Hat Gott den Mond damals gespalten?

Nach langer Zeit lasse ich auch mal wieder was von mir hören :slight_smile:

Wie ihr wahrscheinlich wisst wird die 54. Sure mit der „Spaltung des Mondes“ eingeleitet. Meine Frage hierbei ist, ob das wirklich damals stattgefunden hat.

Es gibt einige angeblich unabhängige und zeitgenössische Belege dafür. Einmal die über einen indischen König, welcher aufgrund dieses Ergebnissen nach Mekka reiste um Mohammed zu treffen. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen, da ich nach Recherche mir zu 100% sicher bin dass diese Story eine Lüge ist.
Als nächstes wäre da eine Inschrift in einem Maya Kalender, welche auf einen Geteilten Mond hindeuten soll. Quellen posten ich noch.

Ich bedanke mich im voraus schonmal für eure Hilfe Geschwister

Hi Nico,

is ja doll, dass man von dir auch mal wieder was im Forum sieht! :+1:

Du erwähnst den Beginn der 54. Sure, allerdings ohne eine Übersetzung anzubieten. Es wäre aber sehr interessant, dies zu tun, denn zum 1. Vers dieser Sure lässt sich so Einiges feststellen.

Der Wortlaut dieses Verses ist wie folgt:
اقتربت الساعة وانشق القمر
iqtarabati-s-sāʿatu wa-nšaqqa-l-qamaru
Meine Übersetzung dazu lautet::
„Nahe gekommen sein wird die Stunde
und gespalten sein wird der Mond.“

Wie du siehst, habe ich die beiden im Arabischen in der Vergangenheitsform stehenden Verben im Deutschen mit dem Futurum exactum (vollendetes Futur, Futur II) wiedergegeben. Auf diese Weise berücksichtige ich erstens die Vergangenheitsform der beiden arabischen Verben (also etwas Vollendetes) und zweitens den Zukunftsaspekt der Stunde, die ja de facto noch nicht angebrochen ist. Aus der arabischen Formulierung und aus meiner entsprechenden Übersetzung geht hervor, dass das Geschehen mit dem Mond und das Ereignis der (Letzten) Stunde zeitgleich sind. Und damit erübrigt sich deine Frage „Hat Gott den Mond damals gespalten?“

Bleibt noch zu erwähnen, dass das arabische Verb انشق inšaqqa verschiedene Bedeutungen hat, neben dem „gespalten werden“ beispielsweise auch „anbrechen (zeitlich gesehen)“, „bersten“, „zerrissen werden“ oder „sich trennen“. Das lässt Spielraum, sich Gedanken darüber zu machen, was wohl mit dem Mond bei der Letzten Stunde geschehen wird. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass beide Verben im Vers 1 im gleichen Tempus stehen.

Der Gebrauch der Verb-Vergangenheitsform mit Zukunftsbedeutung mit dem Zweck, die Gewissheit des mit dem Verb genannten Geschehens auszudrücken, findet sich übrigens oft im Quran.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Lieben Dank.

Ergänzen darf ich noch, dass die in diesem Vers verwendete Vergangenheitsform nicht daran hindert, dass dieses Ereignis tatsächlich auch nicht in der Zukunft geschehen wird.

Der sprachlich, mathematisch und stilistisch unnachahmliche Koran verwendet verschiedene stilistische Mittel (siehe u.a. https://hikma-online.com/wp-content/uploads/2016/04/HIKMA-8-Art-4.pdf)

Hier konkret: Um anzuzeigen, dass ein Ereignis definitiv eintreten wird. So auch viele andere Verse wie @OASE zutreffend aufmerksam macht (vgl. 6:128; 7:44-48; 20:125; 20:126; 23:112; 23:113; 23:114; 25:30; 39:68; 75:8; 75:9)


Weitere Interpretationsmöglichkeit (انشق inšaqqa) wäre in Ergänzung zu @OASE (ich würde aber bei der Vergangenheitsform bleiben um den Leser die Deutungsmöglichkeit zu gewähren, aA sicherlich genauso gut vertretbar):

Die Stunde rückte und der Mond löste sich (von der Zusammengehörigkeit mit der Erde → Gravitationskraft Gravitation – Wikipedia)

1 Like

Salam ihr Lieben🤲

Hier die Übersetzungen meiner Vorlagen

Henning : „Genaht ist die Stunde und gespalten der Mond“

Henning verweist darauf das es Anzeichen des nahenden Gerichts sind

Bobzin: " Genaht ist die Stunde , und der Mond hat sich gespalten"

Bobzin verweist auf umstrittene Deutungen dieses Verses (Bezug auf ein Naturgeschehen oder ein Wunder Muhammad)

Rassoul: " Die Stunde ist nahe gekommen , und der Mond hat sich gespalten"

In diesem Sinne eine gute Nacht euch allen und immer schön den Mond im Blick behalten :wink::crescent_moon:

und dabei immer schön an die Stunde denken!

1 Like

Ja hab das leider ein bisschen schleifen lassen.
Aber mal angenommen wir hätten wirklich vertrauenswürdige Belege über eine Mondspaltung damals im 7. Jahrhundert, Würde das irgendwas ändern, aus koranischer Sicht? Oder wäre das dann einfach nur ein historischer Fakt? Bzw. verneint der Koran überhaupt dass der Mond damals in zwei geteilt wurde?
Ich hab ja auch versprochen Quellen zu posten. Wirklich seriöse Internetseiten haben keine Behauptungen dieser Art. Vielleicht ist das schon ein Indiz dafür, dass das ganze „Mayas Mondspaltungs“ Ding bis zum Himmel stinkt. Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass sich niemand sowas ausdenken würde.

Friede Nico!

Bejaht denn der Quran überhaupt, dass der Mond „damals“ (wann denn genau?) in zwei geteilt wurde? Bedeutet das arabische Verb انشق inšaqqa denn überhaupt „in zwei teilen“?

Wie ich im Übrigen schon dargelegt habe, verstehe ich 54:1 dahingehend, dass er sich auf die Zukunft bezieht, nämlich auf den Zeitpunkt der Letzten Stunde. Somit hat 54:1 mit „damals“ meines Erachtens überhaupt nichts zu tun.

Deine Ansicht „Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass sich niemand sowas ausdenken würde“ halte ich für hinterfragbar. Sogar der Quran spricht von Leuten, die etwas „lügnerisch ersinnen/erfinden“ (siehe etwa 7:37).

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

So gesehen hast du natürlich recht

Ich habe mir darüber nochmal Gedanken gemacht. Im zweiten vers dieser Sure werden die Ungläubigen erwähnt, welche sich abwenden und die Teilung des Mondes als Magie bezeichnen.
Das ist doch ein Beweis dafür, dass dieses Ereignis damals stattgefunden hat.

1 Like

Friede hartnäckiger Nico :smiley:

das „hartnäckig“ ist positiv gemeint, denn das Studium des Quran soll ja meinem Verständnis zufolge von ständigem hartnäckigem Hinterfragen begleitet sein.

Aber sorry, mein Lieber! Im Quran 54:2 steht nicht, dass „die Ungläubigen die Teilung des Mondes als Magie bezeichnen“. Der Vers wird eingeleitet durch „وإن wa-in“, und das bedeutet „sogar wenn / selbst wenn“.

Und das Wort „Mond“ taucht in diesem Vers überhaupt nicht auf, statt dessen steht in ihm das Wort „آية - āyatan“ und das heißt „(irgend)ein Zeichen“, was man in diesem Fall auf das Nahen der Stunde beziehen kann.

Das Wort „Ungläubige“ gibt es in 54:2 übrigens auch nicht.

So, ich denke, ich habe dir wieder etwas Stoff zum weiteren Nachdenken geliefert.

Viele Grüße in den Markus-Freistaat und

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

3 Like

Hab vielleicht ein bisschen zu sehr meine eigene Interpretation in meinen letzten Post hinein fließen lassen. Trotzdem bin ich der Ansicht der Mond hätte sich damals geteilt. Warum sollte Gott dann im darauf folgenden Vers Personen erwähnen welche seine Zeichen leugnen.

Hallo, Nico!

Dann möchte ich dir meine weiter oben gepostete Darlegung zum Vers 54:1 in Erinnerung rufen:

Der Wortlaut dieses Verses ist wie folgt:
اقتربت الساعة وانشق القمر
iqtarabati-s-sāʿatu wa-nšaqqa-l-qamaru
Meine Übersetzung dazu lautet::
„Nahe gekommen sein wird die Stunde
und gespalten sein wird der Mond.“

Wie du siehst, habe ich die beiden im Arabischen in der Vergangenheitsform stehenden Verben im Deutschen mit dem Futurum exactum (vollendetes Futur, Futur II) wiedergegeben. Auf diese Weise berücksichtige ich erstens die Vergangenheitsform der beiden arabischen Verben (also etwas Vollendetes) und zweitens den Zukunftsaspekt der Stunde, die ja de facto noch nicht angebrochen ist. Aus der arabischen Formulierung und aus meiner entsprechenden Übersetzung geht hervor, dass das Geschehen mit dem Mond und das Ereignis der (Letzten) Stunde zeitgleich sind. Und damit erübrigt sich deine Frage „Hat Gott den Mond damals gespalten?“

Wenn Hadithe das Gegenteil behaupten, die übrigens selbst schon sehr widersprüchlich hinsichtlich des „Tatvorgangs“ sind, dann zeigt das mal wieder deren Unglaubwürdigkeit.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

1 Like

Danke, dann hätte sich das fürs erste mal geklärt.
Zum Thema Ahadith welche das Gegenteil behauptet wollte ich noch folgenden Vers Posten:

41:41-42 Jene, die den Beweis des Korans (Azekr) ablehnten, lehnten (damit) auch ein glorreiches Buch ab, in das keine Falschheit gelangen kann: weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft; Eine Offenbarung vom Allweisen, Preiswürdigen!