Hat Aysha bint Abu Bakr mit neun Jahren mit Prophet Mohammed die Ehe vollzogen?

Hallo / Salam alle zusammen,

ich frage mich, ob Aysha bint Abu Bakr wirklich mit neun Jahren die Ehe mit Prophet Mohammed vollzogen hat.

Aus Wikipedia habe ich das:

„Der Gesandte Gottes heiratete mich im Monat [Schawwal] im zehnten Jahr der Prophetie, drei Jahre vor der [Auswanderung] als ich sechs Jahre alt war. Der Gesandte Gottes wanderte aus und kam in Medina am Montag, den 12. [Rabīʿ al-awwal, an und veranstaltete mit mir die Hochzeit im Monat Schawwal, acht Monate nach seinem Auszug. Die Ehe vollzog er mit mir, als ich neun Jahre alt war.“

– Ibn Saad: Das Klassenbuch. Hrsg. Carl Brockelmann, Brill, Leiden 1904, Band 8, S. 39, 25–40, 4; siehe auch ebd. 40, 8–13; 40, 25–27[8]

Mit Ehe vollziehen ist ja gemeint:

Der Vollzug der Ehe (auch Ehevollzug) gehört in der [christlich]-[abendländischen] Tradition nach der [Trauung] zur [Schließung] einer [Ehe] und bezeichnet den ersten [Geschlechtsverkehr] nach der Trauung.

Heißt das, Prophet Mohammed hatte mit Aysha Geschlechtsverkehr, als sie neun Jahre alt war?

Würde mich über eine Antwort freuen.

Danke

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Wie du vielleicht wissen solltest ist die göttliche Schrift die einzige Quelle und die Befolgung anderer Quellen als die göttliche Schrift ist gleichzusetzen wie mit der Zuschreibung einer Teilhaberschaft, vgl. 6:19; 17:39.

Der Koran ist der einzige „Hadith“ (arabisch حديث, türkisch: hadis, „Erzählung“, „Bericht“, „Mitteilung“, „Überlieferung“), der zu befolgen ist, vgl. 39:23.

Oder habt ihr etwa ein Buch, in dem ihr studiert, so dass ihr danach alles erhalten sollt, was ihr wünscht?, vgl. 68:37; 68:48.

Es kommt als Offenbarung vom Herrn der Welten, vgl. 10:37; 32:2. Er ist der Lehrer des Korans (vgl. 55:2) und nur dem Lehrer des Korans obliegt es dessen Bedeutung darzulegen, vgl. 75:19.

Was sagt nun der Koran zum Heiratsalter?

Aus 4:6 ist ersichtlich, dass ein notwendiges Heiratsalter existiert.

24:58 hingegen spricht von der Reife. Darauf stützend sprechen die Verse 6:152; 17:35 wiederum davon, dass erst, wenn ḥattā yabluġa vorliegt, die Vermögensgüter der Waisen zurückgeführt werden müssen, was impliziert, dass erst in diesem Alter die Ehefähigkeit (Heiratsalter) besteht.

Aus biologischer Sicht ist festzustellen, dass ḥattā yabluġa im Hinblick auf vollständige Erfüllung geistiger Funktionen erst ab 25 Jahren angenommen werden kann.

Ich möchte dies anhand einiger Artikel dokumentieren:

„Bis vor nicht allzu langer Zeit glaubte man noch, dass das Gehirn mit der Pubertät schon vollständig entwickelt sei. Erst vor einigen Jahren haben Neurowissenschaftler herausgefunden, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil: Während der Jugendphase finden im Gehirn bedeutende Veränderungen und Entwicklungen statt, die sich auf die kognitiven Fähigkeiten von Jugendlichen auswirken.“

„(…) Die größte Hirnstruktur des Menschen ist der Stirn– oder Frontallappen – er nimmt den gesamten vorderen Teil des Cortex bis zur Zentralfurche ein. Viele Autoren verorten hier die höheren geistigen Funktionen des Menschen, manche bezeichnen ihn gar als den Regisseur im Gehirn, als Träger unserer Kultur und überhäufen ihn mit weiteren Superlativen. Und tatsächlich, obwohl große Bereiche des Frontallappens motorische Aufgaben haben, wird dessen vorderster Bereich, der präfrontale Cortex – kurz PFC – immer wieder im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit, Nachdenken, Entscheidung und Planung genannt und gilt als Sitz der Persönlichkeit. Bei solch gewichtigen Funktionen wundert es nicht, dass der PFC die Struktur im menschlichen Hirn ist, die am meisten Zeit für ihre Entwicklung braucht: bis zu 25 Jahre dauert es, bis er völlig ausgereift ist. (…)“

https://www.dasgehirn.info/grundlagen/anatomie/der-frontallappen

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Hallo,
sue hat schon erwähnt, dass ein Heiratsalter existiert. Ich bin auf einen sehr guten Blog-Artikel gestoßen, der darlegt, dass alle Heiratswilligen eine gewisse Reife haben müssen, damit sie eine Ehe eingehen können. Unter anderem sind wesentliche Punkte zu erfüllen:

  1. Körperliche und geistige Reife der künftigen Ehepartner.
  2. Geschäftsfähigkeit (Beide künftige Ehepartner sind imstande, einen Vertrag zu unterzeichnen).
  3. Künftige Ehepartner sind finanziell abgesichert.
  4. Zustimmung zur Ehe muss von den beiden allein kommen.
    Hier der Blogartikel zum Lesen: Child marriage violates the Quran | Lamp of Islam

Der Artikel beweist eindrücklich, dass Kinderehen koranisch/islamisch verboten sind.

Zurück zu der Frage: Wenn Mohammed eine Aischa - die nirgends im Koran erwähnt wird - mit ihren sechs Jahren geheiratet hätte, dann würde Mohammed gänzlich gegen die Gesetze des Korans verstoßen. Diesen und alle andere Hadithe kann man guten Gewissens verwerfen, da diese dem Koran widersprechen und keine Legitimität haben. Im Klartext: Der Hadith ist eine Lüge und die Aischa vollzog die Ehe mit ihm nicht.

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Hallo Sul und willkommen im Forum und vielen Dank für deinen Link zu Lamp of Islam!

Nach einem ersten Blick auf Lamp of Islam habe ich den Eindruck, dass es sich um sehr interessantes Material handelt, das beim Studium des Quran sehr hilfreich und nützlich sein kann.

Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft noch viele interessante Beiträge von dir zu lesen bekommen.

Salām und Shalom!
Gunnar :green_heart:

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Friede Sue und danke für deinen lehrreichen Beitrag hinsichtlich der Entwicklung der exekutiven Funktionen!

Was die Beweisführung für ein heiratsfähiges Alter betrifft, so frage ich mich allerdings, warum in 4:6 und in 6:152 und in 17:34 ausdrücklich auf die Waisen Bezug genommen wird. Warum wird nicht die Allgemeinheit angesprochen? Und ich frage mich auch, ob es ohne weiteres Elaborieren für eine Beweisführung legitim ist, in diesem Fall vom Speziellen auf das Allgemeine zu schließen.

Dass Kinderehen nicht legitim sind, kann man hingegen etwa aus 4:3 schließen, wo hinsichtlich des Heiratens ausdrücklich von Frauen (النساء nisā`) gesprochen wird und nicht von Mädchen.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Danke für eure Antworten,

ich stimme dem wissenschaftlchen Aspekt bedingungslos zu und schätze euer reiches Hintergrundwissen.

Aber was mir nicht gefällt ist, dass ihr historische Fakten, wie z.B. die Existenz von Aysha anzweifelt, sowie die Seriösitität von historischen Quellen, nur weil es aus dem Koran nicht eindeutig hervorgeht.

Das von mir genannte Zitat stammt vom Historiker Muhammad Ibn Saad, dessen Prophetenüberlieferungen von Hadith-Kritikern und Traditionalisten als glaubwürdig angesehen werden. Ibn Saad studierte auch die koranischen Lesearten und sollte sich damit eigentlich sehr gut mit dem Koran ausgekannt haben. Seine Überlieferungen beruhen auf die historischen Angaben von Ibn Ishaq Ibn Ishāq – Wikipedia

Ibn Ishaq war ein

muslimischer Geschichtsschreiber, der zum ersten Mal die [Hadithe] und Dokumente über das Leben des Propheten [Mohammed] in einem Buch mit einer durchdachten Struktur und Kapiteleinteilung zusammenstellte. Dieses Buch, das nicht im Original erhalten ist, sondern nur in späteren Rezensionen, Bearbeitungen und Auszügen, ist eine der wichtigsten Quellen für die frühe [Geschichte des Islam] und diente als Modell für alle späteren biographischen Werke über den Propheten.

Nehmt es mir nicht übel, aber ich finde es schon fragwürdig, wenn man all diese islamwissenschaftlich anerkanneten Quellen einfach vernachlässigt.

Es ist unbestreitbar so, dass eure Interpretation des Islams sehr fortschrittlich, modern und humanistisch ist. Aber die Frage ist: Stimmt das mit den wissenschaftlich anerkannten Angaben zum Leben des Prppheten überein? Oder ist es eine völlige Neuinterpretation, welche sich jedoch historisch nicht ausreichend stützen lässt?

Ich würde mich freuen, wenn ihr noch auf diese Frage eingehen könntet.

Salam!

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Friede teccwan!

Was mich betrifft - und ich glaube, das gilt auch für die beiden weiteren Beitragleistenden in diesem Thread -, so werden historische Fakten nicht grundsätzlich angezweifelt, sondern nur dann, wenn sie mit den Buchstaben oder mit dem Geist des Islam nicht übereinstimmen respektive ihnen zuwiderlaufen. Dass Aischa den Propheten Muhammad mit sechs oder neun Jahren geheiratet haben soll, widerspricht dem aus dem Quran hervorgehenden Verbot von Kinderehen. Die Existenz von Aischa wird damit nicht in Frage gestellt.

Du hast selbst erwähnt, dass das Buch von Ibn Ishaq im Original nicht erhalten ist und dass es nur spätere Rezensionen, Bearbeitungen (!!) und Auszüge gibt. Da tauchen meines Erachtens aus wissenschaftlicher Perspektive schon berechtigte Zweifel an der Authentizität auf. Und was die sogenannten Hadithe betrifft, die erst 200 Jahre nach dem Leben des Propheten Muhammad verfasst wurden, so hat ja Sue oben bereits aussagekräftige Anmerkungen geschrieben.

Ich hoffe, dass du uns auch weiterhin mit deinen Beiträgen und Anmerkungen (die ich im Übrigen überhaupt nicht übel nehme :slightly_smiling_face:) erhalten bleibst!

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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@OASE Friede mit Dir. Vielen Dank für dein Feedback. Ich schätze deine Feedbacks sehr.

Die Schlussfolgerung ergibt sich m.E. argumentum a fortiori aufgrund dieser Verse: Die Ehe ist nicht nur eine Beziehung, die mit gegenseitiger Liebe und Fürsorge ist (vgl. 30:31), zugleich führt sie auch dazu, dass Rechte und Pflichten begründet werden, vgl. 2:229 iVm Chulʿ (arabisch: خلع, türkisch: muhâlea (hul’), deutsch: „Entschädigung“) zu Lasten der Frau 4:4 sowie spiegelbildlich in Bezug auf den Mann aus 4:19.

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Friede Sue!

Hinsichtlich deiner dankend erhaltenen Lorbeeren: Ich stehe in deinem Schatten! :relaxed:

Was die Beziehung auf der Grundlage gegenseitiger Liebe und Fürsorge betrifft, so meinst du sicher 30:21 (nicht 30:31) :wink:.

Ich hab kein Problem, aus dem Quran das Verbot der Kinderehe abzuleiten. Nur was das Heranziehen von 4:6, 6:152 und 17:34 als Beweis für einen generell geltenden Schluss betrifft, so sag ich als Berliner: Ick kieke, staune, wundre mir! Warum wird dreimal ausdrücklich nur auf die Waisen Bezug genommen und nicht die Allgemeinheit erwähnt? :thinking:

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Nun, du leitest das Verbot der Kinderehe aus 4:3.

4:3 Und wenn ihr fürchtet, den Waisen gegenüber nicht gerecht zu handeln, so heiratet von den Frauen, was euch gut dünkt – zwei, drei oder vier! Und wenn ihr fürchtet, ihnen nicht gerecht zu werden, dann nur eine oder was ihr an Sklavinnen besitzt! So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden. (Bobzin)

Problem ist wann ist ein Mädchen eine Frau und ehemündig?

Wenn allein auf die Menstruation abgestellt wird, darf ich ausführen, dass heutzutage ein junges Mädchen seine erste Regel im Alter zwischen 10 und 16 Jahren hat. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 12,5 Jahren.

Oder wann beginnt die Ehemündigkeit?

EDIT:
Mir ist schon klar, dass die Bildung von Analogien heikel sein kann. Ich glaube, du willst darauf aufmerksam machen. Im Moment sind mir auf Anhieb aber diese Verse eingefallen; müsste mich daher damit noch weiter beschäftigen.

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Hallo Sue,

deine Frage „Wann ist ein Mädchen eine Frau und ehemündig?“ hast du - wenn ich dich richtig verstanden habe - oben schon selbst beantwortet, indem du in deinem vorangegangenen Beitrag geschrieben hast:

Was sagt nun der Koran zum Heiratsalter?

Aus 4:6 ist ersichtlich, dass ein notwendiges Heiratsalter existiert.

24:58 hingegen spricht von der Reife. Darauf stützend sprechen die Verse 6:152; 17:35 wiederum davon, dass erst, wenn ḥattā yabluġa vorliegt, die Vermögensgüter der Waisen zurückgeführt werden müssen, was impliziert, dass erst in diesem Alter die Ehefähigkeit (Heiratsalter) besteht.

Aus biologischer Sicht ist festzustellen, dass ḥattā yabluġa im Hinblick auf vollständige Erfüllung geistiger Funktionen erst ab 25 Jahren angenommen werden kann."

Und ḥattā yabluġa verstehe ich dahingehend, dass man nun aus biologischer Sicht von einer Frau und nicht mehr von einem Mädchen respektive von einem Kind sprechen kann und dass die erste Regel nicht das entscheidende Kriterium für ḥattā yabluġa ist, wobei ich aber einräumen muss, dass nicht nur das Alter der ersten Regel, sondern auch die Entwicklung geistiger Funktionen unterschiedlich sein kann. Wenn man also sagt, dass die erste Regel im Allgemeinen zwischen 10 und 16 Jahren auftritt, dann denke ich, dass auch die Entwicklung der geistigen Funktionen möglicherweise schon vor Vollendung des 25. Lebensjahres abgeschlossen sein kann. Immerhin eröffnet der deutsche Gesetzgeber die Möglichkeit der Eheschließung bei Eintritt der gesetzlichen Vielleicht findet man im Quran auch wegen der unterschiedlichen biologischen und geistigen Entwicklung der Menschen kein konkretes Alter für Begriffe wie Heiratsalter, Volljährigkeit, Rechtsfähigkeit oder Geschäftsfähigkeit.

Deinem Hinweis, dass die Bildung von Analogien heikel sein kann, stimme ich zu. Da jedoch der Quran für alle Zeiten gilt und sich die Zeiten respektive deren Gegebenheiten teilweise enorm ändern und auch neue Tatbestände auftauchen, kommt man meines Erachtens wohl zuweilen nicht umhin, auf Analogieschlüsse zurückzugreifen. Ein Verbot von Analogieschlüssen im Quran ist mir zudem nicht bekannt. Hier wird also wieder einmal auf das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Individuums abgestellt - Verantwortung gegenüber sich selbst und Verantwortung gegenüber Anderen.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Leider zeitlich derzeit sehr eingespannt, daher die verspätete Antwort.

Solange im Endergebnis eine Einigkeit über Verbot der Kinderehe besteht ist es unerheblich über welche Hausnummer (du siehst den Verbot aus 4:3 siehe Hat Aysha bint Abu Bakr mit neun Jahren mit Prophet Mohammed die Ehe vollzogen? - #5 von OASE , ich wiederum sehe das nicht als allein ausreichend an: Hat Aysha bint Abu Bakr mit neun Jahren mit Prophet Mohammed die Ehe vollzogen? - #8 von sue → spätestens ab dem 25 Lebensalter, Stichwort: Geschäftsfähigkeit und Reifeentwicklung) die Herleitung begründet wird.

(in Bezug auf Sura 12 bestehen bei mir derzeit einige Verständnisschwierigkeiten und Fragen, die ich hier im anderen Beitrag bald veröffentlichen möchte; hoffe auf dein Feedback, lg, selam)

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Friede Sue,

ich bin auf eine interessante Aussage gestoßen: Es soll ein seltenes Manuskript im Istanbuler Museum geben. Der dies Zitierende sagt:

„Kitab-e-Dalail-e-Nabawwut Syedna Muhammad (S), by Abdul Jabbar Qaramati, written 150 years before Tabari, the first ever ‚canonized‘ historian who was quoting Bukhari. Aisha was a sister, not daughter of Abu Bakr. Muhammed did not marry for 3 years after Khadijah’s demise in Makkah three years before Hijrah. Aisha was the widow of a martyr, Saleh bin Saleh Al-'Ataib. She was 48 years old at the time of marriage to the exalted Prophet. His companions & Abu Bakr strongly recommended that they got into the solemn union of marriage. The wedding took place in 622 CE when Muhammad was 52 years old.“

Kannst du dazu etwas sagen oder das zitierte Buch bestätigen? Die Frage richtet sich natürlich auch an Andere in diesem Forum, die vielleicht etwas dazu sagen können.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Selam @OASE,

nach meinem Kenntnisstand wird als wichtigste (und wohl als einer der ersten) Prophetenbiographie das Werk Sīra von Ibn Ishāq als Referenz genommen. Aufgrund möglicher Beeinflussungen durch Isrā’īlīyāt halte ich mich zumeist zurück mit diesen oder vergleichbaren „Quellen“.

Kitab-e-Dalail-e-Nabawwut Syedna Muhammad von Abdul Jabbar Qaramati war mir bisher nicht bekannt. Ich merke aber aufgrund der Diskussionen bspw. Birds Throwing Stones, dass über die Authenzität dieses Buches Streitkeiten bestehen, zumal die Schlacht von Kerbela damit u.a. abgestritten wird (?).

Siehe auch: http://holypearls.com/Bayanaat%202015/Books/islamicbooks/KARBALA%20FACT%20OR%20FICTION.pdf

Das Buch betitelt sich korrekt „Tathbit Dala’il Nubuwwat Sayyidina Muhammad“ (Abd al-Jabbar, Tathbit dalailal- nubuwwa, ed. 'A. 'Uthman, 2 vols., Beirut 1966) laut Abd al-Jabbar ibn Ahmad - Wikipedia und ist von einem Herrn namens ʿAbd al-Jabbar ibn Ahmad ibn ʿAbd al-Jabbar al-Hamadani al-Asadabadi, Abu ʿl-Hasan verfasst worden.

Über ihn lassen sich ʿABD-AL-JABBĀR B. AḤMAD – Encyclopaedia Iranica noch weitere Informationen finden.

Ob die gegenwärtige Islamforschung diese Person bzw. dessen Schrift als authentisch, historische Quelle ansieht ist mir nicht bekannt, aber ich werde darüber recherchieren und mich noch melden. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, dass von meinen Landsleuten derartige Schriften zurückgehalten werden, ohne dass zumindest eine digitale Kopie veröffentlicht wird, zumal das Alter von Aisha immer mal wieder auch Diskussionsgegenstand in der Türkei ist, wobei die herrschende Ansicht dort ihr Heiratsalter mittlerweile nicht mehr mit <18 einstuft.

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Friede Sue!

Supi! Dufte! :tophat:

Vielen Dank für deine wertvollen Informationen und Bemühungen!

Es wäre interessant herauszufinden, auf welche Quellen sich der nette Herr ʿAbd al-Jabbar ibn Ahmad ibn ʿAbd al-Jabbar al-Hamadani al-Asadabadi, Abu ʿl-Hasan stützt. Wenn das stimmt, was er sagt, wäre das echt n Knüller! Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine derartige Autorität, die er von seinem Stand offensichtlich war, sich so etwas aus den Fingern saugt, zumal es doch zu seiner Zeit auch viele Gelehrte gegeben hat, die ihn hätten widerlegen können. Leider weiß ich zu wenig über eine solche Diskussion und warte deshalb geduldig auf weitere Wortmeldungen. (Ich bin nicht zu faul, selbst zu recherchieren, hab aber im Moment viele andere Dinge zu erledigen.)

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Das mache ich gerne. Alles war bei der Suche :eyeglasses: nach der Wahrheit hilft ist förderlich.

Nun, es ist nicht ungewöhnlich, wenn zu damaliger Zeit unterschiedliche Thesen vertreten worden sind. Schau dir nur den „ehrwürdigen“ Buhari und seinen ebenso „ehrwürdigen Schüler“ an: Beide überlieferten tws. gegensätzliche, z.T. abweichende Hadithe, obwohl beide in der selben Epoche gelebt haben.

Problem bei der von dir erwähnten Person ist wiederum die doch sehr erhebliche zeitliche Lücke von einigen hundert Jahren in Bezug auf das Leben von Mohammed. Die Gefahr von (oftmals poltisch veranlassten) Legendenbildungen überwiegt, zumal es auch so scheint, dass er Zugehöriger der المعتزلة Bewegung war, ungeachtet einer persönlichen Bewertung der verschiedenen Sekten meinerseits (Ich versuche mich möglichst von jeglicher Abspaltung / Sekten / Schulen etc. zurückzuhalten, auch wenn sie anfangs immer so schön klingen… und versuche primär sola scripta zu befolgen).

Meinst du es wäre für uns im Zhg. mit Aisha / Mohammed notwendig auf „sekundäre“ Literatur Bezug zu nehmen: Die bereits ausgeführten Verse müssten m.E. eigentlich ausreichend sein.

Update: Als weiteres Arg. fällt mir noch ein: وَإِنَّكَ لَعَلى خُلُقٍ عَظِيمٍ. (vgl. 68:4): Und zweifellos bist du ganz gewiss von großer Tugend.

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Wird diese Ansicht nur mit dem Quran begründet?

Die Diyanet als „staatliche Einrichtung“ zur Verwaltung religiöser Angelegenheiten in der Türkei hatte mal hierzu eine Empfehlung gegeben:

(ich korrigiere: mind. 17 Jahre; zuvor hatten die auf Ihrer Internetseite 9 Jahre angeblich kundgetan, was von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wurde; es kam zu Demos (war vor einigen Jahren): Bu ifadeler Diyanet'in ansiklopedisinde yazıyor: Buluğ çağına gelen evlendirilmeli)

Wie Diyanet (hier in Dtld: Ditib) das begründet haben, wüsste ich jetzt auf Anhieb nicht, wahrscheinlich über Fetva in Angleichung Türk. Zivilgesetzbuch)

Mit der Ausnahme, dass für mich immer noch die Frage offen ist, warum 4:6, 6:152 und 17:34 dreimal ausdrücklich nur auf die Waisen Bezug nimmt und nicht die Allgemeinheit erwähnt :thinking:, gibt es meines Erachtens im Quran genügend andere Verse mit Hinweisen darauf, dass Kinderehen nicht statthaft sind.

Das Buch „Tathbit Dala’il Nubuwwat Sayyidina Muhammad“ von ʿAbd al-Jabbar ibn Ahmad ibn ʿAbd al-Jabbar al-Hamadani al-Asadabadi, Abu ʿl-Hasan ist für mich deshalb interessant, weil man es eben denen unter die Nase halten kann, die sich nicht auf den Quran allein, sondern auf die sekundäre Hadith-Literatur berufen und stützen. „Sekundär gegen sekundär“ wäre meines Erachtens eine Diskussionsgrundlage „auf Augenhöhe“. Zudem gibt es Leute, die sagen, die im Quran in den von mir aufgeführten Versen genannten Waisen umfassen nicht nur volljährige Frauen, sondern mit Sicherheit auch Kinder.

Ganz etwas anderes: „Bilde“ mich gerade in der „Bild“-Zeitung. Was meinst du was die Berliner machen, wenn ein Bayer (besser: Franke) in Berlin regieren würde? :grinning: Irgendwie unvorstellbar oder?