einer Vermutung folge. Ich habe recherchiert und mir verschiedene Quran-Verse angesehen und bin zu der festen Überzeugung gelangt (wie eine ganze Reihe anderer Muslime übrigens auch), dass aus dem Quran kein rituelles Gebet ableitbar ist. In meinem zweiteiligen Artikel habe ich das ausführlich begründet. Wenn dich meine „Deutungsmöglichkeiten irritiert“ haben, dann kann das vielleicht daran liegen, dass ich mich nicht akkurat genug ausgedrückt habe, oder auch daran, dass du aus irgendwelchen Gründen meine Schlussfolgerungen nicht nachvollziehen kannst. Jedenfalls möchte ich dich bitten, mir konkret mitzuteilen, „wo es hakt“, aber bitte bei meinem Thread über Salā. Ich bin gern bereit, mich mit deinen Argumenten und deinen „Deutungsmöglichkeiten“ auseinanderzusetzen.

Und ja, du hast Recht, wenn du sagst, dass ich keinen Zweifel säen will. Ich möchte nur das an Wissen weitergeben, was ich mir angeeignet habe, und es zur Diskussion stellen - wohl wissend, dass es auch Fehler oder Mängel in meinen Ausführungen geben kann, hinsichtlich derer ich über jeden Hinweis dankbar bin. Ich bin bei berechtigten Einwänden stets bereit, mich selbst zu hinterfragen. In diesem Sinne sind viele meiner Beiträge auch lediglich als Vorschläge zu verstehen, mit denen ich Denkanstöße geben möchte. Jemandem etwas aufzuzwingen liegt mir vollkommen fern.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Friede Hajridin!

Gestatte mir bitte, dass ich deinen zitierten Satz etwas korrigiere.

Ja, wir können zwar nur Vermutungen folgen, ob der Prophet Muhammad wirklich etwas gesagt hat, aber das betrifft eben nur das, was uns die sogenannten Hadith-Überlieferer präsentieren.

Im Quran finden wir hingegen echte „Hadithe“, also Aussagen des Propheten Muhammad, nämlich überall dort, wo es im Quran an den Propheten Muhammad gerichtet heißt: قل qul! „Sag!“ Auf diese Weise finden wir im Quran mehrere hundert „Hadithe“, die eben durch den Quran autorisiert und damit authentisch sind. Der Quran ist ja der „beste Hadith“ (39:23).

Stimmst du mir zu?

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Selam Eddy
Deine Aussage: „Willst du deine Religion richtig ausleben, dann halte dich an die Bibel (2:62)“
Also falls du meinst wir hätten uns auch an den unveränderten Injil (Evangelium) halten können zusätzlich zum Quran dann hast du nicht ganz Unrecht. Aber das gleiche wie für Hadithe gilt auch für die Bibel(ungefähr). Da wir keine originalschriften besitzen und nur Kopien von Kopien von Kopien der Bibel besitzen und das sind dann auch nur Übersetzungen. Schwierig. Vor allem sind vieles davon nur Hören Sagen und Augenzeugenberichte von seinen Jüngern und anderen die danach kamen. Aber das wäre ein anderes Thema. Also an der Stelle nur eine kleine Korrektur.

Selam Oase

genau das wollte ich damit sagen, anstatt Vermutungen von irgendwelchen unsicheren Überlieferungen zu folgen, einfach nur dem Hadith=Koran folgen. Anders wäre es zu Lebzeiten eines Propheten, wenn er eine Äußerung zur Überlieferung tätigen würde, wäre ihm natürlich direkt zu folgen.
Diese Möglichkeit bleibt uns jedoch verwehrt und deswegen Koran folgen und dem was mit dem eigenen Gewissen vertretbar ist und nicht irgendwelchen Vermutungen. Wenn man sich für etwas rechtfertigen soll, ist es besser man hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt als zu sagen, das habe ich getan weil XY es gesagt hat und ich ihm blind gefolgt bin obwohl ich es nicht verstanden habe oder sogar ein schlechtes Gewissen dabei hatte.

Selam

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