Von Sunniten und Schiiten sich lossagen?!

Frieden liebe Geschwister,
in Vers 6:159 sagt uns Gott so wie ich es verstanden habe, dass wir mit denjenigen die sich gespalten haben, nichts gemeinsam haben. Ich finde, dass wir uns von den Sunniten und Schiiten lossagen müssen.
Was haltet ihr von diesem Vers?

Was verstehst Du unter sich lossagen? Sich getrennt von ihnen organisieren macht Sinn. Aenn man sie aber verunglimpft und ihnen Unglauben vorwirft, ist man nicht besser als die schlechteren unter ihnen. Siehe den Vers über die Juden und die Christen.

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Frieden Regine,
es gibt bestimmte Stufen des Glaubens. Das gleiche gilt auch für Unglauben, Heuchler und Beigeseller. Die Sunniten sind eher Beigeseller. Das wird besonders an ihren Glaubensbekenntnis deutlich. Wir sollen gegenüber Beigeseller hart sein. Das wir mit den Christen und Juden Probleme haben liegt an den Sunniten. Gott sagt ja in einem Vers, dass wir zu denjenigen die gut zu uns waren auch gut sein sollen. In der sunnitischen Lehre sind die Juden und Christen als Ungläubige abgestempelt. Aber es gibt Gläubige unter ihnen. Unsere Gemeinde ist das beste Beispiel dafür.

Um auf deine Frage zu Antworten. Ja wir müssen zu ihnen hart sein. Denn genau das werden zu uns sein, wenn sie macht über uns bekommen. Ich möchte jetzt hier nicht die Kriegskeule auspacken aber ich finde das viele von uns zu weich sind.

ich finde es gut, wenn wir weich im Umgang mit unseren Mitmenschen sind. Ich muss mich nicht von traditionellen Muslimen lossagen. Ich sage mich von bestimmten Traditionen los. Das genügt mir und ich betone, dass ich andere Muslime in dem, was sie glauben, respektiere.

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Hallo Weltenbummler,
dann beachtet du nicht direkt ein Befehl Gottes. Er sagt das sie uns hart vorfinden.

Bitte beachte den Kontext, da geht es um eine Kriegssituation. Wir dürfen uns verteidigen, wenn wir angegriffen werden. Aber die vielen friedliebenden Sunniten und Shiiten sollen wir gut behandeln, ihnen nicht den Glauben absprechen (4:94) und geduldig sein (7:87).

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Und 6:159 bedeutet ja gerade, dass wir nicht weiter spalten sollen, sondern dafür arbeiten, Spaltungen zu überwinden.

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Ich lehne es ab als Muslim mich kategorisieren zu lassen.
Ich respektiere die anderen aber auch weil derens Entscheidung sich zu gruppieren auf ihre eigene Erfahrung, Denkenprozesse und Glaubenstärke beruht.
Und ebenfalls denke ich das jemand der sich gruppiert auch eines Tages feststellen kann das er ohne Gruppierung besser IST und das die Erkenntnis darüber auch eine Prüfung ist.

Die Frage ist die sich stellt: hätten wir das selbe erlebt gelernt erfahren wären wir anders als sie?

Du musst hierbei noch wissen, dass „muslim“ selbst eine unerlaubte Gruppe sein kann, wenn man beispielsweise „nur“ dem Koran folgt und die Schriften der anderen Gesandten nicht gleichrangig beachtet. „muslim“ bedeutet einfach nur „ergebend“ (sein gegenüber Gott) und meint nicht „nur“ den koranischen Inhalt, es steht:

29:46 Und streitet mit den Leuten der Schrift nur in bester Weise, außer denjenigen von ihnen, die Unrecht tun. Und sagt: „ Wir glauben an das, was zu uns herab gesandt worden ist und zu euch herab gesandt worden ist ; unser Gott und euer Gott ist Einer , und wir sind Ihm ergeben‘.“ (Siehe auch: 4:47)

2:136 Sagt: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns (als Offenbarung) herab gesandt worden ist, und an das, was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herab gesandt wurde, und (an das,) was Moses und Jesus gegeben wurde, und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde . Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen , und wir sind Ihm ergeben. (Siehe auch: 2:285 und 3:84)

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Frage: Kann ein Muslim nur den Koran befolgen und andere Schrift ablehnen? Durch die aufgeführten Zitate ist die o. G. Definition ausgeschlossen.
Andere Frage ist was erreicht unseren Verstand an Schriften? Mich zum Beispiel hat noch nicht jeder Vers erreicht und ich arbeite daran. Schwieriger wird es bei vorherigen Schriften.

Um den Schriften zu folgen, müssten wur aucn jede Sprache, in der sie verfasst sind, lernen, da durch Übertragung bekanntlich viel im Sinn verändert wird. Beispiel: Es wird gesagt, dass laut Bibel die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen wurde. Jüdische und christliche Geschwister haben aber darauf hingewiesen, dass das Wort, das als Rippe übersetzt wird, eigentlich Seite heisst und sinnvollerweise so gelesen werden kann, dass ein androgynes Urwesen in der Mitte geteilt wurde und daraus Mann und Frau entstanden, was dann wiederum gut zu den entsprechenden Versen im Koran passt.

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Die zweite Schöpfungsgeschichte ist nicht als historischer Bericht über den Sündenfall von Adam und Eva zu verstehen. Wenn von „Rippe“ die Rede ist oder von „Fleisch“ (Geist-Fleisch Gegensatz), meint man das mit Sicherheit im übertragenden Sinne (selbst wenn der Begriff „Rippe“ fällt). Es ist beispielsweise wie in Koranvers 54:1, wo es nicht um ein Wunder (der Spaltung des Mondes) geht, sondern um ein Gleichnis.Die Genesiserzählung reicht von da aus auch viel weiter als nur über Adam und Eva, muss im Gesamtzusammenhang verstanden werden.