Kommen Christen und Juden wirklich ins Paradies?

Meine Frage lautet: Es stand bei der Seite in einem Artikel, dass Christen und Juden auch ins Paradies kommen und als Beweis wurde dieser Vers verwendet:

64:9 „Wer an Gott glaubt und rechtschaffen handelt, dem tilgt Er seine bösen Taten, und den wird Er in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“

Ich wollte fragen, was es denn mit denn mit den Versen auf sich hat:

  1. „Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gewiß, Allah ist al-Masih, der Sohn Maryams“, wo doch al-Masih (selbst) gesagt hat: „O Kinder Isra’ils, dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn!“ Wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet fürwahr Allah das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein. Die Ungerechten werden keine Helfer haben.“

  2. „Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gewiß, Allah ist einer von dreien.“ Es gibt aber keinen Gott außer dem Einen Einzigen. Wenn sie mit dem, was sie sagen, nicht aufhören, so wird denjenigen von ihnen, die ungläubig sind, ganz gewiß schmerzhafte Strafe widerfahren.“

  3. „Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: daß wir niemandem dienen außer Allah und Ihm nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: Bezeugt, daß wir (Allah) ergeben sind.“

  4. „Wenn die Leute der Schrift nur glaubten und gottesfürchtig wären, würden Wir ihnen wahrlich ihre bösen Taten tilgen und sie wahrlich in die Gärten der Wonne eingehen lassen.“

Hier und in vielen ähnlichen Versen, steht geschrieben, dass die Juden und Christen ungläubig sind. Allah sagt über die Ungläubigen:

  1. „Diejenigen aber, die ungläubig sind und Unsere Zeichen für Lüge erklären, das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.“

  2. „Diejenigen aber, die Unsere Zeichen für Lüge erklären und sich ihnen gegenüber hochmütig verhalten, das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.“

Von solchen Versen gibt es viele. Es wäre ja ein Widerspruch, wenn Allah sagen würde, dass die Christen und Juden ins Paradies kommen, da er sagt, dass Ungläubige nicht ins Paradies kommen und Allah sagt sehr oft im Koran, dass die Christen und Juden ungläubig sind.

Es wäre aber kein Widerspruch, wenn Allah die meinen würde, die vor dem Islam Christen waren und Jesus nicht als Gott ansahen (wie die Apostel zB) oder die Juden, die vor dem Christentum Juden waren. Dies Meinung wird auch durch viele Verse bestärkt, einer von den vielen ist:

„Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Säbier und die Christen und die Magus und diejenigen, die Götzendiener sind gewiß, Allah wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden; Allah ist ja über alles Zeuge.“

Das bestätigt die Interpretation ja, denn es wird in dem Vers zwischen, diejenigen die glauben (also die auf der wahren Religion sind) und den Juden und Christen zur Zeit Muhammads usw. unterschieden. Das bestätigt es darin, dass die Christen und Juden, in dem ersten genannten Vers auf der wahren Religion waren und dies würde ja auch vom Kontext her passen, denn ein Vers davor und danach ging es um die Geschichte Mose (a.). Ich habe zu jedem Punkt nur ein paar Verse genannt.

Meine Frage lautet nun: Wie soll man all die genannten Verse verstehen.

Vielen Dank! :blush:

Salam und Willkommen :slight_smile:

Ich denke das sagt doch schon alles aus über deine Frage :slight_smile:

Natürlich werden die Christen und Juden die Allah etwas beigesellen nicht ins Paradies kommen, wie Er es uns im Koran verstehen lässt
Allerdings werden auch nicht die Muslime ins Paradies kommen die Allah etwas beigesellen

Ich persönlich kenne kaum bis gar keine Christen und Juden
ABER ich denke es gibt viele die nur an den einen Gott glauben und nicht z.b.jesus vergöttern und somit Zutritt zum Paradies erhalten
wir alle sind Muslime - Gottergebene

Gibt bald bestimmt noch ausführlichere Antworten auf deine genannten Verse

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Ich empfehle dir dazu noch die Beiträge in diesem Forum zu Ableugnenden Verwandten und Ewige Strafe. In der Regel kommen Juden und Christen ins Paradies solange sie keine Gottbeigesellung begehen zb Jesus als Gott oder Sohn Gottes verstehen. Meine Eltern sind Christen die das nicht tun, also gibt es in der Regel schon Christen die keine beigeseller sind

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64:9 „Wer an Gott glaubt und rechtschaffen handelt,"

Das ist das Zitat, was du jetzt rauspicktest. Dies ist eine Bedingung. WER an Allah glaubt und rechtschaffen handelt, DER wird ins Paradies kommen.

Die Bedingung lautet also: Man muss an Allah glauben und rechtschaffenen handeln.

Was ist denn der Glaube an Allah?

Im Quran finden wir die Antwort dazu

Sura 4 An-Nisa Aya 136:
O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabsandte. Und wer nicht an Allah und Seine Engel und Seine Bücher und Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist wahrlich weit irregegangen.

Allah sagt hier, dass diejenigen, die den Gesandten Muhammad und sein Buch verleugnen weit irregegangen sind. Öfters sagt er, dass diejenigen, die einen einzigen Propheten verleugnen Ungläubige sind. Ungläubige kommen ja wie gesagt nicht ins Paradies, aber kommen wir wieder zu dem Ausschnitt.

„Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Säbier und die Christen und die Magus und diejenigen, die Götzendiener sind gewiß, Allah wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden; Allah ist ja über alles Zeuge.“

Was macht Allah? Er unterscheidet zwischen denjenigen die glauben und den Juden und Christen. Dies würde meine Auslegung des Verses

64:9 „Wer an Gott glaubt und rechtschaffen handelt,"

bestärken. Alles andere würde zu einem Widerspruch führen.

  1. Wenn man sagt, dass sie trotzdem ins Paradies kommen, dann sagt man dass Allah Ungläubige ins Paradies lässt und das würde dem Quran widersprechen.

  2. Man sagt dass Christen und Juden keine Ungläubigen sind und das würde dem Quran widersprechen, denn im Quran gibt es mindestens 15 Stellen, wo direkt oder indirekt die Christen und Juden Ungläubige sind.

  3. Man sagt, dass damit die Christen und Juden waren, die die Bedingungen dieses Verses erfüllen:

Sura 4 An-Nisa Aya 136:
O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabsandte. Und wer nicht an Allah und Seine Engel und Seine Bücher und Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist wahrlich weit irregegangen.

Ein Christ, der den Propheten Muhammad und den Quran akzeptiert als Gottes Buch ist aber kein Christ, sondern ein Muslim, also MÜSSEN damit die Christen und Juden gemeint sein, die vor dem Propheten lebten und der Wahrheit folgten oder noch nie vom Propheten Muhammad und dem Quran mitbekamen.

Dankeschön :blush:

Was bedeutet denn Muslim

Wie kannst du deinen Standpunkt vertreten wenn dir sure 2 vers 62 wiederspricht

al-Baqara 62

إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَالَّذِينَ هَادُوا وَالنَّصَارَىٰ وَالصَّابِئِينَ مَنْ آمَنَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَعَمِلَ صَالِحًا فَلَهُمْ أَجْرُهُمْ عِنْدَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.

al-Māʾida 69

إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَالَّذِينَ هَادُوا وَالصَّابِئُونَ وَالنَّصَارَىٰ مَنْ آمَنَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَعَمِلَ صَالِحًا فَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen wer an Allah glaubt und gute Werke tut, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.

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Es gibt genug Christen, die Allah nichts beigesellen. Ich persönlich kenne auch einige.

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Du darfst nicht vergessen, dass die Religion immer die selbe war. Der Islam ist keine neue Religion, es ist die Religion die Jesus, Moses, Jakob, Yahya, Abraham und allen anderen edlen Gesandten auferlegt wurde.
Nur diesmal eben mit einem „Virenschutzprogramm“.

Frieden

Selam

Ich denke IbnAdnan meint, es wären die Juden und Christen vor Mohammed gemeint, bzw. Juden vor Jesus und Christen vor Mohammed. Denn die heutigen würden Jesus bzw. Jesus und Mohammed leugnen.
Ich erlaube mir dazu noch keine Einschätzung, würde gern glauben, das gute Menschen die anderen, bewußten keinen Schaden zufügen ins Paradies dürfen. Den Sie sind mir lieber als Egoisten, Betrüger, Neider usw. egal welcher Herkunft oder Religion. Weil ich überzeugt bin, das um wirklich gut zu sein ein Glaube zwingend ist. Nicht nur wegen der Angst vor der Hölle sondern wegen dem Glauben an einer Güte und Barmherzigkeit.

Selam

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26:196-197

In diesen zwei Versen bestätigt Allah nochmals, dass der Islam keine neue Religion ist.

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(Ich war bisher „Eddy San“, für die, die mich hier bereits kennen)

Hallo und Frieden Adnan,

zuallererst vielen Dank für dein Interesse an meinem Artikel, deine sachliche Kritik und dein freundliches Auftreten. Gerne möchte ich auf deine Argumente eingehen. Bevor das aber passiert, möchte ich dir kurz klar machen, dass dieses Thema zu den kompliziertesten Themen des Koran gehört. Daraus folgt, dass man sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt haben muss und alle Verse, welche eine Relevanz zu diesem Topic haben, zu berücksichtigen sind. Dazu muss ich dir vorhalten, dass Teile deiner Argumente mit manchen Versen aus meinem Artikel im Widerspruch stehen würden. Lies dir die angeführten Verse im Artikel bitte nochmal genau durch. Kommen wir zu deinen Anführungen. Unter Verweis auf die Verse (welche Sure?) 72.-75. wie auch die Verse (welche Sure?) 39. und 40. möchtest du Vers 64:9 dahingehend aufheben, dass es nicht ausreicht einfach nur an Gott zu glauben und rechtschaffen zu handeln. Hierbei achtest du jedoch nicht auf den genauen Wortlaut, den ich im Artikel vermerkt habe:

Generell hat also jeder Mensch, mit Berücksichtigung von 2:62 und 5:69, die Chance ins Paradies zu gelangen, der …

Das bedeutet, dass mir deine Verse wohlbekannt sind („Generell“) und nicht einfach ausgelassen wurden. Dazu beachte bitte, dass man Schriften im Großen und Ganzen richtig verortet haben muss, um damit eine Verurteilung gegenüber dem (falschen) Glauben und Handeln vornehmen zu können.

Eine solide Übersetzung wie auch zT große Kenntnisse gegenüber der Bibel und dem Koran sind dafür zwingend. Aus diesem Grund kann man nicht einfach zwischen Gläubigen und Leugnern trennen, ohne genau zu wissen was im einzelnen Menschen vorgeht. Das kann nur Gott. Kommen wir jetzt zu deinen angeführten Versen. Folgendes gilt es zu beachten:

Allgemeine Einleitung

Der Koran wurde auf arabisch gesandt und aus diesem Grund müssen Verse dem Sinn des Arabischen entsprechen, wenn sie jemand als Jude oder Christ liest. Eine authentische Übersetzung. Auch ist wichtig, dass man die korrekte Herangehensweise an den Koran anwenden muss, um die Verse miteinander richtig zu verorten (beispielsweise keine Abrogation). Aus diesem Grund müssen heutzutage Menschen, die sich mit dem Koran nicht genug auskennen, richtig (!) an den Text herangeführt werden. Sollte beispielsweise ein Traditionalist den Koran einem Christen beibringen wollen, wird es mit hoher Wahrscheindlichkeit über kurz oder lang zur Entscheidung kommen: Nimmst du „den“ Islam an oder bist du ein Leugner (nicht einfach Ungläubiger). Damit zeigt sich, wie im weiteren Verlauf dieser Antwort klar wird, dass der Koran nicht richtig verortet wurde, nicht richtig berücksichtigt wurde. Man zu falschen Ergebnissen kommt. Diese Punkte für dich im Hinterkopf behaltend, möchte ich dir nun erklären wie es sich mit deinen im Post aufgestellten Problematiken verhält.

Die Verse 72. - 73. gehen von einem Tritheismus aus und keiner Trinität. Christen heute (und die Meisten damals) sagen Jesus ist Gott, damit meinen sie jedoch immer mit einhergehend Gott, den Vater wie auch den heiligen Geist zusammen. Drei Personen (oder Hypostasen, usw) als ein Gott und nicht Jesus allein als „ein“ Gott-Sohn neben einem weiteren zweiten Gott-Vater, also 2 oder 3 Götter. Sie sind „wesensgleich“ laut Kirche; Vater, Sohn, hl. Geist → zusammen nur ein Gott (in 3 Personen und nicht weitere Götter, sondern der gleiche Gott). Natürlich kritisert der Koran auch die Trinität (in abgeschwächter Form in Vers 4:171). Jesu Anbetung wäre allerdings wieder anders zu verorten (schwieriges Thema in Bezug zur Trinität!). Aus diesem Grund halten sich die allermeisten Christen wie Muslime auch für Monotheisten. Kein Widerspruch zu deinen Versen.

Vers 74. ist kein Widerspruch zur Bibel. Wenn Herr Jesus als der Herr in der Bibel verzeichnet wird, geht es immer darum „zum Haupt“ zu wachsen und ihn nicht „einfach“ über sich zu stellen wie es in deinem Vers kritisert wird. Jesus als Herr ist Vorbild (zu Gott hin) und nicht „einfach“ Herrscher. Auch andere Christen herrschen nach der Auferstehung mit Herrn Jesus, sitzen sogar auf demselben Thron. Deswegen soll biblisch alles „in Christus“ oder „durch Christus“ geschehen.

Mt 23,11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.

Mk 10,43 So aber ist es nicht unter euch; sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein …

Joh 15,15 Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.

Dieses Thema ist sehr umfangreich, ich hoffe die zitierten Verse zeigen dir, dass deine Kritik so nicht berechtigt ist.

Vers 75. verlangt von Christen an den Koran zu glauben. Muslime müssen umgekehrt an die Bibel glauben. Dabei beachte bitte, was ich in der Einleitung allgemein schrieb. Das gilt auch für 39. und 40. Lies bitte auch die im Artikel erwähnten Verse, welche Juden und Christen neben dem Koran weiterhin als Gläubige verorten. Es gibt koranisch nicht „die“ Juden, Christen usw. Sie werden immer differenziert (auch Muslime sind nicht einfach gläubig, werden teilweise als Heuchler beschrieben). Wie kann man anders Juden oder Christen heiraten laut Koran? Anders ist der Koran seiner Auslegung nach auch nicht zu halten (wie es die Verse 4:82, 75:19, 25:33, 6:114-115 usw. vorgeben). Du schreibst:

Das bestätigt die Interpretation ja, denn es wird in dem Vers zwischen, diejenigen die glauben (also die auf der wahren Religion sind) und den Juden und Christen zur Zeit Muhammads usw. unterschieden.

Schriftbesitzer werden auch als Gläubige bezeichnet (3:113-114, 5:82, 3:55, 5:47, 5:43 usw.) Christen und Juden koexistieren gleichberechtigt neben Muslimen (5:47, 5:43, 5:66, 5:68 usw.)

Weiter schreibst du dich auf auf Vers 4:136 beziehend:

Allah sagt hier, dass diejenigen, die den Gesandten Muhammad und sein Buch verleugnen weit irregegangen sind. Öfters sagt er, dass diejenigen, die einen einzigen Propheten verleugnen Ungläubige sind. Ungläubige kommen ja wie gesagt nicht ins Paradies, aber kommen wir wieder zu dem Ausschnitt.

Dazu verweise ich wieder auf die Einleitung meiner Antwort. Nochmal kurz: Juden und Christen müssen erst hinreichend informiert sein, bevor sie zu Leugnern (nicht einfach Ungläubige) abgestempelt werden können. Auch du darfst die Bibel nicht einfach leugnen und die Gesandten, die dort verzeichnet sind, einfach ignorieren. Du würdest im Endeffekt sonst genau das sein, was du selbst kritisierst.

Alles in allem geht es bei Leugnern im Koran um jene, die gar nicht so viel mit Gott am Hut haben wollen. Mit falscher Intention an die Bibel / den Koran herangehen für bestimmte Interessen, für sich selbst Nutzen zu ziehen und nicht einfach Menschen, die sich ernsthaft mit dem Glauben auseinandersetzen wollen. Diese sind dann vor Gott ohnehin nicht viele. Die Juden-Christen-Bibel Thematik ist, wie bereits erwähnt, ein sehr umfassendes Thema im Koran. Der Artikel, den du gelesen hast ist zudem nicht mehr aktuell (wie man es in den Kommentaren nachlesen kann) und ich schreibe momentan eine mehrteilige Artikelreihe dazu.

Die Schriftbesitzer können an den Koran glauben ohne zu konvertieren (Koran:5:43, 5:47 und andere Verse). Muslim ist man erst, wenn man den Koran für sich als zentrale Schrift betrachtet.

Ein weiteres Problem bei deiner Argumentation ist, dass Juden und Christen den Koran noch gar nicht kennen können. Gehen wir mal in die Gelehrtenkreise des Islam, so wird der eintönige Tenor folgendes verlauten:

  • Die Bibel ist verfälscht
  • Du musst „den“ Islam annehmen, du darfst demnach nicht mehr Jude oder Christ sein
  • Es gab keine Kreuzigung Jesu
  • Du musst dich an eine Sunna neben dem Koran halten
  • Du musst als Jude oder Christ die Dhimmisteuer abgeben
  • usw.

Schon diese wenigen von den meisten Gelehrten falsch verorteten Punkte machen deine Gedankengänge zum Koran unmöglich. Du kannst Schriftbesitzer nicht zwingen, einen falschen Glauben anzunehmen. Christen dürfen weiter Christen bleiben (5:47) und Juden weiter Juden (5:43). Juden und Christen darf man heiraten, Götzendiener und Leugner nicht (wie es im Artikel erklärt wird). Damit wird klar, dass eine Konversion unnötig bleibt. Für alle abrahamitischen Religionen.

Mit denen, die „glauben“ sind aber nur Muslime gemeint und nicht zusätzlich die anderen Gruppen, die im Koran auch als Gläubige eingestuft werden, dazu lies:

3:113-114 Sie sind nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift ist eine standhafte Gemeinschaft, die Gottes Zeichen zu Stunden der Nacht verliest und sich (im Gebet) nieder wirft. Sie glauben an Gott und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.

Achte hierbei, dass du den Koran im Kontext konfliktfrei lesen musst. Alle Verse des Koran müssen zueinander stimmig sein, keine Widersprüche haben (6:115, 4:82).

Dass Muslime in deinem Vers direkt als Gläubige angesprochen werden hat seinen Grund vor allen Dingen darin, dass der Koran noch im Entstehungsprozess war bis zum Koranvers 5:3.

Mit Hinblick auf die momentane Ausgangslage der Schriftbesitzer und den an sie falsch vermittelten Grundlagen des Koran , können viele Verse des Koran für sie gar nicht zur Geltung kommen.