Zakat / Fest des Fastenbrechens

Salaam!

Wie lautet eure Meinung zu Zakat und Fest des Fastenbrechens?

Ich bin nicht gegen Feste, aber ich meine, sie sollten einen besonderen Grund haben, wie etwa Geburtstage, Hochzeitstage, Nationalfeiertage, Abiturfeiern und Ähnliches.

Aber wie steht es mit religiösen Festen? Zakat und Fest des Fastenbrechens haben keine Grundlage im Koran, sind also weder vorgeschrieben noch empfohlen. Aus welchem Grund soll also Zakatu-l-Fitr gegeben werden und das Fest stattfinden? Gibt es einen Grund zur Freude und zum Feiern, dass der Ramadan zu Ende ist?

Ich meine, dass es andere, bessere Gründe zum Feiern gibt. Zum Beispiel Lailatu-l-qadr. Da können wir uns daran freudig erinnern, dass der Koran geoffenbart wurde. Oder wenn jemand zum Islam übertritt und als freudige Erinnerung in jedem Jahr diesen Tag mit einer Feier begeht.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich will niemandem verbieten, ein sogenanntes Fest des Fastenbrechens zu feiern. Ich möchte lediglich zum Nachdenken anregen, ob es einen Grund für ein solches Fest gibt und wenn ja, welcher Grund das sein könnte. :thinking:

Salaam, Hasan :green_heart:

Selam.

Seitdem ich nur den Koran als alleinige Glaubensquelle für mich entdeckt habe, stehe ich den religiöse Festen skeptisch gegenüber und habe mit der Zeit eine emotionale Distanz dazu aufgebaut.
Natürlich nehme ich Glückwünsche an und verteile auch gerne. Aber vieles was ich in meinen bisherigen Lebensjahren als Teil meiner religiösen Identität angesehen habe, habe ich nun von mir abgestreift…so auch die Feste…
Ich bin auch auf weitere Kommentare gespannt.

Yasin

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Salaam, Yasin,

und willkommen in diesem Forum!

Ich habe die gleiche emotionale Distanz zu gewissen Dingen entwickelt. Vor allen Dingen möchte ich bei aller Toleranz gegenüber Andersdenkenden und bei allem Respekt vor Anderen nicht bei mir den Verdacht aufkommen lassen, dass ich Sitten und Gebräuche der Mohammedaner (Sunniten, Schiiten und Co.) übernehme. Ich möchte diese emotionale Distanz aber auch durch eine rationale Distanz untermauern, das heißt, ich möchte auch rational überprüfen, ob es Dinge bei den Mohammedanern gibt, die vom Koran her begründet sind und somit auch für die Monotheisten (die sogenannten Koraniten) Gültigkeit haben können. Dazu zählt auch das Fest des Fastenbrechens.

Ich persönlich finde keine Grund, diesen Brauch zu praktizieren. Da ich aber auch nur ein Mensch bin und Fehler mache und Bildungslücken habe, habe ich die Frage nach dem Grund des Festes des Fastenbrechens aufgeworfen.

Salaam, Hasan :green_heart:

Ich kann mehr mit dem Fastenbrechen-Fest anfangen als mit Nationalfeiertagen, da ersteres mit etwas in Verbindung steht, was ich selbst tue, nämlich dem einmonatigen Fasten. Natürlich muss man danach nicht feiern, aber ich finde es schön, die Rückkehr zum normalen Leben mit einem Fest zu begehen. Distanz habe ich eher zum Opferfest und würde es sicher nicht traditionell mit Tieropfer feiern, einem gemeinsamen, gern vegetarischen Essen bin ich aber nicht abgeneigt.

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Salaam, Regine!Zitat: „…aber ich finde es schön, die Rückkehr zum normalen Leben mit einem Fest zu begehen.“

Ist also die Zeit des Fastens deiner Ansicht nach kein „normales Leben“? Wird das Fasten als eine Belastung empfunden?

Zum vegetarischen Essen wünsche ich dir jedenfalls guten Hunger! :yum:

Salaam, Hasan :green_heart:

Ich denke, es jst schon eine Anstrengung, die etwas Gutes hat, aber eben auch eine Art Ausnahmezustand ist. Es lässt uns das normale Leben wieder mehr wertschätzen. Wir sollen ja gar nicht das ganze Jahr durch fasten.

In Frieden Bruder,

Du redest mir aus der Seele und ich ergänze:

Es fühlt sich so an als hätte man sich mit der roten Pillle aus der Matrix verabschiedet.

Es fühlt sich ungewohnt, nackt, gewissens kriegend an. Aber der Gedanke an die Motivation dazu, erleichtert und gibt halt.

Selam Bruder Hasan,

Ich kontrolliere auch ob alles seine Daseinsberechtigung hat und es stellt sich die Frage zum Fest.

Die Motivation wird hier eine entscheidende Rolle spielen.

Ich erinnere mich (leicht aus vorherigen Threads) an den Propheten Isa und das Essen, welches nach seinem Gebet zu Allah getischt wurde. Dieser Anlass wurde ja zu einer Feier in Dankbarkeit.

Das eine Spende zur Auflage gemacht wird ist meiner Meinung nach nicht richtig und wird, denke ich, mit der Fidiye über die Jahre vielleicht durcheinander gekommen sein.

Frieden und eine achtsame Zeit

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Der Friede sei mit euch

Liebe Regine,
wie du schon richtig erwähnt hast liegt im Fasten auch Gutes. Ich habe mir Vorträge und Artikel über das Fasten von Medizinern angeguckt ,da Gott sagt, dass das Fasten gut für uns ist.

Ich habe gelesen welche Mechanismen das Fasten in uns auslöst, das wir uns quasi selbst reinigen, deine Reserven(zucker-, fett-, usw) werden verbraucht und neu befüllt. Wieso sollte das Fasten nicht ins alltägliche Leben hinein finden? Stell dir vor du fastest neben dem Monat Ramadan, also in den anderen 11 Monaten, wann du willst. Einmal die Woche oder einmal im Monat, egal es ist dir überlassen. Ein Beispiel: Du sagst, heute faste ich, sagst deiner Familie das du heute sogut wie nicht reden möchtest und in Gedanken nur bei Gott sein möchtest, dabei im Quran lesen tust oder mehr betest, vielleicht legt man sich noch ne Std hin.
So könnte ein Tag außerhalb des Ramadan ablaufen und das vielleicht öfter. Und so würden die elf Monate vergehen und man würde sich auf Ramadan freuen, weil man dort mit seiner Familie, Verwandtschaft und Freunde gemeinsam fastet.

Man sagt ja, ab und zu Sport treiben, sich fit halten wäre gut.
Ich sage, ausserhalb des Ramadan, ab und zu Fasten ist gut für uns.

Frieden

Ich sehe den Grund von Festen allgemein darin, dass man mit seiner Familie zusammen kommt, was uns wieder näher bringt. Es bringt eine positive Abwechslung in unser Leben, was der Seele gut tut. Wir Menschen brauchen das Gefühl der Gemeinschaft. Es ist ein Teil von uns. Es macht uns Menschen aus.
Und ich finde es schön am Ende vom Ramadan, denn dieser Monat verbindet und alle, ein Fest zu feiern.

Frei nach dem Motto:
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. :slightly_smiling_face:

Was ist schlecht ans Festen?

Wenn es einen triftigen Grund für ein Fest gibt, sehe ich nichts Schlechtes daran, es auch zu feiern. :slightly_smiling_face: