Übersetzung zu Sure 'Die Höhle' Vers 19 bzw. 20

Salam

In dem Vers geht es um Geld. Manche Übersetzungen sprechen von ‚Silbermünze‘, manche von ‚Geld‘. Nun habe ich gehört, wörtlich würde dort ‚Schein‘ (Geldschein) stehen.
Ich bin dem arabischen nicht hinreichend mächtig und möchte euch bitten, mir zu sagen, ob da wörtlich wirklich ‚Schein‘ bzw. ‚Geldschein‘ steht?
Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, zeigt mir aber, dass die Übersetzer es wohl nicht so genau nehmen. Und wenn sie mit diesem Vers so ungenau im Übersetzen sind, der restliche Koran wohl nicht viel besser ausfallen wird.
Die Übersetzung von Max Henning soll wohl am Original am nächsten heran kommen, aber da steht auch nichts von Geldschein.

Salaam!

Das arabische Wort ورق wariq bedeutet „gemünztes Geld“. Das arabische Äquivalent für „Schein“ müsste „waraq“ und nicht „wariq“ lauten. Da man das Ereignis in Kleinasien (Ephesus oder Tarsus) vermutet, wo Silbermünzen im Umlauf waren, sind beide von dir genannten Übersetzungen akzeptabel. Ich plädiere für die Übersetzung „gemünztes Geld“.

Salaam!

Was meinst du mit ‚beide‘? Ich hatte drei Übersetzungen erwähnt.
Silbermünze und Geld?
Geldschein wäre also nicht richtig?

Zwei Übersetzungen!

Vom Satz „Nun habe ich gehört, wörtlich würde dort ‚Schein‘ (Geldschein) stehen“ habe ich verstanden, dass sich das auf den arabischen Text bezieht, und nicht auf eine Übersetzung.

Dass Geldschein nicht richtig ist, geht aus meiner Erläuterung klar hervor.

Wenn es klar wäre, hätte ich nicht nachgefragt. Soweit ich weiß, hat der Koran keine Vokale. Somit müsste wariq und waraq ebenso richtig sein. So zumindest mein Verständnis. Oder was sehe ich da falsch?

Es ist aus meiner Sicht auch klar, dass ich drei Übersetzungen erwähnte.
Im geschriebenen ist nicht immer alles klar.
Ich empfinde deinen Text als recht aggressiv und kann das nicht wirklich nachvollziehen. Hier kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Daher macht es Sinn, nochmal nachzufragen.

Das war von mir nicht beabsichtigt. Trotzdem Entschuldigung!

Ok. Vielen Dank für deine Antworten.

Ich möchte euch ein kurzes Feedback geben:
Meine bessere Hälfte hatte mir beweisen wollen, dass meine deutschen Übersetzungen des Korans alle Mist sind und er den Koran viel besser verstehen kann und ich ja sowieso keine Ahnung habe.
Um sicherer zu sein, fragte ich seinen Freund, ein Korangelehrter (Sunnit) und er bestätigte die Übersetzung meines Mannes. Was mir merkwürdig vorkam, da ich 5 Übersetzungen anschaute und die was anderes sagten. Ich fragte ihn später, was das Wort ‚wrk‘ noch alles bedeuten kann, da der Koran ohne Vokale ist und bekomme nun seit Tagen keine Antwort mehr :smirk:
Es würde mich nicht wundern, wenn mein Mann ihn um Hilfe bat (:lying_face:), um mich ‚rechtzuleiten‘, da ich seiner Meinung nach einen völlig falschen Weg gehe.

Selam Grit,
Wenn ich richtig informiert bin, ist Papiergeld frühestens in China im 11. Jht. aufgekommen. Wechsel als papierne Bestätigung einer Einzelsumme gibt’s ab dem 12.Jht. in Oberitalien. Zur Zeit Mohammeds sind keine Geschäfte mit Papiergeld oder Geld"scheinen" bekannt. Das wären sie aber mit Sicherheit, denn DAS hätte den Handel revolutioniert. Daher ist die Übersetzung „Schein“ definitiv falsch.
PS: lässt sich alles bei Wikipedia finden incl. weitere Literatur.
Friede
Tom

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Frieden der Koran ist nicht einfach ohne Vokale. Selbst bei wenigen frühesten Handschriften kann man auch auf Vokalzeichen stoßen. Die Masoreten fingen schon ca im 7. Jhd an die hebr Bibel zu vokalisieren und nahmen sich dazu das Arabische System zum Vorbild. Setzten es allerdings der eigenen Sprache gemäß anders um. Die Handschriften des Koran waren im Frühislam vor allem Erinnerungshilfen und Sicherheitskopien. Der Koran war anfangs vor allem durch mündliche Kommunikation im Umlauf. Deshalb konnte man auch später relativ sehr genau die Vokalisation durchbringen. „Das“ Buch dazu von Prof Angelika Neuwirth „der Koran als Text der Spätantike“

Natürlich gab und gibt es auch entsprechend viele Lesarten.

Es gibt verschiedene vokalisierte Überlieferungsformen. Nur die Konsonannten sind gleich.

Nicht ganz. Die Konsonanten haben selbst nach Uthmans Vereinheitlichung Unterschiede (wenige zB 2:259 Punktierung anders, dazu weiter unten ein Link). Vor Uthmans „Reinigung“ gab es auch mehr Konsonantenvarianten. Als Nurkoraner muss dem Beachtung geschenkt werden. Neben den heutigen Lesarten zum Uthmantext gibt es noch viele andere gleichberechtigte Lesvarianten (Vokalunterschiede)

2:259 nunshiruha: (vom Tod erwecken) / nunshizuha:(sich erheben lassen)

Hier lesen (nach rechts scrollen)

https://corpuscoranicum.de/lesarten/index/sure/2/vers/259