Inners Geheimnis

Inneres Geheimnis

  1. Einstellung
  2. Für sich
  3. Probe
  4. Bewährt
  5. Geheimnis
  6. Eröffnet

Einstellung: „Herzlichen Glückwunsch, sie sind bei uns eingestellt“ sagte der Personalchef zu mir, der gegen über am Schreibtisch saß und sich eine Zigarre ansteckte. „ Ich verspreche ihnen, dass ich meine Arbeit gut machen werde, sie werden sehen, sie können gewiss sein, dass sie sich nicht in mir getäuscht haben.“ Erwiderte ich, dabei hob er seine Zigarre von den Lippen und fügte hinzu mit einem leichten Lächeln, dabei schien sein dickes Gesicht noch breiter als sonst. „ Wir werden sehen, mein Lieber, aber zu Erst zeige ich ihnen die Firma. Nachdem Rundgang durch den Betrieb, wo ich zukünftig arbeiten werde, es war nichts besonderes, nur langweilige Büroräume mit nichtsagenden Inventar. „ Hier werde ich ab morgen Arbeit. Mein zugeteilter Schreibtisch war im Außengang angesiedelt. Ich konnte auf dem Parkplatz sehen, der Kaffeeautomat war auch nicht weit.“ Dachte ich, der Personalchef, raunte mir noch zu, bevor er ging. „Dann wissen sie ja alles, bis morgen und seihen sie Pünktlich.

Für sich: Die ersten Tage in der neuen Firma, waren langweilig und schienen sich zu gleichen. Die Kollegen waren alles introvertierte Eigenbrödler, die noch nicht mal normal guten Morgen sagen konnten. Sie machten nur zügig ihre Arbeit, in der Pause hörte man nur das Klappern des Besteckes, keiner sagte einen Ton so schien es mir. Es fiel mir erst nach und nach auf, dass die Atmosphäre in der Firma nicht gerade angenehm war. Ja mit der Zeit merkte ich, dass die Kollegen gar nicht den Versuch machten auf mich zuzugehen, ich war der Neue, da war es normaler, aber auch untereinander, waren sie sehr distanziert zu einander.
Ich startete den Versuch mit einigen, ins Gespräch zu kommen. „ Ich sage mal so“ sagte letztendlich einer der mit mir in derselben Abteilung arbeitete und in der Nähe des Fotokopierers seinen Schreibtisch hatte. „ Mache besser deine Arbeit, und kümmere dich nur um diese, die Anderen sind egal, hier gibt es keine Kollegen. Merke dir das, wenn du nicht mit dem Trapezeus Probleme bekommen willst.“

Probe: Anfang der nächsten Woche, bekam ich einen Fragebogen zugeteilt. Ich hatte mir bis auf den Trapezeus, der Probleme machen Könnte kaum Gedanken gemacht. Abgesehen, dass ich mich an die ungewöhnlichen Eigenarten in der Firma gewöhnt hatte, da ich selber etwas introvertiert bin und mir angenehmer war auf künstlich aufgezwungene Gesellschaft verzichten zu können. Als ich begann den Fragebogen zu begutachten, fiel mir auf dem Deckblatt das kleine Symbol auf. Es war nur ein Quadrat in einem weiteren Quadrat. Darunter der Satz „Ihr seid draußen und wollt herein.“ Es war nicht ganz nachvollziehbar, was das zu bedeuten hatte. Auch die Fragen gaben in Sinne meiner Tätigkeit keinen Sinn. Da sie eher nach meinen Wesen und nicht nach meinen Qualifikationen ausgerichtet waren. In Laufe der Zeit bekam ich fünf oder sechs solcher Bögen, die mir mehr und mehr unangenehmer wurden. Besonders die Fragen, wo es um die Persönliche seelische Verfassung ging, nach einer Auseinandersetzung mit einer anderen Person, oder die Definition meiner persönlichen Hilfsbereitschaft, wenn sie nachgefragt wird. Ich beantwortete jede Frage, da ich dazu angehalten wurde. Ob ich Lügen würde oder nicht, würde keine Rolle spielen, da sie es durchschauen würden.

Bewährt:“Melden sie sich im Zimmer X-23“ Es war irgendwann in der sechsten Stunde rum und es ging auf Feierabend zu. Ich hatte mich schon gefreut und wollte heute Nachmittag s an den See Fahren. Daraus, wie es schien, würde es wohl nicht mehr kommen. Zimmer X-23, hieß immer Ärger, oder Arbeit, das war allen klar. Dieses Zimmer war im Erdgeschoss und war eigentlich kein Zimmer, so wie auch die Bezeichnung X-23 keine Zimmereinteilungsbezeichnung war, sondern nur eine Bezeichnung, die von einer Beschilderung herrührte, war auch das Zimmer nur der einzige Verbindungskorridor, der zum Benachbarten Gebäude auf dem Firmengelände führte. Ich ging runter zur Parterre und begab mich zu dem Zimmer. Als ich das Zimmer betrat, blickte ich direkt auf einen Bildschirm, der über den gegenüberliegenden Eingang hing, der Eingang war mit einer Panzertür verschlossen, der mit einem elektronischen Sicherheitsschloss gesichert war. Auf dem Monitor erschien ein Quadrat mit einem Kreis drinnen und eine beunruhigende schneidende Stimme begann einen seltsamen Monolog zu sprechen. „Die Neun sehen es als beschlossene Sache an, die Jenigen durch ihre Pforten zu schicken, die sie für ihre Zwecke und Absichten als zuträglich brauchbar einschätzen. Der Kandidat hat sich Folgenden Einlasscode zu merken: 5634CV6:“
Geheimnis: Ich merkte mir den Code in dem ich ihn immer wieder vor mir hinmurmelte, bis ich diesen zur Papier bringen konnte. Kaum in der Hosentasche verstaut, habe ich ihn vergessen. Am Nächsten Tag, war mein Arbeitsplatz besetzt, man verwies darauf, dass man mich versetzt hatte. Ich konnte nur mir zusammenreimen, dass ich nach “Drüben“ sollte, darum ging ich zum Zimmer X-23 wo ich vom meinen Verknüllten Zettel, den Einlasscode am Sicherheitsschloss eintippte. Die andere Abteilung, die ich nun betrat, war kleiner, dunkel und leerer, mein neuer Abteilungsleiter wies mir meinen neuen Platz zu. „ Glückwunsch, hier haben sie neue Instruktionen.“ Ein Heft, das mir nicht nur einen neuen Ein und Ausgang zeigte, sondern auch eine besondere Verschwiegenheit auflud. Die Abteilung hatte auch weniger Fenster und das Gebäude war, trotz seiner geringeren Größe unübersichtlicher, Verwinkelter. Auch die Arbeit, die ich aufgetragen bekam, wiedersprach sich im Detail von der Arbeit, die ich drüben verrichten musste, ja ich wage es zu behaupten, dass die Arbeit von drüben aufgehoben wurde, nihilirt als würden sich die Abteilungen nicht zu-, sondern gegeneinander arbeiten. Ich verstand es nicht, warum werden, die Pläne, die drüben entwickelt werden hier zum schlechteren umgeändert? Wozu sollte das dienen? Ein Jahr war mittlerweile vergangen, wo ich in der neuen Abteilung war. Ich wurde besser bezahlt und hatte mein eigenes Büro, es war alles gediegen und Schicker. Ganz abgesehen vom Essen und dem Umgang zu den Kollegen, die sich mehr als Verbündete betrachteten, im Gegensatz zu drüben, wo sie sich als Konkurrenten untereinander verstanden. Aber trotz allen quälte mich der Gedanke, dass dies alles keinen Sinn hatte, wozu diese Entwertung? Abgesehen davon wusste ich nicht, wer der Trapezeus war und wo er saß und womit ich in meiner Eignung gepunktet habe, dies war mir auch nicht klar.

Eröffnet: In einer Pause, als ich meinen Cappochino trank sah ich in der Lounch neben den Abteilungsleiter einen Sitzplatz frei werden. Ich ergriff die Gelegenheit am Schopfe und fragte ihn unbefangen, ob ich mich neben ihn hinsetzen durfte? Dieser bejahte mein Anliegen und so kamen wir in ein Gespräch. „ Ich verstehe deine Frage mein lieber Kollege. Die ich dir gerne beantworten will. Zuerst, sie eignen sich für die Arbeit, in unserer internen Abteilung deshalb, weil sie in den Fragebogen die wichtigste Frage zur vollen Zufriedenheit des Trapezeus mit ja beantwortet haben. Es ging nur eigendlich nur um diese Frage, alles andere war sekundär.“ Er lehnte sich langsam zurück und zog an seiner Zigarette.“ Es war die Frage sechs im zweiten Bogen, erinnern sie sich, sie lautete: Ist ihnen jede Arbeit gleichwertig, obwohl sie gegenläufig scheint, wenn es im Interesse des Unternehmens ist? Sie haben mit Ja beantwortet.“ Er beugte sich vor, und sagte in einem leiseren Ton. „ Nun will ich dir sagen warum es so ist. Unser Chef der Trapezeus bedient zwei Arten von Menschen, die Gewöhnlichen, die nur das Minderwertige verdient haben, und die Besseren, die Elite, die auch das Beste zusteht. Wohlgemerkt zahlen beide Gruppen den Selben Preis dafür.“ Er grinste mich dabei ekelhaft an, als würde er Lust bei dem Antworten empfinden. „Zuletzt kommen wir zum Trapezeus, das ist keine Person, sondern eine Idee, ein Interesse, die im Unternehmen ihre Verkörperung findet, denn die Chefs diese Unternehmens sind Außenstehende, die nicht zur Firma gehören.“ Ich war gebügelt, von diesen Antworten, dass ich erst längere Zeit darüber nachsinnen musste. Ich kam zu dem Schluss, dass mir zwei Aspekte gar nicht gefallen wollten, und zwar die Unterteilung der Menschen in Untere minderwertige und obere bessere, und die systemische angelegte Verantwortungslosigkeit , keinen konkreten fassbaren Chef, der seine Verantwortung zu stehen hat, statt dessen Verschleierung von Zuständigkeiten und Intransparenz. Der Kündigungsprozess zog sich in die Länge, man lies mich nicht gehen. Mit gehangen mitgefangen heißt es doch so schön. Ich war ein Teil des Systems ob ich wollte oder nicht. Aber zu einem früheren Zeitpunkt, hätte ich mich dagegen entscheiden können, das ist jetzt leider zu spät und bereute, dass ich Damals unbedingt diese Arbeitsstelle in diesem Unternehmen haben wollte. Dadurch habe ich gelernt die Dinge und Vorgänge genauer zu Betrachten, um meiner Verantwortung gegenüber Gott gerecht zu werden.

Interessante zum Nachdenken anregende Geschichte, toll erzählt. Danke dafür.
Ist es aber nicht so, dass man immer und zu jeder Zeit aussteigen und umdrehen kann? Mitgefangen, mitgehangen - ja das stimmt. Und trotzdem hat man doch immer die Möglichkeit etwas zu ändern, wenn man selbst erkannt hat, dass man einen falschen Weg eingeschlagen hat, dass man an einem Punkt angekommen ist an einem Platz sich befindet, der falsch ist. Sicher kann das sehr schwer sein, aber letztendlich ist es doch eh so, dass Verantwortung jeder selbst trägt, niemand kann für einen anderen einstehen, auch wenn das so wie in der Firma der Geschichte oft den Anschein hat. Wie du zum Schluss schreibst. Man lernt die Dinge genauer zu betrachten auch um seiner eigenen Verantwortung gegenüber Gott gerecht zu werden und damit ist man doch schon ausgestiegen aus der “Firma”

Liebe Grüße
Kiki