Manna im Koran, 2:57; 7:160; 20:80

Selam.

Mein geschätzter Bruder @OASE (der sich nicht sehen lässt, weil er im Urlaub ist?) hat im Zhg. mit Manna wie folgt ausgeführt:

Ich finde, dass dieser Begriff eine nähere Erläuterung benötigt.

Definition nach der Bibel
In der Bibel wird als Manna oder auch Himmelsbrot (2. Mose 16) die Speise bezeichnet, die den Israeliten auf ihrer gemeinschaftlichen Wanderschaft als Nahrung diente. Beschrieben wird Manna als „etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif“ (2. Mose 16,14), „weiß wie Koriandersamen“ und mit dem Geschmack von „Honigkuchen“ (2. Mose 16, 31).


Was sagt der Koran?

2:57 Und wir ließen die Staubwolke euch überschatten und sandten euch Manna und Wachteln herab: „Nimmt zu euch vom Reinen ein, womit wir euch versorgt haben.“ Und sie haben uns nicht Übles getan. Und dennoch haben sie sich selbst Übles getan.

7:160 Und wir haben sie in Gemeinschaften mit einem Stamm von zwölf getrennt. Und wir gaben Mose ein, als sein Volk wollte, dass (Wasser) ausgeschüttet wird: „Schlag den Stein mit deinem Stab auf den Fels.“ Zwölf Quellen sprudelten aus ihm hervor. Jeder wusste, woher getrunken werden konnte. Und wir ließen die Staubwolke sie überschatten und sandten ihnen Manna und Wachteln herab: „Nimmt zu euch von den Reinen ein, womit wir euch versorgt haben.“ Und sie haben uns nicht Übles getan. Und dennoch haben sie sich selbst Übles getan.

20:80 Ihr Kinder Israels. Gewiss haben wir euch vor euren Feinden beschirmt. Wir verhießen euch an der rechten (südlichen) Seite vom Ṭūr und sandten euch Manna und Wachteln herab.


Versuch einer Auslegung
In etymologischer Hinsicht hat die Wurzel des Wortes „Manna“ die Bedeutung einer gnädigen Gewährung, Wohltat, Gunstbezeigung oder Geschenk. In Anlehnung an 2:61 war es eine Wohltat, die geschätzt werden sollte, was aber von den Kindern Israels nicht wahrgenommen wurde. Im Koran wird in drei Versen das Wort erwähnt (vgl. 2:57; 7:160; 20:80), wobei es nur in den Versen 2:57 und 7:160 in Verbindung mit der überschattenden Staubwolke erwähnt wird. In engem systematischen Zusammenhang zu diesen beiden Versen wird erwähnt, dass in der Zeit von Mose auf die früheren Ägypter und den Kindern Israels Staub herabgesandt wurde, vgl. 2:59; 7:134 und 7:135. Der Staub fiel nicht herunter, sondern wurde nach dem Wortlaut ausdrücklich herabgesandt, mit der Folge, dass der Staub in den Wolken bereits lange schon enthalten war, worauf auch die Verwendung des Wortes Staubwolke hinweist.

Staubwolke=Aschewolke?
Diese Hinweise könnten eine Anspielung auf eine Aschewolke infolge einer Vulkaneruption sein, bei denen Lava in allerkleinste Teile gespalten wird und damit verbunden gewaltige Mengen an vulkanischer Asche freigesetzt werden, die neben drastischen Temperaturveränderungen auch für starke Regenunwetter (sog. Ascheregen durch Lagerung von Wassertropfen an Aschepartikeln) sorgen. Bei der Explosion vermischt sich die Asche mit heißer Luft und wird oft bis in die Stratosphäre geschossen, so dass Asche durch den Wind über viele Kilometer verfrachtet werden. Durch elektrostatische Aufladung in Aschewolken können Blitze entstehen und Ascheteilchen zu kugelförmigen Aggregaten zusammengeballt werden. Durch ihre geringe Größe kann Asche wiederum aber schnell verwittern und seine wertvollen Mineralien bereichern den Boden. Deshalb sind Regionen mit vulkanischer Asche meist sehr fruchtbar.

Geschichtliche Einordnung: Die minoische Eruption
Archäologische Fundstellen im gesamten östlichen Mittelmeer und auch wissenschaftliche Untersuchungen lassen darauf schließen, dass sich ein Ausbruch der ägäischen Vulkaninsel Thera (heute Santorin) im 17. oder 16. Jahrhundert v. Chr. ereignet hat (sog. minoische Eruption). Der Ausbruch wird in vier größere Phasen eingeteilt, die alle mehrere Jahrzehnte anhielten. In alten ägyptischen Quellen ist in diesem Zusammenhang überliefert, dass es in dieser Zeit schwere Regenstürme gab. Aus verschiedenen Versen im Koran geht weiterhin hervor, dass Mose in dieser Zeit lebte und die Kinder Israels in dieser Zeit auch auf die arabische Halbinsel brachte.

Auswirkungen
Ausgehend hiervon könnten Gewitter entstanden sein innerhalb dieser Aschewolken, die verursacht wurden dadurch, dass die Ascheteilchen durch die Reibung elektrostatisch aufgeladen wurden, und zu Blitzen und gewitterähnlichen Erscheinungen führten, bei denen sich die Ladungsunterschiede durch Regenfälle abbauten.

Wüstentrüffel
Der Regen vor allem die Menge und Verteilung sind wiederum wichtige Faktoren für das Vorkommen des sog. Wüstentrüffels.

https://www.jstor.org/stable/23861985

Diese Pilze haben ein Gewicht zwischen 30 und 300 Gramm und wachsen u.a. in der arabischen Region in der Regel zwischen Februar und April, häufig in großen Mengen. Der Nährwert der Wüsten-Trüffel ist hierbei relativ hoch, die Trockenmasse enthält unter anderem 20-27% Proteine, bis zu 7,5% Fette, ca. 60% Kohlenhydrate sowie Pottasche und Eisen.

Ausgehend von der obigen Annahme (lang andauernde Regenfälle durch den Vulkanausbruch) müsste das Vorkommen dieser Trüffel reichlicher ausgefallen sein, also nicht nur in der Frühlingszeit, mithin war diese als Gunst erteilt worden, ohne jedwede Mühe seitens des Empfängers (hier: die Kinder Israels). Manna war sozusagen die Wohltat, Gunstbezeigung oder Geschenk Gottes, was aber von den Kinder Israels nicht geschätzt worden sind, denn sie wollten sich nicht mit einer einzigen Speise zufrieden geben, vgl. auch 2:61.

Zweifellos ist Gott der Wissende und er ist genau wissend.

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