Warum seid ihr keine Christen?

Hallo, Muslime sagen sie glauben an den Koran, warum folgen sie dann nicht der Bibel?

Hallo und Frieden Vero.
Ich glaube sowohl an den Koran als auch an alle anderen heiligen Schriften von Gott, die vor dem Koran herabgesandt wurden.

Gruß,
Rilum Osmanaj

Mich persönlich spricht der Koran einfach mehr an. Das heißt aber nicht, daß ich die Bibel ablehne; ich finde es spannend, mich über beide Bücher auszutauschen. Ich sehe viele Überschneidungen und insgesamt mehr Unterschiede innerhalb der jeweiligen Religionen als zwischen ihnen. Und es kommt mehr auf die Taten an als auf Namen.

Aus welchem Grund erkennt ihr die Kreuzigung Jesus nicht an?

Ich persönlich sehe weniger die Kreuzigung an sich als Knackpunkt, sondern die Bedeutung, die zumindest die offizielle christliche Theologie ihr zuschreibt. Also daß dadurch der Menschheit (oder den Gläubigen) die Sünden vergeben wurde/n. Mir scheint es nicht plausibel, daß die Menschheitsgeschichte so in zwei Teile geteilt sein soll, und ich kann das in der Geschichte auch nicht erkennen: die Menschheit “vorher” unterscheidet sich nicht wesentlich von der Menschheit “nachher”.
Außerdem scheint mir die koranische Vorstellung gerechter, daß jeder Mensch genau für seine eigenen Sünden die Verantwortung trägt, nicht mehr und nicht weniger. Gott kann diese vergeben, das hat aber nichts mit dem Tod Jesu zu tun. Das wäre ja auch ungerecht gegenüber denen, die vorher gelebt haben.

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Es könnte sein, dass sein “toter Körper” gekreuzigt wurde, seine Seele aber schon vorher zu Gott “emporgehoben wurde”.

Der Koran spricht sogar davon das Jesus sterben wird.
Sure 3 Vers 55 O Jesus, siehe, Ich will dich verscheiden lassen und will dich erhöhen zu Mir und will dich von den Ungläubigen befreien und will deine Nachfolger über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung.

Weil unsere Eltern Muslime sind.

4,157 …und weil sie sagten: „Wir haben Christus Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Gottes, getötet.“ Sie haben ihn aber nicht getötet, und sie haben ihn nicht gekreuzigt, sondern er erschien ihnen nur so. … Und sie haben ihn nicht mit Gewißheit getötet, 158 sondern Gott hat ihn zu sich erhoben. Gott ist mächtig und weise.

In diesem Vers kann man lesen, dass Jesus NICHT gekreuzigt wurde, sondern stattdessen zu Gott erhoben wurde.
Außerdem gibt es noch viele Verse, wo steht, dass Jesus einen seligrn Tod haben wird.
Als ein realer Tod wird das Lebensende Jesu beschrieben. So spricht Jesu nach dem Koran über seine Geburt, den Tod und die Auferweckung: „Friede sei über mir am Tag, da ich geboren wurde, am Tag, da ich sterbe, und am Tag, da ich (wieder) zum Leben auferweckt werde.“ (Sure 19,33) Dies ist identisch mit Sure 19,15, in dem dasselbe über Johannes den Täufer ausgesagt wird. So wie Johannes sehr real gestorben ist, muß auch Jesus wirklich gestorben sein.

Das Lebensende Jesu ­ist ein seliger Tod. In Sure 3,55 „O Jesus, Ich [Gott] werde dich abberufen und zu Mir erheben“ (ebenso Sure 5,117) wird das Sterben Jesu mit tawaffa bezeichnet, dem klassischen Wort für „einen seligen Tod sterben“. In Verbindung mit dem salam – Frieden, kann es nur heißen, daß Jesu Sterben ein friedevoller Tod war, gewirkt nach dem Ratschluß und Willen Gottes.

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Erst mal herzlich willkommen im Forum, AylinEsma!

Ich denke, diese Verse werden meist falsch verstanden, so als richteten sie sich gegen die Christen. Das tun sie aber nicht. Wenn man den Kontext nimmt, wird klar, daß sich diese Stelle gegen die Juden richtet, genauer gesagt gegen jene Juden, die Jesus als falschen Messias bezeichnen und u.a. gegen ihn vorbringen, er sei aus einer illegitimen Verbindung seiner Mutter entstanden.
Ich verstehe die Verse so, daß “sie” den Geist Jesu nicht töten konnten, egal was mit seinem Körper passierte.

Es gibt natürlich trotzdem Unterschiede zur christlichen Lehrmeinung, wie ich oben schon geschrieben habe.

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Weil ich es war(keine Kirchengemeinden, sondern im Leben umsetzend und daheim studierend) und es durch eben die Bibel für mich gerade durch das tiefe Studium immer wieder Widersprüche gab, Konflikte und mich das immer mehr zerfressen hat. Als ich zuletzt ein Gebet von Herzen zu Gott richtete, dass er die Last von mir nehmen soll wenn es geht, fand ich mich ein paar Tage später am online Quran lesen und da wurden mir in vielen Dingen die Augen geöffnet und ich war begeistert von der simplen Wahrheit- seither les ich nur noch Quran. Ich war auch überrascht wie positiv über Jesus/Isa berichtet wird, als das was er war- ein Prophet des einen Gottes.

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Was waren denn die wesentlichen Punkte, die dich von der Bibel getrennt haben?

Der Koran bestätigt die Bibel (zB 2:41). Man darf unter den Gesandten keinen Unterschied machen. Der Glauben an die Bibel ist Pflicht (2:136).

Prophet Muhammed kannte 600AD nur noch gar keine Bibel! Das was zu Ihnen gesendet wurde ist nunmal nicht die Bibel, es gibt einige Unterschiede im Quran trotz dass über die selben Personen gesprochen wird. Moses und Abraham kannten auch keinen Paulus und keine Offenbarung des Johannes. Alles was ich wissen muss steht im Quran, man braucht kein Bibelwissen um zu wissen wie man zu leben hat- Quran zeigt einem alles.

Die Bibel war 600 AD bereits Kanon. Der codex Sinaiticus wie auch codex Vaticanus sind aus dem 4. Jahrhundert. Des Weiteren steht bei Wiki:

Die 27 in griechischer Sprache verfassten Schriften des NT wurden spätestens mit dem 39. Osterfestbrief des Athanasius (367) von fast allen damaligen Christen als gültiger Teil des Bibelkanons anerkannt. Sie gehören in fast allen christlichen Konfessionen bis heute unumstritten dazu; nur ihre Reihenfolge variiert etwas.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bibelkanon

Das AT war schon vorher Kanon.

Es steht:

10:94 Wenn du über das, was Wir zu dir (als Offenbarung) hinabgesandt haben, im
Zweifel bist, dann frag diejenigen, die vor dir die Schrift lesen. Dir ist ja die Wahrheit
von deinem Herrn zugekommen, so gehöre nun nicht zu den Zweiflern

Weiterhin steht:

2:136. Sagt: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns (als Offenbarung)
herabgesandt worden ist, und an das, was zu Abraham, Ismael, lsaack, Jakob und den
Stämmen herabgesandt wurde, und (an das,) was Mose und Jesus gegeben wurde,
und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen
keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Ihm ergeben.

Dem Prophet war die komplette Bibel folglich sehr wohl bekannt. Er durfte die vorherigen Schriften nicht unterordnen. Weiterhin steht:

2:41 Und glaubt an das, was Ich (als Offenbarung) hinabgesandt habe, bestätigend was euch bereits vorliegt.

Die Bibel ist demnach genauso wie der Koran hochheilig und wichtig.

Es gibt aber nun mal ziemliche Unterschiede im Gottesbild von AT und Koran. Der von Dir zitierte eifersüchtige Gott, der die Mensche bis in die 3. und 4. Generation verfolgt, kommt so im Koran nicht vor; Eifersucht ist keines der um die hundert Attribute Gottes. Der Gott des AT scheint mir immer irgendwie wankelmütig, hat Wutausbrüche und läßt sich dann besänftigen, sehr menschlich. Im Koran stellt aich Gott ganz anders dar, allmächtig, souverän, gerecht, barmherzig. Damit kann ich viel mehr anfangen.

Gott ändert sich nicht (48:23). Der Gott des Koran kommt ja in der Tora vor, die vom Koran bestätigt wird. Du kannst den Koran von der Tora (und dann insgesamt mit der Bibel) nicht trennen. Das ist theologisch ausgeschlossen. Sonst müsstest du zwingend Koranverse leugnen.
Zudem das „danach strafen“ sehr wohl im Koran ist:

30:41 Unheil ist auf dem Festland und im Meer erschienen wegen dessen, was die
Hände der Menschen erworben haben, damit Er sie einiges von dem kosten läßt, was sie
getan haben, auf daß sie umkehren mögen.

Du musst zudem begründen warum alle Kinder Adams, also wir, nicht direkt ins Paradies kommen, wenn wir doch geprüft werden und das sogar mit Tod und Leid! Das ist kein Unterschied zu JHWH in der Tora. Übrigens „Eifersucht“ ist da nicht im menschlichen Sinne gemeint, sondern damit dass die Menschen Gott treu sein sollen weil sie sonst schreckliche Dinge tun. Auch Gott ist im Koran „wankelmütig“. Einmal ist Er der „barmherzigste der Barmherzigen (7:151)“ dann aber auch „streng im Bestrafen (8:13)“. Lies auch mal, was einen alles in der Hölle erwartet, das wiegt die Tora locker auf. Ich entschuldige mich hierbei noch vor Gott, natürlich ist Er nicht wankelmütig! Es geht nur um das Argument.

Tora heisst ja erst mal einfach nur Gesetz, so wie Evangelium Frohe Botschaft heisst. Ich verstehe den Koran so, dass das Gesetz und die durch Jesus verkündete Frohe Botschaft bestätigt werden.
Das Leben auf der Erde sehe ich nicht als Bestrafung. Gott hatte von vornherein geplant, die Menschen auf der Erde leben zu lassen. Warum, das weiss nur Er: „Ich weiss, was ihr nicht wisst“.
Prüfung als Strafe wird übrigens nur von ganz schlechten Pädagogen angewandt.

Ich direkt auch nicht. Trotzdem musst du dich als Mensch wegen der Verfehlung Adams als Prüfung mit dem Leid des Lebens auseinandersetzen. Das Prüfen wird in diesen Versen auch mit Leid angewandt:

21:35 Jede Seele wird den Tod kosten. Und Wir prüfen euch mit Schlechtem und Gutem
als Versuchung. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.

2:214 Oder meint ihr etwa, daß ihr in den (Paradies)garten eingehen werdet, noch
bevor Gleiches über euch gekommen ist, wie über diejenigen, die vor euch
dahingegangen sind? Not und Leid widerfuhr ihnen, und sie wurden erschüttert, bis
daß der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glaubten, sagten: „Wann kommt Gottes
Sieg?" Aber wahrlich, Gottes Sieg ist nahe.

Aus diesem Grund ist dein letzter Satz theologisch verkehrt.

Wie icn schon schrieb: Die Menschen sollten sowieso auf die Erde, das hat mit der Verfehlung Adams nichts zu tun - dem im übrigen vergeben wurde.
Prüfungen kann man auch als Training für eine künftige Situation ansehen, in diesem Fall die Wiedervereinigung mit Gott im Paradies.

Laut Koran wird Adam aus dem Paradies geworfen wegen seines Fehlverhaltens. Es wird ihm deshalb auch nicht einfach verziehen. Aus seinem Verhalten heraus muss er und wir die Kinder Adams uns bewähren. Das könnte man im übertragenden Sinne auch Sühneopfertheologie nennen.