Versuch einer Gegenüberstellung verschiedener Koranübersetzungen anhand der Aussage bayna yadayhi aus 3:3

Ich werde versuchen anhand vier verschiedener Übersetzungen (Bobzin 3. Auflage 2019, Bubenheim 2. Auflage 2003, Zaidan 1. Auflage 2000, Zirker 6. Auflage 2018) einige Passagen gegenüberstellend zu analysieren.

Ich möchte mich hauptsächlich auf die Wortkombination der Begriffe bayna yadayhi konzentrieren:

I. Vers 3:3 und ein Vergleich mit den Versen 49:1, 7:17; 6:92; 58:12

Die Kombination dieser beiden Begriffe aus 3:3:7 und 3:3:8 erscheint im gesamten Koran ca. 39 Mal. (2:66; 2:97; 2:255; 3:3; 3:50; 5:46 (2x); 5:48; 6:92; 7:17; 7:57; 10:37; 12:111; 13:11; 19:64; 20:110; 21:28; 22:76; 25:48; 27:63; 34:9; 34:12; 34:31; 34:46; 35:31; 36:9; 36:45; 41:14; 41:25; 41:42; 46:21; 46:30; 49:1; 57:12; 58:12; 58:13; 61:6; 66:8; 72:27)

Zunächst Vers 3:3

(Original) 3:3 نَزَّلَ عَلَيْكَ الْكِتَابَ بِالْحَقِّ مُصَدِّقاً لِّمَا بَيْنَ يَدَيْهِ وَأَنزَلَ التَّوْرَاةَ وَالإِنجِيلَ

(Transliteration) 3:3 nazzala ʿalayka l-kitāba bi-l-ḥaqqi muṣaddiqan li-mā bayna yadayhi wa-ʾanzala t-tawrāta wa-l-ʾinǧīla

Wortanalyse:
Der erste Satz (3:3:1-3:3:8) besteht aus folgenden Wörtern:

3:3:1 نَزَّلَ nazzala: Herabgesandt 3:3:2 عَلَيْكَ ʿalayka: Dir
3:3:3 الْكِتَابَ l-kitāba: diese Schrift
3:3:4 بِالْحَقِّ bi-l-ḥaqqi: mit der Wahrheit
3:3:5 مُصَدِّقاً muṣaddiqan: Zusagung, Zuspruch
3:3:6 لِّمَا li-mā: dieses
3:3:7 بَيْنَ bayna: zwischen
3:3:8 يَدَيْهِ yadayhi: (ihren / meinen) beiden Händen

(Bobzin) 3:3 Herabgesandt hat er auf dich das Buch mit der Wahrheit, bestätigend, was vor ihm war. Herabgesandt hat er Gesetz und Evangelium

(Bubenheim) 3:3 Er hat dir das Buch mit der Wahrheit offenbart, das zu bestätigen, was vor ihm (offenbart) war. Und Er hat (auch) die Thora und das Evangelium (als Offenbarung) herabgesandt,

(Zaidan) 3:3 ER sandte dir die Schrift nach und nach mit der Wahrheit hinab als Bestätigung dessen, was vorher war. Ebenfalls sandte ER At-taurat und Alindschil hinab

(Zirker) 3:3 Er hat auf dich die Schrift mit der Wahrheit herabgesandt, um zu bestätigen, was schon vor ihr vorlag. Er hat die Tora und das Evangelium herabgesandt

Die Aussage bayna yadayhi wird durchgehend in fast allen Übersetzungen (außer Zaidan: "vorher war) mit „vor ihr“ bzw. „vor ihm“ übersetzt, was als eine vertretbare Übersetzung angesehen werden kann. Streng genommen bedeutet die Aussage „zwischen beiden Händen“ (Link: Mawrid Reader), was auch sinnbildlich interpretierbar werden könnte (siehe dazu auch: Beide Hände Gottes (38:75; 48:10)). Meines Erachtens müsste genau die Wortübersetzung genommen und die Interpretation des Autors in Klammern gesetzt werden, aber das ist ein „weites Feld“…


In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf 49:1 eingehen:

(Transliteration) 49:1 yā-ʾayyuhă llaḏīna ʾāmanū lā tuqaddimū bayna yadayi llāhi wa-rasūlihī wa-ttaqŭ llāha ʾinna llāha samīʿun ʿalīmun

Wortanalyse:
Der erste Satz (49:1:1-49:1:9):

49:1-3 يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا yā-ʾayyuhă llaḏīna: Ihr, die anerkennend seid 49:4: لَا lā: nicht
49:5: تُقَدِّمُوا tuqaddimū: voranstellen
49:6 بَيْنَ bayna: zwischen
49:7 يَدَيِ yadayi: beiden Händen (von)
49:8 اللَّهِ llāhi: Gott
49:9 وَرَسُولِهِ wa-rasūlihī: und dem Gesandten

(Bobzin) 49:1 O ihr, die ihr glaubt, kommt Gott und seinem Gesandten nicht zuvor! Und fürchtet Gott! Siehe, Gott ist hörend, wissend.

(Bubenheim) 49:1 O die ihr glaubt, kommt nicht Allah und Seinem Gesandten zuvor und fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Allhörend und Allwissend.

(Zaidan) 49:1 Ihr, die den Iman verinnerlicht habt! Greift ALLAH und Seinem Gesandten
nicht vor, und handelt Taqwa gemäß ALLAH gegenüber! Gewiß, ALLAH ist allhörend, allwissend.

(Zirker) 49:1 Ihr, die ihr glaubt, drängt euch bei Gott und seinem Gesandten nicht vor! Fürchtet Gott! Gott hört und weiß.

Razi (Fachr ad-Dīn ar-Rāzī – Wikipedia) sagte hierzu in seinem Tafsir 000 / 049 - Hucurât Sûresi - (Fahreddîn Râzî Tefsîri - Türkçe) Folgendes: Der Ausdruck im Vers bedeutet „in Gegenwart Gottes und seines Gesandten …“. Denn was in der Gegenwart des Menschen ist, ist vor ihm, das heißt zwischen seinen beiden Händen: Der Mensch sieht ihn an. Es ist beinahe so, als wäre es vor den beiden Augen des Menschen positioniert worden.

Weiter sagt er, dass der Ausdruck „zwei Hände …“ ein Kräfteverhältnis beschreibt. (türkisch: Bir de, „iki el…“ ifadesi, kudreti ifâde eden bir ifadedir.)


Weiter möchte ich nun auf 7:16 und insbesondere 7:17 eingehen, in der diese Wortkombination erneut verwendet wird und von allen Übersetzern (auch Zaidan) folgerichtig mit „von vorn“ übersetzt wird.

(Bobzin) 7:16 Er sprach: «Weil du mich in die Irre führtest, so will ich ihnen nun besetzen deinen geraden Weg! 7:17 Dann werde ich sie angreifen, von vorne und von hinten und von rechts und links. Du wirst finden, dass die meisten von ihnen nicht dankbar sind.»

(Bubenheim) 7:16 Er sagte: „Darum, daß Du mich in Verirrung hast fallen lassen, werde ich ihnen ganz gewiß auf Deinem geraden Weg auflauern. 7:17 Hierauf werde ich ganz gewiß von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen. Und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.“

(Zaidan) 7:16 Er sagte: „Und weil DU mich (durch diese Prüfung) hast abirren lassen,
werde ich ihnen auf Deinem geraden Weg auflauern, 7:17 dann werde ich ihnen von vorne, von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken entgegenkommen. Dann wirst DU die meisten von ihnen als Undankbare finden.“

(Zirker) 7:16 Er sagte:„Weil du mich irregeführt hast, lauere ich ihnen gewiss auf deinem geraden Weg auf. 7:17 Dann komme ich ihnen von vorn und hinten, von rechts und links. Die meisten von ihnen findest du nicht dankbar.“

Verglichen mit den Übersetzungen zum Vers 3:3 kann festgestellt werden, dass bis auf Zaidan alle anderen Übersetzer konsequent sind in der Übersetzung der o.g. Wortkombination (Zirker übersetzt im Plural „vor ihr“; Bobzin und Bubenheim übersetzen hingegen im Singular „vor ihm“, wobei beide Auffassungen grammatikalisch vertretbar sein dürften)


Die selbe Wortkombination wird auch in 6:92 verwendet:

(Bobzin) 6:92 Dies ist ein Buch, das wir herabgesandt haben, es ist voll Segen, Bestätigung dessen, was vor ihm war: auf dass du der Städte Mutter mahnst und alle, die in ihrem Umkreis sind. Die an das Jenseits glauben, die glauben daran. An ihrem Gebet halten sie fest.

(Bubenheim) 6:92 Und dies ist ein Buch, das Wir hinabgesandt haben, ein gesegnetes, das bestätigend, was vor ihm war, und damit du die Mutter der Städte und diejenigen rings umher (Wohnenden) warnst. Diejenigen, die an das Jenseits glauben, glauben (auch) daran, und sie halten ihr Gebet ein.

(Zaidan) 6:92 Und dieser (Quran) ist eine Schrift, die WIR hinabsandten, er ist voller Baraka und als Bestätigung für das, was vor ihm war, und damit du (mit ihm) Ummul-qura ermahnst, und was um sie herum ist. Und diejenigen, die den Iman an das Jenseits verinnerlichen, verinnerlichen den Iman an ihn und beachten ihre rituellen Gebete.

(Zirker) 6:92 Das ist eine Schrift, die wir hinabgesandt haben, gesegnet, um zu bestätigen, was schon vor ihr vorlag, damit du die Mutter der Städte und die Menschen um sie her warnst. Die an das Jenseitig-Letzte glauben, glauben an sie (die Schrift) und halten ihr Gebet ein.


Nun der Vers 58:12. Dieser Vers ist interessant, da hier im arabischen Originaltext viele gemeinsame Wörter aus 49:1 verwendet werden (was aber in allen Übersetzungen so nicht erkennbar ist).

(Original) 58:12: يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِذَا نَاجَيْتُمُ الرَّسُولَ فَقَدِّمُوا بَيْنَ يَدَيْ نَجْوَاكُمْ صَدَقَةً ذَلِكَ خَيْرٌ لَّكُمْ وَأَطْهَرُ فَإِن لَّمْ تَجِدُوا فَإِنَّ اللَّهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

(Transliteration) 58:12 yā-ʾayyuhă llaḏīna ʾāmanū ʾiḏā nāǧaytumu r-rasūla fa-qaddimū bayna yaday naǧwākum ṣadaqatan ḏālika ḫayrun lakum wa-ʾaṭharu fa-ʾin lam taǧidū fa-ʾinna llāha ġafūrun raḥīmun

Die Wortanalyse zum ersten Satz zu den Begriffen aus 58:12:1-58:12:11

58:12:1-3 يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا yā-ʾayyuhă llaḏīna: Ihr, die anerkennend seid 58:12:4: إِذَا ʾiḏā: wenn, sobald, alsbald
58:12:5: نَاجَيْتُمُ nāǧaytumu: abschirmen
58:12:6 الرَّسُولَ r-rasūla: Gesandten
58:12:7 فَقَدِّمُوا fa-qaddimū: voranstellen
58:12:8 بَيْنَ bayna: zwischen
59:12:9 يَدَيْ yaday: beiden Händen (von)
59:12:10 نَجْوَاكُمْ naǧwākum: Abschirmungen (Geheimbesprechungen)
59:12:11 صَدَقَةً ṣadaqatan: Zusagung, Zuspruch

verglichen mit der Wortanalyse zu den Begriffen aus 49:1:1-49:1:9

49:1-3 يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا yā-ʾayyuhă llaḏīna: Ihr, die anerkennend seid 49:4: لَا lā: nicht
49:5: تُقَدِّمُوا tuqaddimū: voranstellen
49:6 بَيْنَ bayna: zwischen
49:7 يَدَيِ yadayi: beiden Händen (von)
49:8 اللَّهِ llāhi: Gott
49:9 وَرَسُولِهِ wa-rasūlihī: und dem Gesandten

ergibt, dass nicht sehr viele Unterschiede zwischen diesen beiden Versen bestehen, und die Übersetzungen wie folgt (insbesondere in Bezug auf bayna yadayhi) ausfallen:

(Bobzin) 58:12 O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr mit dem Gesandten vertraulich sprechen wollt, dann gebt ein Almosen vor eurem Gespräch. (Das ist für euch besser und reiner. Und wenn ihr nichts findet – siehe, Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig.)

(Bubenheim) 58:12 O die ihr glaubt, wenn ihr mit dem Gesandten vertraulich sprechen wollt, dann gebt schon vor eurem vertraulichen Gespräch ein Almosen. (Das ist besser und reiner für euch. Wenn ihr jedoch nicht(s dafür) findet, gewiß, dann ist Allah Allvergebend und Barmherzig.)

(Zaidan) 58:12 Ihr, die den Iman verinnerlicht habt! Wenn ihr euch mit dem Gesandten vertraulich unterhalten wollt, so gebt vor eurer vertraulichen Unterredung eine Sadaqa! (Dies ist besser für euch und reiner. Und wenn ihr (es) nicht vermögt, also gewiß, ALLAH ist allvergebend, allgnädig.)

(Zirker) 58:12 Ihr, die ihr glaubt, wenn ihr mit dem Gesandten geheim sprecht, dann gebt zuvor Almosen! (Das ist besser und reiner für euch. Doch wenn ihr es nicht könnt –Gott ist voller Vergebung und barmherzig.)

Ich persönlich (aA vertretbar) verstehe diesen Vers so, dass wenn mit dem Gesandten vertraulich gesprochen wird, der Zuspruch in Gegenwart dieser vertraulichen Unterredung voranzustellen ist.


II. Analyse von 3:3 mit mufassal.com (Siehe auch: Koran Textanalyse Werkzeug: https://mufassal.com)

Demnach hat 3:3 laut mufassal mit folgenden Versen mind. drei hintereinanderfolgende Begriffe gemeinsam:

Zu jedem dieser Verse wird die Übersetzung hier (ohne weitere Kommentierung meinerseits) dargestellt:

(Bobzin) 2:97 Sprich: «Wer Gabriel feindlich gesinnt ist – denn siehe, er ist es, der ihn in dein Herz hinabgesandt, mit Erlaubnis Gottes, bestätigend, was vor ihm war, als rechte Leitung und als frohe Botschaft für die Gläubigen.

(Bubenheim) 2:97 Sag: Wer (auch immer) Ğibrīl feind ist, so hat er ihn doch (den Qurʾān) mit Allahs Erlaubnis in dein Herz offenbart, das zu bestätigen, was vor ihm (offenbart) war, und als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Gläubigen.

(Zaiman) 2:97 Sag: ‚Wer ein Feind von Dschibril ist, (der soll es lassen), denn er war es
zweifelsohne, der ihn (den Quran) auf dein Herz mit Zustimmung von ALLAH
nach und nach hinabsandte als Bestätigung dessen, was vor ihm war, als Rechtleitung und als frohe Botschaft für die Mumin.‘

(Zirker) 2:97 Sag:„Wer Gabriel feind ist –Er hat ihn (den Koran) auf dein Herz herabgesandt mit Gottes Erlaubnis, um zu bestätigen, was schon vor ihm vorlag, und als Führung und frohe Botschaft für die Gläubigen.


(Bobzin) 5:46 In ihren Spuren ließen wir Jesus folgen, Marias Sohn; er bestätigte, was ihm vorlag vom Gesetz. Ihm gaben wir das Evangelium. Darin ist Rechtleitung und Licht, und es bestätigt, was ihm vorlag vom Gesetz, und ist Rechtleitung und Mahnung für die Gottesfürchtigen.

(Bubenheim) 5:46 Und Wir ließen auf ihren Spuren ʿĪsā, den Sohn Maryams, folgen, das zu bestätigen, was von der Thora vor ihm (offenbart) war; und Wir gaben ihm das Evangelium, in dem Rechtleitung und Licht sind, und das zu bestätigen, was von der Thora vor ihm (offenbart) war, und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.

(Zaiman) 5:46 Und WIR ließen auf ihren Spuren 'Isa Ibnu-Maryam folgen (als) Bestätiger dessen, was ihm in At-taurat vorangegangen war. Und WIR ließen ihm Alindschil zuteil werden, darin ist Rechtleitung, Licht und Bestätigung dessen, was ihm in At-taurat voranging, und (als) Rechtleitung und Ermahnung für die Muttaqi.

(Zirker) 5:46 Ihnen (den Propheten) ließen wir Jesus, den Sohn Marias, folgen, um zu bestätigen, was schon vor ihm von der Tora vorlag. Wir gaben ihm das Evangelium –In ihm sind Führung und Licht.um zu bestätigen, was schon vor ihm von der Tora vorlag, als Führung und Mahnung für die Gottesfürchtigen.


(Bobzin) 35:31 Was wir dir vom Buche eingegeben haben, das ist die Wahrheit: bestätigend, was davor war. Siehe, Gott kennt seine Knechte wohl, er schaut auf sie.

(Bubenheim) 35:31 Und was Wir dir vom Buch (als Offenbarung) eingegeben haben, ist die Wahrheit, das zu bestätigen, was vor ihm war. Allah hat wahrlich Kenntnis von Seinen Dienern und sieht sie wohl.

(Zaiman) 35:31 Und das, was WIR dir an Wahy von der Schrift zuteil werden ließen, ist die Wahrheit, bestätigend für das vor ihm. Gewiß, ALLAH ist über Seine Diener doch allkundig, allsehend.

(Zirker) 35:31 Was wir dir von der Schrift offenbart haben, ist die Wahrheit, bestätigend, was schon vor ihr vorlag. Gott kennt genau und durchschaut seine Diener.


(Bobzin) 46:30 und sprachen: «O Volk, seht, wir hörten ein Buch – nach Mose herabgesandt, um zu bestätigen, was vor ihm war –, das zur Wahrheit führt und auf einen geraden Weg.

(Bubenheim) 46:30 Sie sagten: „O unser Volk, wir haben ein Buch gehört, das nach Mūsā (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, das zu bestätigen, was vor ihm war, und das zur Wahrheit und zu einem geraden Weg leitet.

(Zaiman) 46:30 Sie sagten: „Unsere Leute! Gewiß, wir hörten eine Schrift, die nach Musa hinabgesandt wurde, bestätigend dessen, was vor ihr war. Sie leitet zur Wahrheit und zu einem geradlinigen Weg recht.

(Zirker) 46:30 „Volk, wir haben eine Schrift gehört, die nach Mose herabgesandt worden ist, um zu bestätigen, was schon vor ihr vorlag. Sie führt zur Wahrheit und zu geradem Weg.


(Bobzin) 61:6 Als Jesus, der Sohn Marias, sprach: «Ihr Kinder Israel, siehe, ich bin von Gott zu euch gesandt, um zu bestätigen, was mir schon vorliegt vom Gesetz, und einen Gesandten anzukündigen, der nach mir kommt und dessen Name Ahmad ist!» Als er mit den Beweisen dann zu ihnen kam, sprachen sie: «Das ist klare Zauberei.»

(Bubenheim) 61:6 Und als ʿĪsā, der Sohn Maryams, sagte: „O Kinder Isrāʾīls, gewiß, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ah)mad.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei.“

(Zaiman) 61:6 Und (erinnere daran), als ‚Isa Ibnu-Maryam sagte: „Kinder Israil! Gewiß, ich bin ALLAHs Gesandter zu euch bestätigend dessen, was vor mir von At-taurat war, und überbringend eine frohe Botschaft von einem Gesandten, der nach mir kommt, dessen Name Ahmad (Gelobter) ist.“ Und als er zu ihnen mit den klaren Zeichen kam, sagten sie: „Dies ist eine eindeutige Magie.“

(Zirker) 61:6 Als Jesus, der Sohn Marias, sagte:„Ihr Kinder Israels, ich bin Gottes Gesandter für euch, um zu bestätigen, was schon vor mir von der Tora vorlag, und einen Gesandten zu verkünden, der nach mir kommt. Sein Name ist Ahmad – Hochgelobter –.“ Als er ihnen dann die klaren Zeugnisse brachte, sagten sie: „Das ist deutlich Zauber.“


III. Exkurs: Wortwurzel: همن

5:48:11 وَمُهَيْمِنًا wa-muhayminan → Wortwurzel: همن (deutsch: Wächter, Aufsicht, Schutz) (Link: Mawrid Reader)

wird wie folgt übersetzt:

(Bobzin) 5:48 Und auf dich sandten wir herab das Buch mit der Wahrheit; es bestätigt, was von dem Buch schon vorher da war, und gibt darüber Gewissheit. So richte zwischen ihnen nach dem, was Gott herabgesandt hat, und folge ihren Neigungen nicht, wenn es von dem abweicht, was von der Wahrheit zu dir kam! Für einen jeden von euch haben wir Bahn und Weg gemacht. Hätte Gott gewollt, er hätte euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht – doch wollte er euch mit dem prüfen, was er euch gab. Wetteifert darum um das Gute! Euer aller Rückkehr ist zu Gott, er wird euch dann kundtun, worin ihr immer wieder uneins wart.

(Bubenheim) 5:48 Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist. Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. Und wenn Allah wollte, hätte Er euch wahrlich zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber (es ist so,) damit Er euch in dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. So wetteifert nach den guten Dingen! Zu Allah wird euer aller Rückkehr sein, und dann wird Er euch kundtun, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.

(Zaidan) 5:48 Und WIR haben dir die Schrift mit der Wahrheit hinabgesandt als Bestätigung dessen, was ihr von der Schrift voranging, und als Hüter über sie. So richte zwischen ihnen nach dem, was ALLAH hinabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen anstelle dessen, was zu dir von der Wahrheit kam. Für jeden von euch haben WIR eine Schari’a und eine Lebensweise bestimmt. Und wenn ALLAH gewollt hätte, hätte ER euch doch zu einer einzigen Umma gemacht; jedoch ER prüft euch in alledem, was ER euch zuteil werden ließ. So wetteifert um die gottgefällig guten Taten! Zu ALLAH wird eure Rückkehr allesamt sein, dann wird ER euch darüber in Kenntnis setzen, worüber ihr uneins zu sein pflegtet.

(Zirker) 5:48 Und wir haben dir die Schrift mit der Wahrheit hinabgesandt, um zu bestätigen, was schon vor ihr von der Schrift vorlag, und darüber Gewissheit zu geben. So entscheide zwischen ihnen nach dem, was Gott herabgesandt hat, und folge nicht ihren Gelüsten, weg von dem, was an Wahrheit zu dir gekommen ist!Für jeden unter euch haben wir Richtung und Weg geschaffen. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch er will euch in dem, was er euch gegeben hat, prüfen. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Gott kehrt ihr allesamt zurück. Da tut er euch kund, worin ihr stets uneins gewesen seid.


Dieser Wortwurzel taucht ein zweites und letztes Mal in 59:23 auf und wird sodann wie folgt übersetzt:

(Bobzin) 59:23 Er ist Gott – der, außer dem es keinen gibt. Der König, der Heilige, der Heile, der Sicherheit Verleihende, der Wächter, der Mächtige, der Gewaltige, der Hocherhabene. Gott sei gepriesen; fern sei, was sie beigesellen!

(Bubenheim) 59:23 Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Friede, der Gewährer der Sicherheit, der Wächter, der Allmächtige, der Gewalthaber, der Stolze. Preis sei Allah! (Und Erhaben ist Er) über das, was sie (Ihm) beigesellen.

(Zaidan) ER ist ALLAH, Derjenige, außer Dem es keine Gottheit gibt, Der Herrscher, Der absolut Reine, Der absolut Makellose, Der Sicherheit Gewährende, Der über alles Verfügende, Der Allwürdige, Der Allbezwingende, Der über allem Stehende. Subhanallah1 über das, was sie an Schirk betreiben.

(Zirker) 59:23 Er ist Gott, außer dem kein Gott ist, der König, der Heilige, der Friede, der Sicherheit Stiftende, der Gewissheit Gewährende, der Mächtige, der Gewaltsame und Stolze. Gepriesen sei Gott, fern dem, was sie als Partner beigeben!


IV. Abschließend

Abschließend ist festzustellen, dass jede Übersetzung zugleich auch die persönliche Ansicht des Autors über die Lesung wiedergibt und daher auch zwangsläufig dazu führt, dass unterschiedliche Interpretationen bei der Wiedergabe der jeweiligen Passagen entstehen können, sei es durch die Terminologie oder bedingt über die Grammatik, oder aber auch durch den Einfluß der Tradition oder auch der persönlichen oder beruflichem Werdegang eines Autors. Das alles sollte mE hinterfragt werden.

Wichtig und essentiell ist aus meiner Sicht, dass möglichst vermieden werden sollte einen Begriff der bspw. in 5:48 verwendet wird, in einem anderen Vers anders zu „deklarieren“, denn das wäre nicht konsequent (sofern keine Klammersetzung erfolgt). Ich finde dem Leser selbst sollte die Möglichkeit verschafft werden die Worte Gottes zu verstehen, mithin die Worte sollten gleichmäßig und konsequent verwendet werden.

Ich kann daher nicht empfehlen nur dem einen Autor zu folgen oder eine Übersetzung allein zu lesen, sondern bei der Suche nach der Wahrheit möglichst von vielen Übersetzungen zu profitieren und mit Hilfsmitteln zu arbeiten wie bspw. https://corpus.quran.com, oder https://mufassal.com (türkisch, aber verständlich), oder acikkuran.com (türkisch), oder auch diese Community hier.

Noch etwas: Ich möchte mitteilen, dass ich sehr gerne hier in diesem Forum bin und freue mich viel neues lernen zu dürfen. Seit dem Tod meiner Mutter (Allah segne sie, heute ist ihr Todestag) habe ich mich wieder zum Koran zurückgefunden und dieses Forum u.a. ermöglicht mir den Koran besser zu verstehen und die Verbundenheit zu Gott aufrechtzuerhalten, worüber ich sehr dankbar bin.

Selam

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Friede Sue und CHAPEAU!

Da ist dir wieder mal ein Meisterwerk gelungen, und wenn du sagst: „Ich muss gestehen, dass ich sehr gerne hier in diesem Forum bin und mich freue, viel Neues lernen zu dürfen“, dann entgegne ich: „Und ich muss gestehen, dass ich mich freue, dass du hier in diesem Forum bist und dass ich viel Neues von dir lernen kann.“

Aber nun zum Thema:

Deine Konklusion lautet: „Abschließend ist festzustellen, dass jede Übersetzung zugleich auch die persönliche Ansicht des Autors über die Lesung wiedergibt und daher auch zwangsläufig dazu führt, dass unterschiedliche Interpretationen bei der Wiedergabe der jeweiligen Passagen entstehen können, sei es durch die Terminologie oder bedingt durch die Grammatik, oder aber auch durch den Einfluss der Tradition oder den persönlichen oder beruflichen Werdegang eines Autors. Das alles sollte m. E. hinterfragt werden.“

Ja, da stimme ich dir zu, wobei ich jedoch die Wiedergabe der persönlichen Ansicht eines interpretierenden Autors nicht als ein Negativum betrachte, solange diese Ansicht stichhaltig und logisch nachvollziehbar sowie durch Quellenangaben belegt ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass bestimmte Termini und Phrasen Raum zu verschiedenen Erklärungen bieten und in einer anderen Sprache in ihrem vollen Bedeutungsumfang nur schwer oder auch gar nicht durch nur ein oder zwei Wörter dargestellt werden können. Semantisch und grammatisch müssen diese Erklärungen allerdings belegbar und korrekt sein.

Nehmen wir mal als profanes Beispiel das Wort SUE! Darunter kann man eine Abkürzung mit verschiedenen Bedeutungen verstehen: SUper Erklärung, Selbstverständlich UnErreichbar, Stichhaltig Und Entlarvend, … Wenn ich alles Erwähnte darunter verstehe, und keinen passenden Oberbegriff finde, verwende ich also einfach SUE.

Übertragen wir das Gesagte nun auf Vers 3:3!

In deiner Wortanalyse zeigt sich, dass die Bedeutungsfelder einiger Wörter gänzlich außer Acht gelassen werden und dem Rezipienten damit ein objektives Verstehen genommen wird:

عَلَيْكَ ʿalayka:
Dir – Hier fehlt die Präposition.
الْكِتَابَ l-kitāba:
diese Schrift – Das ist eine willkürlich herausgegriffene Bedeutung, die nicht den gesamten auf den Quran-Text bezogenen Bedeutungsumfang wiedergibt.
بِالْحَقِّ bi-l-ḥaqqi:
mit der Wahrheit – Das Wort ḥaqq hat ebenfalls mehrere Bedeutungen.
مُصَدِّقاً muṣaddiqan:
Zusagung, Zuspruch – Dies gibt nur einen minimalen Teilbereich der eigentlichen Bedeutung wieder; dieses Äquivalent wird bezeichnenderweise in den von dir aufgeführten Übersetzungen auch gar nicht benutzt.
لِّمَا li-mā:
dieses – Hier fehlt die Präposition und mā bedeutet „was“ oder „das, was …“
بَيْنَ bayna:
zwischen
يَدَيْهِ yadayhi:
(ihren / meinen) beiden Händen – Die Wiedergabe des Pronomens ist meines Erachtens nicht korrekt.
Das Pronomen
ه hu hat eindeutig die Bedeutung „er“ oder „es“
und bezieht sich im zitierten Vers auf
الْكِتَابَ al-kitāb.

Nun zu den von dir gewählten Übersetzungen. Hier möchte ich auf zwei Punkte hinweisen.

Bobzin spricht von Gesetz und Evangelium, Bubenheim und Zirker von Thora und Evangelium, Zaidan von At-taurat und Alindschil. Ich ziele hier besonders auf Tora ab. Hinsichtlich dieses Wortes habe ich ja aus gutem Grund schon einen eigenen Thread erstellt, weil dieser Begriff meines Erachtens durchaus erklärungsbedürftig ist. Die verschiedenen Übersetzungen zeigen dies. Bobzin hat sich sicher nicht ohne Grund für „Gesetz“ entschieden, wobei auch dieses Äquivalent unterschiedlich interpretierbar und somit erklärungsbedürftig ist. Und Zaidan scheut - ebenfalls sicher aus gutem Grund - von einer Übersetzung sogar ganz zurück.

Ein weiteres Problem sehe ich nun in der Phrase لِّمَا li-mā بَيْنَ bayna يَدَيْهِ yadayhi. Auch hier zeigen sich in den von dir gewählten Übersetzungen – wenn auch geringfügige – Unterschiede. Linguistisch betrachtet kann لِّمَا li-mā بَيْنَ bayna يَدَيْهِ yadayhi „zur Verfügung stehen“ bedeuten oder auch „etwas, was vor einem liegt“, wobei die Präposition „vor“ eine räumliche oder zeitliche Bedeutung umfassen kann. Es handelt sich demzufolge also um etwas, was man sehen und erkennen kann, also sichtbar vor den Augen liegt und zur Verfügung steht, oder um etwas, was vorher in der Vergangenheit war. Möglicherweise können auch beide Bedeutungen in die Interpretation einfließen.

Die genaue Bedeutung von لِّمَا li-mā بَيْنَ bayna يَدَيْهِ yadayhi zu erfassen ist meines Erachtens von immenser Wichtigkeit für das Verständnis des ganzen Verses. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf Muhammad Asads Verständnis hinweisen, der diesen Vers dahingehend interpretiert, dass die im Quran befindliche Wahrheit das bestätigt, was immer noch erhalten ist, wobei er in einer dazu stehenden Fußnote anmerkt, dass er davon ausgeht, dass die ursprüngliche Offenbarung in der Bibel willkürlich verändert wurde und die Bestätigung seitens des Quran sich nur auf die grundlegenden Wahrheiten bezieht, die in der Bibel noch erkennbar sind. Die Konsequenz lautet dann, dass die Bibel verfälscht wurde.

Es gibt also allein im Zusammenhang mit Sure 3:3 eine Menge Stoff zum Nachdenken. Lass uns ans Werk machen!

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

2 „Gefällt mir“

Frieden @OASE

Du schreibst:

Muhammad Asad ist aber kein Nurkoraner. Er verteidigt auch die sunnitische Sunna. Dann nimm ihn doch „ganz“ zum Vorbild :wink: warum tust du das nicht? Aha! Weil das mit dem Koran nicht hinkommt und wie Asad einen Fehler in Bezug zur Sunna macht, so ist es auch ein Fehler wenn er die Bibel nicht als voll authentisch vermerkt. Das hat nämlich nichts mit dem Koran zu tun, sondern mit seiner „positiven“ Einstellung gegenüber der Sunna.

Du selbst kannst es auch nicht ertragen, dass die Bibel wahr ist, wie es im Koran verzeichnet ist. Jeder der den Koran innerhalb seines Kontextes ernst nehmen will, kann nur zu dem Schluss kommen, dass die Schriften des 7. Jahrhunderts durch den Koran gedeckt sind. Wer das nicht tut, kann schlichtweg den Kontext des Korans nicht halten. Gott erklärt den Koran laut 25:33, 75:19, 6:114 usw., kein Eddy kein Asad und kein Oase. Muslime dürfen unter den Schriften keinen Unterschied machen. Der Koran erklärt sich deswegen nicht einfach „nur“ durch sich selbst (bestes Beispiel 74:30.31 oder 16:43, 21:9 usw.). Die Gesandten zu den Büchern werden explizit mehrfach im Koran erwähnt. Wenn die Bibel theologisch nicht authentisch ist, geht der Koran schlichtweg durch die Decke. Die Begriffe „Tora“, „Evangelium“, „Juden“, „Christen“, „Schriftbesitzer“ hängen dann einfach in der Luft. Die Bibel leugnen bedeutet Abrogation in den Koran einführen.

Auch brauchen wir dann in allen anderen Fällen den Koran seiner Erklärung nach nicht analysieren. Jeder nimmt sich den Vers, der ihn in den Kram passt und urteilt wie er will. Den Koran - ohne den Kontext zu beachten - bedeutet schlichtweg theologische Katastrophe. So wie es radikale Muslime tun Deswegen:

Entweder nehmen wir den Koran seinem erklärenden Kontext nach ernst (wie Gott es mehrfach anordnet) oder wir lassen es.

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Frieden @sue

Die Begriffe in 5:48 „Gewissheit/Wächter/Hüter“ meinen keine Korrekturfunktion, sondern eine Bestätigungsfunktion. Nur wenn der Koran explizit etwas an einer Haltung korrigiert, ist dies durch die Schriftbesitzer zu übernehmen (umgekehrt natürlich auch wenn die Bibel am Koran etwas erklärt seinem Inhalt nach, bestes Beispiel: Jesaja 45:7 in Bezug zum Satan!). Beispielsweise die Trinität oder der Tritheismus. Aber selbst dann muss die Kritik sich dahingehend verhalten, dass sie biblisch die beste Lösung bietet, deswegen steht im Koran, dass die Schriftbesitzer zu den Themen die „Wahrheit wissen“:

2:42 „Und überdeckt nicht die Wahrheit mit Falschheit und verheimlicht nicht die Wahrheit, wobei ihr es wisst!“

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Selam @Eddy!

Sicherlich wird @OASE zu deinem Beitrag Stellung nehmen und ich will auch nicht vorgreifen. Aber dass eine Ansicht einer Person (hier: Asad, ungeachtet seiner leider nicht deutlichen Abspaltung vom Sunna, was sicherlich auch politisch begründet war) mitgeteilt wird oder auch diese befürwortet wird, bedeutet nicht, dass nur dieser Person allein gefolgt wird und insbesondere seinen Ansichten vollumfänglich entsprochen wird, zumal was manchmal „Gelehrte“ „fabrizieren“ können, worauf der Koran oftmals hinweist.

Die Frage ist u.a. worauf sich die schützende Aufsicht des Koran iSd 5:48 (auffällig hier, dass Bobzin und Zirker dies so nicht übersetzen, sondern „Gewissheit“, aber in 59:23 wiederum mit „Wächter“ (Zirker aber nicht) übersetzen) bezieht? Eine andere Fragestellung ist sicherlich auch Isrā’īlīyāt Isrā'īlīyāt – Wikipedia, worüber in diesem Zhg. auch nachgedacht werden sollte.

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Hierzu, insbes. auch über SDK د ق ص, werde ich heute Abend noch kurz Stellung beziehen.

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Selam @sue

Das ist mir schon klar. Nur verweist @OASE auf Asad, erklärt dabei aber nicht durch den Koran warum die Bibel nicht mehr voll authentisch ist. Das ist dann ein Problem für mich. Ich könnte so mich selbst neben Asad stellen und einfach sagen dass Asad falsch liegt (ohne Begründung): Wer aus dem Koran eine Behauptung aufstellt muss sie im Lichte des Koran begründen, sonst verschieben wir nur individuelle Meinungen wo nicht klar wird, warum man etwas verwirft. Asad habe ich an die 7-8 mal gelesen und in Bezug zur Bibel begründet er an keiner Stelle koranisch warum die Bibel falsch sein soll, die Verse diesbezüglich abgleichend.

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Eine Wächterfunktion darf hier koranisch nicht meinen dass der Koran die Bibel bestimmt. Das hat seinen Grund darin, dass die Bibel laut Koran von den Christen als Vorgabe verwendet werden muss (5:47). Die Schriften vor dem Koran werden bestätigt. Eine „Bestätigung“ korrigiert nicht, schützt sie aber eben dadurch dass er sie für authentisch erklärt. Das eben zeigt wie wichtig es ist, den Koran seinem Kontext nach zu berücksichtigen. Sonst müssten wir offen lassen, was die „Wächterfunktion“ nun genau meinen soll.

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Salām an alle :v:

Kurz und knapp :

Alles was dem Qur’an widerspricht kann nicht richtig sein .

Viele Schriften die nicht von Gott kommen
sind Äquivalente zu den Hadithen .

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Allgemein wichtig zu „bayna yadayhi“ wäre noch folgende Wortgruppe wichtig:

2:41 Und glaubet an das, was Ich hinabsandte, Bestätigung dessen, was bei euch ist (-> muṣaddiqan limā maʿakum), und seid nicht die ersten, ihm den Glauben zu versagen, und verhandelt nicht Meine Zeichen für einen armseligen Preis, und suchet Schutz bei Mir allein.

Das bedeutet, dass der Koran auch andere Wendungen kennt um etwas klar zu verorten (neben „zwischen ihren (beiden) Händen“ (bayna yadayhi) auch „maʿakum“ → wörtlich „mit euch“ (ist)).

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Es besteht kein Zweifel, dass Gott die Tora und das Evangelium offenbart hat, vgl. 5:46; 5:68.

Nicht vergessen werden darf, dass der Koran zugleich in 5:13 über Manipulationen, in 5:15 über Verschleierung, in 7:162 über Abwandlung, in 2:79; 5:48 über Vermischung durch menschliche Aussagen berichtet, mit der Folge, dass diese Schriften nicht derselben Kategorie wie dem Koran geordnet werden können.

Wir hatten in der Vergangenheit eine Diskussion darüber und ich hatte meine Meinung diesbezüglich (mehrfach) bereits fixiert:

Auf der Suche nach der Wahrheit sollten auch die zahlreichen Beiträge meines geschätzten Bruders @OASE herangezogen werden.


Im Zhg mit diesem Beitrag werde ich mich versuchen kurz zu halten und werde mich überwiegend auf 5:48 fokussieren:

Dein Zitat: Die Begriffe in 5:48 „Gewissheit/Wächter/Hüter“ meinen keine Korrekturfunktion, sondern eine Bestätigungsfunktion.

Meine Antwort: Bestätigung durch Richtigstellung.

Im Einzelnen hierzu:

Vers 5:48 erläutert, dass die Beziehung zwischen dem Koran und den anderen Schriften bewacht, mithin kontrolliert (ُمهَ ْي ِمنًا َعلَ ْي ِه muhayminan ʿalayhi), und zugleich bestätigt (ُم َص ِّدقًا muṣaddiqan) wird.

"Muhaymin" مهَ ْي ِمنًا
Das Wort „Muhaymin“ مهَ ْي ِمنًا wird im Koran zweimal verwendet, zum einen in diesem Vers und zum anderen als ein Attribut Gottes in 59:23. Es leitet sich von der Wortwurzel HMN (ه م ن) ab, was bedeutet, dass Vögel ihre Flügel bedecken, um ihre Jungen zu schützen. Es bedeutet, Sicherheit zu geben, Schutz zu bieten, als schützende Aufsicht die Arbeiten zu überwachen, zu kontrollieren und zu beobachten.

"muṣaddiq" م َص ِّدقًا
Das zweite Wort, das die Beziehung des Korans zu den vorherigen Schriften bestimmt, ist „muṣaddiq“ ُم َص ِّدقًا , was als die Übereinstimmung zwischen dem Gesagten und dem Geistigen übersetzt werden kann. Diese ist von der Wortwurzel ص د ق (sdk) abgeleitet.

Es gibt ca. 155 Wörter im Koran, die von dieser Wurzel abgeleitet sind: Es gibt hierbei 13 Verwendungen in Form von „muṣaddiqan“. Acht davon werden für den Koran selbst verwendet, vier für die Bibel und eins für den Gesandten Yaḥyā. Auffällig hierbei, dass keine solche Verwendung im Zhg. mit den Schriften vor der Bibel, oder auch die an Moses gegebene Schrift oder die Thora stattfindet.


Was bedeutet Bestätigung?

Mir ist bewußt, dass dieser Begriff zur Verwirrung führen kann, zugleich auch zu einem mangelndem Verständnis der Problematik.

Laut Duden, 8., überarbeitete und erweiterte Auflage bedeutet Be|stä|ti|gung, die; -, -en: 1. das Bestätigen. 2. Bescheinigung, mit der etw. (die Richtigkeit von etw., der Empfang einer Sendung, eine Amtseinsetzung, ein Privileg o. Ä.) bestätigt wird: -en ausstellen; seine B. als neuer Botschafter vorlegen.

Die Bestätigung enthält zugleich die Feststellung einer Richtigkeit.

Dein Zitat: Das bedeutet, dass der Koran auch andere Wendungen kennt um etwas klar zu verorten (neben „zwischen ihren (beiden) Händen“ (bayna yadayhi) auch „maʿakum“ → wörtlich „mit euch“ (ist)).

Ja.

Bspw., wenn im Vers 2:41 im Zhg. mit „muṣaddiq“ َصِّدقًا die Bedeutung beigemessen wird, dass das vorherige bestätigt wird, könnte dadurch angenommen werden, dass auch alles darin akzeptiert wird, was auch wie du feststellst für die Gegenwart لِّمَا مَعَكُمْ gelten kann.

Der Koran sagt, dass diese Schriften durch „Manipulationen, Verschleierung, Abwandlung, Vermischungen“ beeinflusst sind. In Anbetracht dieser Feststellungen steht außer Frage, dass der Koran nicht vollumfänglich all diese Schriften genehmigt.

Bsp: Das alte Testament sagt, genau wie der Koran, dass Gott in sechs Tagen die Existenz geschaffen / gestaltet hat mit dem Unterschied, dass der Koran zusätzlich sagt, dass während dieser Schöpfung keine Müdigkeit Gottes eingetreten ist (vgl. 46:33), was im Gegensatz zu Genesis 2, 1-3 steht.

Weitere Beispiele:

  • Der Rausch von Noah (Genesis 9, 18-25)
  • Lot schwängert seine Töchter infolge Alkoholkonsum (Genesis 19, 30-38)
  • Die Lüge von Abraham (Genesis 12, 10-20)
  • Die Unmöglichkeit in Bezug auf die Nachkommen von Ismael, dass Gesandten von ihnen hervorgebracht werden können (Genesis 17; 1-23)
  • Jacob täuscht seinen Vater Isaac und stiehlt die Nachfolge von seinem Zwillingsbruder Esau. (Genesis 27, 1-40)
  • Gott befiehlt den Sabbat und diejenigen, die nicht gehorchen sollen getötet werden. (Exodus 31, 12-18)

Diese und viele andere Aussagen in der Thora sind Sachen, die der Koran niemals billigen wird. Ähnliches gilt auch für das Evangelium (zB: Jesus als Sohn Gottes).

In Bezug auf die Thora möchte ich die Gelegenheit nutzen und auf den interessanten Beitrag von @OASE hinweisen: Was bedeutet Tora?

Zum Evangelium selbst möchte ich nochmals auf folgende Feststellungen hinweisen: Irreführung und Rechtleitung durch Gott - #9 von sue und auch auf Irreführung und Rechtleitung durch Gott - #11 von OASE sowie Irreführung und Rechtleitung durch Gott - #13 von OASE).

Ich vertrete diesbzgl. die Ansicht, dass das im Koran erwähnte Evangelium (Einzahl), das an Jesus offenbart wurde nicht die uns bekannten vier Evangelien sind, was im Übrigen von den Autoren der Evangelien auch nicht beansprucht wird. Im Vorwort wird vom Autor des Lukasevangeliums selbst dazu Folgendes gesagt:

Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. 2 Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. 3 Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. 4 So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.“
(Lukas 1, 1-4)

Für viele sind daher die vier Evangelien vergleichbar mit antiken Heldensagen, in der gemäß der klassisch, alten Biografietradition eine Heldenfigur heroisiert wird (ein göttliches Wesen unter den Menschen → Kreuzigung → Tod → Auferstehung → Erlösung der Sünden → Wiederankunft)

Der Koran erklärt deutlich, dass die Seele von Jesus vor der Folter oder Kreuzigung "zu Gott erhoben“ wurde. Jesu Leichnam wurde seinen Verfolgern zur Folter und Kreuzigung überlassen; sie hatten es mit einer leeren Hülle ohne jedes Gefühl oder Verständnis zu tun (Markus 15, 3-5; Lukas 23, 8-11). Dies steht auch im Einklang mit den sog. Nag-Hammadi-Schriften (auch als Nag-Hammadi-Bibliothek bekannt). In dieser Sammlung frühchristlicher Texte wird zwischen „der äußeren physischen Form“, d.h. dem Körper Jesu, und „dem lebendigen Jesus“ unterschieden, der einzelnen oder allen Jüngern erschienen ist (81, 3-14).

Neben den vier genannten Evangelien kursierten wie du weisst, ab dem 2. Jahrhundert viele pseudepigraphe Evangelien, die später nicht in den Kanon aufgenommen und als apokryphe Evangelien bezeichnet werden. Von ihnen sind u. a. überliefert das Thomasevangelium, das Petrusevangelium – Wikipedia, das Judasevangelium – Wikipedia, das Evangelium der Wahrheit – Wikipedia und das Philippusevangelium – Wikipedia. Von diesen Evangelien sind zum Teil leider nur Fragmente oder Zitate bei Kirchenvätern erhalten. Wieso werden diese nicht herangezogen?

Du wirst sicherlich dagegen argumentieren, diese sind nicht kanonisiert.

Ich werde dagegen einwenden, wer bestimmt was kanonisiert wird (die Kirche? Die „Gelehrten“?) und weshalb sollen die Gottergebenen genau diese Kanonisierungen akzeptieren, wenn zugleich noch viele andere Evangelien bestehen, vor allem das Thomasevangelium – Wikipedia (sog. Jesusworte - 114 Kapiteln - 19 x ?)


Was bedeutet aber jetzt SDK (ص د ق)?

Die Bedeutung des Verbs SDK (ص د ق) ist, dass das, was in der Sprache und im Geist ist, dasselbe ist.

Hierzu 63:1; 63:2 (Zirker):

63:1 Wenn zu dir die Heuchler kommen, so sprechen sie: «Wir bezeugen, dass du wahrlich der Gesandte Gottes bist.» Gott weiß, dass du wahrlich sein Gesandter bist. Und Gott bezeugt, dass die Heuchler wahrlich Lügner sind.

63:2 Sie haben ihre Eide zu einem Schutzschild genommen und vom Wege Gottes abgehalten. Siehe, wie übel ist das, was sie taten.

Gott sagt in diesen Versen, dass die Heuchler die Lügner sind, wenn sie sagen „Wir bezeugen, dass du wahrlich der Gesandte Gottes bist.“

Aber die hier getroffene Aussage, dass er der Gesandte Gottes ist, ist für sich selbst betrachtet noch keine Lüge.

Die Lüge ist folglich nicht das, was sie sagen, sondern das, was in ihren Herzen tatsächlich ist. Denn ihre Herzen billigen nicht (siehe die übrigen Verse zu Sure 63), dass er ein Gesandter Gottes ist.

Der Zuspruch bedeutet mithin nicht nur, dass etwas bestätigt wird. In der Bestätigung selbst ist als argumentum a fortiori auch den Prozess einer Richtigstellung enthalten.

Oder vereinfacht ausgedrückt: In der Bestätigung selbst ist konkludent der Prozess einer Richtigstellung enthalten.

Der Zuspruch in Bezug auf die vorherigen Schriften bedeutet m.E. folglich nicht, dass alle Schriften vollumfänglich bestätigt werden können, wenn die vier oben erwähnten Umstände nicht aufgedeckt und nicht richtiggestellt sind.

Die Bestätigung ist folglich, die Enthüllung und Widerlegung der Lügen und zugleich die Enthüllung der Wahrheit.

Ich versuche es anders zu erklären:

Hat jemand bspw. das Recht, mit Lastfahrzeugen über das Grundstück seines Nachbarn zu fahren (sog. Wegerecht), heißt das noch längst nicht, dass er den Weg auch mit seinem PKW benutzen darf. Entscheidend ist immer, ob der Obersatz der Norm, hier also das Wegerecht für LKW, planwidrig lückenhaft ist. Und genau hier sind die o.g. Kriterien anzusetzen. Gott stellt in den o.g. Versen mind. vier wichtige Grundsätze zur Auslegung fest.

Der Koran ist sozusagen ein Filter, mithin die schützende Aufsicht iSd 5:48. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass die im Koran erwähnten Erzählungen über die Gesandten Gottes, die ohne Zweifel in früheren Schriften ebenso erwähnt werden, in mehr als 3000 Versen im Koran erzählt und richtiggestellt werden.


Leider (und das ist traurige Wahrheit) haben die meisten islamischen Gelehrten die Geschichten im Koran als unvollständig angesehen, und versuchten, diese „Mängel“ mit Isrā’īlīyāt (an alle Interessierten: bitte recherchiert die Herkunft dieser Texte) zu vervollständigen, was sichtlich dadurch in der Methodik der Erzählweise des Korans veranlasst wurde.

Denn in den meisten Erzählungen im Koran werden keine direkten Angaben zum Ort und Zeit des Geschehens gemacht. Ganz aber die Bibel: Es lassen sich unglaubliche Details über Zeit und Raum finden.

Beispielhaft ist die Erschaffung von Adam. Während der Koran nur auf den Garten hinweist, in dem Adam lebt, trifft das alte Testament fast schon die Koordinaten auf der Karte an (Genesis 2, 10-14).

Oder die beiden Söhne von Adam (5:27-32): Genesis 4, 17-22 erzählt namentlich die komplette Nachkommenschaft dieser Söhne.

Die genauen Alter von Adam und seiner Nachkommenschaft (Genesis 5, 1-32).

Die Details, die auf diese Weise wiedergegeben werden, finden sich in fast allen ihren Geschichten. Die Wichtigkeit und Gewissheit, die den Details beigemessen wird, ist wirklich erstaunlich.

Die Konkretisierung besteht nicht nur darin, Zeit, Ort und Namen anzugeben, sondern auch welche Materialien, während des Rituals verwendet werden sollen, die Symbole, die auf den Gegenständen verwendet werden, wer wo mit welchem Finger innerhalb eines Rituals agieren soll selbst das Kleid, das von den Geistlichen getragen wird, der Faden, der an der Kleidung gewebt sein soll, die Form der Motive darauf oder seine Farbe (siehe dazu Genesis 25-31).

Siehe zB auch: Der Begriff أمي ummīy im Quran - #5 von sue

Die Tatsache, dass der Koran angesichts dieser Details in beinahe keiner der Geschichten derartig viele (zumindest unmittelbare) Einzelheiten enthält, kann dazu führen, dass die Bibel oder Hadith oder sonst etwas als Referenz zu den Einzelheiten der Erzählungen des Korans genommen wird.

Die Gefahr ist dadurch, dass der Koran, der in allen Aspekten perfekt ist, als unzureichend und unvollständig angesehen wird, weil auf andere Quellen als Ergänzungen oder auch als Korrekturen zugegriffen wird.

Der Koran ist aber eine Quelle, an der kein Zweifel an ihrer Genauigkeit besteht, keine Mängel aufweist, ein Beweis für ihre eigene Wahrheit ist und niemanden möglich ist, etwas von seinem Wert zu verringern oder zu erhöhen.

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@OASE Dankeschön für deine schönen Worte.

Selam uns allen.

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Lieber @Eddy

Noch etwas: Ich weiss, dass meine Antworten dich (vielleicht) in deinen Thesen nicht umstimmen werden. Ansonsten wäre dann das so, als würde ein Franke von uns demnächst offizieller Kanzlerkandidat. Also höchst unwahrscheinlich. (siehe Strauß 1980)

Dich zu überzeugen ist auch nicht meine Absicht. Und ich nehme an, dass du sicherlich Gegenargumente hast und ich respektiere das. Ich würde mich aber freuen, wenn du auch zu anderen Themen deine Ansichten mit uns teilst. Ich würde gerne davon profitieren wollen.

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Das habe ich übersehen: Das ist die beste Antwort. Danke Dir und frohes Schaffen.

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Frieden @sue

Wenn du 5:68 liest wirst du erkennen, dass dort die Tora und das Evangelium durchgehend weiter für authentisch gehalten wird. Bitte Texte immer genau lesen. Und gerade wegen 5:66, 5:68 oder wenn die Muslime unter den Gesandten keinen Unterschied machen, kannst du eben nicht behaupten dass die Schriften verfälscht sind. Ansonsten kannst du der Tora und dem Evangelium nicht folgen, wie es der Koran von dir verlangt, machst so einen Unterschied zwischen den Gesandten. Das Evangelium und damit die ganze Bibel müssen theologisch authentisch sein, anders kannst du 3:55 nicht halten. Anders kannst du als Muslim deine Religion nicht ausleben.

Nur dem Koran folgen ist nicht erlaubt. Keinen Unterschied unter den Gesandten machen laut Koran, die werden hier alle aufgelistet, stehen alle in der Bibel:

2:136 Sagt: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns (als Offenbarung) herab gesandt worden ist, und an das, was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herab gesandt wurde, und (an das,) was Moses und Jesus gegeben wurde, und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Ihm ergeben. (Siehe auch 2:285 und 3:84)

Achte bitte hier, dass die Muslime des 7. Jahrhunderts an diese Bibel des 7. Jahrhunderts glauben. Sie als Offenbarung verstehen (willst du Gott korrigieren?) .Wären diese Schriften verfälscht, ergäben diese Verse hier keinen Sinn. Du musst neben dem Koran auch die anderen Schriften benutzen, zB: 74:30-31.

Ja darauf bin ich schon mehrfach eingegangen und ihr habt das immer noch nicht beantwortet. Es ist richtig, dass der Koran Verfälschungen anspricht, diese dürfen aber nur Verfälschungen ansprechen, die mündlicher Natur sind aus dem einfachen Grund heraus, dass wenn die Tora / das Evangelium in sich verfälscht sind, man nach ihnen nicht urteilen kann. Gerade das aber verlangt der Koran für Christen mit 5:47 und für Juden mit 5:43. Der nächste Punkt ist dass laut Koran das BESTÄTIGT wird, was Juden und Christen im 7. Jhd zur Hand haben. Mit verfälschten Schriften ergeben diese Verse keinen Sinn. Die Verse habe ich schon in meiner Antwort gegeben:

Du schreibst:

Ein Wächter meint nicht kontrollieren. Wenn etwas bestätigt wird, wird es nicht korrigiert. Deswegen musst du den Begriff Wächter so verstehen, dass es die vorherigen Schriften bestätigt und deswegen nicht abgeändert werden dürfen. Der Begriff muṣaddiqan (bestätigend) ergibt sonst keinen Sinn Sue. Und damit ist auch schon die ganze Argumentation gekippt wonach die Schriften vom Koran „korrigiert“ werden. Der Koran kritisiert nur, dass man die Schriften falsch wiedergibt bei Lesungen, Wörter vertauscht beim lesen, an keiner Stelle steht - oder darf man es so verstehen, dass die Bibel verfälscht ist.

Du schreibst:

Du aber sagst dass der Vogelmutter manche Jungen nicht gefallen und sie aus em Nest raus müssen. Es wird im Koran klar gesagt dass bestätigt wird was Juden und Christen im 7. Jhd „zur Hand haben“, „mit ihnen“ ist. Deswegen ist eine Veränderung der Schriften durch den Koran nicht möglich. Die Verse habe ich dir dazu schon mehrfach gepostet.

Du schreibst:

Nein das steht an keiner Stelle im Koran. Bestätigen korrigiert nie sein Objekt. Sonst wäre es keine Bestätigung.

Das ist theologisch verkehrt. Gott ist in der Bibel allmächtig. Ein allmächtiger Gott muss sich nie ausruhen. Das ruhen von der Schöpfung meint nur, dass der 7. Tag die Vollendung meint, mehr nicht. Deswegen ist der Tag auch heilig für Juden. Der Begriff sieben meint im hebräischen auch Vollkommenheit. Die Schöpfung ist vollendet und deswegen heiligt Gott den 7. Tag, mehr ist es nicht.

Kein Widerspruch zum Koran.

Die Söhne die daraus kommen meinen Völker mit denen Israel verfeindet war. Das ist doch nicht wörtlich zu verstehen! Es geht um eine Herabwertung von Unzucht und der Völker die das tun.

Das ist Unfug Sue. Abraham muss das tun damit er nicht getötet wird. Gott selbst greift im Nachhinein dort ein. Die anderen Punkte sind auch so nicht haltbar und sind in Bezug zum Koran nicht problematisch. Es bleibt dabei: Die Bibel hat in Bezug zum Koran keine Probleme.

Sehe ich anders. Man sieht schon an den Beispielen die du angeführt hast, dass du es so liest, dass es damit zu einem Problem wird, wo es keines gibt.

Damit leugnest du, dass die Schriften des 7. Jahrhunderts von den Muslimen anerkannt werden:

3:3, 4:47, 35:31, 10:37, 12:111

Das Evangelium und damit die ganze Bibel müssen bis zum Jüngsten Tag authentisch sein: 3:55.
Unter den Gesandten darf „kein Unterschied“ gemacht werden. Dazu erwähnt der Koran explizit den ganzen Personenkreis der Bibel. Damit musst du alle Schriften gemeinsam lesen. Ansonsten gilt: Ist die Bibel verfälscht, ist der Koran nicht mehr anwendbar:

29:46 Und streitet mit den Leuten der Schrift nur in bester Weise, außer denjenigen von ihnen, die Unrecht tun. Und sagt: „Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns herab gesandt worden ist und zu euch herab gesandt worden ist; unser Gott und euer Gott ist Einer, und wir sind Ihm ergeben‘.“ (Siehe auch: 4:47)

2:136 Sagt: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns (als Offenbarung) herab gesandt worden ist, und an das, was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herab gesandt wurde, und (an das,) was Moses und Jesus gegeben wurde, und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Ihm ergeben. (Siehe auch 2:285 und 3:84)

Du schreibst:

Das hat doch mit einer Verfälschung/ einem normalen Brief nichts zutun. Das Lukasevangelium ist dazu bedacht, dass geglaubt wird und nicht dass man denkt, dass ein normaler Brief verfasst wird. Du sollst, obschon Lukas direkt an Theophilus schreibt, an den Inhalt glauben. Das ist schlichtweg nur eine Prüfung ob du glaubst oder nicht. Ist es nur ein Brief oder göttlich autorisiert. Dafür ist das Lukasevangelium viel zu komplex aufgebaut, mit in den synoptischen Verankerungen viel zu stark verbunden, als das Lukas einfach nur einen Brief schreibt.

WO steht das im Koran? 4:171 habe ich dir das schon mehrfach erklärt. Warum wiederholst du das andauernd? 4:171 meint nicht dass Jesus nicht gekreuzigt wurde, sondern dass die Juden Jesus nicht gekreuzigt haben. Jesus hat Gottes Vorgabe erfüllt. Das ist ganz einfach zu verstehen. Anders kannst du 5:47 und 5:66-68 im Koran nicht halten.

Richtig. Zur Zeit Muhammads war diese Häresie und alle Schriften die du erwähnst nicht existent, die Gnosis gab es im 7. Jahrhundert nicht mehr. Diese Schriften haben für uns keine Bedeutung. Die Juden und Christen glaubten im 7.Jhd an den Kanon, den wir heute haben. Und nur darauf kommt es an vor dem Koran. Der heutige Bibelkanon war schon sehr früh zu großen Teilen lange vor dem Koran kanonisiert (besser: anerkannt). Spätestens im 6. Jhd war die Bibel ihrem heutigen Schriftenbestand entsprechend.

Nag Hammadi wurde erst im 20. Jhd gefunden. Davor gibt es keine Quelle, nur Widerlegungen gegen die Gnosis. Die Gnosis war im 7. Jhd nicht existent. Spielt für uns keine Rolle.

Völlig falscher Argumentationsgang. Wenn man vorlügt dass etwas bestätigt wird, ist die Bestätigung dennoch geltend, ansonsten wäre es keine Lüge. Du verhaust dich da vollkommen Sue. Des Weiteren ich die Wurzel SDQ weder in 63:1 noch 63:2 sehe. Es geht um sad-dal-qaf. Du verwechselst das mit sad-dal-dal.

Auf den Rest gehe ich jetzt nicht mehr ein weil das nicht mehr wichtig ist. Die Argumente die du gegen die Bibel anführst sind aber so sicher falsch. Die Bibel will keine Geographie betreiben oder einfach Details geben, da geht es um Theologie und das man zum Glauben bewegt wird usw. deswegen sind deine Argumente dahingehend haltlos.

Ich wiederhole mein Argument:

Noch ein letztes Argument zu 2:136

2:136 Sagt: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns (als Offenbarung) (!!) herab gesandt (!!!) worden ist, und an das, was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (!!!) herab gesandt (!!!) wurde, und (an das,) was Moses und Jesus (!!!) gegeben wurde (!!!), und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn (!!!) gegeben wurde (!!!). Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Ihm ergeben. (Siehe auch 2:285 und 3:84)

Man beachte: im 7. Jahhrhundert wird von den Muslimen an das geglaubt, was dem zitierten Personenkreis herab gesandt wurde, also was Gott diesen großen Menschen offenbarte. Das aber bedeutet einmal dass die Schriften des 7. Jahrhunderts der Bibel authentisch sein müssen, da Offenbarungen von Gott kommen, dass man diese Schriften nicht korrigiert, da man Gottes Offenbarungen nicht anfassen darf. Von diesen Versen ausgehend, ist man als Muslim dazu angehalten an diese Schriften zu glauben, ja glauben zu müssen, da unter diesen Gesandten und Propheten kein Unterschied gemacht werden darf. „Nur“ Koran ist durch den Koran mit diesen zitierten Versen nicht tragbar. Bibel und Koran zusammen (und andere Schriften natürlich auch: Granth Sahib der Sikhs (dazu 3:81 lesen), Bhagavad Gita, usw.)

@sue noch eine Antwort zu „Evangelium“ dass ja mehrfach im Koran vorkommt, im Koran aber nur von „einem“ Evangelium die Rede ist. Evangelium bedeutet zunächst mal „frohe Botschaft“ und meint nicht direkt ein Buch. An keiner Stelle des Korans steht dass das Evangelium ein Buch ist, selbst wenn es auf Herrn Jesus herab kam. Und selbst wenn es eine Schrift ist, heißt es noch lange nicht, dass man nicht im Heiligen Geist Status weiter hinzufügen oder verändern darf wie es Gott selbst im Koran bis zu Vers 5:3 tat. Lesen wir folgendes:

Mt 28 Der Missionsbefehl
16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Es hatten also nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung mehrere Apostel die Verantwortung, die frohe Botschaft zu verbreiten. Dass man bei den Evangelien (auch das Evangelium des Paulus an die Heiden) das gleiche Thema unterschiedlich wiedergibt kann mehrere Gründe haben. Einmal kann ein Apostel damit verfügen, dass man als Christ ein bestimmtes theologisches Bild vor Augen bekommt. Beispielsweise wenn Jesus selbst am Kreuz von den anderen beiden mit ihm gekreuzigten verhöhnt wird, man so im Glauben wächst dass man selbst im Tod stark sein soll oder wenn im anderen Evangelium, einer der Mitgekreuzigten an Jesus glaubt und mit ihm ins Paradies deswegen kommt. Hoffnung wird hier suggeriert. Es geht also um Theologie und kein Geschichtsroman. Des Weiteren wissen wir aus anderen Quellen dieser Zeit, dass Vitas nicht so geschrieben wurden, wie sie tatsächlich passierten, sondern man beim Leser einen gewissen Eindruck vermitteln wollte. Auch deswegen ist auf theologischer Ebene, um in einem Evangelium ein bestimmtes theologisches Bild beim Gläubigen aufzubauen, das Evangelium manchmal zum selben Thema unterschiedlich. Wenn es allerdings darum geht, das Nt als Christ umzusetzen, kenne ich nicht eine Stelle aus der gesamten Bibel, wo ich sagen müsste: Was soll ich jetzt tun?

Zudem gibt es nicht eine einzige Quelle, die von einem ursprünglichen Evangelium Jesu spricht.
Alle Frühchristen müssten Opposition betrieben haben, um zu untermauern dass die Botschaft Jesu verfälscht ist. Der Koran bestätigt die Bibel im 7. Jhd, auch das wäre dann nicht mehr haltbar.

Es gäbe noch viel dazu zu sagen, aber ich belasse das jetzt dabei.

Es gilt generell dass Gottes Offenbarungen nicht verfälscht werden können:

6:115 … Es gibt niemanden, der seine Worte abändern könnte. Und er ist der, der (alles) hört und weiß.

Richtig. وَتَمَّتْ كَلِمَتُ رَبِّكَ صِدْقًا وَعَدْلاً لاَّ مُبَدِّلِ لِكَلِمَاتِهِ وَهُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

Ebenso richtig: Es ist aufgegeben keinen Unterschied zwischen den Gesandten zu machen, ungeachtet ihrer Wunder oder sonst nach einem Kriterium.

Alle Gesandten hatten auch nur eine Botschaft. Die Botschaft wird sich u.a. auch wegen dem Sunna Gottes niemals ändern. Der Islam ist auch keine neue Religion seit dem 7. Jhd. (Stichwort: Hanif)

Ich nehme an, hier wir sind d’accord.

Nur in der Schlussfolgerung sind wir anderer Meinung.

Du sagst hierzu u.a.: „Achte bitte hier, dass die Muslime des 7. Jahrhunderts an diese Bibel des 7. Jahrhunderts glauben. Sie als Offenbarung verstehen. Wären diese Schriften verfälscht, ergäben diese Verse hier keinen Sinn. Du musst neben dem Koran auch die anderen Schriften benutzen, zB: 74:30-31.“

Die Ausgangsüberlegung von dir ist, wenn ich dich richtig verstehe, dass die Muslime des 7. Jahrhunderts an die Bibel des 7. Jahrhunderts zu glauben haben, mithin (ausgehend von den Evangelien) nur den vier „kanonisierten“ Evangelien. Dein Argument ist, dass alle anderen Evangelien, die im Wege der Kanonisierung (3-4 Jhd.) ausgeschlossen wurden und folglich als „nicht“ existent angesehen werden oder förmlicher ausgedrückt als „apokryph“ im Sinne von abseitig und unzuverlässig zu charakterisieren sind, und daher nicht als Grundlage genommen werden dürfen.

Aber wer entscheidet darüber, was kanonisiert wird und was nicht?

Und weshalb sollen Gottergebene diese Entscheidung akzeptieren?

Das früheste Evangelium war (korrigiere, wenn ich falsch bin) das Markusevangelium, deren früheste Datierung ca. 70 n.Chr. ist, ja?

Was ist mit den anderen Evangelien nach Jesus bis zur Kanonisierung geschehen? (wir reden hier von mind. 250 Jahren)?

wie zB:

  • Thomasevangelium,
  • das Petrusevangelium
  • das Judasevangelium
  • das Evangelium der Wahrheit
  • das Philippusevangelium

Wohin wurden diese „Ausgestoßenen“ vertrieben? Woher hast du die Gewissheit, dass die Früharaber im 7. Jhd nur die vier Evangelien „zur Hand“ hatten?

Zu den vier Evangelien habe ich bereits gesagt, dass sie nicht eine Offenbarung Gottes an Jesus iSd Korans sein können. Selbst der Autor vom Lukasevangelium sagt im Vorwort, dass diese eine „Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.“ sind, mithin gar nicht beansprucht wird, dass diese eine Offenbarung Gottes sind, sondern wenn überhaupt eine Momentaufnahme der Geschehnisse bis zu der „Kreuizigung“.

Viele vergleichen daher die vier Evangelien mit antiken Heldensagen, in der gemäß der klassisch, alten Biografietradition eine Heldenfigur heroisiert wird (ein göttliches Wesen unter den Menschen → Kreuzigung → Tod → Auferstehung → Erlösung der Sünden → Wiederankunft).

Du schreibst weiter: „Du musst neben dem Koran auch die anderen Schriften benutzen, zB: 74:30-31.“

Nein. Genau das ist entscheidende Punkt: Der Koran ist eine Quelle, an der kein Zweifel an ihrer Genauigkeit besteht, keine Mängel aufweist, ein Beweis für ihre eigene Wahrheit ist und niemanden möglich ist, etwas von seinem Wert zu verringern oder zu erhöhen. Wenn „anderes“ benutzt werden muss, ist damit auch die Gefahr, dass das Wort Gott als unzureichend und unvollständig angesehen wird, sei es durch Hadith oder Israiliyat oder sonst noch was.

Du schreibst: Bestätigen korrigiert nie sein Objekt. Sonst wäre es keine Bestätigung.

Du behauptest, dass alles was in früheren göttlichen Schriften enthalten ist vom Koran vollumfänglich bestätigt wird, verstehe ich richtig?

Wenn ja, dann kann ich dem nicht zustimmen.

Die Bestätigung ist in der Folge, die Enthüllung und Widerlegung der Lügen und zugleich die Enthüllung der Wahrheit. Bsp: Die Kreuzigung - Der Koran sagt, dass Jesus bereits vor der Kreuzigung vom Gott abberufen wurde, vgl. 3:55; 5:117. Was sagen die vier Evangelien? Siehe auch 4:157: وَمَا قَتَلُوهُ يَقِينًا. Vielleicht können wir dies in einem anderen Thema diskutieren, öffne dazu ein Beitrag, und lege deine Ansicht hierzu in Bezug auf die "Kreuzigung deines Herrn Jesus“.

Der Koran ist die schützende Aufsicht nach 5:48 („Muhaymin“ مهَ ْي ِمنًا), was u.a. durch die Verse 5:13; 5:15; 7:162 oder 2:79; 5:48 begründet ist.

Du sagst hierzu: Du aber sagst dass der Vogelmutter manche Jungen nicht gefallen und sie aus em Nest raus müssen. Es wird im Koran klar gesagt dass bestätigt wird was Juden und Christen im 7. Jhd „zur Hand haben“, „mit ihnen“ ist. Deswegen ist eine Veränderung der Schriften durch den Koran nicht möglich. Die Verse habe ich dir dazu schon mehrfach gepostet.

Ich denke nicht, dass eine Vogelmutter ihre Jungen ausstößt, wenn sie ihre Mutter nicht anerkennend sind, womöglich sind es gar nicht ihre „Jungen“? Denkst du wirklich, dass die Juden und Christen im 7. Jhd (bezogen auf die Evangelien) nur die vier kanonisierten Evangelien „zur Hand“ hatten bzw. „mit ihnen“ waren? Und was ist mit den anderen Evangelien, die den damaligen „Gelehrten“ womöglich nicht gepasst haben, womöglich genau diese Leute fliehen mussten und sich u.a. auf der ganzen Welt verteilt haben, u.a. auch in Arabien ansässig wurden?


Ich habe mich jetzt nochmals mit dem streitgegenständlichen Wurzel Sad-Dal-Kaf ص د ق befasst.

Der Grundbegriff Sadaka صدق bedeutet aufrichtig sein, wahr sein, richtig sein. (https://kuranharitasi.com/kokler.aspx?kok=Sdq) (wieder türkisch)

Das Wort صددق „muṣaddiqan“ ist in semantischer Hinsicht eine Besonderheit der arabischen Grammatik (Stichwort: „Tef’îl Babı“ (türkisch), was auf einen kontinuerlichen Prozess in mehrfacher Hinsicht hindeutet, siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=qJ2pjRjnW3w), welches die Bedeutung einer Verifizierung, einem Aufrichten der Wahrheit hat. Mit anderen Worten: Eine Information, die in ihrem Ursprung, mithin in ihrer Ausgangslage (originär wahr) ist, die aber entstellt wurde (wie auch immer), deren Richtigkeit wird wiederhergestellt, sozusagen aufgerichtet und dies aufgrund der verwendeten Grammatik mehrfach und / oder kontinuerlich.

Ich versuche die grammatikalische Besonderheit in sehr vereinfachter Form zu erklären: Mehr Infos findest du hier: https://imamhatipogretmeni.files.wordpress.com/2015/01/mezid-bablar.pdf (leider auf türkisch); sicherlich hast du da bessere Literatur in der deutschen Sprache.

zB (a.“Grundform“, b.“Mazi“-Form, c.“Muzari“-Form, d.“Masdar“-Form → türkische Begriffe für die Konjugationsformen)

a. In der Nähe von: قَرُبَ
b. Näher gebracht: قَرَّبَ
c. Bringt näher: يُقَرِّبُ
d. annähern: تَقْرِيبٌ

a. wissen: عَلِمَ
b. gelehrt: عَلَّمَ
c. lehrt: يُعَلِّمُ
d. lehren: تَعْلِيمٌ

Unabhängig davon:
Jesus, der Sohn der Maria, steht im Zentrum des christlichen Glaubens, das ist mir klar. Doch was wissen Archäologen und Historiker tatsächlich über diesen Mann und seine Geschichte? Du wirst zustimmen, dass wenig solide wissenschaftliche Informationen über den Menschen Jesus vorliegen – weder direkt von ihm verfasste Schriften noch zeitgenössische Darstellungen sind vorhanden. Ähnlich verhält es sich mit Mose, zumindest in wissenschaftlicher Hinsicht. Fakt ist, dass keine wissenschaftlichen Daten über die Existenz dieser mittlerweile verstorbenen Menschen vorhanden sind. Man könnte auch sagen: Sie sind Legenden.

Zeigt Mohammed und der Koran, die beides zusammen in wissenschaftlicher Hinsicht unbestritten sind, die im Übrigen auch von diesen „Legenden“ und auch den früheren Schriften sprechen, nicht die o.g. aufgezeigte „bestätigende“ Wirkung?

Abschließend: Der Koran genehmigt nicht alle anderen heiligen Schriften so wie sie sind, er korrigiert sie und bringt die Unwahrheit in diesen Informationen wieder zurück zur Wahrheit, und bestätigt sie somit, nachdem sie wahr gemacht und richtiggestellt wurden.

Wie gesagt, du vertrittst eine andere Auffassung, die ich respektiere, und ich vertrete eine andere Auffassung, was ebenso im Gegenseitigkeitsverhältnis stehen sollte. In diesem Sinne, frohes Schaffen, Peace.

Selam

Ich habe die Bibel immer so verstanden, als würde jemand den Koran und die sog. Hadithe zusammen mischen, wie ein Kartenspiel und jetzt Gotteswort und Menschenwort nicht mehr auseinander zuhalten sind. Der Koran dient jetzt den vorherigen Schriften als, sagen wir mal Schablone, um diese Vermischung trennen zu können, d.h. wenn etwas nicht mit dem Koran konform geht gehört es nicht zu Gotteswort. Wie Sue schon schrieb, zu bestätigen und zu korrigieren, Eddy schreibt zwar, bestätigen kann nicht korrigieren heißen, aber in 3:50 sagt auch Jesus, er ist gekommen um die Tora zu bestätigen und einiges zu erlauben was ihnen verboten war (also etwas zu korrigieren). Ich denke weil Schriften nicht (rein gehalten wurden) sind weitere Schriften gefolgt. Aber ich bin kein Experte, das sind nur meine Gedanken dazu.

Selam

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Friede Hajridin,

in diese Richtung gehen auch meine Gedanken.

Es ist legitim zu fragen, warum denn überhaupt der Quran von Allah geoffenbart wurde, obwohl es vorher schon Offenbarungen von Allah gab.

Und es ist legitim zu fragen, warum Allah im Quran sagt, dass wir neben den Versen Allahs nichts Anderes brauchen (7:185, 45:6).

Und es ist legitim zu fragen, warum Allah im Quran ausdrücklich sagt, dass ER nichts im Quran ausgelassen hat (6:38).

Und es ist legitim zu fragen, warum wir in Sure 2:135 erfahren, dass wir uns nicht Juden oder Christen nennen sollen, und warum uns 2:136 lehrt , dass wir an Allah glauben und uns Muslime nennen sollen, also sich Allah Ergebende. Denn das ist die wahre Kernbotschaft aller Offenbarungen, die der Quran bestätigt.

Salām und Schalom!
Gunnar :green_heart:

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