RAMADAN-Beginn

Salaam!

Für alle, die dem Lunisolar-Kalender folgen: Am kommenden Donnerstag, 17. September 2020, ist der erste Ramadan!

Ich wünsche allen Lunisolar-Kalender-Anhängern, die im übermorgen beginnenden Ramadan fasten wollen - gleich ob im ganzen Monat oder nur während der Vollmondtage - ein angenehmes und erfolgreiches Fasten, das bei Allah Wohlgefallen findet. :slightly_smiling_face:

In diesem Sinne Salaam!
Gunnar :green_heart:

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Selam !

Ich hatte schon dieses Jahr gefastet, aber vielleicht nächstes Jahr sGw. Vielleicht findet noch jemand etwas über die Länge der Fastenzeit heraus, evtl. die Mathematiker unter uns :wink:

Selam

Selam
Ich werde sGw dieses Jahr das erste Mal nach dem Lunisolarkalender fasten und bin innerlich ganz aufgeregt. Als ich das erste Mal davon gelesen habe, hat es mich gleich fasziniert und mir das Gefühl gegeben dass dies die „richtige“ Zeit für den Ramadan ist. Zwischenzeitlich bin ich in meinem Umfeld auf viel Unverständnis gestoßen da wir Muslime ja schon über 1400 Jahre nach dem Mondkalender fasten jedoch fühlt es sich für mich so „richtig“ an sodass ich auf meine innere Stimme vertraue. Ich war schon immer sehr skeptisch, warum Gott im Koran mehrfach sowohl den Mond als auch die Sonne erwähnt, wir uns allerdings dennoch ausschließlich nach dem Mond richten.
Ich wünsche allen, die dieses Gefühl ebenfalls teilen, einen gesegneten Fastenmonat.
Möge der Friede und Gottes Barmherzigkeit auf euch sein

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Salaam, Fuesun,

mir geht es ähnlich: Für mich ist das Fasten nach dem Lunisolarkalender in diesem Jahr auch das erste Mal. Und wie bei jeder Premiere gibt es Lampenfieber.

Aber wichtig ist, dass man seiner inneren Stimme vertraut und der Vernunft folgt und nicht denen, die für Argumente aus dem Quran kein Ohr haben, auch wenn sie die überwiegende Mehrheit bilden. Allah sagt ja mehrmals im Quran, dass die meisten nicht wissen respektive nicht wissen wollen.

Altvertraute Traditionen und Gewohnheiten in Frage zu stellen und zu überdenken, um sie dann bei neuen Erkenntnissen „über Bord zu werfen“ und über seinen eigenen Schatten zu springen, ist ja auch nicht immer einfach.

Möge Allah alle, die nach der Wahrheit streben, auf dem geraden Weg zu SEINEM Wohlgefallen führen und das Fasten wohlwollend annehmen!

Salaam!
Gunnar :green_heart:

Salaam, Hajridin,

ich habe Zweifel, dass die Mathematiker unter uns hinsichtlich der Fastendauer weiterhelfen können.

Ich denke, es ist eher ein Thema für die Linguisten. Denn die Schlüsselwörter für die Bestimmung der Dauer sind die arabischen Begriffe شهر schahr und أياما معدودات aiyāman ma´dūdāt. Ich habe in diversen Wörterbüchern für Letzteres mehrere Hinweise gefunden, dass es sich bei der „begrenzten Anzahl“ um einige wenige Tage handelt, besonders dann, wenn wie im Vers 2:184 die Pluralform āt steht, und auch von Leuten mit Arabisch als Muttersprache gehört, dass sie darunter eine Zeitspanne von drei bis zehn Tagen verstehen.

Und hinsichtlich des Wortes شهر schahr ist die entscheidende Frage, ob es sich um die Bedeutung „Mond“ oder um die Bedeutung „Monat“ handelt. Beides ist ja linguistisch gesehen möglich. Und im Quran wird ja dieses Wort auch oft im Sinn von „Monat“ gebraucht. Die in meinem speziellen Artikel zu diesem Thema aufgeführten Argumente lassen mich aber eher annehmen, dass in 2:185 der Mond, und zwar der Vollmond gemeint ist.

Vor ein paar Tagen habe ich darüber hinaus gefunden, dass شهر schahr auch der Name eines altaramäischen und altsüdarabischen Mondgottes war und das Wort شهر schahr von den Arabern im Sinne von „Mond“ benutzt wurde. Hinzu kommt, dass im Alten Testament im Buch Richter 8:21 und bei Jesaja 3:18 von Amuletten in Form von Möndchen die Rede ist, was mit śahǎronîm bezeichnet wird. All dies sind meines Erachtens auch Argumente dafür, dass es legitim ist, شهر schahr im Sinne von Mond zu verstehen. In Verbindung mit أياما معدودات aiyāman ma´dūdāt halte ich es sogar für opportun, weshalb ich nur während der Dauer der Ramadan-Vollmondphase mein Fasten durchzuführen beabsichtige.

Und Allah weiß es am besten!

Salaam
Gunnar :green_heart:

Selam Gunner !

Also wirst du nur die 3 Tage Vollmond fasten ? Oder verstehe ich dich falsch

Selam

Salaam, Hajridin,

das hängt davon ab, für wie viel Tage ich den Vollmond als solchen sehe. Das sind mindestens drei Tage, können aber auch vier oder sogar fünf Tage sein.

Salaam
Gunnar :green_heart:

Ich habe den Ramadan der Traditionalistwn gefastet. Soll ich trotzdem den richtigen Ramadan fasten?

Salaam, Np07!

Dafür sprächen aus meiner Sicht mindestens fünf Gründe :slightly_smiling_face::

  1. Du würdest das Wohlgefallen Allahs erlangen.

  2. Du würdest dich von den Traditionalisten abgrenzen.

  3. Du würdest dich enger an die Quran-Befolger, die dem Lunisolarkalender folgen, binden.

  4. Du würdest dich damit zum Befolgen des Lunisolarkalenders bekennen.

  5. Du würdest einen ersten Schritt tun, dich an den „richtigen Ramadan“ zu gewöhnen.

Salaam!
Gunnar :green_heart:

Ich denke mit den Worten sollte man vorsichtig sein.
Was richtig und nicht richtig ist weiß nur Allah!
Alle die nach dem LunisolarKalender Ramadan machen wünsche ich viel Erfolg!
Aber auch die den traditionalen Ramadan vollziehen sollten damit nicht falsch liegen

Wenn Allah wollte das wir es alle zu 100% verstehen hätte er es auch ausdrücklich erwähnt.
Wir haben ja auch schon festgestellt das es viel „durcheinander“ beim Gebet gibt
Jeder sollte es so tun wie er es richtig verspürt und sich an gewisse Grundprinzipien halten. :slightly_smiling_face:
Möge Allah uns alle rechtleiten und unsere Verfehlungen verzeihen

Salaam!
Ich habe dieses Jahr auch das „traditionelle“ Fasten durchgezogen, werde nun aber, Insha Allah, ab morgen einen Monat durchfasten. Es fühlt sich für mich auch richtig an!
Möge uns Allah Kraft, Rechtleitung und Durchhaltevermögen geben und uns Vergeben.

Frieden

Salaam, Ahmet,

möge Allah dein Fasten annehmen und möge das Fasten für dich ein erfolgreiches Erlebnis sein!

Ich finde es wichtig, dass es „sich richtig anfühlt“. Natürlich ist Allah der Einzige, der allwissend ist. Aber wir haben trotzdem nach vorangegangenen entsprechenden Überlegungen, Abwägungen und Nachforschungen das Recht, ein Ergebnis als für uns richtig zu betrachten und demgemäß konsequent zu handeln und davon überzeugt zu sein. Es ist meiner Meinung sogar nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht, denn wenn wir nichts als für uns richtig ansähen, wären wir ja mehr oder weniger handlungsunfähig.

Das schließt nicht aus, dass wir die Meinung Anderer, die natürlich ihr Denkergebnis als richtig betrachten, respektieren und offen für einen weiteren sachlichen und konstruktiv geführten Gedankenaustausch sind und Gegenargumente auf ihre Stichhaltigkeit abklopfen.

Allah weiß alles und weiß somit auch, dass mein Bemühen um das Finden der Wahrheit und des Richtigen von aufrichtiger Intention geprägt ist. Sollte ich auf Grund meiner Unvollkommenheit einen Fehler gemacht oder etwas vergessen haben, so bitte ich IHN um Nachsicht und Vergebung.

Möge Allah alle Wahrheit Suchenden auf dem rechten Weg zu SEINEM Wohlwollen führen und ihr Fasten annehmen, unabhängig davon, welche Zeitspanne sie als richtig betrachten!

Salaam!
Gunnar :green_heart:

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Sehr schön gesagt Gunnar!
Sehe ich auch so.
Mal eine andere Frage: Wann genau ist für dich das Fasten brechen angesagt? Wenn es komplett dunkel geworden ist oder gehst du auch nach dem genauen Sonnenuntergang wie ich? Morgen wäre das zum Beispiel um 19.33 Uhr

Frieden

Salaam, Ahmet,

ich gehe davon aus, dass Tag und Nacht durch das Vorhandensein der Sonne über dem Horizont, also für uns sichtbar, respektive unter dem Horizont, also für uns nicht sichtbar, gekennzeichnet sind. Das heißt, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist Tag und zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ist Nacht. Dies entspricht den arabischen Wörtern نهار nahār für die Tageszeit und ليل lail für die Nachtzeit. Diese beiden Wörter werden im Quran oft zusammen genannt und einander gegenübergestellt, woraus wir schließen können, dass der Tag als Ganzes und die Nacht als Ganzes gemeint ist.

In Sure 17:78 hingegen finden wir den Zusatz لدلوك الشمس إلى غسق اليل وقرءان الفجر lidulūki-sch-schamsi ilā ghasaqi-l-lail „beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht“. Es gibt also einen helleren Teil der Nacht und einen dunkleren. Diesen Zusatz „bis zum Dunkel der Nacht“ finden wir in Sure 2:187 im Zusammenhang mit der Dauer des Fastens nicht!

Auch in Sure 91:1-4 finden wir einen Hinweis auf die Eigenschaft von Tag und Nacht, wo es nämlich heißt, dass am Tag die Sonne hell zu sehen ist, während sie in der Nacht „verdeckt“, also unseren Blicken nach ihrem Untergang entschwunden ist.

Somit können wir nach meinem Verständnis mit gutem Gewissen davon ausgehen, dass die Zeit des Fastens mit dem Sonnenuntergang endet.

Salaam!
Gunnar :green_heart:

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Vielen Dank. Ich schaue mir die Verse auch nochmal genauer an.

Frieden!

Selam Gunnar,

Ich denke, es reicht, sich an 2:187 zu halten. Die dort genannte Unterscheidung zwischen der „weißen Linie der Morgendämmerung von der schwarzen Linie (der Nacht)“ [Mohammad Asad] bezeichnet m.E. den Zeitpunkt, zu dem sich der Himmel optisch von der Erde abhebt, also die Horizontlinie zu erkennen ist. Wenn ich richtig informiert bin, nennt man das die " nautische " Dämmerung.
Diese Zeiten kann man für jeden Ort im Internet finden oder man guckt einfach aus dem Fenster :grin:.
Ich finde diese Auslegung auch schon deshalb einleuchtend, weil man dazu kein Internet, keine Tabellen, keine Uhr und keinen Imam braucht. Kann halt jeder machen, im Mittelalter und auch heute.
Außerdem zeigt mir das, dass es nicht unbedingt auf die Minute ankommt, denn bei bedecktem Himmel verschwindet die Horizontlinie abends ein paar Minuten früher und morgens ein paar Minuten später. Man muss also aus der Ermittlung des Zeitpunkts keine Religion machen, darauf scheint es Gott weniger anzukommen als auf das Fasten selbst
Frieden
Tom

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PS. Mit „keine Religion draus machen“ meine ich natürlich keinen hier im Forum :grimacing::grimacing:

Salaam, Tom!

Die nautische Dämmerung (Tiefenwinkel 12 Grad) bedeutet je nach Entfernung vom Äquator eine Zeitspanne von etwa 20 (Äquatornähe) bis etwa 50 Minuten (Deutschland). Für das Morgengrauen anwendbare Bestimmen des Beginns des Fastens ist das der Unterscheidungsbereich für einen schwarzen vom weißen Faden. Wenn du aus dem Fenster guckst, musst du natürlich das Fenster auch schön sauber putzen! :grin:
Wenn du die gleiche Vorgehensweise für die nautische Abenddämmerung vornehmen willst, dann müsstest du also nach Sonnenuntergang noch eine Weile mit dem Aus-dem-Fenster-Gucken warten, bevor du dein Fasten abbrichst. Das brauchst du aber nicht, wenn du auf Basis meiner obigen Ausführungen zum Begriff der Nacht das Fasten unmittelbar nach Sonnenuntergang abbrichst. Zudem steht im Quran die Unterscheidung eines weißen vom schwarzen Faden nur in Verbindung mit der Morgendämmerung.

Bei bedecktem Himmel kann man im Übrigen auf den astronomisch berechneten Zeitpunkt des Sonnenuntergangs zurückgreifen.

So, und nun will ich dich nicht länger vom Gucken aus dem Fenster abhalten!

Salaam
Gunnar :green_heart:

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Ich wollte es nicht schlecht reden oder sagen das es falsch ist. .ich hoffe nicht das es so rüberkam !

Ich finde deine Forschungen und Analysen immer sehr spannend und oft auch einleuchtend​:grin::+1:
Nur ist mir das mit ramadan noch bissn zu hoch vllt schaffe ich ja bis nächstes Jahr hinter zu steigen inshallah…
Ansonsten wird nochmal der traditionelle einfach zu verstehende ramadan gemacht :wink:

Ich wünsche euch eine gute Zeit auf das Allah euer fasten annimmt :four_leaf_clover:

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Salaam, RicoBerlin,

null problemo, deinen Hinweis auf den vorsichtigen Gebrauch des Wortes „richtig“ finde ich durchaus angebracht. Ich habe ja deshalb auch „richtiger Ramadan“ mit Gänsefüßchen verziert. :slightly_smiling_face: Andererseits sollte natürlich auch jeder, der von einer Annahme fest überzeugt ist, sagen dürfen, dass es für ihn das Richtige ist, und als Konsequenz auf dieser Basis handeln dürfen.

Dass dir das mit dem Ramadan noch bissn zu hoch ist, liegt hoffentlich nicht daran, dass ich mich zu kompliziert ausgedrückt habe. Mir ist die Angelegenheit ja sonnenklar und vielleicht habe ich bei meinen Ausführungen zu wenig daran gedacht, dass es für Andere eben nicht sonnenklar ist. Ferner habe ich gar nicht daran gedacht, dass der traditionelle Ramadan einfach zu verstehen ist. Ich finde die Anwendung des Lunisolarkalenders eben einfach und logisch nachvollziehbar. Aber du weißt ja hoffentlich, dass ich auf Nachfragen immer reagiere.

Sicher spielt auch eine Rolle, dass man jahrelang gepflegte Traditionen (die man eventuell jahrelang noch nicht mal hinterfagt hat) nicht immer so einfach durch etwas Neues ersetzen kann. Das hab ich ja an mir selbst auch des Öfteren gemerkt.

Salaam!
Gunnar :green_heart:

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