Siyam und Ramadan {Theorie}

Hallo:)

Ich habe bezüglich Siyam und Ramadan ein Paar Denkansätze. Hier zuerst das Video:

Wie in diesem Video verdeutlicht wird, besteht eine Möglichkeit dass es sich um Zwei verschiedene Fastenzeiten handelt, die eine Verpflichtend, die andere jedoch Freiwillig.

Jedoch um dem Gesamtbild näher zu kommen müssen wir uns zuerst mit dem Thema Siyam beschäftigen. Wenn man sich 2:183 und 2:185 anschaut stellt man fest dass hierbei das Wort Siyam bzw. Yasumhu verwendet wird, welches die Bedeutung „Enthalten, Zurückziehen etc.“ hat. Jedoch wird hier nicht das direkte Wort für Fasten „Bsre“ erwähnt. Wenn man jedoch Sure 2:187 anschaut, wird hier eine interessante Zeit erwähnt, und zwar die „Nacht des Fastens“.

Hier ein weiteres Video

Interessant hierbei ist dass damit nicht irgendeine Nacht gemeint ist, sondern eine Bestimmte. Wenn man sich die Passage anschaut „Allah weiß, daß ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch.“ Dann wird hier ersichtlich dass es sich um eine Bestimmte Nacht Handelt und nicht um irgendeine und dass davor etwas verboten war und jetzt nun Erlaubt ist. Schaut man sich 2:183 an dann wird ersichtlich dass es Menschen vor uns gab, die den Siyam vollzogen haben und diese sind die Kinder Israels in der Tora.

Vorneweg: Es ist und Monotheisten anbefohlen auch an die Tora zu glauben (2:136 Sprecht: „„Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.““")

Im 3.Buch Mose 23 heißt es:

26 Und der HERR redete mit Mose und sprach:

27 Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag. Da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und fasten und dem HERRN Feueropfer darbringen

28 und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage, denn es ist der Versöhnungstag, euch zu entsühnen vor dem HERRN, eurem Gott.

29 Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden.

30 Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk.

31 Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt.

32 Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.

Hier habe ich die Lutherübersetzung genommen. Jedoch übersetzen hier andere das Wort „wə·‘in·nî·ṯem/ וְעִנִּיתֶ֖ם“ auch als „Kasteien, Demütigen, Zurrückhalten“. Interessant hier zu sehen ist dass es bei „Siyam“ somit um mehr Handelt, als nur zu Fasten, besonders wenn man das Versammlungsgebot und Arbeitsverbot betrachtet. Es geht darum sich zu Reinigen, Entsühnen und Gott näher zu kommen.

Was auch sehr interessant ist dass bei der Passage "31 Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt. " eine Perfekte analogie zu 2:183 herrscht: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.“

Besonders interresant wird es wenn man die Beiden Lunarmonate „Tishri“ und „Ramadan“ vergleicht, denn beide Fallen Starten Zeitgleich mit den Ersten Mondzyklus im September. (Besonderheit: Tishri ist der 7. Monat, weil der „Jüdische Kalender“ etwa an der Frühlingstagungsnachtgleiche beginnt und Ramadan der 9. Monat weil der Islamische Kalender sich an den Solarzyklus Orientiert, jedoch ist der Zeitpunkt gleich)

Viele werden jetzt sagen, dass ein Lunisolar-Zyklus dem Koran wiederspricht. Darauf werde ich, so Gott will noch einen Artikel veröffentlichen, der das Gerücht des „Schaltmonatverbots“ beseitigt.

Und nun Kommen wir zu den Theorien des Fastens:

Ich halte es für unwahrscheinlich einen Ganzen Monat durchzufasten, da Siyam ja „Enthaltung“ bedeutet und es Unmöglich ist 1 Ganzen Monat die Arbeit ruhen zu lassen. Zwar wird zwar explizit davon im Koran nichts erwähnt, aber seine Seele zu Kasteien (Siyam) und gleichzeitig den Gütern des Diesseits zu Folgen (Arbeiten) macht keinen sinn. Außerdem wäre es Fatal wenn zB. Krankenschwestern ihre Arbeit 1 Monat ruhen lassen würden. Außerdem wäre es der Wirtschaft nicht zumutbar. Außerdem will Gott Erleichterung und keine Erschwernis.

Wer das Video angeschaut hat, dem Fällt auf das Quran Centric von einer Theorie von 2 Verschiedenen Fastenmonaten Spricht. Wenn man sich die Bau der 2 Passagen anschaut kann es durchaus sein.

Jedoch kann es auch sein, dass es sich um eine Art „Vorbeschreibung“ für den Ramadan-Ritus handelt, die den Jom Kippur in den Abgezählten Tagen (Madhoodad/3-10 Tage) miteinbezieht, da Gott auch von der Erleichterung der Regeln im Jom Kippur im Koran spricht, und dieser somit vom Ablauf her nun mit den anderen Fastentagen Gleicht.

Und Gott weiß es am Besten❤️

Was meint ihr?:upside_down_face::heart:

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Hallo, Besi,

welche denn??? :thinking:

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Diese wurden nur gerade zwischen gespeichert XD
Bald geht es weiter :grin::heart::heart:

Hallo, lieber Besi,

und erst einmal vielen Dank für deine vielen Denkanstöße!

Ich betrachte die Verse 183 bis 185 der zweiten Sure als ein zusammenhängendes Thema, will sagen, es handelt sich um ein einziges Fasten, nämlich eine Anzahl von einigen Tagen im Monat Ramadan.

Bruder Joseph hat zwar Recht in seinem Video, dass es doch erstaunlich ist, dass das Reisen und Kranksein zweimal und dass die Fidya ( Ersatzleistung für das Nicht-Durchführen einer grundsätzlich geltenden islamischen Pflicht in Form einer Versorgung für die Bedürftigen) nur einmal erwähnt wird. Seiner Schlussfolgerung, dass es sich deshalb um zwei verschiedene Arten von Fasten handle, vermag ich mich aber dennoch nicht anzuschließen, und zwar aus folgendem Grund:

Im Vers 184 wird die Anzahl von einigen Tagen genannt, an denen das Fasten Pflicht ist. Da der arabische Begriff für „einige Tage“ im Plural steht, müssen es mindestens drei Tage sein, weil der Plural im Arabischen für etwas gibt, was zwei überschreitet. (Für „zwei“ gibt es im Arabischen den sogenannten Dual.) Im Vers 184 wird aber nicht festgelegt, wann diese Anzahl einiger Tage zu fasten ist, also in welchem Monat. Diese Festlegung wird im Vers 185 vorgenommen, und zwar unter Hinzufügung des Grundes, dass nämlich im Ramadan der Quran geoffenbart wurde und der Ramadan demzufolge eine besondere Stellung hat. Deshalb sollen im Monat Ramadan einige Tage gefastet werden.

Die Wiederholung des Krankseins und des Reisens erkläre ich mir wie folgt:

Beim zweiten Mal wird noch der Grund dafür hinzugefügt, dass man als Kranker oder Reisender die Fastentage später nachholen kann: Allah will für den Fastenden keine Unannehmlichkeit.

Die Fidya im Vers 184 wird hingegen nicht noch einmal erwähnt, weil es zu ihr schon im selben Vers am Ende eine Kommentierung gibt.

Und noch ein Hinweis:

Die Tatsache, dass im Vers 183 steht: „… wie es für jene vor euch festgeschrieben war …“ muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es sich um einen einzigen Tag wie etwa Yom Kippur und um das Fernbleiben vom Arbeiten bedeuten. Ich verstehe darunter vielmehr, dass die Pflicht zum Fasten an sich auch weiterhin besteht, wie sie schon vorher bestanden hat, unabhängig von der Art und von der Dauer und vom Zeitpunkt.

Und Allah weiß es am besten!

Salaam!
Gunnar :green_heart:

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So, ein Kleines Update:D

Ich bin zum Entschluss gekommen, dass es sich bei den Passagen 2:184 und 2:185 um einen Gemeinsamen Siyam handelt. Begründen tue ich das wie folgt:

Wenn man sich 2:184 anschaut findet man zuerst keine Zeitangabe, wann der Siyam durchgeführt werden muss. Jedoch wird hier erwähnt „… und wer Krank ist oder auf Reisen ist, eine Anzahl anderer Tage. …“.

Es handelt sich hiermit sozusagen um eine mögliche Verlegung. Und um etwas Verlegen zu können braucht es einen Termin, wo es eigentlich stattfinden soll.

Und diesen Termin finden wir dann in Sure 2:185, wo dann der Monat Ramadan erwähnt wird.

Abzuklären bleibt nur noch wie viele Tage man den Siyam durchführen soll.

Anmerkungen und Kommentare gerne erwünscht :grin::heart:

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Hallo, Besi,

welche Vorschläge hast du denn für die Fastendauer? :thinking:

Salaam
Gunnar :green_heart:

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Danke für die Antwort Gunnar​:grin::heart:

Eine Mögliche Theorie liegt bei min. 3 Tagen, was ich aus 2:203 entnehme:

Und gedenkt Allahs während einer BESTIMMTEN ANZAHL VON TAGEN; und wer eilig in zwei Tagen aufbricht, den trifft keine Schuld, und wer länger bleibt, den trifft keine Schuld, wenn er gottesfürchtig ist. Und fürchtet Allah und wisset, daß ihr zu Ihm geführt werdet.

Hier spricht Gott bei der Anzahl von Tagen, dass wer nur 2 Tage bleibt, nicht sündigt, und wer Länger (als also 3 Tage) verweilt, auch nicht Sündigt.

Des wäre eine Mögliche Theorie.

Beste Grüße, Besi​:grin::heart:

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Hallo, Besi,

linguistisch gesehen kann man das auch begründen, weil im Arabischen der Plural steht und der Plural im Arabischen mehr als zwei bedeutet.

Salaam
Gunnar :green_heart:

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Hast du eine Theorie nur für Minimum oder auch eine für Maximum? :thinking: :slightly_smiling_face: :green_heart:

Maximum kann ich leider nur vermuten😅, vorschlagen würde ich 10 (wegen Ayman Madoodat, was die Leute auch benutzen für eine Länge von 3-10) oder Vielleicht sogar 30

Grüße Besi​:grin::heart:

Hier mein Erklärungsversuch:

2:185 Monat Ramadan (Ein großes Ereignis), in dem der Quran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde, Klarstellungen über die Rechtleitung und die Unterscheidung. Wer nun unter euch den Monat (Diesen großen Ereignis) bezeugt, so soll er ihn fasten (sich von dem schlechten/bösen Ereignissen verhalten). Und wer krank oder auf Reisen ist, dann gilt für ihn eine Anzahl späterer Tage (In den restlichen Tagen des Ereignisses). Gott möchte für euch die Erleichterung und möchte für euch nicht die Erschwernis. So sollt ihr die Anzahl vervollständigen (Bis das Ereignis nicht mehr vorhanden ist) und Gott hochpreisen dafür, dass er euch rechtleitete, auf dass ihr dankbar seid
2:186 Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, so bin ich nah, antworte auf den Ruf des Rufenden, wenn er mich rief. Sie sollen dann mir antworten und an mich glauben, auf dass sie vernünf-tig sind
2:187 Erlaubt ist euch während der Nacht (In dieser Phase ist es noch nicht klar ob das Ereignis gut oder schlecht ist) des Fastens der Umgang mit euren Frauen. So sind sie euch ein Kleid und ihr seid ihnen ein Kleid. Gott wusste, dass ihr gegen euch selbst trügerisch zu handeln pflegtet, so vergab Er euch und verzieh euch. Nun verkehrt mit ihnen und trachtet nach dem, was Gott euch vorschrieb. Und esst und trinkt, bis für euch der weiße Faden vom schwarzen Faden der Dämmerung erkennbar ist ( Das Gute vom Bösem/Schlechtem unterscheidbar geworden ist). Dann vollendet das Fasten bis zur Nacht (Vollendet die Zurückhaltung bis die unklare Phase vorbei ist). Und verkehrt mit ihnen nicht während ihr euch in den Unterwerfungsstätten (Parlamenten) aufhaltet. Dies sind die Grenzen Gottes, denen ihr nicht nahekommen sollt. Auf diese Weise macht Gott den Menschen Seine Zeichen klar, auf dass sie achtsam sind.

Denk an große Ereignisse, die in der Welt schon passiert sind. Wie soll man sich als Gutmensch verhalten?
Aktuell die Corona Pandemie. Ist es eine Pandemie? Soll man mit aufspringen, oder erst mal enthaltsam nachforschen was richtig und falsch ist (schwarzer Faden Weiser Faden)?

Hier noch die restlichen Verse, so entsteht auch eine Verbindung zueinander.

2:188 Und nicht sollt ihr euer Vermögen durch die Falschheit untereinander verzehren und es danach den Richtern vorlegen, damit ihr teilend vom Vermögen der Leute sündhaft verzehrt, wobei ihr wisst
2:189 Sie fragen dich nach den Naturerscheinungen. Sage: Sie sind Zeiten für die Menschen und die Debatte. Und so ist Redlichkeit, die Häuser nicht durch ihre Hinterseiten zu betreten, sondern Redlichkeit ist, achtsam zu sein und die Häuser durch ihre Türen zu betreten, und seid Gottes achtsam, auf dass ihr erfolgreich seid
2:190 Und bekämpft auf Gottes Weg diejenigen, die euch bekämpfen und übertretet nicht. Gewiss, Gott liebt nicht die Übertreter
2:191 Und tötet sie, wo immer ihr sie vorfindet und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben, da die Anstiftung schlimmer als das Töten ist. Und bekämpft sie nicht bei der verbietenden Unterwerfungsstätte, bis sie selbst euch darin bekämpfen. Wenn sie euch dann bekämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ableugner
2:192 Wenn sie aber aufhören, so ist Gott vergebend, gnädig

Kurze Zusammenfassung:

Es Passiert was Großes.
Es ist noch unklar was genau.
Das Gute und Böse ist nun erkennbar.
Das Böse wir bekämpft, bis sie einsichtig sind.

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Hallo Anamurlu:)

Mich würde interessieren, wie du auf die Theorie mit den Ereignissen gekommen bist. In nach meiner Kenntnis und in den Übersetzungen finde ich nichts vergleichbares. Klär uns auf :smiley:

Mfg, Besi​:grin::heart:

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Weil das klassische Fasten kein Sinn ergibt und das was ich oben geschrieben habe im Sinne eines revolutionären Buches ist. Es verkümmert die Leute nicht in ihnen Häusern sonder fordert auf aktiv zu werden sobald es klar ist was Gut und Böse ist.

Auch muss man bedenken, dass wichtige Themen im Kuran mehrfach aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Das traditionelle Fasten jedoch nicht. Bei ander Stellen wo gefasst wird, solle man explizit was essen

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Wenn man den Quran verstehen und erklären will, dann muss man natürlich auch die arabischen Wörter im Quran als Grundlage nehmen.

Wie in anderen Sprachen auch, haben manche Wörter einen weiten Bedeutungsbereich, weshalb man gelegentlich zu verschiedenen Interpretationsergebnissen kommen kann. Dabei darf man allerdings die möglichen Bedeutungen des jeweiligen arabischen Wortes nicht aus dem Auge verlieren.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um die beiden Wörter schahr und ramadan. Ersteres bedeutet „Mond“ oder „Monat“, Letzteres geht auf die Wortwurzel ramadu bzw. ramadi zurück und hat die Bedeutungen „was am Sommerende und bei Herbstbeginn ist“, „starke Hitze“ bzw. „Regen, der vor dem Herbst kommt“. Da dieses Wort im arabischen Sprachgebrauch ein Monatsname ist, und zwar der des neunten Monats, kann man ihn im Lunisolar-Kalender mit dem September gleichsetzen.

Wenn man nun meint, schahru ramadan bedeute „ein großes Ereignis“, dann muss das natürlich auch linguistisch begründet und nachweisbar sein. Meines Wissens gibt es für die beiden arabischen Wörter schahr und ramadan weder die linguistische Bedeutung „groß“ noch die linguistische Bedeutung „Ereignis“. Aus diesem Grund kann ich für mich die Interpretation „großes Ereignis“ für schahru ramadan mangels linguistischer Belege nicht akzeptieren.

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Hallo Besi,

auf Basis meiner Kenntnis schließe ich mich deiner Einschätzung an, wobei für mich die Übersetzungen allerdings nur eine sekundäre Rolle spielen.

Salaam
Gunnar :green_heart:

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https://www.arabdict.com/de/deutsch-arabisch/شَهْرُ/1
schahr = die [Bekanntmachung]
Ramadu bzw. ramadi hast du ja bereits mit starker Hitze übersetzt

„Die bekantgabe der starken Hitze“ Wollen wir uns mal darauf einigen?

2:185 Die bekantgabe der starken Hitze (evtl. die Hölle, ist ja ein Große Ereigniss :slight_smile: ), wegen dieser der Quran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde, Klarstellungen über die Rechtleitung und die Unterscheidung…

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Anamurlu, ich habe da ein Video und du könntest sogar Recht haben😁

Ich finde diese neue Ansicht von Quran-Centric sehr interessant, vor allem weil sie den Gesammten Kontext miteinbezieht, von Sure 2:183-188. Es könnte tatsächlich sein dass es sich nicht um Fasten handelt, sondern um ein Event, Enthaltung und ein Versammlungsgebot.

Es könnte sogar mit der Tora belegt werden.

Und zwar heißt es im 4.Buch Mose 29,7

Am zehnten Tag dieses siebenten Monats soll heilige Versammlung sein; da sollt ihr wə·‘in·nî·ṯem und keine Arbeit an diesem Tage tun,…

Wə·‘in·nî·ṯem wird unterschiedlich übersetzt, sowohl als Fasten, als auch als Demütigen, Kasteien, Enthalten.

Was meint ihr?:grin::heart:

Ja, Schahr kann Bekanntmachung bedeuten. Eigentlich ist es sogar die ursprüngliche Bedeutung. Das schließt nicht aus, dass Schahr auch Mond und Monat bedeutet. Und in diesem Sinne wird Schahr ja auch im Quran des Öfteren benutzt. Zudem kenne ich kein anderes arabisches Wort mit der Bedeutung „Monat“.

Was 2:185 betrifft, so haben wir also drei legitime Interpretationsmöglichkeiten für Schahr: Bekanntmachung, Mond oder Monat.

Hinsichtlich der starken Hitze ist gemäß den diversen Wörterbüchern grundsätzlich die von der Sonne hervorgerufene Hitze gemeint, und zwar insbesondere zum Ende des Sommers und zum Beginn des Herbstes, wenn der erste Regen auf die heiße Erde fällt. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob man darunter auch die Hitze der Hölle verstehen kann.

Was soll nun aber die Bekanntgabe der starken, durch die Sonne hervorgerufenen Hitze bedeuten? Wer soll sie aus welchem Grund bekanntgeben? Und wie soll man während der Bekanntgabe der Hitze Siyam durchführen? Die Bekanntgabe dauert doch nur einen Moment!

Hallo, Besi :heart:,

und vielen Dank für deinen Beitrag mit dem angefügten Video von Quran Centric!

Grundsätzlich schätze ich die Bemühungen von Bruder Joseph und dessen Ausführungen sehr. Es gibt allerdings zuweilen Punkte, die ich nicht so sehe wie er. Und dazu gehört in seinem erwähnten Video Folgendes:

Er sagt: „The word ramada means a thing that reaches its maximum point.“ Das ist meines Erachtens nur teilweise richtig, denn das Maximum oder die Intensität ist in linguistscher Hinsicht meines Wissens nicht im allgemeinen Sinn zu verstehen, also im Sinne von „a thing“, sondern auf die von der Sonne ausgehende Hitze bezogen. Es ist extrem heiß, der Erdboden und die Steine sind wegen der Sonnenbestrahlung extrem heiß und erreichen auf diese Hitze bezogen „its maximum point“. Dies geht klar aus diversen arabischen Wörterbüchern hervor. Und das ist auch das, was Joseph in einem weiteren Video über Ramadan gesagt hat, ohne dabei seine jezige Erklärung für ramada zu erwähnen.

Einige Wörterbücher erwähnen zusätzlich, dass man auch die extreme Hitze des Zornes in einem Menschen verstehen kann, der dann „vor Wut kocht“, und die Hitze dieser Wut erreicht dann „its maximum point“.

Da seine weiteren Ausführungen in Verbindung mit dem Wort Ramadan auf seiner jetzigen neuen Interpretation „a thing that reaches its maximum point“ basiert und ich diese Erklärung für fragwürdig halte, halte ich diese seine weiteren Ausführungen zwangsläufig auch für fragwürdig, weil ja deren Basis fragwürdig ist.

Salaam
Gunnar :green_heart:

Hallo, Besi,

ich hab noch eine Anmerkung zum Video von Quran-Centric.

Joseph behauptet, dass Ramadan kein Monatsname sei. Allerdings gibt es Andere, die davon ausgehen, dass die heute gebräuchlichen arabischen Monatsnamen schon den Arabern vor der Zeit des Gesandten Muhammad bekannt waren. Das finden wir beispielsweise auch in wikipedia:

Die altarabischen Monatsnamen,
die in den Islam übernommen wurden
Nr. Name
1 Muharram
2 Safar
3 Rabīʿ al-auwal
4 Rabīʿ ath-thānī
5 Dschumādā l-ūlā
6 Dschumādā th-thāniya
7 Radschab
8 Schaʿbān
9 Ramadān
10 Schauwāl
11 Dhū l-Qaʿda
12 Dhū l-Hiddscha

Einen eindeutigen wissenschaftlich fundierten Beleg dafür habe ich jedoch bisher noch nicht dafür gefunden.

Andererseits halte ich auch die Meinung von Joseph, dass Ramadan die Bedeutung „a thing that reaches its maximum point“ haben soll, für äußerst fragwürdig , was ich ja schon in meinem vorangegangenen Beitrag mit Beleg zum Ausdruck gebracht habe.

Bin gespannt auf deine Einschätzung. :slightly_smiling_face:

Bis denne und Salaam!
Gunnar :green_heart:

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