Wie kann ich es schaffen, das Kopftuch abzulegen?


#1

Frieden alle miteinander,

Ich trage das Kopftuch seit 35 Jahren.
Ich bin auch mittlerweile davon überzeugt, dass das so nicht laut Koran vorgeschrieben wird und ich mich mit ruhigem Gewissen davon distanzieren kann.
So einfach ist es widerum dann auch nicht.
Von ungewollten Gedanken wie “hmm ob das so seine Richtigkeit hat” bis zu ungeahnten Ängsten, wie vor der Reaktion der Gesellschaft, besonders der der Familie , schreckt man dann doch innerlich zurück.
An diesem Punkt merke ich, dass ich das Kopftuch tatsächlich nicht mehr für Gott, sondern für die Menschen trage.
Innerlich bin ich davon überzeugt, dass Gott das nicht von uns Frauen erwartet und deswegen finde ich es umso trauriger, dass ich mir mehr Gedanken über meine Mitmenschen mache.
Selbstverständlich habe ich ein stabiles Umfeld, mit Menschen mit Verstand, die mir den Rücken stärken würden, aber dennoch fällt es mir schwer. Ich habe Angst plötzlich überall im Mittelpunkt zu stehen, jeden meine Lage erklären zu müssen, extrem engstirnige Familienmitglieder besänftigen zu müssen und so weiter. Gibt es unter euch Frauen (oder Männer die solche Frauen kennen) , die das Kopftuch abgelegt haben? Wenn ja, dann könnt ihr meine Situation am besten verstehen. Wie seid ihr damit Umgegangen? Wie habt ihr euer Umfeld eingeweiht und wie waren eure Gefühle und Gedanken dabei?
Würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir/uns teilen würdet! :slight_smile:


#2

Ich habe selbst nie wirklich Kopftuch getragen, also im Alltag und “islamisch korrekt” gebunden. Ich habe aber ein paar Diskussionen, hauptsächlich in anderen Foren, dazu mitbekommen, sowie von einer Freundin.
Eine Möglichkeit wäre, schrittweise vorzugehen und es erst etwas lockerer zu binden, also z.B. nur die Haare, nicht den Hals bedecken, und dann langsam mehr vom Haar sehen zu lassen. Dann gewöhnst Du Dich selbst auch langsam daran und fühlst Dich nicht gleich nackt.
Ein anderer Tip dort war, erst mal in einer anonymen Gegend (z.B. andere Stadt, wo dich niemand kennt), ohne Kopftuch zu gehen, und zu gucken, wie es Dir damit geht.

Im übrigen finde ich es auch nicht schlimm, wenn Du Kopftuch trägst, obwohl Du weißt, daß Du es nicht mußt. Keine Kleidervorschrift bedeutet ja eben auch, daß Du es tragen kannst, wenn Du willst, nur Du mußt es eben nicht.


#3

Danke Regine für deine Mühe.
Die Ideen hatte ich auch so ansatzweise im Kopf, doch darin sehe ich für meine persönliche Lage keine Erleichterung.
Ich erachte es in gewissermaßen schon als schlimm, da ich das Kopftuch für Gott angefangen habe zu tragen und nun dies nicht mehr mit mir selber vereinbaren kann.

Könntest du mir die Foren nennen, von der du berichtet hast? Ich selber wurde leider nicht fündig.


#4

Das ist hauptsächlich http://muslima-aktiv.bplaced.net/forum
Im Moment ist dort nicht viel los, aber es gibt alte Stränge mit lebhaften Diskussionen. Allerdings muß man sich registrieren, um lesen zu können, und für manche Bereiche braucht man 50 eigene Beiträge.


#5

Jetzt ist die kalte Jahreszeit in Anmarsch. Setze einfach eine Mütze auf statt Kopftuch. Es kostet natürlich große Überwindung, am Anfang nur für eine kurze Zeit. Aber du schaffst das! Und denke einfach dran, Allah ist auch weiterhin für dich da, in deinem Herzen


#6

Selam Schwester herzlich willkommen in diesem Forum. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich habe zwar nie ein Kopftuch getragen aber merke dennoch in meinem vorwiegend sunnitischen Umfeld wie schwer es für sie ist wenn man dem Sunnitentum den Rücken kehrt. Vor ca 1 1/2 Jahren habe ich begonnen mich intensiv mit dem Koran zu beschäftigen und habe während des Lesens bittere Tränen geweint wie falsch ich über den Islam seitens meiner Eltern und Verwandten informiert worden war. Ich mache ihnen keinen Vorwurf sondern danke Gott jeden Tag dafür dass er mein Herz für die wahre Schönheit des Islam geöffnet hat.
Ich möchte dir ein Beispiel aus meinem Leben nennen: ich habe einen Sohn den ich vor 2 Jahren guten Gewissens beschneiden lassen wollte. Da ich allerdings zwischenzeitlich angefangen hatte den Koran in verschiedenen Sprachen zu studieren fiel mir auf dass dies überhaupt nicht im Islam vorausgesetzt wird. Seitdem habe ich ständig Diskussionen mit meiner Familie warum ich mich gegen seine Beschneidung entschieden habe. Es ist vielleicht nicht das gleiche Problem das du hast allerdings von den Grundzügen her vergleichbar.
Ich kann dir nur raten auf dein Herz zu hören. Gott wird dir die nötige Kraft geben für das richtige einzustehen.
Möge Gottes Barmherzigkeit und Friede mit Dir sein.


#7

Liebe Fuesun, danke für deine nette Begrüßung, Empathie und dein Gebet. Ich selber habe einen erwachsenen Sohn(24) der leider Beschnitten ist. Mein Jüngerer Sohn(9) muss das nicht über sich ergehen lassen. Zeit meines Lebens habe ich viele Verbote/Gebote die den Islam und somit meinen Glauben bestimmt haben, in Frage gestellt. Mit Hadhiten wurde ich zur “Vernunft” gebracht. Aus eigener Entscheidung heraus habe ich 10 Jahre die Burka getragen, allerdings ist das schon 22 Jahre her. Aber es fühlt sich so an, als wäre es erst gestern gewesen…der Grund, die Burka nicht mehr zu Tragen, lag an meiner Überzeugung, dass es nicht die Form sein kann, die Allah für uns Frauen vorgesehen hat. Um die Burka zu tragen, muss man Vernunft und Verstand ausschalten, sonst funktioniert das nicht! Mein Problem, was das Kopftuch anbelangt, ist in meiner persönlichen Lebenssituation ein wenig anders
gelagert. Nahe Verwandte sind verstorben, mit anderen, die noch wenigen habe ich keinen Kontakt und die sind in der Ferne. Allerdings habe ich 3 Verwandt die mir wichtig sind. Ich genieße deren Aufmerksamkeit und Verbundenheit, die sie mir entgegenbringen. Allerdings wäre meine Entscheidung das Kopftuch nicht mehr zu tragen, eine neue Idee, die ich aus abtrünnigen Quellen erworben habe! Wenn ich deren Unterstützung hätte, wäre es für mich am einfachsten das Kopftuch nicht mehr zu tragen. Ich muss dazu sagen, dass ich vom Wesen her, eine Person bin, die von jetzt auf gleich Dinge verändert , sobald ein anderes Wissen das vorangegangene unverständlich macht. Ich kann mit Vernunft und Verstand viele dinge anders machen, ohne das ich mich dafür rechtfertigen muss! Ein anderer Punkt, was mich beschäftigt, ist mein Umfeld . Dazu zählt die Schulische Einrichtung meiner beiden (12) und (9) Jährigen Kinder. Es ist eine Montessori Schule. In dieser Einrichtung ist das miteinander ganz anders als bei anderen Schulen. Wir Eltern arbeiten aktiv am Schulleben unserer Kinder mit. Dabei entwickelt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Eine Mentorin ist Kopftuch tragend, sonst bin ich die einzige Kopftuch tragende Mutter. Jetzt könnte man sich fragen, worin das Problem steckt! Schließlich sind das Eltern und Lehrer, die gegenüber Änderungen offen sind. Und mit vielen habe ich auch ein enges Freundschaftliches Verhältnis. Ich will ehrlich sein, denn nur dadurch erhoffe ich mir Hilfe! Ich gehöre zu den Kindern der ersten Gastarbeiter Familien in Deutschland, mit türkischer Herkunft. Eigentlich bin ich so wie ich bin, ohne irgendwann geplant zu haben ANDERS als meine Landsleute zu sein. Gerade das bereitet meinem Ego zur Zeit “große” Probleme. Als Kopftuchträgerin falle ich mit meiner Art und Weise sehr positiv auf. Genieße viele Komplimente und Interesse an meiner Person. Ich selber kann es meistens nicht nachvollziehen, was bei mir anders sein soll. Vielleicht ist es auch gut so, dass ich es nicht weiß , und kann so sein wie ich eben bin. Tja, nun ist das momentan, mit den Gedanken, das Kopftuch nicht mehr zu Tragen, nicht so! Auf einmal beschäftige ich mich mit einer Sache, über die ich mir nie Gedanken gemacht habe. Werde ich als eine nicht Kopftuch tragende genauso wahr genommen? Bleibe ich als Muslima trotzdem interessant? Weil gerade wegen dem Kopftuch tragen, werde ich als Muslima in dieser Gesellschaft wahrgenommen, natürlich bereitet es mir viel Freude, als eine Positive Muslima aufzufallen. Ich hoffe, dass Gottes Worte mehr Gewicht bekommen, als mein Ego.
Ich wünsche dir ebenfalls Gottes Barmherzigkeit und Frieden.


#8

Mal andersrum gefragt: was wäre denn Dein Grund, das Kopftuch nicht mehr zu tragen? Nur weil Du erkannt hast, daß es keine Pflicht ist, mußt Du es ja noch nicht ablegen, wenn du einen anderen Grund hast, es zu tragen. Ich denke, Gott ist es egal, ob Du Kopftuch trägst oder nicht. Du solltest nur nicht behaupten, daß du es für Gott trägst, wenn das nicht der Wahrheit entspricht.


#9

Liebe Regine, die Gründe, das Kopftuch nicht mehr tragen zu wollen, habe ich schon erwähnt. Ich habe auch ganz klar und deutlich erwähnt, dass ich momentan es nicht wegen Gottes gefallen trage! Übrigens, 3 meiner Christlichen Freunde habe ich schon in meine Gedanken eingeweiht. Sie wissen, dass ich NICHT aus Gottgefallen das Kopftuch trage, sondern, wie auch hier erwähnt, die Gesellschaftliche Reaktion fürchte! Wenn ich Gottes Gebote ausführe und die mit Einschränkungen verbunden sind, Beispiel: im Ramadan, trotz großer Hitze oder Durst nicht zu trinken, dann muss ich diesen Zustand aushalten. Aber ich weiß wofür ich das tue und die Einschränkung aushalte. Bislang habe ich das Kopftuch aus Überzeugung getragen und selbst bei Großer Hitze im Sommer ausgehalten. Ich will aber nicht aushalten müssen ohne das ich es machen muss! Du hast ja selbst erwähnt, dass Du keine Kopftuch Trägerin bist. Für meine Situation, muss man die Erfahrung selbst gemacht haben oder mit viel Empathie an die Sache ran gehen.


#10

Frieden Ayse,
ich weiß nicht genau, ob Du mich jetzt falsch verstanden und angegriffen gefühlt hast. Ich meinte gar nicht, daß Du behauptest, es für Gott zu tragen; vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt.
Ich versuche nur, die Argumente zu klären. Also auf der einen Seite Erkennbarkeit als Muslima (und damit Wirkung als positives Beispiel), auf der anderen Seite Unbequemlichkeit (was jetzt auch gar nicht wertend gemeint ist)? Dann kannst Du vielleicht ein anderes Symbol tragen, das Dich als Muslima identifiziert, aber weniger unangenehm ist? Oder je nachdem, mal Kopftuch (vielleicht anders gebunden, so daß es eher Schutz gegen die Sonne ist als Hitzestau), mal keines.
Sind nur so meine Ideen.


#11

Liebe Regine,
ja, ich habe mich nicht verstanden gefühlt. Keineswegs habe ich mich angegriffen gefühlt. Ich sehe deine Bemühungen und freue mich über jede Reaktion, nur so komme ich weiter. Ja, Du hast die richtigen Worte gefunden, tatsächlich möchte ich meine Wirkung als positives Beispiel nicht verlieren. Das laste ich allerdings meinem Ego zu! Oder ist es gar nicht das Ego? Ich habe keine Idee, wie ich mich als Muslima erkenntlich machen kann.Beispiel: Natürlich habe ich es genossen, wenn ältere Menschen, die mich erst grimmig angeschaut und nach meiner freundlichen Begrüßung oder Hilfe, freudig gestrahlt haben. Ich merke, je mehr ich mich mit dem Thema befasse, desto mehr kommt mein Ego zum Vorschein! Schade, dass ich mir so viele Gedanken mache.


#12

Das Ego ist ja nicht immer schlecht. Es gibt den schönen Vergleich mit einem Pferd, das man zähmen, aber nicht töten soll. In Deinem Fall scheint es so, daß, selbst wenn ein wenig persönliche Eitelkeit dabei ist, am Ende etwas Gutes herauskommt.
Ich hatte jetzt z.B. an eine Kette mit “Allah”-Anhänger gedacht, aber das ist natürlich nicht so auffällig wie ein Kopftuch, da hast Du schon recht. Aber wenn Du das Kopftuch funktionel betrachtest, kannst Du es ja tatsächlich je nach Anlaß tragen oder nicht.


#13

Liebe Regine, deine Gedankengänge gefallen mir. Zwar ist die Idee, das Kopftuch funktionell zu betrachten und anzuwenden sicherlich nicht ganz verkehrt und für andere eine gute Lösung. Ich muss jedoch sagen, dass ich durch die Gespräche mit dir einige Gedankenstöße bekommen habe und bin jetzt doch an einem Punkt, wo ich sagen kann, dass es mir wahrscheinlich doch nicht so wichtig ist, wie positiv ich eben durch mein Kopftuch im Zusammenhang mit meinem Auftreten auf andere wirke. Ich habe mir nämlich die Frage gestellt, ob es von uns Gottergebenen nun mal erwartet wird, dass wir klar als Muslime erkennbar sind in der Gesellschaft. Doch dann ist mir bewusst geworden, dass das so gut wie nicht möglich ist. Den vor allem Männer können es nicht offensichtlich zeigen, dass sie Muslime sind. Und Frauen, die kein Kopftuch tragen, werden auch nicht als Muslime erkannt. Selbst wenn ich mit Kopftuch einen positiven Eindruck hinterlasse, so muss man sich dennoch eingestehen, dass die “beeindruckten” nicht durch mich Gottergebene werden. Zudem kommt auch noch hinzu, dass Gott der Einzige ist, der nicht-Muslime rechtleiten kann, denn er recht leitet wenn Er will. Also verstehe ich daraus, dass es nicht meine Aufgabe ist, anderen “auf den rechten Weg zu bringen”, oder sieht das jemand anders? Selbstverständlich sollten wir Muslime offen sein und Fragen von nicht-Muslimen beantworten und von unserem Glauben berichten. Wie gesagt, dank dir bin ich zu diesem Ergebnis gekommen. Vergessen habe ich zu erwähnen, dass ich zwei Töchter habe (22 und 12). Die 22 Jährige trägt seit fast 12 Jahren freiwillig das Kopftuch und die 12 Jährige dachte bis vor kurzem noch, dass sie das bald auch anlegen sollte. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich als Mutter auch die Aufgabe habe meinen Töchtern das richtige zu vermitteln. ganz besonders der 12 Jährigen, denn meine älteste Tochter ist so wie ich auch bereit, ihren Glauben nicht mehr durch ihren Kopftuch zu definieren und möchte sich ebenfalls davon distanzieren. Gerade für meine jüngste Tochter möchte ich in der Hinsicht ein Vorbild sein, ihr zeigen, dass man auch ohne das Kopftuch genauso gut eine Muslimin sein kann. Was ich noch sagen möchte, zu unrecht habe ich von dir Empathie für meine Situation erwartet. Wenn ich es richtig verstanden habe bist Du eine zum Islam konvertierte. Niemals habe ich die Möglichkeit zu empfinden, wie es sich anfühlt und welchen Verstand man einsetzten muss, um den Islam anzunehmen. Mein Schwager(Mann meiner früh verstorbenen Schwester) ist auch , noch bevor er meine Schwester kennengelernt hat zum Islam konvertiert. Er ist Deutscher und war ein überzeugter Atheist. Bislang bewundere ich ihn um seinen Verstand. Ich denke, dass es einer Muslima, die kein Kopftuch getragen hat, schwer ist, sich in die Situation einer Kopftuch tragenden zu versetzen. Ich bin wütend und manchmal auch zornig darüber, wie das Kopftuch, gerade in unserer Kultur so ein fester Bestandteil der Muslima geworden ist. Ob ich draußen in Bikini rumlaufe oder das Kopftuch nicht mehr trage, ist das gleiche! Oh ja, wenn ich noch weiter denke, empöre ich mich so sehr darüber, was die “Gelehrten” UNS Frauen eingehandelt haben! Ich habe schon einige Tabus, die in unserer Kultur ihren festen Platz haben, durchbrochen. Jetzt muss ich all meine Kräfte sammeln, um diesen Weg zu gehen.
Frieden und Gottes Segen.


#14

Liebe Ayse,
es freut mich, wenn meine Gedanken Dir nützlich sind.
Ich denke gar nicht, daß es darum geht, andere zu Gottergeben zu machen, sondern, in der momentanen gesellschaftlichen Situation Zeichen zu setzen. Aber natürlich geht das nicht nur mit Kopftuch, sondern es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich einzumischen.
Ich mag ja das Wort Konvertieren und die dahinter stehenden Vorstellungen nicht. Es stimmt, ich bin nicht in eine muslimische Familie geboren (und habe mich auch in meiner Jugend als Atheistin bezeichnet).
Ja, das Kopftuch und noch so vieles mehr wird als Bestandteil des Islam betrachtet, womit ich mich zu einem großen Teil nicht identifizieren kann. Deshalb halte ich mich mit Außenpositionierungen eher zurück. Auf der anderen Seite habe ich natürlich den Impuls, Muslime (egal wie konservativ und wie sehr sich ihr Welt-, Islam- und Gottesbild von meinem unterscheidet) gegen die aktuellen Angriffe zu verteidigen. Das wäre für mich der Hauptgrund, doch ein Kopftuch zu tragen, so ganz dazu überwinden kann ich mich aber nicht (eine Weile habe ich so eine Art halbes oder viertel Kopftuch getragen, aber aufgrund einer Entzündung hinterm Ohr wieder damit aufgehört).

Ja, daß die Frauen quasi an die Front des Kulturkampfes geschickt werden, wo sie doch angeblich die Schwachen sind, die geschützt werden müssen, ärgert mich auch.

Ich wünsche Dir Kraft und Vertrauen bei der Umsetzung Deiner Entscheidung.


#15

Ich wollte noch mal erklären, warum ich den Begriff Konvertieren nicht mag.
Zum einen klingt das nach “ich mache jetzt alles anders”, was für mich einfach nicht stimmt: ich mache vieles genauso, aber es ist etwas neues wichtiges dazugekommen.
Zum anderen ist es nicht so, daß durch den Islam alle meine Fragen gelöst wären. Ich habe noch viele Fragen und Zweifel, glaube aber, daß der Islam und speziell der Koran mir darauf bessere Antoworten geben kann. Interessanterweise habe ich durch den Islam und den interreligiösen Dialog dann auch Christen getroffen, mit deren Antworten ich etwas anfangen kann, aber es ist immer noch der Koran, der mich die richtigen Fragen an das Christentum stellen läßt. Letztlich denke ich aber, es geht nicht um Abgrenzung, sondern darum zusammenzukommen wie in 3:64.