Meine Gedanken zum Freitag

Ich denke manchmal darüber nach, wie ich mich am Besten ausdrücken könnte.
Da es verschiedend Formen des Ausdrucks gibt, wie zum Beispiel der Ausdruck in der Kunst oder in der Musik, eine wunderbare Möglichkeit Dinge in Form und Ton darzulegen, eine andere Möglichkeit ist das geschriebende oder gesprochende Wort, das Beschreibt und seine Erklärung abgibt. Im Koran wird der Gläubige dazu aufgefordert Allah zu Preisen.
Kann man Allah durch Kunst und Musik erfassen? Nein! Nur in der Lobpreisung des Wortes an Allah kann man Ihn erreichen.

Friede Tariken!

Ich möchte deine interessante Frage, ob man Allah durch Kunst und Musik erfassen kann, nicht kategorisch mit „Nein“ beantworten, weil es meiner Ansicht nach möglich ist, den Vorgang Allah zu lobpreisen mit „Musik“ in Verbindung zu bringen.

Der Vorgang Allah zu lobpreisen wird im Quran oft im Zusammenhang mit dem Universum und mit Naturerscheinungen in ihm erwähnt, wie etwa 13:13, 17:44, 59:24 und andere Verse. In diesem Zusammenhang finde ich es erwähnenswert, dass die Planeten in unserem Sonnensystem bei ihrer Rotation bestimmte Töne, und zwar unterschiedliche mit verschiedenen Frequenzen erzeugen. Bei der Erde gibt es beispielsweise den sogenannten Tageston g und den sogenannten Jahreston cis, der auch als Om-Ton bezeichnet wird, der wiederum im Buddhismus und Hinduismus eine besondere Rolle spielt.

Im Zusammenhang mit Lobpreisen und „Musik“ möchte ich auch die Psalmen Davids erwähnen. Das Wort Psalm ist griechischen Ursprungs. das zu Grunde liegende Verb „psallein“ bedeutet die Saiten eines Instruments wie etwa der Zither oder Harfe oder Laute zupfen, so dass wir unter Psalm eine Art Sprechgesang mit Saiteninstrument-Begleitung verstehen können. Das davon abgeleitete Wort Psalmodie wird im Duden definiert als „rezitativisches Singen, bes. als vorwiegend auf einem bestimmten Ton ausgeführter liturgischer Sprechgesang“. Diesen Sprechgesang finden wir beispielsweise bei Mönchen, den ich persönlich als sehr anrührend empfinde. Im Quran wird der Psalter Davids in 17:55 mit dem arabischen Ausdruck „زبور zabur“ erwähnt.

Aus dem Erwähnten ergibt sich für mich also, dass „Musik“ im genannten Sinn durchaus mit Lobreisen in Verbindung gebracht und beim „Erreichen Allahs“ eine Rolle spielen kann.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Frieden lieber Tariken

Ich sehe das etwas anders, durch Kunst kann man Gott sehr wohl erfassen, ich zumindest, zum Beispiel durch Gesang und Musik. So gibt es ja z.B. auch den Psalmgesang. Töne und Klänge sind ja auch von Gott erschaffen, er hat uns ein wunderbares Gehör gegeben, die ganze Natur und das Universum ist voll von Tönen und Klängen. und alles zeugt von Gott.
Gott selbst ist in gewissen Sinne ja ein großer „Künstler“, wenn man die gesamte Schöpfung anschaut, die Natur, den Aufbau eines Blattes, einer Blüte. Das ZUsammenspiel von allem, die Farben, das Licht. So kann man mit einem schönen Gemälde oder auch durch Tanz sehr wohl auch Gott preisen und loben. Lobpreis muss nicht immer nur unbedingt in Worten erfolgen. Das zumindest ist meine Meinung und meine Erfahrung. :slightly_smiling_face:

Psalm 28,6: „Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen. Und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied.“

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Dass Allah ein großer „Künstler“ ist, wird im Quran belegt durch einige SEINER Attribute, die auch als „schöne Namen“ bezeichnet werden:

Der erfindende Erschaffer 2:54
Der Gestaltende 59:24

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Wurde David nicht mit einer schönen Singstimme ausgestattet?

Friede, Nicolas!

Einen Beleg expressis verbis aus den Offenbarungsschriften kenne ich zwar nicht, aber ich denke, dass dafür spricht, dass bei einigen Psalmen am Anfang Hinweise auf Musik stehen:
Psalm 7: Ein Klagelied Davids, das er dem Herrn sang
Psalm 16: Ein Lied Davids
Psalm 30: Ein Lied zur Tempelweihe von David
Psalm 32: Von David ein Weisheitslied.

Für mich ergibt sich aber die Frage, ob der im Alten Testament aufgeführte Psalter ganz oder teilweise mit der Offenbarungsschrift übereinstimmt, die im Quran mit زبور zabur bezeichnet wird. Es gibt ja im Psalter viele Psalmen, die als „Gebet Davids“ deklariert sind, weshalb diese Psalmen möglicherweise keine Offenbarung von Allah sind.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Frieden OASE, die Musik kann eine Lobpreisung sein. Es gibt Meisterwerke von Bach, Beethoven und Wagner, jedoch kann Musik auch mitreißen, und blenden. Auf keinen fall kann sie Allah beschreiben, denn sie kann nur zur Lobpreisung dienen.

Frieden Kiki, wenn Allah was gestaltet ist es wahrlich meisterlich. Natürlich wird auch der schaffende Mensch, der Künstler, inspiriert. Er kann Allah nicht in der Kunst gesammtheiltlich erfassen. Da er in seinem Schaffen als Künstler ein eingeschrängtes Verständniss hat.

Mein nächster Gedanke gilt dem Schaffen und Wirken in der Gesellschaft. Kann der Gläubige sich durch Kunst, sei es in der Litheratur, Musik, oder dem Gestalten von Bildern und Plastik positiv ausdrücken? Kann er in der Kultur, der jeweiligen Gesellschaft, inspirierend wirken,
um seinen Mitmenschen, ein positives und beispielhaftes Werk zu Vermitteln?
Wie gehen überhaupt Religion und Kultur eine positive Bindung ein, ohne sich gegenseitig zu zersetzen? Das frag ich mich, wie dann das Werk aussehen könnte?

Friede, Tariken!

Wenn Musik nach deinen eigenen Worten der Lobpreisung dienen kann, dann kann sie meines Erachtens Allah auch beschreiben, denn beim Lobpreisen erwähnen wir doch Attribute Allahs - oder? :thinking:

Insofern kann man meiner Meinung nach auch sagen, dass man durch Musik Allah zumindest in Teilaspekten erfassen kann. Wenn ich mir also von Holst die Planeten anhöre oder vom Ludwig dessen Pastorale, dann versetzte ich mich quasi in Form einer Meditation in die Natur respektive ins Universum und dann reflektiere ich über die Schöpfung und stoße zwangsläufig auf den Schöpfer und erfasse Dessen unermessliche Kreativität und Kunstfertigkeit und Organisation und Allmacht.

Salaam und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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Musik kann zu Lobpreisung Allahs genutzt werden. Da gibt es sehr schöne Musik, ob es aber Allah beschreiben kann, bezweifel ich.

Ein Gedanke zu den Attributen Allahs. Allah beschreibt sich im Koran selber, bekannt als die 99 Beinamen, oder Attribute Allahs. Natürlich kann man diese Attribute in der Kunst, Musik und Lobpreisung verwenden. Aber wenn man Religiöse Themen in der Kunst darstellt und diese Kunst zur Sakralkunst wird, können böse Misverständnisse entstehen.
Darum sollte man Kunst/Kultur auf der einen Seite und Religion auf der anderen Seite möglichst trennen. Damit Religion und Kultur nicht miteinander verschmelzen.

Um auf die Bibel zu schauen, die ist keine reine Offenbarung, sie beinhaltet neben den Offenbarungstexten auch Texte aus der Litheratur und Dichtung, die von Menschen geschrieben wurden. Die Bibel hat dadurch zwangsläufig eine Bindung zur Kultur des damaligen Orients aufgebaut.

Friede Gunnar,

Psalmen sind ja sowieso keine Offenbarung von Gott, sondern Lieder, Gebete und Gedichte, in welchen die Gläubigen Gott danken und ihn preisen, oder sie Hilfe und Trost bei Gott suchen oder Ihm auch ihr Leid klagen.

Die Bibel ist kein einzelnes Buch, sondern eher eien Bibliothek, sie besteht aus vielen Büchern und Schriften und hat nicht den Anspruch wortwörtlich Gottes Wort zu sein, aber Gottes Wort durchzieht die Bibel wie ein roter Faden. Man findet Gottes Wort in den Geschichten der Menschen mit Gott, ihren Erlebnissen mit Gott, den Reden und Verkündigungen der Propheten, in den Gebeten, den Botschaften, Anweisungen und Gleichnissen, etc. Die Bibel ist durchdrungen von Gottes Wort, aber nicht von Gott „diktiert“. Beim Lesen wird man es aber leicht finden, wenn man liest und darüber nachdenkt. Man muss selbst auch nachdenken, so wie ja im Koran immer zum Nachdenken aufgefordert wird :slightly_smiling_face:

In Frieden,
Kiki

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Friede Kiki!

Ja, das hatte ich ja oben auch schon anklingen lassen, dass der im Quran in Sure 4:163 erwähnte زبور zabūr möglicherweise nicht der Psalter Davids ist (obwohl dies in den einschlägigen Wörterbüchern vermerkt ist), sondern eine andere Offenbarung Allahs an den Gesandten David. Das Wort زبور zabūr kommt ja im Quran auch in der Pluralform زبر zubur vor (3:184, 16:44, 26:196, 35:25, 54:43 und 54:52).

Semantisch betrachtet bedeutet زبور zabūr irgendein Buch mit einem „harten“ oder „strengen“ Niveau, das den urteilsfähigen Intellekt besonders intensiv anspricht. (Ein Schreibstift wird auch als مزبر mizbar bezeichnet.) Das Wort زبر zabr bedeutet bezeichnenderweise „Stein“ und زبرة zubra (Plural زبر zubur) bedeutet „ein Stück Eisen“ (siehe 18:95). Mit زبور zabūr wird auch die syrische oder hebräische Sprache bezeichnet.

Einige Wörterbücher verweisen darauf, dass زبور zabūr ein geoffenbartes Buch ohne Vorschriften respektive Gesetze ist, und erwähnen in diesem Zusammenhang das dem David geoffenbarte Buch, das keine Anweisungen für ein bestimmtes Verhalten enthält, sondern Ermahnungen und gleichnishafte Lehren, was wir neben Gebeten und Lobpreisungen eben auch im Psalter finden. Insofern möchte ich also nicht ausschließen, dass der im Quran in Sure 4:163 erwähnte زبور zabūr der Psalter Davids sein könnte.

Und Allah weiß es am besten!

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

Frieden,
Theoretisch könnte jeder Psalme dichten. Das würde dann zur Litheratur gehören, ohne eine Offenbarung Allahs zu sein.
Ein Beispiel: „Ich erhebe meine Hände zu Dir oh Herr. Da ich in meiner Bedrängnis zu Dir Zuflucht suche. Beschütze mich vor Pein und Ungemach, und lasse meine Wege immer gerade sein.“
Diesen Spruch habe ich mir eben selber ausgedacht, ohne das ich davon ausgehe, dass er ihrgendwann in einer „Heiligen Schrift“ auftauchen wird. Eben Literatur oder Dichtung, der kein Offenbarungstext ist.

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