Quran-Vers 2:224


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Für den Quran-Vers 2:224 gibt es unterschiedliche Übersetzungen, zu denen auch die folgenden gehören:

Ullmann:
Benutzt Allahs Namen nicht ständig zur Bekräftigung eurer Eidschwüre, um als gerecht, fromm und friedfertig unter den Menschen zu gelten…

Goldschmidt:
Macht Gott nicht zum Gegenstand eurer Schwüre; dass ihr fromm und gottesfürchtig unter den Menschen seid…

Im ‘Iʼrābu-l-Qur’āni-l-karīm heißt es zu diesem Vers, dass syntaktisch betrachtet der Satz nach „Schwüre“ begründendes Objekt oder Apposition sei und die Bedeutung in diesem Zusammenhang laute, dass die Zunge etwas spontan äußert, was eigentlich gar nicht die Intention sei. Entsprechend weist Bubenheim in seiner Übersetzung in einer Fußnote zu diesem Vers darauf hin, dass man auch wie folgt übersetzen könne:

Und macht (den Namen) Allah(s) nicht zum Gegenstand eurer (unnötigen) Eide, selbst wenn es um Güte, Gottesfurcht und Friedensstiftung zwischen den Menschen geht.

Der Quran-Exeget Az-Zamaḩšarī erwähnt in seiner Exegese unter Anderem, dass die Bedeutung sei: Macht eure Schwüre nicht zum Gegenstand Allahs, so dass ihr euch durch das viele Schwören mit SEINEM Namen IHM gegenüber ungehörig (ordinär) verhaltet!

Al-Alūsī formuliert in seiner Exegese neben anderen Interpretationsmöglichkeiten ähnlich und fügt hinzu, dass ein derartiges Verhalten eine Art Dreistigkeit gegenüber Allah darstelle.

Diese Interpretation sagt mir zu und deshalb vertrete ich die These, dass es aus Respekt gegenüber Allah nicht korrekt ist, dass viele Muslime bei jeder Kleinigkeit respektive ohne jede Notwendigkeit „wa-Llāhi“ sagen, wie ich es tagtäglich erlebe, und dass sie damit ihre jeweilige Aussage, und sei sie noch so banal, bekräftigen wollen. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass sie sich gar nicht dessen bewusst sind, warum sie eigentlich diese Formulierung ständig benutzen, das sie also einfach aus Gewohnheit einfach so etwas daherreden.

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