Koranismus, Al-Kitab und Historie

Selam Leudde :smiley:, Ich hoffe es geht euch allen soweit gut (vor allem in der Aktuellen Zeit).

Mir ist letzter Zeit immer wieder der Gedanke in den Kopf gekommen, ob und wie sich der Koranismus mit der Historie verträgt. Vor allem wenn man einen Koranismus pflegt, der sich mit dem uns bekannten Islam, stark differenziert.

Wenn man sich den Koranismus anschaut, dann hat man das Ergebnis, dass es mit den vorherigen Schriften (Al-Kitab) wenig unterscheide hat. Dies macht natürlich Sinn, denn der Koran sieht sich ja als eine Bestätigung der vorherigen Schriften. Jedoch gibt es auch in den vorherigen Schriften ja bekanntlich differenzen (das bestrafen von Homosexuellen mit der Todesstrafe, der „Sohn“ Gottes, Zins etc.).

Interessant wird es jedoch, wenn man Salaat als das „dichte befolgen sieht“. Ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht allzu sehr in das Thema „Salaat in den vorhergegangen Schriften“ hineingefuchst, jedoch macht es in meinen Augen Sinn, da es nicht einen Ritual erfordert, der in den vorhergegangenen Schriften nicht zu finden ist. IQRA-Ministries hat da interessante Parallelen zwischen Salaat und Mizwot gefunden Salat in the scriptures - YouTube .

Jedoch sehe ich da noch ein Problem: Die Gebetsrichtung.

Rein Historisch gesehen, wurden die frühen Moscheen in einer bestimmten Richtung gebaut (sei es nun Petra oder Mekka). Warum wurden die Moscheen in Gebetsrichtungen gebaut, wenn es dies Koran nicht fordert? Das alter der frühen Moscheen zu ermitteln gestaltet sich aber auch als schwierig, da (denke ich) selbst die Wissenschaft sich zur Datierung an den Hadithen orientiert oder an den aussagen früher Autoren (wir würde jetzt hier Tabari einfallen)

Man könnte jetzt herkommen und sagen, dass der Prophet mit dem Koran die vorherigen Schriften korrigiert hat und er den verloren gegangenen „Ritus-Salaat“ wieder eingeführt hat. Dann hat man jedoch das Problem, dass man, um die Historie richtig zu deuten, die Hadithe bräuchte. Dann haste jedoch wieder das Problem „Welcher Hadith ist nun Wahr?“. Wenn man schon in Sahih Bukhary sich über das Thema Salaat schlau macht, dann muss man auch seine weiteren Hadithsammlungen glauben, welche z.B das Töten von Apostaten fordert.

Oder man könnte sagen, was ist wenn sich die frühen Muslime sich geirrt haben und sie durch Implikationen (z.B. Personenkult, Propaganda, falscher Herrschaft etc.) sie einen neuen Salaat eingeführt haben oder eventuell (ohne dies zu behaupten) einen Paganischen Ritus modifiziert und dies als Salaat deklarieren? Mir würde bei dieser Theorie die Geschichte von Moses auf dem Berg Sinai einfallen, wo während seiner Abwesenheit/Lebenszeit sich seine „Gefolgschaft“ das Goldene Kalb genommen haben.

Wie seht ihr das? Grüße Besi.